Soziologie
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Broken home
Broken home („zerrüttete(s) Familie/Elternhaus“) in der Sozialpsychologie Bezeichnung für instabile Familienverhältnisse, die sich negativ auf die Kinder auswirken können. Obwohl die Ergebnisse sozialwissenschaftlicher Studien über den Einfluss von broken homes vor allem auf die Kriminalitätsbelastung von Jugendlichen im Vergleich zu vollständigen Familien uneinheitlich sind, zeigt der Trend, dass Kinder aus instabilen Familien häufiger zu Kriminalität…
Chancengleichheit
Chancengleichheit (equal opportunity), bildungs- und sozialpolitischer Anspruch, wonach jedem unabhängig von Herkunft oder Geschlecht die gleichen Bildungs-, Lebens- und Sozialchancen geboten werden. So heißt es im Grundgesetz: „Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf…
Cheftrainer
Cheftrainer (head coach), Leitender Trainer eines Trainingsverbandes (→Verband, →Stützpunkt, Leistungszentrum, Verein) mit vorwiegend koordinierender Funktion: Trainings- und Wettkampfplanung, Gruppenstruktur, Trainereinsatz, zumeist auch mit der Führung der 1. (Leistungs-, Wettkampf-) Gruppe beauftragt. Eine Analyse der Merkmale, Qualifikation international erfolgreicher Cheftrainer im Schwimmen ergab: Die Mehrheit hat eine solide akademische Ausbildung, aber nicht unbedingt in Sportwissenschaft Mit…
Demokratie
Demokratie (democracy), aus Lat. „Volksherrschaft“, im Grundgesetz der BRD verankerte Staatsform, im weiteren Sinne an die Idee der Volkssouveränität gebunden und das erfolgreichste Verfahren zur friedlichen Konfliktlösung, das den mündigen Bürger voraussetzt. Für Coubertin fußte der Olympismus auf den Grundlagen Demokratie und Internationalismus. In Deutschland spielt der Sport eine wichtige Rolle im Rahmen des von…
Determiniertheit
Determiniertheit (determination), lat. determinare „abgrenzen“, bestimmen“; Bestimmtheit, Abhängigkeit des (unfreien) Willens von inneren oder äußeren Ursachen. So ist z.B. menschliches Verhalten durch Traditionen determiniert.→Determination Unter biopsychosozialer Determiniertheit des Sportlers verstehen wir die Einheit von konditionellen und psychischen Leistungsfaktoren in der Auseinandersetzung mit der Trainings- und Wettkampfumwelt (externe Leistungsfaktoren).
Devianz
Devianz (deviance), frz. dévier „abweichen“; In der Soziologie und Psychologie (Pädagogik) das Abweichen von gesellschaftlichen Normen, das positiv wie negativ bewertet werden kann, wobei Beispiele für negative Abweichungen überwiegen und deshalb oft deviantes Verhalten synonym für gestörtes, krankhaftes bis kriminelles Verhalten gebraucht wird. Zu beachten ist, dass sich Normen und folglich auch die Wertung bestimmter…
Digitalisierung
Digitalisierung (digitizing), lat. digitus „Finger“; Wandel hin zu digitalen Prozessen mittels Informations- und Kommunikationstechnik (Wikipedia), der in seinen Ausmaßen der industriellen Revolution gleichzusetzen ist und das 21. Jahrhundert maßgeblich bestimmen wird. Insbesondere die künstliche Intelligenz wird zur dominierenden Technologieplattform. Dieser Prozess wird von Abstiegsängsten und sozialer Ungleichheit begleitet. Die Politik, zum sozialen Ausgleich verpflichtet, muss…
Diskriminierung
Diskriminierung (discrimination), lat. discriminare „trennen, absondern, abgrenzen, unterscheiden“; Herabsetzung durch Benachteiligung sozial: Benachteiligung von Menschen oder Gruppen aufgrund bestimmter Merkmale (Rasse, Geschlecht, Alter, Bildung, Lebensstandard usw.), basiert zumeist auf Vorurteilen, um die eigene Vorrangstellung zu halten (→Stigmatisierung). In der Technik die Abgrenzung von Messwerten und Einstellungen. In der Biologie die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Reizen unterscheiden…
Divergenztheorem
Divergenztheorem (divergenzy theorem), lat. divergere „auseinanderstreben, abweichen“; mathematischer Satz und Führungsmodell In Gruppen differenzieren sich nach einer gewissen Zeit die Rollen. Aus der sozialpsychologischen Forschung sind dabei zwei Tendenzen bekannt, wonach Gruppenmitglieder bewertet werden:: nach ihrer Leistung beim Erreichen des Gruppenziels (Leistungsziel) nach ihrem Anteil am sozialen Zusammenhalt der Gruppe (Gruppenkohäsion) Das führt häufig zu…
