Soziologie
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Kollektiv
Kollektiv (collective), lat. colligere „zusammensuchen“, „zusammenlesen“; Menschen, Sachen oder Konzepte, die zusammengehören. In der Soziologie Lebens- oder Arbeitsgruppe, die gemeinsam bestimmte Ziele anstrebt („spezifische Wertgemeinschaft“). Damit kann der Begriff Kollektiv synonym zu „Team“ gebraucht werden, wenn nicht „das Bewusstsein des Einzelnen durch das Bewusstsein der Gruppe“ (WIKIPEDIA) doktriniert wird. →Teamgeist, →Kohäsion Da der Begriff des…
Kommerzialisierung (des Sports)
Kommerzialisierung (des Sports) (commercialization), Kommerz wurde ursprünglich synonym für Handel verwendet, heute meist abwertend im Sinne eines allein auf Gewinn gerichteten Interesses. Übertragen: Unterordnung des Sports unter wirtschaftliche Interessen. Der Staat kann als „Hauptsponsor“ des Leistungssports die zunehmenden Anforderungen nicht mehr sichern. Deshalb ist der Leistungssport auf die Unterstützung von Wirtschaft und Medien angewiesen. Die…
Kompetenz, soziale
Kompetenz, soziale (competency, social), lat. competentia, „Eignung“, competere „zusammentreffen, ausreichen, zu etwas fähig sein, zustehen“; in der Psychologie Sachverstand und Gefühl zur Lösung zwischenmenschlicher Beziehungen. →Kompetenz Die Art, wie Trainer mit ihren Schützlingen umgehen, bestimmt maßgeblich Erfolg oder Misserfolg ihrer Arbeit. und selbst die Kontinuität der leistungssportlichen Karriere der Sportler (Emrich & Pitsch, 2001). Sozialkompetenz…
Kontaktfähigkeit
Kontaktfähigkeit (ability to communicate well), lat.contactus „Berührung“; Möglichkeit und Leichtigkeit mitmenschlicher Beziehungsaufnahme (→Beziehung, soziale), wobei Unterschiede in der Kontakthaltung und -aufrechterhaltung, der Dauer, dem Schwerpunkt, den Mitteln der Anbahnung, der Stärke und zwischen den Geschlechtern bestehen (Dorsch, 2004). Kontaktfähigkeit ist gekennzeichnet durch Ausgeglichenheit, Heiterkeit, Humor, Offenheit, Verständnis und Toleranz, wie Wortgewandtheit (typisch für Extravertiertheit), während…
Kultusministerkonferenz
Kultusministerkonferenz (KMK), korrekt Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, auf der Grundlage des Grundgesetzes fußender freiwilliger Zusammenschluss der für Bildung und Erziehung, Hochschulen und Forschung sowie kulturelle Angelegenheiten zuständigen Minister bzw. Senatoren der Länder. Die KMK exerziert wiederholt die „Umkehr des Föderalismus“, indem Landesinteressen gegenüber Bundesinteressen dominieren und gelangt zu solchen…
Laufbahnberatung
Laufbahnberatung (career consultation), allgemein "die Analyse aller Kompetenzen zur eigenverantwortlichen Gestaltung des beruflichen Lebenslaufes" (WIKIPEDIA); im Sport eine Serviceeinrichtung an den Olympiastützpunkten zur sozialen Unterstützung von Olympiastützpunkten bei der Organisation ihres persönlichen Umfeldes und der Verknüpfung schulischer bzw. beruflicher Belange mit den Anforderungen des modernen Leistungssports. Zum Service-Angebot zählen: - Beratung, Planung und Coaching der…
Lebenskunst
Lebenskunst (hedonism), ein altes, heute beinahe vergessenes Thema der Philosophie; die Möglichkeit und Anstrengung zu einer sinnvollen Lebensführung. Dazu gehört persönliche Gestaltungsfähigkeit der eigenen Lebensumstände. Man nimmt sein Leben in die eigenen Hände und „lässt sich nicht hängen“, was als eine ständige Herausforderung an die Persönlichkeit zu verstehen ist. Um Sport im Kontext der Lebensführung…
Leistungssport
Leistungssport (competitive sports), Sport, der nach einem Regelwerk (→Wettkampfbestimmungen) und wettbewerblichen Bedingungen (→Wettkampf) betrieben wird, um planmäßig und langfristig zur individuell höchstmöglichen Leistung zu gelangen. Damit ist Leistungssport nicht schlechthin durch „Leistung“ gekennzeichnet, denn diese strebt der Breitensportler auch an. Ebenso wird die umgangssprachliche Beschränkung auf den Hochleistungssport allein (im Sinne des Trachtens nach sportlichen Höchstleistungen,…
Macht
Macht („sociology“- power), Vermögen, den eigenen Willen gegenüber anderen durchzusetzen. Soziale Macht ist der Einfluss einer Person auf Einstellungen, Emotionen und Verhalten anderer Personen durch wirtschaftliche oder körperliche bzw. geistig-intellektuelle Überlegenheit oder legalisierte Macht durch Funktion/Amt (Ordnungsmacht). Macht kann um ihrer selbst willen ausgeübt werden, aber auch um andere Personen zu unterwerfen. Die aufgrund von…
