Wachstum
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Akzeleration
Akzeleration (acceleration), lat. acceleratio „Beschleunigung“; beschleunigte psychische und/oder physische Entwicklung, einmal →phylogenetisch als Vorverlegung des Wachstumsstarts, Beschleunigung des Wachstumsablaufs und absolute Steigerung der Endergebnisse des Wachstums (Bennholdt-Thomson, 1941), auch als säkulare Akzeleration bezeichnet, zum anderen ontogenetisch als Vorverlegung der körperlichen Reife (individuelle Akzeleration), weshalb man auch von Frühentwicklung spricht. Die säkulare Akzeleration ist seit den…
Altern
Altern (aging), biologischer Prozess von der Geburt bis zum Lebensende, der in den Industrieländern immer später eintritt (steigende Lebenserwartung). Gerontologen (→Gerontologie) gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der heute Geborenen einmal 100 Jahre (Mädchen) bzw. 95 Jahre (Jungen) werden. Die mit dem Altern verbundenen degenerativen Veränderungen (→Altersatrophie, altersbedingte Veränderung der Zellen) können somit hinausgeschoben,…
Altersbesonderheiten
Altersbesonderheiten (age peculiarities), alterstypische physische und psychische Eigenschaften und Prozesse in der Ontogenese, die weitgehend durch genetisch bedingte Reifungsvorgänge bestimmt sind, wobei aber besonders im Sport auch die Trainingsbelastung und ein entsprechendes Umfeld (→Förderung) bedeutsam sind. Zwar erweist sich eine strikte Zuordnung auf eng begrenzte Lebensräume wegen der unterschiedlichen biologischen Entwicklung (→Alter, biologisches) als kritisch,…
Alterseffekt, relativer
Alterseffekt, relativer (RAE) (relative age effect), →Relativer Alterseffekt, auch „Geburtsdatum-Effekt“, wonach im Jahr spät Geborene („Dezemberkinder“) ihren um einige Monate älteren Jahrgangskollegen unterlegen sind und deshalb weniger gefördert werden.
Anabolismus
Anabolismus (anabolism), griech. anabolé „Vertagung, Aufschiebung“; Aufbaustoffwechsel, zumeist auf den Proteinstoffwechsel bezogen und charakteristisch für Wachstum bei Kindern oder Muskelwachstum bei Missbrauch von →Anabolika, Gegensatz: Katabolismus. →Doping
asthenisch
Asthenisch (asthenic), griech. asthenés „bedeutet schwach, kraftlos, matt“; Konstitutionstyp →hypoplastisch
Aufholwachstum
Aufholwachstum (catch up growth), beschleunigtes (kompensatorisches) Wachstum bei Heranwachsenden nach einer Phase der Stagnation durch Krankheit oder Mangelernährung. Ferner kann auch zu hohe Belastung (→Stress) das Wachstum einschränken, Sie wirkt auf das Großhirn, das bei der Ausschüttung von Wachstumshormonen eine Rolle spiele. Allerdings sind 95 % der Wachstumsstörungen durch zum Teil noch unbekannte Ursachen bedingt.…
Betriebsstoffwechsel
Betriebsstoffwechsel (energy metabolism), Stoffwechsel, der die zur Aufrechterhaltung des Lebens erforderliche Energie liefert. So ist die für sportliche Bewegungen aktivierte Muskulatur an Energieträger wie Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße gebunden. Der Betriebsstoffwechsel ist eng mit dem Baustoffwechsel verflochten. Besonders im Kindesalter ist bei extremen Beanspruchungen Vorsicht geboten, da die erhöhten Anforderungen an den Betriebsstoffwechsel zu Lasten…
Bewegungsdrang
