Trainingsbereiche
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Ausdauer
Ausdauer (endurance), „Widerstandsfähigkeit gegenüber Ermüdung“ (Harre, 1979), konditionelle Fähigkeit, die in der Trainings- und Wettkampfpraxis zumeist als Mischform (→Schnelligkeitsausdauer, →Kraftausdauer) auftritt, wobei im Sportschwimmen wegen des beachtlichen Wasserwiderstandes in der Mehrheit der Disziplinen die Kraftausdauer dominiert. Physiologisch gesehen ist Ausdauer die Fähigkeit der Muskelzelle, bei Belastung verbrauchtes Adenosintriphosphat (ATP) zu resynthetisieren (Tomasits & Haber, 2003).…
Ausdauer, aerobe
Ausdauer, aerobe (endurance, aerobic) auch Dauerleistungsvermögen, im DSV hat sich dafür aerobe Grundlagenausdauer (GAI) durchgesetzt. = Ausdauer auf aerober Stoffwechselbasis, d.h. oxidativer Verbrennung von Glykogen und Fettsäuren unter Sauerstoffbeteiligung zu Wasser und Kohlendioxid, die über Schweiß, Urin und Atmung ausgeschieden werden. Bei aerobem Ausdauertraining besteht zwischen Sauerstoffaufnahme und Sauerstoffverbrauch ein Gleichgewicht (→steady state). Mit zunehmender…
Ausdauer, anaerobe
Ausdauer, anaerobe (endurance, anaerobic), Ausdauer auf anaerober Stoffwechselbasis, d.h. oxidative Verbrennung von Glykogen bei Sauerstoffmangel. Dabei wird Zucker zu Laktat (Salz der Milchsäure) abgebaut, das zur Azidose führt, wodurch die Belastung abgebrochen oder vermindert werden muss (deshalb auch laktazid-anaerobe Ausdauer). Das Laktat wird über den Blutkreislauf verteilt und in Leber, Niere, ruhender Skelettmuskulatur und Herzmuskel…
Ausdauertraining, polarisiertes
Ausdauertraining, polarisiertes (polarized endurance training), Ein bei Spitzensportlern beobachtetes Trainingsmuster, wonach die Sportler überwiegend bei relativ geringer Intensität trainieren, aber zwischendurch hoch intensive Intervalle einschieben (Wechsel zwischen den Polen „hoher Umfang/wenig intensiv“ und „geringer Umfang/intensiv“). Dabei wird nur relativ im Übergangsbereich (LS) trainiert. Dieses Ergebnis bestätigten Schottische Wissenschaftler mit einer Studie, wonach mit polarisiertem Training…
Belastungsintensität
Belastungsintensität (load intensity), Belastungskomponente, die Stärke des Trainingsreizes als „äußere Belastung“ (→Schwimmgeschwindigkeit, →Last im Krafttraining) oder den Anstrengungsgrad (→Beanspruchungsgrad, →Belastungsgrad) bei der Bewegungsausführung als „innere Belastung“ (physiologische →Beanspruchung) wiedergibt. Die äußere Belastungsintensität wird im Schwimmen in Prozent der Bestleistung beschrieben: z.B. ein Schwimmer hat eine Bestzeit über 100m F in 0:52,00 min und soll 10 x…
Grundlagenausdauer (GA)
Grundlagenausdauer (GA) bezeichnet die aerobe Basisausdauer im Schwimmtraining, unterteilt in GA I und GA II. Sie ist unverzichtbar für langfristigen Leistungsaufbau und Regeneration, selbst bei Sprintern. Der Beitrag erläutert Merkmale, Trainingszonen und zitiert namhafte Trainer wie Counsilman und Daland zur Bedeutung einer soliden aeroben Grundlage für jede Wettkampfstrecke.
