U
72 Einträge
„Überziehen“
„Überziehen“ (overrun; overtrained) →Übertraining, →Überlastung, →Überforderung
Üben
Üben (exercising), fortgesetzte Wiederholung von Lernstoffen oder Handlungen, um bereits Gelerntes zu festigen oder zu verbessern. Der Lerneffekt lässt zwar mit ständiger Wiederholung nach, trotzdem können die Fähigkeiten immer noch verbessert werden (→Feinform). Im sportlichen Training ist das Üben die Hauptmethode. Dabei werden in der Sportwissenschaft unterschiedliche Wege postuliert. Einmal das traditionelle Modell von Schnabel…
Üben, diadisches
Üben, diadisches (Diadic practice), von Dyaden (griechisch: Dualität, Zweiheit). „Dyade“ steht für eine wertungsfreie, achtsame Kommunikation zwischen zwei Menschen. Auf das sportliche Training übertragen: das gemeinsame Üben zweier Sportler beim Wechsel zwischen Beobachten und Üben von Versuch zu Versuch. Erfahrungen aus der chirurgischen Navigation an Simulatoren zeigen, dass Lernende, die als Paar üben, die gleichen…
Über-Ich
Über-Ich (super ego), in der Psychoanalyse (nach FREUD) die dritte Persönlichkeitsinstanz neben dem Ich und dem Es, das die moralischen Maßstäbe, Werte und Einstellungen vertritt. Das Über-Ich hat gegenüber dem Ich die Rolle des Richters, gegenüber dem Es die des Zensors. Das Über-Ich entwickelt sich etwa ab dem 3. Lebensjahr, indem Wertungen und Anforderungen des…
Überbehütung
Überbehütung (over protecting), überzogene beschützende Haltung gegenüber dem Kind, wodurch der Erfahrungsraum des Heranwachsenden eingeschränkt wird und die Entwicklung von eigenen Fähigkeiten, Selbstständigkeit, Selbstvertrauen und Durchsetzungsfähigkeit erschwert wird (Psychologisches Wörterbuch 2004). Man tut dem Kind keinen Gefallen, wenn man ihm alle Steine aus dem Weg räumt. Schon von Anfang an sollten Grenzen gezogen werden, d.h.…
Überdistanzbereich
Überdistanzbereich (over distanc sector), Streckenlänge im Ausdauertraining, die größer als die Wettkampfstrecke ist (z.B. 10 x 400B als GA-Serie für einen 100m-Brustschwimmer). Die Wortwahl „Überdistanz“ setzt eine Spezialisierung auf eine bestimmte Strecke (→Hauptschwimmart) voraus und ist damit dem Hochleistungstraining vorbehalten. (→Distanzbereich; →Unterdistanzbereich).
Überforderung
Überforderung (over-load), Summe von Anforderungen, die ein Mensch, eine Institution oder ein System nicht bewältigen kann. Auf den Sport übertragen eine das Leistungsvermögen des Sportlers übersteigende Anforderung im Training oder auch in der Gesamtbelastung durch Schule/Beruf und Training (→Karriere, duale), wobei auch das stützende Umfeld (→Förderung) eine maßgebliche Rolle spielt. Besonders im Nachwuchstraining ist der…
Übergang
Übergang (transition), allgemein das Überwinden oder eines Hindernisses. Im Schwimmen der Bereich bei Start und Wende nach der Unterwasserphase (Kopfdurchgang 5 m nach der Beckenwand) bis zum Schwimmen, der mit einem Tauchzug (→Brustschwimmen) oder Gleiten mit Delfinbewegungen (→Schlagschwimmarten) unter Wasser bestritten wird. Der Bereich ist durch die Wettkampfbestimmungen auf 15m begrenzt. Anfänger gehen oft aus dem…
Übergangsbereich, aerob-anaerober
Übergangsbereich, aerob-anaerober (a.a.ÜB) (aerobic-anaerobictransition), →aerob-anaerobe Ausdauer. Klassifizierung des Ausdauertrainings nach der Laktatkonzentration, wobei als „Übergang“ der Bereich zwischen Laktat 2 (aerobe Schwelle) und 4 mmol/l (anaerobe Schwelle) definiert wurde. „Der a.a.ÜB ist ein komplexer Funktionszustand und betrifft nicht nur den Stoffwechsel, sondern auch andere Funktionssysteme. Aus praktischen Gründen wird zur Bestimmung des a.a.ÜB der Laktatmessung…
Übergangsperiode
Übergangsperiode (transition period), Im Leistungssport eine Periode (→Mesozyklus) von 3-4 Wochen am Ende eines Trainingsjahres im Übergang zum ersten Makrozyklus des neuen Trainingsjahres. Ziel ist es, den Verlust der sportlichen Form gering zu halten und im allgemein guten psycho-physischen Zustand das neue Trainingsjahr zu beginnen, Dieser Trainingsabschnitt ist gekennzeichnet durch stark reduzierte Belastung, Anwendung anderer…
Übergangsphase
