Talentauswahl
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Diagnostik
Diagnostik (diagnostics), griech. dia+gnosis „Erkenntnis, Urteil“; „Lehre und Verfahren der Feststellung, Differenzierung und Einordnung von Sachverhalten nach vorgegebenen Erkenntniskriterien“ (Schnabel & Thieß, 1993, S. 209), wie z.B. zur Erkennung von Krankheiten. →Diagnose Im Leistungssport ist die(Leistungs-)Diagnostik einmal auf die Strukturierung der sportlichen Leistung (trainingswissenschaftlicher Akzent) und zum anderen auf die Steuerung des Trainings (trainingspraktischer Akzent)…
Eignungstraining
Eignungstraining (aptitude training), Training, das davon ausgeht, dass auf einheitliche Belastungsvorgaben (Trainingsprogramm) der talentierte Sportler mit größeren Entwicklungsraten (Lernfortschritten) reagiert als der weniger- oder untalentierte. Diesem Vorgehen liegt die Erkenntnis zugrunde, dass das Talent nicht mit einer „Momentaufnahme“, sondern im Prozess ermittelt wird. Eignungstraining sollte hierbei für alle die gleichen (standardisierte) Bedingungen sichern. In dem…
Entwicklungsauffälligkeit
Entwicklungsauffälligkeit (developmental conspicuity), Abweichung von der normalen Entwicklung, ohne dass eine medizinische Diagnose gestellt werden kann, d.h. die Entwicklungsauffälligkeit sagt nichts über die spätere Entwicklung des Kindes voraus. So ist eine Entwicklungsverzögerung (Retardation) ein aufholbarer Entwicklungsrückstand. Im Gegensatz dazu ist eine Entwicklungsstörung eine Abweichung mit Krankheitswert, die meist zu einer bleibenden Einschränkung führt. Da im…
Entwicklungsgemäßheit
Entwicklungsgemäßheit (development in accordance withness), die Berücksichtigung alters-, geschlechts- und ausbildungsabhängiger Belastbarkeit, Lern- und Leistungsfähigkeit der jungen Sportler als grundsätzliche Anforderung an das Nachwuchstraining um Über- als auch Unterbelastungen zu vermeiden. Grundlage ist das didaktisch-methodische Prinzip der Fasslichkeit und Entwicklungsgemäßheit, wonach „die motorischen und mentalen Anforderungen so zu stellen sind, dass sie vom Athleten positiv…
Entwicklungsverzögerung
Entwicklungsverzögerung (development delay; developmental lag) →Retardation
Fitnesstest
Fitnesstest (fitness test), →Testbatterie zur Erfassung gesundheitsrelevanter körperlicher Fähigkeiten durch vorwiegend sportmotorische Tests. In der Schwimmsportpraxis auch als Test zur Überprüfung des „allgemein athletischen Zustands“ bekannt. Typische Testformen sind Coopertest, “Kasten-Bumerang-Test“, Stufentest zur Überprüfung der Ausdauer, Sit-ups, Standdreisprung, Liegestütz sowie Tests zur Überprüfung der Beweglichkeit. Als Testbatterie zusammengefasst werden einige dieser Tests im Nachwuchstraining im…
Frühentwicklung
Frühentwicklung (prematurity), biologischer Entwicklungsvorsprung gegenüber den Entwicklungsnormen der entsprechenden Altersklasse, auch als individuelle Akzeleration bezeichnet (im Gegensatz zur säkularen Akzeleration). Die Beziehung zwischen Frühentwicklung und Sport muss von zwei Seiten gesehen werden, einmal beeinflusst Frühentwicklung das physische Leistungsvermögen und kann deshalb bei der Talentauswahl zu Fehleinschätzungen führen, zum anderen wirkt sich regelmäßiges Sporttreiben günstig auf…
Gendoping
Gendoping (gen doping), „die nicht therapeutische Anwendung von Zellen, Genen, Genelementen oder der Regulierung der Genexpression, welche die sportliche Leistungsfähigkeit erhöhen kann“ (Welt-Anti-Doping-Code 2007). Im medizinischen Bereich können durch Gentherapie genetischer Defekte behoben werden, z.B. gegen Krebserkrankungen, monogene Erbkrankheiten, Infektionskrankheiten (vor allem HIV) und kardiovaskuläre Störungen. Somatische Gentherapieversuche am Menschen sind wissenschaftlich und ethisch vertretbar…
Geschlechtsmerkmale, sekundäre
Geschlechtsmerkmale, sekundäre (sex characteristics secondary), geschlechtsspezifische Charakteristika, die nicht unmittelbar mit der Fortpflanzung (primäre Geschlechtsmerkmale) im Zusammenhang stehen. Sie bilden sich unter Einfluss von Hormonen während der Pubertät heraus und sind ein Ausdruck der Geschlechtsreife. Der Prozess verläuft bei den Jungen gegenüber den Mädchen verzögert, bei beiden Geschlechtern aber sehr individuell. →Frühentwicklung, →Spätentwickler, →x-Chromosom Sie…
Geschlechtsreife
