Trainingsprinzip
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Entlastung
Entlastung (unloading), vielseitig verwendeter Begriff für Verringerung oder Befreiung von Last, Stress, Verantwortung (Funktion) usw. Im Sport die Reduzierung von Belastungen (z.B. Lasten) oder die Entlastung bestimmter Körperteile/Geräte durch Gewichtsverlagerung (z.B. Talski), aber auch von Verantwortung bei Einsatz in Mannschaften. Grundlage ist im Training das Prinzip der Einheit von Belastung und Erholung, mit dem Erholungs-…
Erholung
Erholung (recovery; regeneration), Wiederherstellung (→Regeneration) der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit (→Homöostase) nach psycho-physischer Belastung oder Krankheit/Verletzung. Das „Recht auf Erholung und Freizeit und insbesondere auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub“ ist ein elementares Menschenrecht (Artikel 24 der Allgemeinen Menschenrechtserklärung). Nach dem Prinzips der Einheit von Belastung und Erholung ist der Erholung…
Fasslichkeit
Fasslichkeit (understandability; comprehensibility), didaktisches Prinzip aus dem Unterricht, wonach die Unterweisung durch korrekte Auswahl des Wortschatzes und verständliche Erläuterungen erfolgen soll, damit der Schüler den zu erlernenden Stoff besser „(er)fasst“. Dabei sind sind Vorkenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, das Umfeld sowie Lernschwierigkeiten des Schülers/Sportlers zu berücksichtigen. →Gespräch, →Kommunikation Die Trainingswissenschaft hat diese Forderung mit dem Prinzip…
frühzeitige Spezialisierung
frühzeitige Spezialisierung (early specialization) →Spezialisierung, frühzeitige
Homöostase
Homöostase (homoeostasis), (griech. homoiostásis „Gleichstand“), Zustand des Gleichgewichts offener dynamischer Systeme, aus der linearen Kybernetik von anderen Wissenschaftsdisziplinen übernommen. In der Biologie ist die Anpassung an die Lebensbedingungen einschließlich von Bewegungshandlungen immer auf Erhalten oder Wiederherstellung eines konstanten inneren Milieus gerichtet, die als homöostatische Regulation bezeichnet wird, wie z.B. die Regelung der Körpertemperatur, der Herzfrequenz,…
Individualisierung
Individualisierung (individualization), von lat. individuum „Unteilbares, ‚Einzelding“; in der Soziologie der Übergang des Menschen (→Individuum) von der Fremd- zur Selbstbestimmung. Der deutsche Philosoph und Pädagoge Herbart erklärte bereits 1807, dass die Verschiedenheit der Köpfe beim Lernen in Gruppen Differenzierung unverzichtbar macht. Das setzt voraus, den Schüler nicht als Objekt zu sehen, sondern als Subjekt zu…
Individuum
Individuum (individual), lat.individuum „Unteilbares, Einzelding“; der einzelne Mensch in seiner Einzigartigkeit. Mit dem Individuum befassen sich Soziologie (Individuum und Gesellschaft), Philosophie (Anthropologie), Sozialpsychologie (Individuum und soziales Umfeld), Rechtswissenschaft (individuelle und kollektive Interessen) usw. →Individualisierung, →Ich Statistische Vergleiche orientieren oft an einem idealen Durchschnittssportler, den es in Wirklichkeit nicht gibt. In einer Gruppe 12jähriger kann biologisch…
Intensivierung
Intensivierung (intensification, increase), lat.intendere „anspannen, spannen, die Aufmerksamkeit auf etwas richten“; Verstärkung, Vertiefung, Steigerung, Hebung Im Training ist die Erhöhung der intensiven Anteile der Trainingsübungen, wie des spezifisches Krafttrainings an Land oder der intensiven Anteile des Wassertrainings (→intensiver Trainingsbereich) die wesentliche Grundlage der Belastungssteigerung (→Prinzip der Steigerung der Trainingsbelastung). Im Ausdauertraining wird zudem die Elektromyostimulation…
Leistungsausprägung
Leistungsausprägung (performance development; tapering), neudeutsch Tapering , eigenständiger Mesozyklus im Rahmen einer UWV von - je nach Leistungsziel und Trainingszustand - vier Wochen (Sprinter) bis eine Woche (Langstreckler). Vorauszusetzen ist ein sehr hohes Niveau der Basisleistungen nach einer „Phase des Aufbaus“ (Tschiene, 1999), insbesondere der Grundlagenausdauer, die über Intensivierung bei deutlicher Reduzierung des Belastungsumfanges in…
Mahlzeitenrhythmus
Mahlzeitenrhythmus (meal rhythm), Rhythmus der Essenseinnahme im Tagesverlauf, der im Hochleistungssport eine große Rolle spielt und vom Trainer besonders bei der Gestaltung von Lehrgängen beachtet werden sollte. Zur kontinuierlichen Energieversorgung wird ein 5-Mahlzeitenrhythnus empfohlen. Bei wenigen und großen Mahlzeiten besteht eher die Gefahr, dass Energieüberschüsse in Fett umgewandelt und im Unterhautfettgewebe abgelagert werden. Die fünf…