Diversity Management
„Diversity Management" (engl. „vielfältige, abwechslungsreiche Führung“), Konzept aus der Unternehmensführung, das die Verschiedenheit der Mitarbeiter nicht nur toleriert, sondern zu Nutzen macht. Ziele des diversity Management sind: eine produktive Gesamtatmosphäre im Unternehmen, Diskriminierungen von Minderheiten zu verhindern und die Chancengleichheit zu verbessern (www.wikipedia.de). Exkurs (auf den Sport übertragen): „Der Grundgedanke von Diversity beruht auf Verschiedenheit…
Dominanzstreben
Dominanzstreben (desire/quest for dominance), Dimension der Persönlichkeitspsychologie, die sich im Streben einer Person nach einer Machtstellung innerhalb einer Gruppe äußert und durch Eigenschaften wie bestimmend und befehlsgebend gekennzeichnet ist. Untersuchungen an Tieren haben gezeigt, dass soziale Ränge (Alphatier) genetisch bedingt sein könnten (Zeibig, D. 2014). →Dominanz Der Drang nach Überlegenheit äußert sich im Großen (Politik)…
Doppelbelastung Schule und Sport
Doppelbelastung Schule und Sport (double load school and sport), zeitliche Belastung (→Gesamtbelastung) jugendlicher Leistungssportler durch die Ansprüche von Schule und Sport, die zu Wochenbelastungen führen, die weit über dem zeitlichen Rahmen normaler Arbeitnehmer liegen. Deshalb sind Organisationsformen zu schaffen, die Zeiten für Wegstrecken sowie zusätzliche schulische Belastungen minimieren ohne den Bildungsauftrag zu gefährden (→Sportschulen) und…
Dropout
Dropout (dropout), (engl) Ausbruch aus einer sozialen Gruppe, in die man integriert war. Gegenteil: →Retirement Im Sport abrupter Karrierebruch, bevor der Leistungshöhepunkt erreicht wurde. Gruppe & Mieth (2001) stufen Dropout „als kritisches, krisenhaftes Lebensereignis“ ein. Dropout ist zumeist auf verloren gegangenem Glaube an die sportliche Perspektive oder unzureichende Bedingungen im sozialen Umfeld zurückzuführen. Haupthindernisse auf…
Ehrenkodex (der Trainer)
Ehrenkodex (der Trainer) (code of ethics), vom Deutschen Sportbund (DSB) 1997 verabschiedetes Standesethos der Trainer im deutschen Sport mit normen- und wertbegründeten Orientierungen für die Gesinnung und das Handeln im Bereich des Trainings und Wettkampfes. „Diese Orientierungen sind im Grundsatz an einem „humanen Leistungssport" sowie am Wohl von Kindern und Jugendlichen, an der „mündigen Athletin"…
Einzeltraining
Einzeltraining (individual training), Organisationsform des Trainings, die auf die individuellen Belange des Sportlers abgestimmt und damit eine Variante des Hochleistungstrainings ist. Neben den Vorteilen (individuelle Belastungssteuerung, intensivere Anleitung und Korrektur, Selbstständigkeit und Interessiertheit) sind die Nachteile (fehlende Trainingspartner, damit Konkurrenzverhalten, Monotonie) nicht zu unterschätzen. Zumindest erfordert anhaltendes Einzeltraining einen von seiner Sache zutiefst überzeugten, fast…
Eliteschule des Sports
Eliteschule des Sports (elite School of the sport), „Fördereinrichtung, die im kooperativen Verbund von Leistungssport, Schule und Wohnen Bedingungen gewährleistet, dank derer sich talentierte Nachwuchsathleten auf künftige Spitzenleistungen im Sport bei Wahrung ihrer schulischen Bildungschancen vorbereiten können. Für die Anerkennung als Eliteschule des Sports werden die im Jahr 2002 in Leipzig beschlossenen Qualitätskriterien zugrunde gelegt.…
Eltern
Eltern (parents), Mutter und Vater (auch gleichgeschlechtlich möglich) als Verwandte ersten Grades. Im Sinne von Elternschaft biologisch die Erzeuger (Blutsverwandtschaft), rechtlich (Mutterschaft/Vaterschaft/ auch Adoptiveltern) von Gesetzgebung bestimmt, sozial als Elternrolle bei Pflege, Ausbildung und Förderung des Kindes. Eine vertrauensvolle Eltern – Kind -Beziehung prägt die Entwicklung des Kindes grundsätzlich, unabhängig ob es sich um die…
Entfremdung
Entfremdung (alienation), Begriff in den Gesellschaftswissenschaften zur Kennzeichnung der Beziehung der Menschen untereinander, zur Umwelt (besonders zur Arbeit) oder zu sich selbst, auch als gestörtes Verhältnis des Menschen zu seinen Mitmenschen bis zum Widerspruch zwischen Bevölkerung und „denen da oben“ (Politikverdrossenheit). Unter dem Einfluss von Marx bezog sich der Begriff Entfremdung nicht mehr auf ein…