Gesundheit
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Abhärtung
Abhärtung (inurement), Maßnahmen zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit des Organismus, indem das →Immunsystem gestärkt wird. So beeinflusst der →Kältereiz des Wassers durch die 23 x größere Wärmeleitfähigkeit gegenüber der Luft die Funktionstüchtigkeit der Haut und schützt vor →Unterkühlung. Kommt es aber bei zu langem Aufenthalt im Wasser zum Frieren, dann schlägt der Effekt ins Gegenteil um.…
Abtrainingsplan
Abtrainingsplan (detraining program), Konzeption, die Inhalt, zeitliche Abfolge und Verantwortlichkeiten des Abtrainings regelt. Der Abtrainingsplan ist besonders erforderlich, wenn plötzlich aus einer hohen Trainingsbelastung heraus die sportliche Karriere abgebrochen wird (→Dropout). Nach Israel (1993, S.19) reicht eine Reduzierung auf 30% des gewohnten Belastungspensums. Der Abtrainingsplan sollte nicht nach etwa einem Jahr abrupt enden, sondern in…
Allergen
Allergen (allergen), körperfremde Stoffe (Antigene), die eine Immunreaktion (→Allergie) auslösen und über Einatmung (Inhalations- Allergen), Nahrungsaufnahme (Ingestions- Allergen) oder Kontakt/Injektion (Infektions- Allergen) in den Körper gelangen. Zumeist sind es harmlose Bestandteile unserer Umwelt wie Pollen, Milben oder Sporen, aber auch Metalle (Nickel), Nahrungsmitte (z.B. Gluten) oder Gifte (Bienengift). Besonders Ausdauersportler, die chronisch mit Luftschadstoffen /…
Allergie
Allergie (allergy), überempfindliche Reaktion des Körpers auf körperfremde, normalerweise harmlose Substanzen (→Allergene), die zu unterschiedlichen Krankheitsbildern führen können (z.B. Hauschnupfen, Nesselsucht, →Asthma). Als Ursache werden Vererbung (Atopie) und/oder Umweltverschmutzung vermutet. Nach den Ergebnissen der KiGGS – Studie (2007) leiden 16,7% aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland unter Allergie, darunter mehr Jungen (18%) als Mädchen (15,4%)…
Alterssport
Alterssport (sport for the aged, sports for senior citizens), Sport für Menschen ab dem 60. Lebensjahr, auch „Seniorensport“, wobei dies irreführend ist, da man z.B. nach den Altersklassen des DSV bereits ab 25 Jahren "Senior" ist. Alterssport ist vor allem dem Freizeitsport zuzuordnen, „dessen Aufgabe darin besteht, durch gezielte Körperübungen und Sportaktivitäten die altersbedingten natürlichen…
Antikörper
Antikörper (antibodies), zu den Gammaglobulinen (→Immunglobulin) gehörende Eiweißkörper, die gebildet werden, wenn Fremdstoffe (→Antigene) in den Körper eingedrungen sind. In der Sportimmunologie können mit der Durchflusszytometrie sportinduzierte Veränderungen von Leukozyten und Lymphozytensubpopulationen erkannt werden (Fehrenbach 2005). Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Antik%C3%B6rper
Antioxidantien
Antioxidantien (antioxidants), Substanzen („Radikalfänger“), die die Oxidation von Nahrungsmitteln durch Sauerstoff verlangsamen oder verhindern (Kent, 1996). Bei körperlicher Belastung entstehen vermehrt freie Sauerstoffmoleküle (→freie Radikale), die die Zellmembran angreifen und Zellen schädigen können. Da die körpereigene Kapazität zur Bekämpfung dieser freien Radikalen begrenzt ist, sollten Antioxidantien in Form von Provitamin Beta-Carotin (in Karotten, Spinat und…
