Wachstum
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Entwicklungsverzögerung
Entwicklungsverzögerung (development delay; developmental lag) →Retardation
Epiphyse
Epiphyse (pineal gland), (griech. ἐπίφυσις, wörtlich „der Auf-Wuchs“, „das aufsitzende Gewächs“). Einmal die Bezeichnung für die Zirbeldrüse, zum anderen für das Endstück des langen Röhrenknochens, das durch die Epiphysenfuge vom Mittelteil (Diaphyse) getrennt ist und erst mit Beendigung des Wachstums mit der Diaphyse fusioniert, indem die Epiphysenfugen verknöchern (→Epiphysenschluss), womit das Längenwachstum beendet ist. Epiphysenverletzungen…
Epiphysenschluss
Epiphysenschluss (closure of the growth plate), Abschluss der knöchernen Verbindung der Epiphyse (Synostose) als Kriterium für abgeschlossenes Längenwachstum, das bei Mädchen zwischen 16-18 (20) Jahren und bei Jungen zwischen 18-21 (23) angegeben wird. Während man früher durch frühzeitiges Krafttraining eine Störung des Epiphysenschlusses propagierte, hat sich die Auffassung dazu geändert. Danach schädigt ein fachgerecht durchgeführtes…
Evolution
Evolution (evolution), lat. evolvere „entwickeln“; allgemein eine langsame, kontinuierlich fortschreitende Entwicklung als Gegensatz zur Revolution, phylogenetisch die stammesgeschichtliche Entwicklung der Lebewesen durch Anpassung, Differenzierung, Spezialisierung und Reduktion, →Talent. Exkurs: Viele Themen und Aufgaben bei der Sichtung und Führung talentierter Sportler erschließen sich dem Trainer aus einem tieferen Verstehen evolutionärer Prozesse. Der Kinderarzt Herbert Renz-Polster betrachtet…
Fertilität
Fertilität (fertility), Fruchtbarkeit, Fähigkeit zur Fortpflanzung, die beim männlichen Geschlecht als Zeugungsfähigkeit von der Pubertät bis ins hohe Alter, bei der Frau als Empfängnisfähigkeit von der Menarche bis zur Menopause besteht. Die Frage nach dem Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und Fruchtbarkeit ist immer noch unbeantwortet, die wissenschaftliche Datenlage ist recht unklar und bedarf weiterer Überprüfungen.…
Frühentwicklung
Frühentwicklung (prematurity), biologischer Entwicklungsvorsprung gegenüber den Entwicklungsnormen der entsprechenden Altersklasse, auch als individuelle Akzeleration bezeichnet (im Gegensatz zur säkularen Akzeleration). Die Beziehung zwischen Frühentwicklung und Sport muss von zwei Seiten gesehen werden, einmal beeinflusst Frühentwicklung das physische Leistungsvermögen und kann deshalb bei der Talentauswahl zu Fehleinschätzungen führen, zum anderen wirkt sich regelmäßiges Sporttreiben günstig auf…
Geschlechtsmerkmale, sekundäre
Geschlechtsmerkmale, sekundäre (sex characteristics secondary), geschlechtsspezifische Charakteristika, die nicht unmittelbar mit der Fortpflanzung (primäre Geschlechtsmerkmale) im Zusammenhang stehen. Sie bilden sich unter Einfluss von Hormonen während der Pubertät heraus und sind ein Ausdruck der Geschlechtsreife. Der Prozess verläuft bei den Jungen gegenüber den Mädchen verzögert, bei beiden Geschlechtern aber sehr individuell. →Frühentwicklung, →Spätentwickler, →x-Chromosom Sie…
Geschlechtsreife
Geschlechtsreife (puberty), auch als Pubertät bezeichnete Phase der Ontogenese, in der beim männlichen Geschlecht die Produktion des Spermas und beim weiblichen Geschlecht die Bildung von Eizellen einsetzen (Zeugungs- bzw. Empfängnisfähigkeit). In deren Folge kommt es bei den Jungen zum ersten Samenerguss (Ejakulation) und bei den Mädchen zur Regelblutung (→Menarche). Außerdem bilden sich die sekundären Geschlechtsmerkmale…
Gestaltwandel
Gestaltwandel (morphogenesis), tiefgreifende Veränderungen in den Körperproportionen, die sich auf Physis und Psyche erstrecken. Der erste Gestaltwandel führt vom Kleinkind zum Schulkind, der zweite in der Pubertät vom Kind zum Jugendlichen. →Jugendalter Merkmale des ersten Gestaltwandels: Wachstumsschub am Ende des frühen Kindes-/Vorschulalters und damit im Abschnitt des Grundlagentrainings im Schwimmen, der durch Streckung der Extremitäten…