Grundlagenausdauer, aerob-anaerobe (GAII)
Grundlagenausdauer, aerob-anaerobe (GA II) (basic endurance, anaerob), Ausdauerfähigkeit in aerob-anaerober Stoffwechsellage, auch als intensive oder spezifische Grundlagenausdauer bezeichnet. Im DSV inzwischen einheitlich als Grundlagenausdauer II (Belastungszonen 4-5) in die Trainingssteuerung übernommen. Sie ist charakterisiert durch höhere Schwimmgeschwindigkeiten bei einer Belastungsdauer von 20 – 45 Minuten und ausgewiesen durch Laktatwerte von 4 -7 (Langstreckler 3-5) mmol/l…
Grundlagenausdauer, aerobe (GAI)
Grundlagenausdauer, aerobe (GAI) (basic endurance, aerob), Ausdauer auf aerober Basis (→Ausdauer, aerobe), auch als extensive Ausdauer, Ökonomisierungsbereich, Umfangsausdauer und inzwischen im DSV als Grundlagenausdauer I (GAI) bzw. Belastungszonen (1) 2 und 3 bezeichnet. Charakterisiert durch hohe Belastungsdauer (45-150 min), relativ (in Beziehung zur kurzen Distanz) niedriger Schwimmgeschwindigkeit und Laktatwerten unterhalb der individuellen anaeroben Schwelle (IAT),…
Grundlagenausdauertraining
Grundlagenausdauertraining (basis endurance training), Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Ermüdung bei längeren Belastungen mit vorwiegend →aerober (GAI) oder auch aerob-anaerober (→GAII) Stoffwechsellage. GA ist ein wesentlicher Bestandteil der spezifischen Ausdauer des Schwimmers und bestimmt in allen Ausbildungsetappen maßgeblich das Wassertraining (70-80%). Während in den meisten Ausdauersportarten für das GAI -Training eine aerobe Stoffwechsellage bei Laktat <…
Intensiver Trainingsbereich
„intensiver Trainingsbereich“ (intensive training range) in der Trainingspraxis der Schwimmer üblicher Sammelbegriff für die intensiven Ausdauerbereiche (→GAII, → SA, →WA) und die Schnelligkeit oder Belastungszonen 4-8. Der Anteil des intensiven Trainingsbereichs liegt im Hochleistungstraining zwischen 12-20% der absolvierten Schwimmkilometer. →Intensivierung, →Training, polarisiertes Mehr zum Thema: Rudolph, K. (2008). Belastungszonen - Problemzonen? DSTV-Reihe, Bd. 29, 34-41
Kompensation
Kompensation (compensation), lat. compensare „ausgleichen“, „ersetzen“; Ersatz oder Ausgleich von real vorhandenen oder vermeintlichen Mängeln (Psychologie), der verminderten Leistung eines Organs (Medizin), von Störeinflüssen (Technik) usw. →Superkompensation, →Homöostase In der Trainingswissenschaft spricht man von Kompensation als Ausgleich nach Belastungsphasen durch Trainingsübungen mit niedriger Intensität. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass eine aktive Nachbelastungsphase die Wiederherstellung…
Kompensationsbereich (KO)
Kompensationsbereich (KO) (compensatory range), lat. compensare „ausgleichen“, „ersetzen“; umgangssprachlich im Schwimmtraining ein Bereich des Ausdauertrainings mit niedriger Intensität (Belastungszone 1, auch Regenerationsbereich, bei Hottenrott & Neumann „REKOM“) zur Kompensation vorangegangener Belastungen, z. B. nach intensiven Serien oder am Ende einer Trainingseinheit (Ausschwimmen) im Rahmen von Serien, z.B. 6 (25S + 75 Ko). „Kompensationseinheit“ nach intensivem…
Kurzzeitausdauer
Kurzzeitausdauer (KZA) (short-time-endurance), Trainingsbereich der spezifischen Ausdauer für Belastungen von 35 bis 120 sec und damit bei dominant anaerob - glykolytischer Energiebereitstellung. In den Bereich der KZA fallen im Schwimmen fast alle 100/200m-Strecken und somit einschließlich Staffeln die Mehrheit der Disziplinen, während die 50m-Disziplinen wegen der höheren alaktaziden Anteile mehr der Schnelligkeitsausdauer zuzuordnen sind. Für…
Laktattoleranztraining
Laktattoleranztraining (lactate tolerance training) →Stehvermögentraining, →Laktattoleranz
Langzeitausdauer
Langzeitausdauer (LZA) (long-time endurance), Klassifizierung der Ausdauer nach der Belastungsdauer des Wettkampfes ab 10 Minuten. Das entspricht im Schwimmen Strecken ab 1500m Freistil und folgend die Disziplinen des Freiwasserschwimmens. Im Bereich der LZA erfolgt ein Großteil des GAI-Trainings, das maßgeblich durch die aerobe Kapazität geprägt ist. Entsprechend der Belastungsdauer wird die LZA in vier Bereiche…
Ökonomisierung
Ökonomisierung (economisation), Begriff aus der Wirtschaft, worunter die organisatorische Neuordnung staatlicher Verwaltungen durch interne Rationalisierung und die Übernahme marktpreissimulierter Kosten-Ertrags-Kalküle und damit die Verbesserung der Qualität öffentlicher Dienstleistungen und gleichzeitig die Senkung der Produktionskosten verstanden wird (www.babylon.com). Im Sport kann Ökonomisierung als Vermarktung (Kommerzialisierung) verstanden werden, zugleich wird der Begriff für die Übernahme der Logik…
Oxidation, anaerobe
Oxidation, anaerobe (anaerobic oxidation), →Oxidation ohne Sauerstoff. →Laktat , →ATP-Resynthese, →Azidose