Trainingsprinzip
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Prinzip der Bewusstheit
Prinzip der Bewusstheit (principle of visual awareness), spezifische Fassung des allgemeinen didaktischen Prinzips der Bewusstheit, wonach die Aufgaben im Training so zu stellen und die Vorgehensweise so zu wählen sind, dass der Sportler sie versteht und bewusst umsetzt. Dieses Prinzip erfordert vom Trainer Fachkompetenz, eine verständliche Sprache, die Anwendung mediengestützter Informationen (→Mediendidaktik), sowie wissenschaftlicher Diagnosemethoden.…
Prinzip der Einheit von Belastung und Erholung
Prinzip der Einheit von Belastung und Erholung (principle of the unit of load and recovery), allgemeines Trainingsprinzip, das die Erholung als eine wichtige Komponente bei der Anpassung an Belastungsreize betrachtet (→Superkompensation), die deshalb für das Training eine ebenso wichtige Planungsgröße ist, wie die Belastung selbst. Die biologische Grundlage ist die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Organismus, der…
Prinzip der Einheit von Wahrnehmung und Bewegung
Prinzip der Einheit von Wahrnehmung und Bewegung (principle of the unit of perception and movement), Bei jeder Bewegung wird wahrgenommen und zugleich gibt es keine Wahrnehmung ohne Bewegung. Nach Schilling (1987,25) ist das Erlernen komplizierter Bewegungsmuster nur auf der Grundlage einer ungestörten kognitiven Verarbeitung von Sinnesreizen möglich. Ob geplant oder instinktiv, die Motorik des Menschen…
Prinzip der Einheitlichkeit und Differenzierung
Prinzip der Einheitlichkeit und Differenzierung, allgemein pädagogisches und didaktisches Trainingsprinzip; →Differenzierung Dieses Prinzip ist besonders im langfristigen Aufbau der Leistungssportler zu beachten, indem in den ersten Ausbildungsetappen (GLT und ABT) einheitlich und ab Anschlusstraining differenzierter (Spezifischer und individueller) trainiert wird. Die Einheitlichkeit im Grundlagen- und Aufbautraining ergibt sich schon aus der Tatsache, dass jeweils Grundlagen…
Prinzip der Grenzbelastung
Prinzip der Grenzbelastung (principle of maximum load), Trainingsprinzip, →Grenzbelastung
Prinzip der rechtzeitigen und zunehmenden Spezialisierung
Prinzip der rechtzeitigen und zunehmenden Spezialisierung (Principle of the punctual and increasing specialization), allgemeines Trainingsprinzip, wonach bei Wahrung allgemeiner Leistungsgrundlagen rechtzeitig und zunehmend das Training auf die angestrebte Disziplin ausgerichtet wird. Besonders im Aufbautraining der Ausdauersportarten sichern stabile aerobe Leistungsgrundlagen und die Beherrschung der grundlegenden sportlichen Techniken eine zunehmende sportartspezifische Spezialisierung. Im Übergang zum Anschlusstraining…
Prinzip der Steigerung der Trainingsbelastung
Prinzip der Steigerung der Trainingsbelastung (principle of increasing demands), allgemeines Trainingsprinzip, wonach der Zusammenhang zwischen Belastungsumfang und Leistungssteigerung das trainingsmethodische Vorgehen bestimmt. So trägt eine stete Zunahme des Trainingsumfanges neben der biologischen Entwicklung der Schwimmer maßgeblich zur Leistungsentwicklung im Nachwuchstraining bei. Mit zunehmendem Trainingsalter wird die Trainingsbelastung über die Intensivierung des Trainings gesteigert. Da eine…
Prinzip der zunehmenden Individualisierung
Prinzip der zunehmenden Individualisierung (principle of increasing individualizing), Trainingsprinzip, →Individualisierung
Prinzip der Zyklisierung
Prinzip der Zyklisierung (principle of the zyklisierung), allgemeines Trainingsprinzip, wonach das Training nicht als gleichförmiger Prozess, sondern als „hierarchisch geordnetes System von längeren und kürzeren Abschnitten, die sich in bestimmtem Maße auf einem erreichten höheren Niveau wiederholen“ zu verstehen ist (Schnabel et al. 2003). →Zyklisierung, →Periodisierung Beispiel: Unterteilung eines Trainingsjahres in Makro- und Mesozyklen. Exkurs:…
Prinzip des wirksamen Belastungsreizes
Prinzip des wirksamen Belastungsreizes →Reizschwelle, Reizstufenregel Das Prinzip des trainingswirksamen Belastungsreizes geht davon aus, dass der Reiz eine bestimmte Intensitätsschwelle (Reizschwelle) überschreiten muss, um trainingswirksam zu sein und Anpassungserscheinungen auszulösen. Sportwissenschaftlich ausgedrückt: "Der induzierte Belastungsreiz wird mit der individuellen Beanspruchung in Relation gesetzt, um abschätzen zu können, welche extern induzierte Reizart ("Dosis") zu welcher individuellen…
Prinzip, biomechanisches
