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Soziologie

201 Einträge

Generationskonflikt

Generationskonflikt/Generationenkonflikt (generation gap), Spannungen zwischen den Angehörigen verschiedener Generationen einer Familie oder der Gesellschaft. Ursachen sind unvereinbare Normen der Altersgruppen und Wertewandel. In der Familie äußert sich der Generationenkonflikt zumeist als Protest gegen die Anordnung der Eltern, in der Gesellschaft als Protest gegen politische Entscheidungen (z.B. zu Sozialsicherungssystemen). Während Generationskonflikte in der Familie durch einen…

Gesamtbelastung

Gesamtbelastung (total load), Summe aller für den Menschen belastenden Faktoren (Klima, Stress, Feinstaub, Fehlernährung, Infekte, Arbeit usw.), die in aufgaben- und situationsspezifische Teilbereiche untergliedert werden können. Im Leistungssport wird darunter der zeitliche Aufwand nicht nur für Training und Wettkampf, sondern auch für Schule/Studium incl. Wegezeiten verstanden. Allein die Summe von Training und Schule überschreitet bereits…

Geschlechterrollen

Geschlechterrollen (gender role), Eigenschaften und Handlungen, die aus soziologischer Sicht den Geschlechtern zugewiesen werden und auf einen frühen Lernprozess zurückgehen. Beeinflusst durch die wirtschaftlich-soziale Struktur der Gesellschaft verändern sich die Geschlechterrollen. So zeichnet sich ein Wandel durch eine stärkere Gleichstellung der Frau ab. Es bleibt aber ein zäher Prozess. So bestätigt eine internationale Studie erneut,…

Geschlechtsbestimmung

Geschlechtsbestimmung, Geschlechtsdetermination (sex-test, sex determination), Einteilung in „männlich“ oder „weiblich“ auf der Grundlage des in der Embryonalentwicklung herausgebildeten somatischen Geschlechts. Das Geschlecht des Kindes wird bereits mit der Befruchtung der Eizelle bestimmt. Folglich ist das Spermium und damit der Mann für die Geschlechtsbestimmung zuständig, genau das Spermium, das als erstes bei der Eizelle ankommt und…

Geselligkeit

Geselligkeit (sociableness), „zwangloses und zweckfreies durch gemeinsame Unterhaltung (und Amüsement) bestimmtes Zusammensein von Menschen“ (Meyers Lexikon). Geselligkeit und Gesellschaft sind elementare Bestandteile menschlichen Lebens und Schlüssel für Lebensqualität im weitesten Sinne. So belegten Forscher der Universität Cambridge mit einem Experiment, dass gesellige Menschen in zwei Hirnregionen deutlich mehr Nervenzellen haben als Einsiedler und erwarten daraus…

Gewalt

Gewalt (force; violence), Es gibt keine verbindliche Definition. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Gewalt wesentlich vielseitiger verwendet, so kann mit Gewalt ein Mensch vor einem nahenden Fahrzeug zurückgehalten werden, also zu seinem Wohle, so wie auch bei Staatsgewalt von Gewalt im Interesse des Volkes ausgegangen werden sollte. Versteht man unter Gewalt körperliche, psychische oder verbale Übergriffe…

Großfamilie

Großfamilie (estended family), Kinder und Eltern über drei und mehr Generationen in einer häuslichen Gemeinschaft, in Deutschland inzwischen fast ganz verschwunden bzw. beschränkt sich der Begriff auf kinderreiche Familien ("Abenteuer Großfamilie"). Exkurs: "In unserer Gesellschaft stehen Mütter und Väter oft unter Druck, alles richtig machen zu müssen, und zugleich fühlen sie sich allein gelassen, weil…

Gruppe, soziale

Gruppe, soziale (group, social), Vereinigung von Individuen, die durch gemeinsame Ziele, Interessen und vielfältige Beziehungen verbunden sind, sich bestimmten Normen unterwerfen und Aufgaben verteilen (→Rolle, soziale). Die soziale Gruppe ist immer ein Teil der Gesellschaft und vermittelt zwischen Gesellschaft und Individuum. Besonders für Kinder und Jugendliche spielt die soziale Gruppe zur Ausbildung der eigenen Identität…

Gruppendynamik

Gruppendynamik (group dynamics), aktiver, von der Umwelt (Gesellschaft) bestimmter Prozess der Entstehung und Entwicklung der inneren Beziehungen und Strukturen einer Gruppe. Die Gruppendynamik erfasst das Geschehen in Kleingruppen, die auch für den Sport (Trainingsgruppen) typisch sind. Die Leistungsfähigkeit einer Gruppe wird maßgeblich durch Fähigkeit und Bereitschaft des Einzelnen zu kooperieren,  von Gruppennormen, strukturellen Beziehungen und…

Gruppenklima

Gruppenklima (group climate; group atmosphere),”von den Gruppenmitgliedern erzeugte und weitgehend einheitlich erlebte Atmosphäre in Gruppen, die auch für Außenstehende spürbar ist“ (Müller in Schnabel & Thieß, 1993, S.361). Ein gutes Gruppenklima ist geprägt von: sozialen Beziehungen ohne ständige multilaterale Spannungen, subjektivem Wohlbefinden, Geborgensein, einheitlichem Ton und Stil sowie Verhaltensnormen (→Gruppennorm), klare Rollenverteilung (→Rolle) und gegenseitige…

