Wachstum
88 Einträge
Prinzip der funktionalen Asymmetrie
Prinzip der funktionalen Asymmetrie (principle of the functional asymetry), Entwicklungsprinzip, wonach sich jedes Kind von Natur aus zu einem perfekt beidhändigen Erwachsenen entwickeln kann. Dementsprechend wird eine spätere Seitigkeit durch Umwelteinflüsse bedingt und nicht durch das Unvermögen der einen Seite. Neurologisch besteht nach dieser Ansicht für beide Seiten das gleiche Entwicklungspotential. (Kent, 1994). →Asymmetrie, funktionale,…
Proportionsalter
Proportionsalter (proportion age), messmethodisch einfaches anthropometrisches Verfahren zur Bestimmung des Entwicklungsalters aus Körpermasse/gewicht und Körperhöhe nach Nomogrammen, erstmals von Butenandt (1974) beschrieben. Wutscherk (1983) berechnete das Körperbauentwicklungsalters und erweiterte mit mehreren Messgrößen auf den Körperbau-Entwicklungsindex. Untersuchungen im Nachwuchsleistungssport (u.a. Fröhner, 2002, Rudolph, 2004) bestärken die Erkenntnis, dass Variabilität in den Altersklassen eine Normalität ist. Dominanten…
Pubertät
Pubertät (puberty), lat. pubertas „Geschlechtsreife“; ontogenetische Entwicklungsphase des Überganges zur “Geschlechtsreife”, die individuell sehr unterschiedlich verläuft und genetisch bedingt ist. Sie wird im Gehirn ausgelöst: Der Hypothalamus regt die Hirnanhangsdrüse an, Hormone zu produzieren, die wiederum bei Jungen die Hoden- und bei Mädchen die Ovarialentwicklung induziert, somit Testosteron beziehungsweise Östrogen ansteigen lässt. Dieser Wachstumsabschnitt wird…
Pubeszenz
Pubeszenz (pubescence), lat. pubesco, -ere „zum Manne heranwachsen“; erste Etappe des puberalen Entwicklungsabschnitts, von der beginnenden Geschlechtsreifung bis zur Menarche bzw. Spermarche, die mit 10 bis 12/13 Jahren bei den Mädchen und 12-14/15 Jahren bei den Jungen angesetzt wird, aber individuell mit einer Spanne bis zu vier Jahren unterschiedlich verläuft. Diese Phase wird auch als…
Reife
Reife (maturity), hier beschränkt auf den Menschen: Zustand des voll entwickelten Organismus („volljährig“), wobei zwischen körperlicher, geistiger, emotionaler und sozialer Reife unterschieden wird; juristisch versteht man unter Reife Verantwortlichkeit und Strafmündigkeit (Verantwortungsreife). Mit Reife kann auch direkt ein schulischer Abschluss (Reifezeugnis) gemeint sein: Schulreife, Mittlere Reife, Reifezeugnis. Ungeachtet dessen ist aber Reife nicht primär im…
Reifung
Reifung (maturing), Weg zur Reife; vorwiegend autonomer Prozess der somatischen und psychischen Entwicklung bis zur vollen Funktionsfähigkeit (→Maturität), die normal, beschleunigt (→Akzeleration), verzögert (→Retardation) oder disharmonisch (zwischen körperlicher und geistiger Entwicklung) vor sich gehen kann. Dabei bilden die genetisch bedingten Reifungsvorgänge und die durch die Umwelt bedingten Einwirkungen eine dialektische Einheit. →Wachstum, →biologisches Alter Die…
Reifungsalter
Reifungsalter (maturing age), Lebensabschnitt der Reifung, der nach messbaren Kriterien in die Phasen Präpubertät, Pubertät und Adoleszenz eingeteilt wird. Die Präpubertät beginnt mit dem Reifungsstadium 1 der äußeren Genitale (Gen_RS1) und ist durch einen Längenwachstumsschub gekennzeichnet, der eigentlich während der Präpubertät beginnt und seinen Gipfel in der Pubertät erreicht. Als Grenze zwischen Präpubertät und Pubertät…
Relativer Alterseffekt (RAE)