Bewegungsdrang (movement drive; agitation), motorische Unruhe, unwillkürliche, übermäßige Beweglichkeit in bestimmten Entwicklungsphasen (als natürlicher Bewegungsdrang) oder krankheitsbedingt (Manie und andere Geistesstörungen). Der Bewegungsdrang ist offensichtlich genetisch verankert. So sind einige Menschen von Natur aus träge, während andere kaum stillsitzen können, mit den Fingern auf der Tischplatte trommeln, mit dem Fuß wippen oder herumzappeln. Der innere…
Body-mass-Index
Body-mass-Index (BMI), geht zurück auf den →KAUP-Index (Deutschland 1922) und bewertet das Körpergewicht im Verhältnis zur Körperhöhe: BMI = Körpergewicht (kg) : Körperhöhe2 (m) Der BMI wird als „akzeptables Maß für die Gesamtkörperfettmasse“ beschrieben. „Er hat sich von den zahlreichen Indizes (s. oben), welche die Relation von Körpergewicht und Körperhöhe zueinander bestimmen, über alle…
Breitenwachstum
Breitenwachstum (width growth), auch appositionelles (über Anlagerung, Schichtung) Wachstum; das sich hauptsächlich auf die Knochen beschränkt, indem die Rindenschicht an den vorhandenen Knochen neue Knochensubstanz anlagert (perichondrale →Ossifikation). Folglich ist Breitenwachstum nicht identisch mit Adipositas. Das Breitenwachstum verläuft in der Ontogenese zeitlich versetzt zum Längenwachstum: die erste Phase liegt zumeist im Kleinkindalter (0-4 Jahre), die zweite…
BROCA-Index
BROCA-Index, Körperfüllenindex aus der Differenz von Körpermasse (kg) zu Körperhöhe (cm)-100. Um das Idealgewicht bei Erwachsenen zu ermitteln, werden bei Männern 10% und bei Frauen 15% abgezogen. Beispiel: Ein Mann mit einer Körpergröße von 1,85 m hat nach Broca ein Normalgewicht von 85 kg. Sein Idealgewicht beträgt 76,5 kg (85 kg minus 10 Prozent) Vorteilhaft…
Entwicklungsalter
Entwicklungsalter (developmental age), Alter im Verhältnis zur körperlichen und geistigen Entwicklung des Mittels Gleichaltriger. Abweichungen von diesem Mittel verweisen auf eine Spät- oder Frühentwicklung (→Akzeleration oder → Retardation). Ermittelt wird das Entwicklungsalter durch anatomisch-physiologische und psychologische Testverfahren. Dabei ist zwischen Normalität, Abweichung und Pathologie nicht immer leicht zu unterscheiden. →Entwicklungsphasen, →Entwicklungsetappe, →Körperbauentwicklungsalter, →biologisches Alter, →Entwicklungsauffälligkeit…
Entwicklungsauffälligkeit
Entwicklungsauffälligkeit (developmental conspicuity), Abweichung von der normalen Entwicklung, ohne dass eine medizinische Diagnose gestellt werden kann, d.h. die Entwicklungsauffälligkeit sagt nichts über die spätere Entwicklung des Kindes voraus. So ist eine Entwicklungsverzögerung (Retardation) ein aufholbarer Entwicklungsrückstand. Im Gegensatz dazu ist eine Entwicklungsstörung eine Abweichung mit Krankheitswert, die meist zu einer bleibenden Einschränkung führt. Da im…
Entwicklungsbeschleunigung
Entwicklungsbeschleunigung (accelerated development) →Akzeleration
Entwicklungsphasen
Entwicklungsphasen (development phases), Lebensabschnitt in der Entwicklung des Menschen (→Ontogenese) nach charakteristischen körperlichen, psychischen und motorischen Kriterien. Die teilweise Widersprüchlichkeit bei der Einstufung nach Entwicklungsetappen ergibt sich aus der Vielfalt der möglichen Entwicklungskriterien bis zu Vorbehalten gegenüber bisherigen Phasentheorien, die zu wenig die „soziokulturelle Interaktionen von Individuen“ (Winter in Schnabel & Thieß, 1993, S.260) berücksichtigen.…