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Wettkampfanalyse

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Abbruch

Abbruch (R.S.C, break off), etwas beenden, abbrechen, zerlegen, abreißen usw.   Im Sport vom Kampfgericht veranlasste vorzeitige Beendigung eines Wettkampfes, im Schwimmen bei Freiwasserveranstaltungen durch Unwetter möglich, seltener durch defekte Anlagen oder undiszipliniertes Verhalten von Wettkämpfern oder Zuschauern. Auf den einzelnen Sportler bezogen, kann eine Disqualifikation zum Abbruch führen. →Abbruchkriterien  

Anschlag

Anschlag (touch), vielseitig verwendeter Begriff, vom Gewaltakt gegenüber Personen, über schriftlicher Bekanntmachung bis zur Begrenzung für einen beweglichen Gegenstand oder ein Ton auf dem Klavier. In der Trainingswissenschaft verstehen wir unter Anschlag das halten einer Waffe bei Schießwettkämpfen, mehrheitlich aber die Beendigung eines Wettkampfes, im Schwimmen durch Berühren der Beckenwand (im Freiwasserschwimmen am Anschlagbrett), bei…

Beobachter

Beobachter (observer), →Wettkampfbeobachtung

Beobachtungsaufgabe

Beobachtungsaufgabe (observational task), vorgeschriebener Inhalt und Form einer Beobachtung, die relativ ungebunden („Schaut einmal, wie Britta schwimmt!“) oder mit speziellen Fragen verbunden sein kann („Schaut, wie oft Britta auf einer Bahn atmet!“). Die Antworten können schriftlich oder, wie zumeist im Training üblich, mündlich abgefordert werden. Der Einsatz von Beobachtern erfordert konkrete Aufgabenstellungen (→Beobachtungskriterien), damit auch…

Beobachtungsfähigkeit

Beobachtungsfähigkeit (observational ability) „das systematische und umfassende Sammeln möglichst vieler der in einer zwischenmenschlichen Situation vorliegenden Informationen sowie ihre Strukturierung entlang darin enthaltener Muster“ (Kell, 2005, S. 143). Die Beobachtungsfähigkeit des Menschen beschränkt sich nicht auf die sinnliche Wahrnehmung, sondern schließt auch seelische und geistige Wahrnehmungen mit ein. Diese korrespondieren mit der Erfahrung, die man…

Beobachtungskriterium

Beobachtungskriterium (observational criterion), vorgegebenes Merkmal, das einen zu beobachteten Sachverhalt möglichst objektiv erfasst. Das können Alternativkriterien (Wie viel aller Endlaufteilnehmer haben Hock- oder Bückstart gemacht?) oder quantifizierbare Merkmale (→Skalierung) sein, die eine hohe Sachkenntnis des Beobachters erfordern. →Beobachtungsfähigkeit

Bewegungsfrequenz

Bewegungsfrequenz (movement rate) →Zugfrequenz  

Bewegungskonstanz

Bewegungskonstanz (movement constancy), Merkmal der Wiederholungsgenauigkeit, Übereinstimmung wiederholter zyklischer oder azyklischer Bewegung, die charakterisiert wird durch ein geringes Maß an Abweichungen im räumlich-zeitlichen oder dynamischen Verlauf (→Kinematik). Dabei entfällt für den Schwimmer als "Einzelkämpfer" die schwierige Anpassung an die Bewegung der Partner wie im Synchronschwimmen oder Rudern. Hinzu kommt der Vorteil annähernd konstanter äußerer Bedingungen…

Blockzeit

Blockzeit (block time), Zeit beim Start im Schwimmen zwischen dem (elektronischen) Startsignal und dem Lösen der Füße vom (elektronischen) Startblock, die ein Ausdruck der Reaktionsschnelligkeit/fähigkeit des Schwimmers ist. Sehr gute Blockzeiten liegen unter 0,7 (Rücken 0,6) Sekunden und fallen mit zunehmender Streckenlänge etwas ab. Signifikante Unterschiede in der Blockzeit zwischen Greif – und Schrittstart lassen…

Flugzeit

Flugzeit (flight time), Zeit, die effektiv ein Flugkörper in der Luft ist (fliegt). Im Schwimmen die Zeit zwischen Absprung (Verlassen des Startblocks oder Beckenrandes) und Eintauchen beim Startsprung (messtechnisch mit dem theoretischen Eintauchzeitpunkt des KSP), die bei 0,4-0,5 Sekunden liegt, wobei Absprungkraft, Absprungwinkel und somit Absprunggeschwindigkeit und Flugbahn individuell und zwischen den Disziplinen differieren. So…

Frequenz-Vortrieb-Verhalten

„Frequenz-Vortrieb-Verhalten“ (frequency-propulsion-performance), Verhältnis zwischen Zugfrequenz und Zyklusweg als wesentliche Kenngrößen der Bewegungsausführung bei definierten Schwimmgeschwindigkeiten. Bewegungsfrequenz und Zyklusweg sind stets ein Ergebnis der Ausprägung und Veränderung von innerzyklischen Technikparametern in Wechselwirkung mit anderen, vor allem konditionellen Leistungsfaktoren (Walther, 1985). Topschwimmer schwimmen verschiedene Geschwindigkeiten bei veränderten Frequenzen, aber annähernd gleichen Zykluswegen (Küchler 2000, Rudolph 2014, Seifert…