Gruppenkohäsion

Gruppenkohäsion (group coherence), lat. cohaerere „zusammenhängen“; Zusammenhalt der Gruppe („Wir-Gefühl“), →Gruppentraining, →Gruppenklima, →Gruppenstruktur Lau & Stoll (2007, S.157) untersuchten den Einfluss von Geschlecht, Qualifikation (Könner vs. Novizen) und Alter auf den Zusammenhalt der Gruppe. Danach spiele das Geschlecht keine Rolle, die Zugehörigkeitsdauer zum Team beeinflusst die Kohäsion nicht und die Sportart spielt keine signifikante Rolle.…

Gruppennorm

Gruppennorm (group standard), verbindliche Richtlinie für das Verhalten der Mitglieder einer Grupp;. Mehrheitsposition zu Erwartungen und Verhaltensweisen der Gruppe. Bereits die Akzeptanz der „Baderegeln“ ist eine der ersten Gruppennormen in Schwimmgruppen. Sie werden im Laufe der Entwicklung ergänzt durch Organisationsformen wie Antreten, Schwimmleinen befestigen, Abgangsformen usw., Umgangsformen (Grüßen, Entschuldigen bei Fernbleiben vom Training), Übernahme von…

Gruppenstruktur

Gruppenstruktur (group structure), „Gefüge gegenseitiger sozialer Beziehungen zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern“ (Müller in Schnabel & Thieß 1993, S.362). Ablehnungen und Zuneigungen bestimmen maßgeblich die soziale Rangordnung in der Gruppe. Die Kenntnis dieser Zusammenhänge hilft dem Trainer, die Gruppe geschickt psychologisch zu führen. Dabei kann er durch soziometrische Verfahren (→Partnerwahlversuch) die aktuelle Gruppenstruktur objektivieren. →Gruppenklima, →Gruppengröße,…

Hochleistungssport

Hochleistungssport (elite sport; high-performance sport), synonym mit Spitzensport; letzte und höchste Phase im langfristigen Aufbau des Leistungssportlers, in der die gesamte Trainings- und Wettkampftätigkeit sowie der Lebensstil auf das Erreichen sportlicher Spitzenleistungen („Spitzensport“) ausgerichtet ist. Im Hochleistungssport werden die besten und talentiertesten Sportler als A- oder B-Kader gefördert (→Kadersportler, →OSP, →Sportförderung, →Regionalkonzepte, →Stützpunkttraining). Der moderne…

Hörigkeit

Hörigkeit (enslavement), Der Begriff geht auf das Mittelalter zurück (Leibeigenschaft). Man versteht heute darunter eine extreme psychische Abhängigkeit von einer anderen Person bis zur Selbstaufgabe. Indem der Wille der herrschenden Person über die sich unterwerfende Person verfügt, werden die Grenzen von Recht und Moral missachtet, nicht aber bei gegenseitiger Hörigkeit. →Führungsstil Extreme Abhängigkeiten von Sportlerinnen…

Imponiergehabe

Imponiergehabe (display), lat. imponere "hineinsetzen"; Begriff für Verhaltensweisen von Tieren, Attraktivität und Stärke zu demonstrieren. Übertragen auf den Menschen, ein Verhalten, um andere zu beeindrucken Imponiergehabe ist besonders anzutreffen, wenn Gegner (oder das andere Geschlecht) beeindruckt werden sollen. Das geht von militärischen Manövern bis zum gockelhaften Aufplustern der Boxer vor dem Kampf, Machtposen der Bodybuilder…

Indiskretion

Indiskretion (indiscretion), lat. indiscretio, „Rücksichtslosigkeit“; Verletzen der Verschwiegenheit und die Weitergabe von Informationen an Personen, für die diese nicht bestimmt sind (Wikipedia). Durch das enge Vertrauensverhältnis (→Vertrauen) in der Trainer-Sportler-Beziehung im Hochleistungssport führt Indiskretion zu einem starken Vertrauensbruch. Besonders gegenüber den Medien ist Zurückhaltung geboten. Ferner sollte der Trainer seinen Arbeitsvertrag kennen, da gegebenenfalls Betriebsgeheimnisse…

Individuum

Individuum (individual), lat.individuum „Unteilbares, Einzelding“; der einzelne Mensch in seiner Einzigartigkeit. Mit dem Individuum befassen sich Soziologie (Individuum und Gesellschaft), Philosophie (Anthropologie), Sozialpsychologie (Individuum und soziales Umfeld), Rechtswissenschaft (individuelle und kollektive Interessen) usw. →Individualisierung, →Ich Statistische Vergleiche orientieren oft an einem idealen Durchschnittssportler, den es in Wirklichkeit nicht gibt. In einer Gruppe 12jähriger kann biologisch…

Inklusion

Inklusion (inclusion), lat. inclusio „Einschließung, Einbeziehung“; Förderung von Heterogenität in Gruppen, in der Soziologie indem jeder Mensch gleichberechtigt und selbstbestimmt an der Gesellschaft teilhaben kann, in der Pädagogik durch Wertschätzung der Vielfalt, z.B. durch Einbeziehung Behinderter (Inklusive Pädagogik), wonach jedes Kind die individuelle Unterstützung erfährt, die es benötigt. Grundlage ist der Beschluss der Kultusministerkonferenz vom…

Instrumentalisierung (des Sports)

Instrumentalisierung des Sports (instrumentalization of the sport), Fremdbestimmung des Sports, besonders kennzeichnend für totalitäre Regime. Die im Grundgesetz verankerte „freie Entfaltung“ der Bürger erfordert zwar den freien und unabhängigen Sport, der sich in der „Partnerschaft zwischen Staat und Sport“ äußern sollte. Die facettenreiche Entwicklung des Sports und dessen Öffentlichkeitswirkung weckt aber immer mehr politische, wirtschaftliche…