Mikrozyklus
Mikrozyklus (micro-cycle), kleinste in sich abgeschlossene, einem bestimmten Inhalt zugeordnete Einheit in der Hierarchie der Zyklisierung des Trainings. Der Mikrozyklus besteht aus mehreren Trainingseinheiten und umfasst im Schwimmen zumeist eine Woche oder 3-4 Tage, je nach Belastungsrhythmus (jeden 2./3. oder 4. Tag ein Halbtag Ruhe, wobei der durch die Kalenderwoche bestimmte Rhythmus außer Kraft gesetzt…
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit (sustainability), ein Prinzip „nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann“ (Duden); ursprünglich in der Bedeutung „längere Zeit andauern oder bleiben“. Nachhaltigkeit ist unverzichtbar für die Regenerationsfähigkeit vieler Systeme. In dem Sinne wird Nachhaltigkeit im Sport vor allem auf den Erhalt der Umwelt beschränkt. Sie…
Open window-Effekt
„Open window“ („offenes Fenster“), Phänomen, das die größere Störanfälligkeit des Immunsystems nach hohen Belastungen umschreibt. Da einige Immunparameter (Granulozyten, Lymphozyten) bei Belastung zunächst zunehmen, danach aber erheblich abfallen, ist hier „das Fenster geöffnet“ für grippale Infekte. Besonders kritisch ist das, wenn Sportler ungenügend erholt an den Start gehen, z.B. nach Infekten. Hier sollte der Trainer…
Pause
Pause (break; interval), lat. pausa „Rast, Stillstand“; Unterbrechung einer Tätigkeit oder eines Vorganges. Element des Prinzips der Einheit von Belastung und Erholung in der Trainingswissenschaft und damit wichtige Komponente der Trainingsbelastung (→Belastungsdichte). Durch Pausen wird die notwendige Erholung gewährleistet. Ihre Dauer wird durch die physiologische determinierte Trainingsaufgabe bestimmt. So kann die Pause bereits vor der…
Periodisierung
Periodisierung (periodisation), griech. períodos „das Herumgehen“; allgemein ein Zeitintervall, z.B. Zeitalter in der Geschichte. Im Sport bezieht sich Periodisierung speziell auf die Ausrichtung des sportlichen Trainings auf Wettkampfhöhepunkte. Häufig werden Periodisierung und Zyklisierung synonym gebraucht. Im Begriff der Zyklisierung findet man aber eine „tiefer gehende Betrachtung des Trainingsaufbaus in fast allen Realisierungsbereichen des sportlichen Trainings"…
Planung
Planung (planning), gedankliche Abfolge von Mittel und Methoden, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Training wird in der Trainingswissenschaft eindeutig als planmäßige Entwicklung sportlicher Leistung verstanden. Konkret wird die Phase von der Genehmigung des Planes bis zum Beginn seiner Realisierung als Planung bezeichnet. Diese Phase wird leider oft besser beherrscht als die Umsetzung. Grundlage der…
Primat
Primat, (primacy), lat. primus „der Erste“; in Zoologie "Herrentier", in Gesellschaft "Vorrang, bevorzugte Stellung", z.B. "Primat der Politik" bei der Bewältigung der Pandemie. Psychische Prozesse sind aus dem Primat der Handlung zu verstehen (funktionales Primat), d.h. sie sind in ihrem funktionalen Bezug zur Handlung zu sehen und ihre Entwicklung ist aus dem praktischen Handeln zu…
Prinzip
Prinzip (principle), lat. principium = Anfang, Ursprung; Grundsatz, Grundregel, auf die sich menschliches Denken und Handeln stützt. So sind z.B. die Unantastbarkeit der Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit Grundprinzipien unserer Verfassung. Im klassischen Sinne ist das (axiomatische) Prinzip eine Gesetzmäßigkeit, die anderen Gesetzmäßigkeiten übergeordnet ist. Da diese Gesetzmäßigkeit für gewöhnlich nicht ohne weiteres definierbar ist, wird das…
Prinzip der Akzentuierung und Kontinuität
Prinzip der Akzentuierung und Kontinuität (principle of the accentuation and continuity), Trainingsprinzip, wonach die Ausbildung von Fertigkeiten und Fähigkeiten nach Schwerpunkten (Akzenten) erfolgt, andererseits aber eine gleichmäßige Schulung aller Fähigkeiten (Kontinuität) nicht vernachlässigt werden darf. Grundlage des Prinzips der Zyklisierung des Trainings, wobei ein extrem betriebenes Blocktraining mit diesem Prinzip kollidieren kann. Das Prinzip der…
Prinzip der Beidseitigkeit
Prinzip der Beidseitigkeit (principle of ambidexterity), Trainingsprinzip, wonach bei Bewegungshandlungen oder Bewegungsaktionen linken wie rechten Extremitäten die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet wird. Wenn diese Befähigung zur beidseitigen Ausführung besonders in den Sportspielen eine Rolle spielt, so sollten auch im Schwimmen Armzüge und Beinschläge beider Seiten von annähernd gleicher Qualität sein. So können an der FES-Armzugbank Kraft…