Gewichtsreduktion
Gewichtsreduktion (weight reduction), Maßnahmen zur Abnahme von Körpergewicht durch eine negative Energiebilanz, indem weniger Kalorien aufgenommen als durch Grund- und Arbeitsumsatz verbraucht werden. Im Leistungssport sollte sich die Gewichtsreduktion auch auf Bewegung und Veränderung in der Ernährung beschränken. Vor Abmagerungskuren ist im Zusammenhang mit den hohen Trainingsbelastungen abzuraten, da Formkrisen, Abgeschlagenheit und Kraftlosigkeit bis zu…
Handwurzelknochen
Handwurzelknochen (carpal bones), acht kleinere Knochen, die die Beweglichkeit des Handgelenkes sichern. Bei Kindern findet man zwischen den Mittel- und Endstücken die aus Knorpel bestehenden Wachstumsfugen (Epiphysenfugen), die im Wachstumsverlauf verknöchern. In der Kinderorthopädie verwendet man deshalb die Röntgenaufnahme der Hand als aussagekräftiges diagnostisches Hilfsmittel zur Ermittlung der Gesamtkörpergröße, den Abschluss des Längenwachstums und zur…
Hypermobilität
Hypermobilität (hypermobility), übersteigerte Gelenkbeweglichkeit, die angeboren oder durch Training ausgelöst sein und oft muskulär nicht mehr ausreichend gesteuert werden kann. Beim Kleinkind ist sie noch physiologisch. Wenn Hypermobilität später zu Beschwerden führt spricht man vom Hypermobilitätssyndrom. Dazu neigen Akrobaten („Schlangenmensch“), Turner und Tänzer, die von der Gelenküberbeweglichkeit profitieren. Die pathologisch bedingte, angeborene oder erworbene lokale…
Idealgewicht
Idealgewicht (ideal weight), wünschenswertes Körpergewicht ohne Über- bzw. Untergewicht (→Body-Mass-Index). Dazu werden im Internet zahlreiche Hinweise gegeben und Berechnungstabellen angeboten (s.u.a. Creff-Formel: https://www.elle.de/idealgewicht-berechnen-mit-creff-formel - Zugriff 17.08.2019). Diese Quellen sind allerdings äußerst zweifelhaft, da sie ohne irgendwelchen Hintergrund einfach nur nackte Zahlen und Größen ins Verhältnis setzen. Das Idealgewicht bzw. Wohlfühlgewicht sollte demnach keine festgelegte allgemeingültige Norm…
Infantilismus
Infantilismus (infantilism), lat.infantilis „kindlich“; infantil = kindlich, unreifes Benehmen 1. Beibehalten kindlicher Wesenszüge im Erwachsenenalter bis zur Hilflosigkeit in der Langzeitpflege, 2. kindlicher Zustand des Gesamtorganismus oder seiner Teile im Verhältnis zum Lebensalter (z.B. Zwergwuchs). In der Psychologie als „Form von hemmungslosen, undisziplinierten, emotionalen Verhaltensweisen wie beispielsweise Trotz, Egoismus und Imponiergehabe oder allgemeiner im Fehlen einer…
Jugendalter, spätes
Jugendalter, spätes (adolescence; late) zweite puberale Phase oder →Adoleszenz
juvenil
juvenil (juvenile), lat. iuvenis = ‚jugendlich‘, jugendlich, das Jugendalter betreffend, in der Medizin Entwicklungsstadium eines Organismus vor der Geschlechtsreife.
Kind
Kind (child), eine gesetzlich geregelte Definition gibt es nicht, lediglich die Altersbegrenzung auf 14 Jahre. Ontogenetisch gesehen der Mensch in seiner ersten Entwicklungsphase, dem Abschnitt der Kindheit, der entwicklungspsychologisch zwischen der Geburt und der Vollendung des 14. Lebensjahres festgelegt ist. Damit ist der Mensch etwa ein Fünftel seiner Lebenszeit infantil (im Kindesstadium), im Vergleich zu…
Kindesalter, spätes
Kindesalter, spätes (infanyc, late), auch spätes Schulkindalter, Lebensphase im Alter vom 10./11. Lebensjahr bis zum Beginn der Pubertät: 11./12. Lebensjahr bei Mädchen, 12./13. Lebensjahr bei Jungen (Meinel & Schnabel, 2007, S. 248). Das Wachstum verläuft in dieser Zeit sehr differenziert, deshalb sind die Altersgrenzen besonders nach oben nur grob zu ziehen. Da dieser Abschnitt durch…