Relativer Alterseffekt (RAE) (relative age effect), auch Geburtsdateneffekt. Phänomen, dass früher Geborene eines Jahrgangs körperlich reifer als die Jüngeren sind und so als talentierter wahrgenommen werden. Das trifft besonders dann zu, wenn eine Leistungsauswahl nach kalendarischem Alter oder Jahrgängen vorgenommen wird (Wettkampfsystem). Der im Leistungssport tätige Trainer ist stets auf der Suche nach Talenten und…
Retardation
Retardation,-dierung (retardation), lat. retardare „verzögern“; in der Medizin die Verzögerung des körperlichen und/oder geistigen Wachstums, im Gegensatz zur Akzeleration. →relativer Alterseffekt Retardation wie Akzeleration beeinflussen die sportliche Leistungsfähigkeit. Retardierte Kinder sind bei der Leistungsauswahl oft benachteiligt, deshalb sollte das biologische Alter berücksichtigt werden. So korrelieren Ausdauer und Kraft hochgradig mit dem biologischen Alter, aber nicht…
Schulfähigkeit
Schulfähigkeit (school ability), Voraussetzungen eines Kindes, den Bildungsgang der Schule zu bewältigen. Dazu zählen Sozialverhalten, körperliche, psychische, emotionale, sprachliche und geistige Entwicklung (→Leistungsvoraussetzungen), die Bereitschaft des Kindes zum Schulbesuch, Selbstständigkeit, Selbstvertrauen, Bereitschaft und Fähigkeit zur Übernahme von Aufgaben. Eine allgemein gültige Definition von „Schulfähigkeit“ gibt es nicht. Es gibt auch keine für alle Schulen allgemeingültigen…
Schulkindalter, frühes
Schulkindalter, frühes (sub-teenage, early) →Kindesalter, mittleres
Schulreife
Schulreife (school readiness), das Konzept „Schulreife“ gilt unter den meisten Experten als überholt und man spricht heute von Schulfähigkeit, obwohl auch dieser Begriff nicht allgemeingültig definiert ist.
Skelettreife
Skelettreife (bone age), auch Knochenalter, Entwicklungsgrad der Skelettknochen als Ausdruck des Knochenalters, vornehmlich der linken Hand. Man geht davon aus, dass sich das Handskelett bei normaler Entwicklung nach einem bestimmten Muster entwickelt, wobei sich die Reifung beim Mädchen etwas schneller vollzieht als beim Jungen. Der Mittelwert (50% der Kinder) wäre dann identisch mit normalem Entwicklungsalter.…
Skoliose
Skoliose (scoliosis), griech. skolios „krumm“) seitliche Verbiegung der Wirbelsäule, häufig im Bereich der Lendenwirbelsäule. Sie ist zumeist angeborenen, kann aber auch die Folge von Haltungsschwäche und einseitiger muskulärer Beanspruchung sein. In leichter Form kommt die Skoliose bei fast allen Menschen vor, als krankhaft wird eine dauerhafte Verkrümmung mit gleichzeitiger Verdrehung (Torsion) der Wirbelkörper bezeichnet. Therapeutisch…
Somatogramm
Somatogramm (somatogram), griech. soma, Körper und gramma, Geschriebenes; grafische Darstellung von anthropometrisch erfassten Merkmalen als Einzelgrößen (z.B. Körperhöhe), Indices (z.B. Body-mass-Index) oder zur Darstellung von Somatotypen. Bewährt hat sich z.B. die Wachstumsbeurteilung von Kindern anhand von Vergleichsskalen. →Wachstumskurve Eine große Hilfe bei der Beurteilung des Wachstums von Kindern und damit auch bei der Talentauswahl sind…
Spätentwickler
Spätentwickler (late-maturing individual) →Retardation, →Alter, biologisches
Spermarche
Spermarche (spermarche), griech. spérma „Same“und archḗ „Anfang“; Zeitpunkt des ersten Samenergusses zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr bei Jungen (Mittelwert bei 13,8 Jahre). Die einzelnen sexuellen Reifungszeichen werden einheitlich nach Tanner (1962) eingeschätzt. Im Hinblick auf gegenwärtig geführte Diskussionen um eine immer früher einsetzende Reifeentwicklung bei Mädchen und Jungen zeigen die Ergebnisse der KIGGS-Studie (www.kiggs.de)…