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Soziologie

201 Einträge

Abtrainingsplan

Abtrainingsplan (detraining program), Konzeption, die Inhalt, zeitliche Abfolge und Verantwortlichkeiten des Abtrainings regelt. Der Abtrainingsplan ist besonders erforderlich, wenn plötzlich aus einer hohen Trainingsbelastung heraus die sportliche Karriere abgebrochen wird (→Dropout). Nach Israel (1993, S.19) reicht eine Reduzierung auf 30% des gewohnten Belastungspensums. Der Abtrainingsplan sollte nicht nach etwa einem Jahr abrupt enden, sondern in…

Adaptation, soziale

Adaptation, soziale (adaptation, social), lat. ‚adaptare‘, anpassen, verändern; Prozess der Integration von Individuen oder Gruppen in die Gesellschaft (→Sozialisation). Im Sport die Eingliederung in die Trainingsgruppe, die →Nationalmannschaft, aber auch in eine →Schwimmabteilung, in den →Verein, →Sportinternat usw. Diese spezifischen Umweltbedingungen beeinflussen die Persönlichkeitsentwicklung sportlicher →Talente. So konnte z.B. bei Internatssportlern eine höhere Selbstregulierungsfertigkeit nachgewiesen…

Aggression

Aggression/Aggresivität (aggression), lat aggressio „heranschreiten; sich nähern; angreifen“; Verhalten, das darauf ausgerichtet, andere Personen oder Sachen zu schädigen. Aggression kann sich physisch durch Schlagen, Töten, körperliches Bedrohen, verbal durch Beleidigen, Spotten oder nonverbal durch Gesten, Mimik, verdeckt in der Phantasie, indirekt durch Sachbeschädigung, Nachrede, Mobbing, Schikane und emotional durch Stress, Ärger, Wut, Hass äußern (www.wikipedia.de).…

Altersnorm, soziale

Altersnorm, soziale (age standard, social), Erwartung der Gesellschaft an Angehörige bestimmten Alters bis zu verbindlichen (gesetzlich fixierten) Regeln des Zusammenlebens und Verhaltens von Altersgruppen (z.B. Schulpflicht). Der Sport ist selbst zur jugendspezifischen Altersnorm geworden (Agenda DSB, 2003). An Leistungssportler werden durch die hohen Ziele in der Einheit von Schule/Beruf und Sport bereits frühzeitig hohe verhaltens-…

Amateur

Amateur (amateur), lat. amator „Liebhaber“; Person, die ihre Tätigkeit aus Liebhaberei und nicht als Beruf ausübt. Sie ist für diese Tätigkeit nicht ausgebildet, zumindest nicht offiziell (zertifiziert) und zählt als Laie. Als Amateur bezeichnet man einen Sportler, der seinen Lebensunterhalt nicht aus dem Sport bestreitet. Der Begriff ist umstritten, da die Grenze zum Berufssportler (→Profi)…

Anpassungsfähigkeit, psychische

Anpassungsfähigkeit, psychische (adaptability, mental), das Vermögen, sich bestimmten Gegebenheiten und sozialen Bedingungen anzupassen. Psychische Anpassungsfähigkeit äußert sich in Toleranz, Einfühlungsvermögen und Kompromissbereitschaft, geringe psychische Anpassungsfähigkeit in Starrheit, Sturheit oder Uneinsichtigkeit. "In einer hochkomplexen Umwelt, die sich immer wieder verändert und immer neue Fähigkeiten verlangt, ist Anpassungsfähigkeit überlebenswichtig. Und das menschliche Gehirn ist nun einmal das…

Anthropologie

Anthropologie (anthropology), griech. ánthrōpos „Mensch“ + -logie „Menschenkunde“; Lehre von den Verhaltensweisen und Eigenschaften des Menschen, die nach Darwins Evolutionstheorie den Menschen als biologisches Wesen betrachtet. Aus Sicht der Philosophen ist der Mensch aber nicht nur Objekt, sondern auch Subjekt. Die Sportanthropologie beschäftigt sich als Teilgebiet der Sportwissenschaft mit „grundlegenden Erkenntnissen über den Sport treibenden,…

Arbeitnehmer, Trainer als

Arbeitnehmer, Trainer als (employee, coach as), „Soweit es um Trainertätigkeiten geht, kann sich auch hier im Einzelfall die schwierige Abgrenzungsfrage stellen, ob der Trainer als Arbeitnehmer eines Vereins bzw. eines Verbandes oder als freier Mitarbeiter (Unternehmer) einzustufen ist. Arbeitnehmer ist, wer auf Grund eines privatrechtlichen Vertrages über entgeltliche Dienste für einen anderen in persönlicher Abhängigkeit…

Arbeitszeit

Arbeitszeit (working hours), mit dem Arbeitsvertrag geregelte Zeit, in der der Arbeitnehmer seiner Arbeit nachgeht. Nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst sind 39 Stunden bis zu 40 Stunden vorgegeben. Bei der Arbeitszeit des Trainers ist zu beachten, dass nicht nur die „Arbeit an Mann“ (Training) zählt, sondern auch der zeitliche Aufwand für Vor- und…