Übergangsphase (transitional phase), auch überleitende Phase, Phase der Schwimmbewegung, die in den Schlagschwimmarten durch das Herausnehmen der Arme aus dem Wasser und im Brustschwimmen durch die Vorbereitung auf das Nach – vorn - Strecken der Arme bzw. das Anziehen der Beine charakterisiert ist. Typisch für die Übergangsphase sind der entgegen der Schwimmrichtung verlaufende Bewegungsansatz und…
Übergewicht
Übergewicht (overweight) zu hohes Körpergewicht, das bei Erwachsenen mit einem Body Mass Index (BMI) von 25,00 – 29,99 kg/m2 angegeben wird. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (2003) war 50% der Männer und 37% der Frauen in Deutschland bereits übergewichtig oder adipös (Presse, DGE aktuell, 03/2017 vom 01.02.2017). „Bezüglich Übergewicht und Adipositas sind die Energiezufuhr und…
Überkorrektur
Überkorrektur (over erroer correction), übertriebene Korrektur einer von der Zielbewegung (→Leitbild) abweichenden Bewegung, die davon ausgeht, dass motorische Stereotype „mit Gewalt aufgebrochen“ werden müssen. Durch Gegenfehler wird dadurch oft das erstrebte Bewegungsausmaß erreicht, z.B. bei der Korrektur eines zu weit rechts außen eingesetzten Armes wird nicht die mittlere, sondern die (eigentlich falsche) linke Position gefordert.…
Überlastung
Überbelastung (overloading), über ein erträgliches Maß hinausgehende Belastung, z.B. Knochenbruch bis zum Erschöpfungssyndrom, In der Psychologie spricht man eher von Fehlbelastung/Fehlbeanspruchung. →Übertraining Mit steigendem Trainingsumfang und zunehmendem Alter gehen Überlastungserscheinungen einher, wie muskuläre Dysbalancen, Achillessehnenreizung, Fersensporn, Kniescheibenschmerz oder Stressfraktur. Oft wird zu wenig beachtet, dass Knorpel, Sehnen, Bänder und Knochen eine etwa dreimal längere Anpassungszeit…
Überlastungsschaden
Überlastungsschaden (overuse injury), durch langzeitige Überbelastung ausgelöste Schädigung des Stütz- und Bewegungssystems. Eine Untersuchung amerikanischer Topschwimmer ergab zu 66,3% Schulterbeschwerden (→Schwimmerschulter), 30% Kniebeschwerden (→Schwimmerknie) und 20% Rückenbeschwerden (Hall, 1980). Bei deutschen Kaderschwimmern waren es Anteile von 31,1% (Schulter), 32,4% (Knie) und 15,6% (Rücken), die vor allem auf die sich nach langjährigem Training ergebenden muskulären Dysbalancen…
Überlastungssyndrom
Überlastungssyndrom (overloading syndrome), krankhafter Zustand als Folge mechanischer Überlastung (→Überlastungsschaden), aber auch zunehmend psychischer Fehlbelastung. Bis zu 50% aller Verletzungen im Nachwuchssport sind auf Übertraining (darunter auch Überlastung) zurückzuführen (Dalton, 1992) →Übertrainingssyndrom
Überlernen
Überlernen (overlearning; overpractice), Fortführen des Übens, nachdem das Lernziel bereits erreicht wurde (Bergius, 1971). Überlernen ist ein grundlegendes methodisches Vorgehen bei der Vervollkommnung sportlicher Techniken (→Stabilisierung der Feinkoordination). Damit soll ein Stoff oder eine Technik besonders gefestigt werden, wobei der Übungseffekt mit zunehmender Übungsdauer geringer wird (→Deckeneffekt, →Anpassungsreserve). Nach Schnabel (2008, S. 278) würde die…
Übertraining
Übertraining (overtraining), „mittel bis länger andauender Leistungsabfall ohne organisch krankhaften Befund und mit zum Teil nur diskreten Beschwerden“ (Rost u.a. 2002), der im Sport zumeist auf ein Missverhältnis zwischen Belastungsumfang und Regeneration zurückzuführen ist, wobei zunehmend die Gesamtbelastung (→Doppelbelastung Schule/Ausbildung und Sport/→Lebensweise) eine Rolle spielt. Typisch ist ein Gefühl des „Ausgebranntseins“ (→“Burnout“, →Fehlbeanspruchung). Objektive Merkmale…
Übertrainingssyndrom
Übertrainingssyndrom (ÜTS) (overtraining syndrome), unter Syndrom versteht man ein durch einen Komplex von Symptomen gekennzeichnetes Krankheitsbild, dessen Ursachen nicht umfassend bekannt sind. Das ÜTS ist dann ein „Komplex subjektiver Beschwerden und objektiven Symptomen infolge eines Übertrainings“ (Kent & Rost1999, S. 430), verbunden mit einem Abfall der sportlichen Leistung. Obwohl eine Objektivierung ohne sportmedizinische Diagnostik (Bestimmung…