Geschwindigkeit

Geschwindigkeit (velocity; speed), Raum-Zeit-Maß eines bewegten Körpers, definiert als Differentialquotient des Wegs nach der Zeit. Es werden die konstante und die momentane Geschwindigkeit unterschieden. Im Schwimmen ist z.B. die momentane Geschwindigkeit die Absprunggeschwindigkeit beim Startsprung, während die konstante Geschwindigkeit die auf der Strecke wäre, die aber zumeist schwankt und als Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt wird. Theoretisch, d.h.…

Geschwindigkeitsmessung

Geschwindigkeitsmessung (velocity-measurement; speedometry), Bestimmung der Schwimmgeschwindigkeit mittels direkter (→Speedografie) oder indirekter Messverfahren (s.u.). Während die bei Wettkampfanalysen ermittelte Schwimmgeschwindigkeit („clean speed“) nur das Mittel der Geschwindigkeit über eine bestimmte Strecke ist, wird bei Bild-/Filmanalysen an fixen Punkten (Hüfte/ KSP) die intrazyklische Schwimmgeschwindigkeit berechnet, die in Verbindung mit dem Film/Bild auf Stärken und Mängel der Schwimmtechnik…

Geschwindigkeitsverlauf

Geschwindigkeitsverlauf (velocity progress), Verlauf der Schwimmgeschwindigkeit über die verschiedenen Teilabschnitte, die im Schwimmen durch Start,  Wenden und Anschlag markiert sind und als Zwischenzeiten registriert werden. Mit zunehmender Streckenlänge ist der Geschwindigkeitsverlauf durch Gleichmaß geprägt, während er bei kürzeren Strecken durch einen steten Abfall gekennzeichnet ist, dem durch ein gutes Stehvermögen entgegengehalten werden kann. →Angehverhalten  …

Gleichmaß

Gleichmaß (regularity, even pace), ausgewogenes Verhältnis in Geschwindigkeit, Kraftverlauf, Rhythmus (Ausgeglichenheit) einer Bewegung. Auf das Schwimmen übertragen gleiche Schwimmgeschwindigkeit und/oder Frequenz über die gesamte Wettkampfstrecke oder eine Trainingsserie. Wenn das auch physiologisch-ökonomisch die erstrebenswerteste Variante ist, so ist ein vollkommenes Gleichmaß im Wettkampf wegen der hohen Anfangsgeschwindigkeit durch den Start, die Unterbrechung durch Wenden, dem…

Kopfdurchgang

„Kopfdurchgang“ („headpassage“), umgangssprachlich das Registrieren des Kopfes als Markierung beim Durchschwimmen einer definierten Strecke im Start-/Wenden- und Schnelligkeitstraining (z.B. bei 2,5/5/7,5/15 und 25m). Da die Extremitäten wegen des steten Wechsels als Markierung ungeeignet sind und der Körperschwerpunkt nur über Berechnungen ermittelt werden kann, hat sich der Kopf in Wettkampfanalyse und Training als „Marker“ durchgesetzt.

Kraulwende

Kraulwende (freestyle turn), Rollwende im Kraulschwimmen auf der Grundlage der Wettkampfbestimmungen, die lediglich besagen, dass der Schwimmer „beim Wenden bzw. beim Zielanschlag im Freistilschwimmen die Wand mit einem beliebigen Teil seines Körpers berühren (muss)“ (§ 126/2). Auf dieser Grundlage hat sich international die „Kraulrollwende“ oder Saltowende (freestyle flip turn) durchgesetzt. Ohne Schwimmgeschwindigkeit zu verlieren, wird…

Kurzbahn

Kurzbahn (short course), Wettkampfanlage für Schwimmer mit einer Bahnlänge von 25m, auf der im Winterhalbjahr Deutsche-, Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen werden. Die FINA wie auch der DSV führen getrennte Rekord- und Bestenlisten nach Kurz- und Langbahn. Wegen der häufigeren Wenden sind die Zeiten auf der Kurzbahn in der Regel besser. Berücksichtigt man, dass Topschwimmer inzwischen…

Quantifizieren

Quantifizieren (quantifying), lat. quantum „wie viel“, „wie groß“; messen, messbar machen von Menge, Größe, Intensität oder Häufigkeiten. Im Leistungssport spielt die systematische Quantifizierung von Belastungsreizen und Belastungsreaktionen eine bedeutende Rolle. Die zunehmende Digitalisierung eröffnet dabei vielfältige Möglichkeiten, die aber als objektive Kriterien für die Trainingssteuerung kritisch zu hinterfragen sind. So sind Wearables aktuell nur bedingt…

Renngestaltung

Renngestaltung/Renneinteilung/Rennverlauf (race distribution), Verlauf eines Wettkampfes bezogen auf die Gestaltung von Geschwindigkeit, Bewegungsfrequenz und Zyklusweg in den Teilstrecken sowie im Start-, Wendenbereich und beim Anschlag. Die Daten werden heutzutage bei allen großen Wettkämpfen durch Wettkampfanalysen erfasst. →“Marschtabelle“, →Taktik Die optimale Rennstrategie ist im Schwimmen immer ein Mix aus aktuellem Trainingszustand und Taktik, die letztlich stark…