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Soziologie

201 Einträge

Erleichterung, soziale

Erleichterung, soziale (social facilitation), Theorie der Sozialpsychologie, wonach allein die Anwesenheit anderer zu einer Verbesserung der individuellen Leistung führt. Diese „soziale Leistungsaktivierung“ funktioniert aber nur bei gut gelernten Aufgaben. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, verstärkt die Gegenwart anderer Personen eher den Konflikt (soziale Hemmung). Das Resultat ist eine Verstärkung von leichten Aufgaben und eine Hemmung…

Exosystem

  Exosystem (exosystem), griech. exo „außen“; nach dem ökosystemischen Modell von Bronfenbrenner (1981) ein oder mehrere Lebensbereiche, an denen eine Person nicht selbst direkt beteiligt ist (die außerhalb ihr liegen), die aber ihren Lebensbereich beeinflussen (soziale Rahmenbedingungen). →Umfeld, →exogene Leistungsvoraussetzungen Beispiele sind etwa das Arbeitsverhältnis der Eltern, das die Fördermöglichkeiten des Kindes maßgeblich beeinflusst oder…

Expertiseforschung

Expertiseforschung (expertise research), erforscht die internalen (inneren) Voraussetzungen erfolgreichen Handelns am Beispiel der Entwicklung erfolgreicher Wissenschaftler, Künstler oder Sportler („Experten“). →Talent, →Disziplin, →Chancengleichheit, →Profession, →Kompetenz Die von Topathleten („Experten“) erbrachten sportlichen Höchstleistungen wurden in der Vergangenheit vordergründig auf physiologische Merkmale (Kondition) zurückgeführt. Erst in den letzten Jahrzehnten wendete man sich im gebührendem Maße auch dem…

Familie

Familie (family), lat. famulus „Diener“, familia „Gesamtheit der Dienerschaft“;  soziale Gruppe miteinander verwandter Personen, heutzutage zumeist als Kleinfamilie Eltern und deren Kinder. Die Sozialisation der Kinder als die wichtigste Funktion der Familie ist geprägt durch den Erziehungsstil, die Zusammensetzung (Anzahl der Kinder, Elternteile) und die Atmosphäre, wobei die soziale Situation eine große Rolle spielt. Dazu…

Fan

Fan (engl.), Kurzform des engl. fanatic; begeisterter Anhänger einer Person oder Sache, so auch von prominenten Sportlern, Mannschaften oder Sportarten. Im Schwimmen hält sich deren Zahl in Grenzen und beschränkt sich meistens auf die Leidenschaft für eine Schwimmerin/einen Schwimmer. Gewalttätige Fans sieht man mehr im Fußball- als im Schwimmstadion, Gott sei's gedankt. In den letzten…

Fluktuation

Fluktuation (fluctuation), Wechsel, Schwankung; vielseitig verwendeter Begriff, von Geschwindigkeitsänderung (Biomechanik) bis Flüssigkeitsbewegung unter der Haut (Medizin); am meisten gebraucht in der Soziologie als Summe der Zu- und Abgänge von Personen aus einer sozialen Gesamtheit (im Sport Verband, Verein, Trainingsgruppe, Nationalmannschaft bis zu Zuschauern usw..). Die Fluktuation hemmt eine langfristige und systematische Entwicklung, so kann ein…

Fragebogen

Fragebogen (questionnaire), Formular für schriftliche Befragung mit vorgegebenen Fragen, zumeist standardisiert als weit verbreitetes Mittel der Persönlichkeitsdiagnostik. Dort richten sie sich auf kognitive, affektive (gefühlsbezogene) und verhaltensbezogene Bereiche. Die Ergebnisse sollten nicht überbewertet werden, da Missverständnisse und Täuschungen immer möglich sind, besonders wenn die Anonymität nicht gewährleistet ist. Titel Kurztext SOQ Fragebogen zur Bestimmung der…

Freizeit

Freizeit (leisure), Zeit außerhalb von Schule/Studium/Arbeit zur Befriedigung kultureller und geistiger Bedürfnisse, Erholung, Unterhaltung, Geselligkeit und zum Sport. Notwendige Verrichtungen wie Essen, Hausarbeit, Körperpflege fallen nicht unter Freizeit. Freizeit ist entschieden mehr als nur „Abwesenheit von Arbeit/Schule/Studium“. Nach einer Sportbefragung (2014/15) in Deutschland beschäftigt sich fast ein Drittel der Deutschen in seiner Freizeit am liebsten…

Freizeitsport

Freizeitsport (leisure sports, recreational sports), sich zunehmend entwickelnder Bereich des Sports, der den Bedürfnissen der Menschen nach Regeneration, Rekreation, Kommunikation, Interaktion und Emanzipation nachkommt, was sich schon in der Vielzahl der Begriffe äußert (Ausgleichssport, Breitensport, Gesundheitssport, Volkssport, Massensport usw.). Der Freizeitsport unterscheidet sich vom Breitensport, durch seine nicht an Wettkämpfe gebundene, vorrangig erlebnisreiche und freud-…

Führung

Führung (leadership), in Sozialwissenschaft „planende, koordinierende und kontrollierende Tätigkeiten in Gruppen und Organisationen“ (Wikipedia). Im Sport mit seinen demokratischen Strukturen verbietet sich eine Führung nach einem hierarchischen Konzept mit Anordnungsbefugnissen und Ausführungspflichten. Im Training ist Führung auf Selbstständigkeit gerichtet, bezeichnet Inszenierung, Lenkung bzw. Steuerung durch den Trainer und umfasst Analyse, Planung, Gestaltung und Organisation des…