Prinzip, biomechanisches (principle, biomechanical), „Allgemeiner Grundsatz der Handlungsorientierung für biomechanisch zweckmäßige Lösungen von Bewegungsaufgaben“ (Sust, in Schnabel & Thieß 1993, S. 637). Anhand der 1967 von Hochmuth formulierten biomechanischen Prinzipien lässt sich die Zweckmäßigkeit vieler Bewegungen objektiv bewerten: Hinzu kommt das Prinzip der Kinetion (Antrieb, kinetische Energie) und Modulation, das den Zusammenhang zwischen einer dynamischen…
Prinzipiensystem
Prinzipiensystem (system of principles), Versuch einer wissenschaftlichen Begründung von Handlungsorientierungen als „Ersatz von Gesetzmäßigkeiten“ in der Trainingslehre. Nach Schnabel et al.(2008) ein "allgemeiner Grundsatz im sportlichen Training, der den Zusammenhang zwischen den Bedingungen, Trainingshandeln und Trainingswirkung als verallgemeinerte Aussage enthält, als Erkenntnisgrundlage abbildet und eine grundlegende Handlungsweisung als Regulativ für das Trainingshandeln darstellt" (S.590). →Trainingsprinzip…
Readaptation
Readaptation (readaption), aus dem Französischen „Genesung“, auch „Rehabilitation“; Wiederanpassung, Wiedereingliederung, Wiedereingewöhnung. Ziel der Sport-Readaptation ist die Rückkehr eines verletzten Sportlers in den Trainings- und Wettkampfprozess. Damit ist sie ist das Bindeglied zwischen der biologischen Heilung der Verletzung und dem optimalen Zustand des Sportlers. Entscheidend hierbei ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Sportler/Trainer mit Sportmediziner/Physiotherapeut, Sportwissenschaftler, Ernährungswissenschaftler…
Regeneration
Regeneration (regeneration, recovery), lat. regeneratio „Neuentstehung“; bildungssprachlich Erneuerung, Belebung, Wiederherstellung von verletztem Gewebe (Biologie) bis zur Rückgewinnung chemischer Stoffe (Technik). →Regenerationsmaßnahmen, →Regenerationstraining, Auf den Leistungssport bezogen kann Regeneration pragmatisch als Umkehrung der trainingsinduzierten Ermüdung verstanden werden (Faude & Meyer, 2012). Darunter fallen Maßnahmen zur Erholung nach hohen Trainingsbelastungen im psychologischen Bereich (psychoregulative Verfahren), durch Regenerationstraining, physiotherapeutische…
Reiz
Reiz (stimulus), Signal oder Information aus der Umwelt (äußerer Reiz) oder aus dem Körper (innerer Reiz), die vom Organismus durch die Sinnesorgane wahrgenommen werden und eine Reaktion im Verhalten oder Erleben auslösen. Unterschieden werden adäquate Reize (Übereinstimmung von Reiz und Sinnesorgan, z.B. Berührung und Rezeptoren der Haut), inadäquate Reize (nicht auf Sinnesorgan ausgerichtet, deshalb Irritationen…
Reizstufenregel
Reizstufenregel (stimulus step rule); auch ROUX-Prinzip nach dem deutschen Arzt Wilhelm Roux, der erkannt, dass eine funktionellen Anpassung erst erfogt, wenn Reize müssen eine bestimmte Schwelle überschreiten. Er teilte diese Reize in vier Gruppen ein: unterschwellig (keine Anpassung und keine Leistungsverbesserung) schwach überschwellig (funktionserhaltend) stark überschwellig (Leistungssteigerung durch physiologische und anatomische Veränderungen) zu starke Reize…
Reizsummation
Reizsummation (stimulus summation), zeitliche oder räumliche Summierung mehrerer Einzelreize mit größerem Effekt. Die Fähigkeit zur Integration (Verrechnung) von Reizen, die eine der spezifischen Leistungen des Nervensystems darstellt, beginnt bereits im einzelnen Neuron. Von den Synapsen gelangen an die Nervenzelle erregende Signale (exzitatorische postsynaptische Potentiale = EPSP) oder hemmende Signale (inhibitorische postsynaptische Potentiale = IPSP). Diese…
Schlaf
Schlaf (sleep), „Erholungsvorgang des Gesamtorganismus, insbesondere des Zentralnervensystems“ (MEYERS LEXIKON). Schlaf ist ein elementarer Bestandteil der Regeneration des Organismus und unverzichtbar, weshalb Schlafentzug als Folter zählt. So nimmt man an, dass in der ersten Nachthälfte durch Ausschüttung von Hormonen, die Zellen unseres Körpers repariert werden und damit der Alterung entgegengewirkt wird. Defizite an Schlaf können…
Trainingsprinzip
Trainingsprinzip (training principle), „allgemeine Handlungsanweisung für die Trainings- und Wettkampftätigkeit“ (Schnabel & Thieß, 1993, S. 883/884), wie z.B. das Prinzip der zunehmenden Belastungssteigerung oder das Prinzip der zyklischen Gestaltung des Trainings. Ein allseitig anerkanntes System der Trainingsprinzipien steht allerdings noch aus. Harre hatte 1979 den Reigen mit 7 „Grundsätzen des sportlichen Trainings“ begonnen, bei Martin…
Trainingsprozess
Trainingsprozess (training process), zeitliche Reihenfolge der komplexen Trainingsmaßnahmen zur Entwicklung der sportlichen Leistung.oder einfach Training.