Geschlechtsreife (puberty), auch als Pubertät bezeichnete Phase der Ontogenese, in der beim männlichen Geschlecht die Produktion des Spermas und beim weiblichen Geschlecht die Bildung von Eizellen einsetzen (Zeugungs- bzw. Empfängnisfähigkeit). In deren Folge kommt es bei den Jungen zum ersten Samenerguss (Ejakulation) und bei den Mädchen zur Regelblutung (→Menarche). Außerdem bilden sich die sekundären Geschlechtsmerkmale…
Gewicht, spezifisches
Gewicht, spezifisches (Wichte, relative Dichte) (specific gravity), Quotient aus Gewichtskraft und Volumen, amerikanisch auch „aquatic signature“ als „Verhältnis zwischen Schwimmer und Wasser“. Das spezifische Gewicht von Wasser beträgt 1,000 cN/cm3. Das des Schwimmers liegt ausgeatmet knapp darüber (Schweben), eingeatmet knapp darunter (Schwimmen), variiert aber bei Schwimmern individuell. So führt ein höherer Fettanteil zu einem besseren…
Gleitfähigkeit
Gleitfähigkeit (slippage), Eigenschaft eines Körpers zu gleiten und damit wesentliche Fähigkeit des Schwimmers, die sich aber nicht nur wie bei starren Körpern auf die Form und die glatte Oberfläche beschränkt, sondern auch auf die Sensibilität der Mechanorezeptoren der Haut (→Wassergefühl) und den darauf fußenden sensorischen und reagierenden motorischen Mustern sowie deren Feedbackverwertung (→Feedback). Eine gute…
Goniometrie
Goniometrie (goniometry), griech. gonia „Winkel“+ metrein „messen“; Winkelmessung zur Bestimmung von Körperwinkeln in der Biomechanik oder der Beweglichkeit in der Anthropometrie (→Goniometer). In der Mathematik übertragen auf das Rechnen mit Winkelfunktionen bzw. das Lösen von Gleichungen, die auf Winkelfunktionen basieren - trigonometrische Funktionen (sin, cos, tan). Das in der KLD des DSV verwendete Goniometer erfasst…
Handwurzelknochen
Handwurzelknochen (carpal bones), acht kleinere Knochen, die die Beweglichkeit des Handgelenkes sichern. Bei Kindern findet man zwischen den Mittel- und Endstücken die aus Knorpel bestehenden Wachstumsfugen (Epiphysenfugen), die im Wachstumsverlauf verknöchern. In der Kinderorthopädie verwendet man deshalb die Röntgenaufnahme der Hand als aussagekräftiges diagnostisches Hilfsmittel zur Ermittlung der Gesamtkörpergröße, den Abschluss des Längenwachstums und zur…
hypoplastisch
hypoplastisch (hypoplastic), verkleinert, schmalförmig; Pol der Sekundärvariante der Wuchstendenz des Körpers nach CONRAD (1963). Gegenpol: →hyperplastisch, im Schwimmen recht seltene, verschiedentlich bei Langstrecklern anzutreffende Wuchstendenz. Vorsicht ist angebracht, da bei der Talentsichtung oft retardierte Kinder ungerechterweise als „hypoplastisch“ eingeschätzt werden. →Konstitutionstyp, →Plastikindex
Intelligenzquotient (IQ)
Intelligenzquotient (IQ) (intelligence quotient), Maß der intellektuellen Leistungsfähigkeit als Quotient von Intelligenzalter (IA) zu Lebensalter (LA). Die Ergebnisse sind ohne Kenntnis des zugrundeliegenden Tests und dessen Normierung nicht vergleichbar. Zudem sind die Werte etwa nur zur Hälfte genetisch veranlagt und werden folglich stark von Umweltfaktoren bestimmt (soziales Milieu usw.). Deshalb sollte man den Test nicht…
Jahrgang
Jahrgang (age-group), Gesamtheit der Menschen, die im gleichen Jahr geboren wurden, auch Erntejahr eines Weines, was im Schwimmtraining von geringerer Bedeutung sein sollte. →Hochleistungsalter, →langfristiger Leistungsaufbau Im Schwimmen erfolgt die Einteilung bei Wettkämpfen auf Jahrgangsbasis (Jahrgangsmeisterschaften), nach Altersgruppen oder unabhängig davon (= offen). Die Einteilung nach Jahrgängen und Altersgruppen ist besonders bei jüngeren Jahrgängen ungerecht,…
Konstitution
Konstitution (constitution), lat. constitutio, -onis „Zusammensetzung, ‚Anordnung“; vielfältiger Begriff, z.B. für die Verfassung eines Staates oder einer Satzung bis zur Konstitution als Einheit von Erbanlage und Umwelteinflüssen entstandene Gesamtverfassung des Menschen (eines Organismus, auch →Habitus, →Phänotyp). Konstitution (auch konstitutionelle Leistungsvoraussetzungen) ist in ihrer Komplexität eine grundsätzliche Voraussetzung der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit von Leistungssportlern. Mechling (1989,…
Konstitutionstyp
Konstitutionstyp (constitutional type, somatotype), „Leittyp“, der eine Gruppe von Individuen mit ähnlicher individueller Konstitution repräsentiert. Das seit 1921 lange Zeit dominante dreipolige System nach Kretschmar (athletisch, pyknisch, leptosom) ist für die Sportwissenschaft nur noch eingeschränkt nutzbar, da 72% der Menschen Mischtypen sind. Auch dem folgenden System nach Sheldon (1940), der endo-, meso- und ektomorphe Typen…