Appetitlosigkeit
Appetitlosigkeit (inappetenz, bei längerem Anhalten anorexie), Mangel an Appetit kurzzeitig durch Stress und Anspannung oder als Begleitsymptom verschiedener Krankheiten. Als Ess-Störung wird sie, im Gegensatz zur Magersucht oder Ess-Brechsucht, weniger durch Leistungsoptimierung hervorgerufen. Als nervlich bedingte Appetitlosigkeit (anorexia nervosa/bei Sportlerinnen anorexia nervosa) mit erheblichem Gewichtsverlust verbunden und als Krankheit einzuordnen. Nach einer skandinavischen Studie beträgt…
Befindlichkeit
Befindlichkeit (sensitivities), psychophysischer Allgemeinzustand (Zustand des Befindens), der maßgeblich von den anforderungsbezogenen Zustandserwartungen (z.B. Umsetzung eines Trainings- oder Wettkampfziels) bestimmt wird, auch als „interne Wirklichkeit“ bezeichnet. Nach Heidegger wird durch die Befindlichkeit die Welt als Ganzes erschlossen. Befindlichkeit bezieht sich auf den eigenen Körper in der Spanne von gesund (Wohlbefinden) bis krank (Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen),…
Bewegungsmangel
Bewegungsmangel (lack of exercise), chronisches Defizit an körperlicher Bewegung, keine Krankheit, aber Auslöser zahlreicher „Zivilisationskrankheiten“. Heute leidet bereits ein Drittel der Kinder im frühen Kindesalter unter Muskel- und Haltungsschwächen, Wahrnehmungs- und Koordinationsstörungen, Übergewicht oder emotional-sozialen Störungen. Ursachen sind: Verlust an Spiel- und Bewegungsräumen, Verplanung durch die Eltern im Zuge organisierter Events, verbringen der Freizeit vor…
Bewegungsraum Wasser
Bewegungsraum Wasser (motor space water?), Sammelbegriff für vielfältige Bewegungshandlungen im Wasser, aufbauend auf den →Grundfertigkeiten Gehen, Gleiten, Springen, Tauchen, Schweben, Atmen. Besonders Kindern, aber auch Behinderten, erschließt sich im Umgang mit dem Wasser eine neue, faszinierende Welt (z.B. Gefühl der Schwerelosigkeit). Erste Erfolgserlebnisse erhöhen das Sicherheitsgefühl bis zum Erlernen des Schwimmens als Überlebensfaktor. Diese Bewegungsvielfalt…
Bewusstlosigkeit
Bewusstlosigkeit (unconsciousness), Bewusstlosigkeit kann durch Blutdruckabfall nach hohem Flüssigkeitsverlust (→Schweiß, →Dehydration), Kohlenhydratmangel (→Kohlenhydrate) und extremer muskulärer Ermüdung/Erschöpfung vor allem unter Hitzebedingungen eintreten. Bei Masterschwimmern sind auch vom Herzen ausgehende Störungen bzw. Zuckermangel (Diabetiker) mögliche Ursachen. Der Bewusstlose sollte in stabiler Seitenlage und bei Hitze im Schatten gelagert werden. Mehr zum Thema: http://www.drk.de/angebote/erste-hilfe-und-rettung/kleiner-lebensretter/bewusstlosigkeit.html
Biorhythmus
Biorhythmus (biorhythm), „Lebensrhythmus“, in Zyklen oder Phasen sich wiederholende physiologische Abläufe, wovon der Schlaf-Wach-Rhythmus wohl das typischste Beispiel ist („innere Uhr“). Wikipedia Die vom Biorhythmus hervorgerufenen Formschwankungen im Tagesablauf sollten zumindest im Hochleistungstraining bei der Lage der Trainingseinheiten und Wettkampfabschnitte beachtet werden. Andererseits kann dieser Biorhythmus auch trainiert werden. So sollte sich der Schwimmer in…
Blutabnahme