Makrosystem
Makrosystem (nach Bronfenbrenner) (macrosystem), Systemebene nach dem ökosystemischen Ansatz des amerikanischen Psychologen Bronfenbrenner, der die Entwicklung des Menschen als „dauerhafte Veränderung der Art und Weise, wie die Person die Umwelt wahrnimmt und sich mit ihr auseinandersetzt“ versteht (1981, 19). Dabei prägt das Makrosystem die ihm untergeordneten Systeme (Mikro-, Meso- und Exosysteme) und kann als „die…
Management
Management (engl.), lat. „manus“ für Hand, übertragen „etwas handhaben, händeln“; sowohl die Leitung eines Unternehmens als auch die Gruppe der leitenden Angestellten (Manager). Inzwischen ist der Begriff auch im Sport angekommen („Sportmanagement“), wobei das Profil noch ungenau bestimmt ist. Vorrangig geht es um die Bewältigung der ökonomischen Probleme in Sportorganisationen. Man könnte auch von „Betriebswirtschaftslehre…
Mannschaft
Mannschaft (team), Gruppe von Menschen, die in gemeinsamer Tätigkeit ein Ziel anstreben, das im Sport zumeist eine bestimmte Wettkampfleistung einschließt. Mit der Wende wurde das lateinisch (nicht russisch) geprägte "Kollektiv" "abgewickelt" und in das englisch geprägte "Team" überführt. Da Mannschaften oft von starkem Zusammengehörigkeitsbewusstsein (Teamgeist) geprägt sind, sollte in der Individualsportart Schwimmen der „Erziehungsfaktor Mannschaft“…
Mannschaftsatmosphäre
Mannschaftsatmosphäre (team spirit), Stimmung und Klima in einer Mannschaft, die stark vom gemeinsamen Ziel (z.B. Aufstieg in die DMS-Bundesliga) und von Traditionen bestimmt werden. Im Gegensatz zu anderen Sportarten sind Mannschaften im Schwimmen in der Regel kurzlebige Gebilde (Vorbereitung auf einen Wettkampf) und einer ständigen Fluktuation unterworfen. Gemeinsame Maßnahmen (Lehrgänge) scheitern oft an der individuellen…
Mannschaftskapitän
Mannschaftskapitän (team captain), „Vertreter und Repräsentant einer Sportmannschaft“ (→Mannschaft“) (Schnabel, 1993, S.558), der vom Team gewählt werden sollte. Seine Autorität wird neben kreativem Handeln (→Kreativität) durch die Einbindung in Leitungsstrukturen des Vereins/Verbandes bestimmt. So hat der Mannschaftssprecher der Nationalmannschaft im Schwimmen Sitz im zuständigen Fachausschuss . Sozialpsychologische Untersuchungen im Sport zeigen, dass neben sozialer Kompetenz…
Mannschaftskohäsion
Mannschaftskohäsion (team cohesion), Zusammenhalt einer Gruppe gegen Druck von außen (sportlicher Gegner, Zuschauer, hochgesteckte Ziele usw.). Es wird zwischen aufgabenbezogener (auf das Ziel ausgerichtet) und sozialer Kohäsion (auf soziale Bindung bezogen) unterschieden. →Mannschaft, →Mannschaftsatmosphäre, →Mannschaftskapitän, →Mannschaftsbildung Bei Individualsportarten wie Schwimmen wird die aufgabenbezogene Kohäsion als bedeutsamer für die Leistung angesehen (Alfermann & Strauß, 2001). Nach…
Massenkommunikationsmittel/Massenmedien
Massenkommunikationsmittel/Massenmedien (mass medium) →Medien
Medien
Medien (media), lat. medium „Mitte, Mittelpunkt“; Mittel zur Kommunikation, einmal als Massenmedien wie Fernsehen, Zeitungen, Rundfunk, zum anderen als Lehrmittel. →Massenkommunikationsmittel Medien und Sport sind im modernen Leistungssport eine Symbiose eingegangen, die für beide Seiten von existentieller Bedeutung ist. Für den Sport sind die Medien notwendige Transmissionsriemen zum Ruhm und zur Ehre der eigenen Botschaften…
Mesosystem (nach Bronfenbrenner)
Mesosystem nach Bronfenbrenner (meso system according to Bronfenbrenner), Mit seiner sozialen Ökologie der menschlichen Entwicklung versteht der amerikanische Psychologe die Entwicklung als „dauerhafte Veränderung der Art und Weise, wie die Person die Umwelt wahrnimmt und sich mit ihr auseinandersetzt“ (Bronfenbrenner 1981, S.19). Er unterscheidet vier miteinander verknüpfte Lebensbereiche, die die menschliche Entwicklung beeinflussen: Makro-, Meso-,…
Migration
Migration (migration), lat. migratio „(Aus-)Wanderung, ‚Umzug“; (Aus-/Ein-)Wanderung von Personen oder Gruppen innerhalb oder zwischen Nationen mit beabsichtigter Verlagerung des Lebensmittelpunktes. Kinder wachsen durch die vielen Migranten in Deutschland in einer multikulturellen Gesellschaft auf. Der Sport kann einen wesentlichen Beitrag zur Integration von Migranten in die Gesellschaft leisten. Deshalb hat der DOSB das Programm "Integration durch…