Armut

Armut (poverty), Mangel an materiellen, kulturellen und sozialen Mitteln, der zur Ausgrenzung vom gesellschaftlichen Mindeststandard führt. Armut wird statistisch über das Einkommen definiert. Nach den Maßstäben der EU liegt die Armutsgrenze bei 60% des mittleren Einkommens (relative Armut). Absolute Armut heißt, dass die Mittel zum physischen Überleben nicht ausreichen; das betrifft 1,2 Milliarden in der…

Außenseiter

Außenseiter (outsider), Person, die sich aus der Gemeinschaft ausschließt oder ausgeschlossen wird oder Teilnehmer an einem Wettbewerb ohne Erfolgschancen. Im Sport zumeist einzelne oder mehrere Sportler, die von einer Gruppe (Trainingsgruppe, Mannschaft) ausgegrenzt werden. Die Ursachen können mannigfaltig sein, aggressiv - antisozial („Streithammel“, unkollegial, Schlägertyp, Streber) oder introvertiert-schüchtern (scheut Belastung, leistungsschwach usw.). Oft ist die…

Autonomie

Autonomie (autonomy), griech. autonomía „Eigengesetzlichkeit, Selbstständigkeit“; Möglichkeit, das eigene Handeln selbst bestimmen zu können und weitgehend unabhängig zu sein. Autonomie kann sich auf Personen, aber auch auf Gruppen/Institutionen beziehen. Im Sport kann Autonomie verstanden werden als Ausdruck einer soziologischen und organisatorischen Selbstständigkeit (z.B. mit eigener „Gesetzgebung“ in Sachen Doping). →Selbstorganisation Exkurs: Obwohl die 69. Generalversammlung…

Bedingungen

Bedingungen (conditions) Voraussetzungen, um ein Vorhaben zu verwirklichen, im Sport →Leistungsvoraussetzungen, äußere  

Bedürfnishierarchie nach MASLOW

Bedürfnishierarchie nach MASLOW (Maslow’s hierarchy of needs), Modell des amerikanischen Psychologen Abraham Maslow, das die Bedürfnisse in einer Pyramide von fünf Ebenen darstellt. Eine höhere Ebene kann der Mensch nur dann erreichen, wenn die Bedürfnisse der darunterliegenden Ebenen erfüllt sind. →Motiv, →Motivation    

Beeinflussbarkeit

Beeinflussbarkeit (persuability, suggestibility), Beabsichtigte oder unwillkürliche Meinungs-, Einstellungs- oder Verhaltensänderung von Menschen. Psychologische Beeinflussungskonzeptionen sind dabei einem tätigkeitsorientierten Ansatz verpflichtet und fußen im Sport auf enger Zusammenarbeit von Sportpsychologen, Trainer, Eltern (bei den Jüngeren) und Sportler. Dabei spielt auch das Gruppenklima eine große Rolle. Soziale Faktoren wie z.B. Lebensstil, Verhalten, Glück und Gesundheit sind auf…

Belastungsumfang

Belastungsumfang (load volume), Belastungskomponente, die die Summe des Trainings und Wettkampfes (der Trainingseinheiten, der Distanz oder der Anzahl von Wiederholungen) beschreibt. Im Sportschwimmen wird der Belastungsumfang je nach Trainingsmittel und Trainingsmethode in Metern/Kilometern, Anzahl der Wiederholungen und seltener in Stunden/Minuten angegeben.  Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, z.B. kann eine Trainingseinheit Wassertraining 90 Minuten dauern, in…

Beratung

Beratung (counseling), kommunikativer Austausch zwischen Personen oder innerhalb von Gruppen zur Lösung von Aufgaben oder Problemen. →Kommunikation Eine erfolgreiche Beratung im Leistungssport setzt trainingswissenschaftliche Fachkompetenz, sportspezifische Feldkompetenz (→Erfahrung) und Sozialkompetenz voraus. Ziel der Beratung ist, Trainer und/oder Athlet zu helfen, ihre Probleme zu erkennen und zu lösen. Damit unterscheidet sie sich von der Betreuung, zu…

Berufssportler

Berufssportler (professional) →Professional/Profi

Beziehung, soziale

Beziehung, soziale (relationsship, social), Verhältnis zwischen Menschen, oft für dauerhafte Bindung zwischen zwei Menschen gebraucht. Maßgeblich für die Bindungsstärke sind gemeinsam akzeptierte Ziele. Soziale Beziehungen können mit soziometrischen Verfahren, Befragungsmethoden, Verhaltensbeobachtungen und Experimenten erfasst werden. Im Rahmen von Training und Wettkampf sind es vor allem die Beziehungen: Sportler zu Sportler/Trainingsgruppe (Gruppenkohäsion) Sportler zu Trainer/Verein Sportler zu…

Bezugsperson

Bezugsperson (reference person), Person, zu der eine besondere Gefühlsbindung („Urvertrauen“) besteht. „Die Bindung an eine Bezugsperson ist der erste tiefgreifende emotionale Prozess, der das Gehirn eines Neugeborenen beeinflusst, und diese Erfahrung ist grundlegend, da Emotionen auch an allen späteren Lernprozessen beteiligt sind. Die emotionale Bindung eines Kleinkinds zu seinen Eltern hat also eine hohe Bedeutung…