Führungskompetenz

Führungskompetenz (guidance authority), Vermögen, bewusst und zielstrebig Personen und Gruppen zu aktivieren, Zielgröße von Kompetenztraining, inzwischen Tummelplatz vieler selbsternannter „Gurus“. Zur Führungskompetenz des Trainers zählen fachliche und methodische Kompetenz (Fachkompetenz), strategisches Denken, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Gestaltung eines guten Gruppenklimas durch Offenheit und Einbeziehung aller (soziale Kompetenz). →Führung, →Führungsstil, →Trainerkompetenz Exkurs: Ausgehend von der zunehmenden Bedeutung von…

Führungsstil

Führungsstil (guidance, style of), langfristiges, relativ stabiles, von der Situation unabhängiges Verhaltensmuster einer Führungskraft, das zugleich die Grundeinstellung gegenüber den Mitarbeitern zum Ausdruck bringt (Staehle, 1999, S.334). Der Pionier der modernen Sozialpsychologie, Karl Lewin (1890-1947) beschrieb die inzwischen klassischen Führungsstile: autoritär, demokratisch und Laissez-faire. Der Weg vom autoritären zum demokratischen Führungsstil verläuft nach Tannenbaum &…

Führungsstil, autoritärer

Führungsstil, autoritärer (autokratischer) (style of leadership, more authoritarianly), gekennzeichnet durch eine klare Trennung zwischen „Chef“, der entscheidet und kontrolliert und „Mitarbeitern“ als ausführende, was ein distanziertes Verhältnis begünstigt. →Führung, →Führungsstil, →Führungskompetenz Auf den Sport bezogen, die Führung der Gruppe durch einen Trainer, der in alleiniger Verantwortung die Trainingsgruppe dirigiert, viel mit Lob und Tadel arbeitet,…

Führungsstil, demokratischer

Führungsstil, demokratischer (style of leadership, more democratically), auch „kooperativer“ Führungsstil, bei dem der Chef seine Mitarbeiter in den Arbeitsablauf mit einbezieht, Diskussionen erlaubt, aber auch sachliche Unterstützung erwartet. Bei Fehlern wird in der Regel nicht bestraft, sondern geholfen (WIKIPEDIA). →Führung Für den Trainer heißt das Führung bei Einbeziehung der Sportler. Der demokratische Führungsstil fußt weitgehend…

Führungsstil, laissez-fair

Führungsstil, laissez-fair (style of leadership, laissez fair), Führungsstil “ohne Grenzen”, indem die Mitarbeiter keinen Regeln ausgesetzt sind und weitgehend selbst entscheiden können. Übertragen auf den Sport „Degradierung“ der Führung zur Aufsicht. Der den laissez-fair Stil verschriebene Trainer sitzt fast die ganze Trainingseinheit über auf dem Startblock, freut sich anschließend über das Honorar und dass keiner…

Ganztagsschule

Ganztagsschule (all-day school), Schule im Primar- oder Sekundarbereich I, die den Schülern über den Vormittagsunterricht hinaus an mindestens drei Tagen ein ganztägliches Angebot von mindestens 7 Stunden mit einem Mittagessen macht. Die Nachmittagsangebote sollen im konzeptionellen Zusammenhang mit dem Unterricht stehen ohne zu einem Mehr an „Beschulung“ zu führen. Eher sollte die außerschulische Lebenswelt mit…

Genanalyse

Genanalyse (gen analysis), auch DNA-Analyse, Gentest: molekularbiologisches Verfahren zur Bestimmung der DNA (→Desoxyribonukleinsäure) zu kriminalistischen Zwecken, Verwandtschaftsgutachten, Veranlagung zu bestimmten Krankheiten usw. Trotz der immensen Fortschritte der letzten Jahrzehnte liegt der Weg in eine klinische Routine-Gendiagnostik nach Expertenurteil in weiter Ferne. Dazu der Humangenetiker Karsten Held: „Je größer die Auflösung, desto größer wird der Albtraum…

Gender

Gender (engl.), Anglizismus für Geschlecht (aber nicht im biologischen, sondern im sozialen Sinne), dennoch "ist das biologische Geschlechtist nicht die Grundlage von Gender, sondern immer ein Teil von Gender. Wie Frauen und Männer ihr Geschlecht „verkörpern“ und was als „natürlich“ und „normal“ gilt, ist demnach immer auch abhängig von gesellschaftlichen Vorstellungen und Normen." (Quelle s.u.…

Gendermainstream

Gendermainstream (engl.)   „neudeutsch“ für Gleichberechtigung der Geschlechter, vorrangig als innovative Strategie zur Verwirklichung der Chancengleichheit von Männern und Frauen in der Gesellschaft. Danach wird Geschlecht nicht unter einer biologischen Perspektive als „sex“ verstanden, sondern als soziales Konstrukt. →Gender Gendermainstream wurde in die neue Bildungskonzeption des DOSB als Strategie aufgenommen, mit der die Auswirkungen von allen…

Generalisierung

Generalisierung/Generalisation (generalization), lat. genero „erzeugen, erschaffen“ (Generator); übertragen Verallgemeinerung mit Anwendung in den verschiedensten Fachgebieten. So z.B. in der Medizin, wenn eine Erkrankung oder ein Medikament auf den ganzen Körper ausstrahlt, in der Soziologie für die Ausweitung von Konflikten durch Einbezug von mehr und mehr Themen (typisches Beispiel „Jamaika“-Verhandlungen 2017); in Physiologie für die Übertragung…