Öffnet in einem neuen Tab

Anatomie

333 Einträge

„Schwimmerknie“

Schwimmerknie (swimmer’s knee), Bezeichnung für die zumeist durch den Unterschenkelschlag (Außenrotation) beim Brustschwimmen („X-Beinstress“) ausgelöste Reizung des inneren Kniegelenk - Kompartimentes (morphologisch geschlossener Raum).  Die Winkelgeschwindigkeit dieser Beinbewegung gehört zu den höchsten in der Literatur beschriebenen beim Menschen (Keskinen, 1980). Kritisch ist unter diesem Aspekt das Dehnen der Innenbänder im Schneidersitz zu sehen. Bei Auftreten…

„Schwimmerschulter“

Schwimmerschulter (swimmer’s shoulder), Bezeichnung für schmerzhafte Entzündungserscheinungen, die auf den Bewegungsablauf beim Kraul-, Rücken- und Delfinschwimmen zurückzuführen sind, insbesondere wenn dies noch unter erhöhten Widerständen (→Paddles, →Zugbank) geschieht.  Die extreme Abduktion mit Außenrotation sowie Drehung des Schulterblattes zu Ende des Armzuges und die starke Adduktion mit Innenrotation am Ende der Unterwasserphase belasten die Rotatorenmanschette und…

Abdomen

Abdomen (abdomen), lat. abdomen „Bauch“; Bauch, anatomisch der Bereich des Rumpfes zwischen Brustkorb und Becken, wachstumsbedingt von unterschiedlicher Form, z.B. vorgewölbt bei Kindern bis zum angestrebten „Waschbrettbauch“ jugendlicher und erwachsener Athleten. Der ungewünschte dicke Bauch ist meistens auf falsches Essverhalten und →Bewegungsmangel zurückzuführen. „Flirtende Ehemänner am Strand sind keine Gefahr, denn sie schaffen es nicht…

abdominal/abdominell

Abdominal, abdominell (abdominal), lat. abdomen „Bauch“; Adj. zum Bauch (→Abdomen) gehörig  

Abduktion

Abduktion (abduction), lat. abductio „Wegführung, Entführung“; seitliches Anheben, Wegführen eines Körperteils von der Körpermittellinie, Verb: abduzieren

Abduktoren

Abduktoren (m. abductor), lat. abductio „Wegführung, Entführung“; Skelettmuskeln, die Körperteile von der Körpermittellinie wegführen. Sie befinden sich an der Außenseite des Beckens und sind z.T. vom großen Gesäßmuskel bedeckt. Da diese lateralen Hüftmuskeln sämtliche Aktivitäten des Oberschenkels regulieren und so das Becken beim Laufen und Gehen stabilisieren, sind sie bedeutsam für die Fortbewegung. Gegenspieler sind…

Achillessehne

Achillessehne (achilles tendon), 5-6 cm breite Endsehne des Zwillingswadenmuskels, die am Fersenbeinhöcker ansetzt. Durch Lauf- oder Sprungbelastungen kann das Gleitgewebe der Achillessehne gereizt werden, was zur Schwellung und/oder Druckschmerz führt (Achillodynie). Symptome: Schmerzen, Schwellung und Überwärmung, häufig Verdickung zu ertasten. Bei vorgeschädigter Achillessehne kann diese selbst bei Bagatellereignissen reißen (Achillessehnenruptur). Bei hohen dynamischen Trainingsbelastungen ist…

Achse

Achse (axis), Erbwort aus dem Griechischen ἄξων, áxōn; vielverwendet in Mathematik, Physik, Technik, Botanik bis zur Politik („Achse des Bösen“) In der Biomechanik fiktive Gerade, die rechtwinklig zur Bewegungsebene durch den Drehmittelpunkt für Drehbewegungen (→Rotation) verläuft (Wick, 2005, S.171), In den →Gelenken sind je nach Beschaffenheit Drehbewegungen um eine oder mehrere Achsen möglich (→Freiheitsgrade), →Körperachse.…

Adduktion

Adduktion (adduction), lat. adducere – heranführen; seitliches Heranführen eines Körperteils an die Körperlängsachse. Verb: adduzieren. Beispiel: Unterschenkelschlag und Einwärtsanteil der Arme im →Brustschwimmen. →Körperachse   Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Adduktion  

Adduktor

Adduktor (adductor), lat. adducere – heranführen; „Heranzieher“, Muskel der →Adduktorengruppe Mehr zum Thema (Video): https://www.youtube.com/watch?v=jdJWxuEZllk