Blutabnahme (blood sampling), Gewinnung von Blut mittels Saugpipette an Fingerbeere, Ohrläppchen oder bei größeren Mengen aus oberflächlichen Venen des Unterhautgewebes, am besten eignen sich die Venen des Unterarms. In der Leistungsdiagnostik Abnahme von Kapillarblut aus dem stark durchbluteten (hyperämisierten) Ohrläppchen zur differenzierten Untersuchung (z.B. Laktatmessung). Da inzwischen selbst im Breiten- und Freizeitsport mit Laktatanalysern gearbeitet…
Body-mass-Index
Body-mass-Index (BMI), geht zurück auf den →KAUP-Index (Deutschland 1922) und bewertet das Körpergewicht im Verhältnis zur Körperhöhe: BMI = Körpergewicht (kg) : Körperhöhe2 (m) Der BMI wird als „akzeptables Maß für die Gesamtkörperfettmasse“ beschrieben. „Er hat sich von den zahlreichen Indizes (s. oben), welche die Relation von Körpergewicht und Körperhöhe zueinander bestimmen, über alle…
Eingangsuntersuchung, sportmedizinische
Eingangsuntersuchung, sportmedizinische (entrance check, sport.medical), sportmedizinische Untersuchung, die nach der Terminologie des DOSB für Landeskader(D) verpflichtend ist und an lizenzierten Untersuchungszentren/-stellen durchgeführt wird. Eigentlich gebietet sich eine Eingangsuntersuchung für jeden, der ein leistungssportliches Training aufnimmt, vom Nachwuchsathleten bis zum Masterschwimmer. Die Inhalte orientieren sich an der sportmedizinischen Grunduntersuchung, sollten aber mindestens eine Funktionsüberprüfung von Herz/Lunge…
Eisschwimmen
Eisschwimmen (Ice swimming). Sportliche Disziplin im Gegensatz zu Winterbaden oder Eisbaden, bei der eine Strecke von 500/1000m in normaler Badebekleidung nach Wettkampfregeln geschwommen wird (https://www.ice-swimming.com/wp-content/uploads/2018/10/Rules.pdf). Durch sportärztliches Attest ist zu bestätigen, dass der Schwimmer in gesundheitlicher Verfassung ist, die Distanz im Eiswasser (Wassertemperatur < 5°C.) zurückzulegen. Der internationale Dachverband (https://www.internationaliceswimming.com/) wurde im Juli 2009 gegründet.…
Entspannungsbad
Entspannungsbad (relaxational bath), Bad in der Wanne bei 36-38°C Wassertemperatur, das zur psycho-physischen Entspannung beiträgt und nach harten Trainingsbelastungen empfohlen wird. Ätherische Öle können den Entspannungseffekt noch verstärken. das Ganze nicht zu kurz (< 5min) oder zu lang (> 20 min). Der ideale Zeitpunkt ist etwa 30 Minuten vor dem Schlafengehen und nicht vor dem…
Erbrechen
Erbrechen (vomiting), „rückläufige Entleerung von Mageninhalt als komplexes, vom Brechzentrum gesteuertes Reflexgeschehen“ (ROCHE-LEXIKON, 1987, S.517) mit vielfältigen Ursachen. Im Leistungssport können psychische (Über-)Erregung, Reisekrankheit und totale Verausgabung die Ursache sein (→Grenzbelastung). Besonders Ausdauersportler werden oft von Magen-Darm-Problemen geplagt. Da es sich in der Regel um eine kurzzeitige und vorübergehende Erscheinung handelt, ist ein Arztbesuch…
Erholung
Erholung (recovery; regeneration), Wiederherstellung (→Regeneration) der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit (→Homöostase) nach psycho-physischer Belastung oder Krankheit/Verletzung. Das „Recht auf Erholung und Freizeit und insbesondere auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub“ ist ein elementares Menschenrecht (Artikel 24 der Allgemeinen Menschenrechtserklärung). Nach dem Prinzips der Einheit von Belastung und Erholung ist der Erholung…