Adduktorengruppe

Adduktorengruppe (des Beines) (group adductorius), lat. adducere – heranführen; Muskelgruppe an der inneren Seite des proximalen (näher zur Körpermitte liegenden) Oberschenkelbeins, die das Bein zur Mittellinie des Körpers bewegen und den Oberschenkel adduzieren: Kammuskel, langer, kurzer und großer Schenkelanzieher, Schlankmuskel usw. Die Adduktorengruppe bewirkt das Vor- und Rückschwingen des Beines und stabilisiert das →Becken (Gleichgewicht!).…

Adipositas

Adipositas (obesity, adiposity), lat. adeps „Fett“; „Fettsucht“, extreme Form des → Übergewichts, die mit einem → Body Mass Index über 30 kg/m2 angegeben wird. Wobei besonders athletische Sportler einen BMI > 30 haben können (→ Muskelmasse) ohne im → Körperfettanteil die kritische Grenze zu überschreiten. Adipositas zählt als Risikofaktor für etliche Erkrankungen. Bedenklich ist die…

Agonist

Agonist (agonistic muscle; prime mover), griech, agonistís „der Tätige, Handelnde, Führende“; Muskel, der durch Kontraktion, eine Bewegung bewirkt, zumeist im Zusammenspiel mit anderen Muskeln (→Synergisten). Erst durch das gemeinsame Wirken von Agonist und Antagonist ist ein gut koordinierter Bewegungsablauf gewährleistet. Dieses Wechselspiel im Rahmen von Muskelschlingen ist die Grundlage zum Verstehen tieferer Zusammenhänge sportlicher Bewegungen…

Aktionsform

Aktionsform (des Muskels) (form of action) →Kontraktionsform

Alterseffekt, relativer

Alterseffekt, relativer (RAE) (relative age effect), →Relativer Alterseffekt, auch „Geburtsdatum-Effekt“, wonach im Jahr spät Geborene („Dezemberkinder“) ihren um einige Monate älteren Jahrgangskollegen unterlegen sind und deshalb weniger gefördert werden.

Alveole

Alveole (pulmonary alveoli), lat. alveolus „kleine bauchartige Vertiefung“; Lungenbläschen, in dem zu Ende der äußeren Atmung der Gasaustausch zwischen Atemluft (Alveolarluft) und Blut durch Diffusion stattfindet. Ein Lungenbläschen mit einer Größe von 50 bis 250 μm (je nach Ein-oder Ausatmung) kann den enormen Sauerstoffbedarf des Schwimmers nicht decken. Das gelingt nur in Mannschaftsstärke von 200-300…

Anatomie

Anatomie (anatomy), griech. anatemnein „trennen, zerschneiden“; Zweig der medizinischen Lehre, der sich mit dem Bau des Körpers und seiner Teile befasst. Anatomische Grundkenntnisse sind fundamentaler Bestandteil der Sportlehrer- und Trainerausbildung. Ein Problem ist die Vermittlung der meist in der „gehobenen“ Fachsprache geschriebenen und dem Trainer oft unverständlichen Inhalte. Im Vordergrund dieses Lexikons steht deshalb die…

Anatomie, funktionelle

Anatomie, funktionelle (anatomy, functional), griech. anatemnein „trennen, zerschneiden“ und lat. funcere „verrichten“; die funktionelle Anatomie betrachtet die Struktur der Organe aus ihrer Funktion und im Wechselspiel mit anderen Organen, womit ihre Einordnung in das Ganze des Organismus verständlicher wird. Diese ganzheitlich- funktionale Betrachtung weckt wesentlich mehr Verständnis für sportliche Bewegungen als die nur beschreibende (deskriptive)…

Angiogenese

Angiogenese (angiogenesis), griech. angeion - Gefäß; genesis – Entstehung; Wachstum kleiner Blutgefäße (→Kapillaren) durch Aussprossung oder Einstülpung im Gegensatz zu deren Neubildung (Vaskulogenese). Unter den verschiedenen Faktoren, die eine Angiogenese bewirken spielt auch Hypoxie und damit das Höhentraining eine Rolle. Ferner stimuliert das unter Dopingmittel fallende Epo die Angiogenese (Kertesz et al. 2016, Klimakova et…

Anpassung, funktionelle

Anpassung, funktionelle (adaptation, functional), die Zusammenhänge zwischen Belastung (Reiz) und Anpassung (Funktion) hat bereits ROUX 1895 mit seinen Belastungsstufen erklärt. Danach erhält normale Belastung die Funktion, löst optimale Belastung eine Anpassung aus, führt Unterbelastung zum Abbau der Funktion oder des Materials und Überbelastung zu dessen Zerstörung. Sportliches Training sollte die Funktionssysteme stärken. Das richtige Maß…