Talentauswahl
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Körperbau-Entwicklungsalter (KEA)
Körperbau-Entwicklungsalter (KEA) (age, somato-developmental), Von Wutscherk (1973) entwickeltes Verfahren, das von deutlich erkennbaren Veränderungen in Körperform und-proportionen im Laufe der biologischen Entwicklung ausgeht. Auf dieser Grundlage wurden Tabellen erarbeitet, wonach die körperbauliche Entwicklung (→Proportionsalter) geschätzt wird. Sie fußen auf der engen Korrelation von Körperhöhe und Körpermasse mit dem Lebensalter, sind aber typologisch (→Konstitutionstypen) stark geprägt.…
Körperbau-Entwicklungsindes (KEI)
Körperbau-Entwicklungsindex (KEI) (index, somato-developmental), Schätzung der körperbaulichen Entwicklung (→Proportionsalter) bei Einbeziehung von Körperhöhe, Körpermasse, Schulter- und Beckenstachelbreite sowie Oberschenkelumfang (Mädchen) bzw. Unterarmumfang (Jungen) mit einer Aussage von etwa 85%iger Sicherheit für den Altersbereich 10-18 Jahre. Der KEI hat gegenüber dem Körperbauentwicklungsalter (KEA), den Vorteil, dass er sich nicht nur auf zwei Parameter (Körperhöhe und Körpermasse)…
Körperbaumerkmal
Körperbaumerkmal (constitutional characteristics), Merkmale der äußeren Erscheinung des Menschen, die quantitativ (→Anthropometrie) oder qualitativ (Somatokopie) erfasst werden. Im Schwimmen begünstigen folgende Körperbaumerkmale die Leistung: Körperhöhe, relativ wenig Körpermasse zur Körperhöhe (→Körperbau-Entwicklungsindex), lange Extremitäten als Hebel, große Füße und Hände für den Abdruck und schmale Hüften (→Trochanterbreite, relative) im Sinne geringen Widerstandes. Ihre Wirksamkeit differiert zwischen…
Körperform
Körperform (body shape), äußere Gestalt eines Körpers (→Körperbautyp), die allgemein in fünf „Figurtypen“ beschrieben wird: A-Typ (auch Birnentyp, Birnenform, Dreiecksform) V-Typ (auch Apfeltyp, Apfelform, Umgedrehte Dreiecksform) H-Typ (auch Bananentyp, Bananenform, Rechteckform) X-Typ (auch Sanduhr) O-Typ (auch ovale Form). Die Körperform bedingt zusammen mit der Oberflächenbeschaffenheit als Widerstandsbeiwert (cw) den Wasserwiderstand stark. Das zeigte die Leistungsexplosion…
Körperfüllenindex
Körperfüllenindex (body filing index), zur Beurteilung des Wachstums von (vorwiegend) Kindern und Jugendlichen greift man auf verschiedene Quotienten aus Körperhöhe und Körpermasse zurück (→ROHRER-Index, →Body-Mass-Index (BMI), →BROCA-Index usw.). International hat sich in den letzten Jahren der BMI durchgesetzt. Exkurs: Das Problem bei der Berechnung des Normalgewichts mithilfe des Broca-Index ist, dass die Körpergröße eine viel…
Körpergewicht
Körpergewicht, Körpermasse (body weight), Gewicht des unbekleideten Körpers, das von Geschlecht, Alter, Körperhöhe, Ernährung und endokriner Funktion abhängt. Starken Einfluss auf das Körpergewicht hat die Dehydration, die aber bei Schwimmern geringer ist als bei typischen "Landsportlern" (Cox et al. 1998). Das Sollgewicht kann nach Wachstumskurven oder Formeln (→Körperfüllenindex) bestimmt werden. Das Verhältnis von Körperhöhe und…
Körperhöhe, finale
Körperhöhe, finale (body height, final), prognostizierte Körperhöhe auf der Basis aktueller Körpermaße (zumeist Körperhöhe und Körpermasse). Da die Körperhöhe in zahlreichen Sportarten ein wesentliches Eignungsmerkmal darstellt, ist ihre finale Ausprägung von Interesse, weil sie im Kindes- und Jugendalter wachstumsbedingt schwankt. TANNER u.a. (1975) gaben hohe Korrelationskoeffizienten für die Schätzgenauigkeit an, die später durch SRAMKOVA (1978)…
Landesvielseitigkeitstest
Landesvielseitigkeitstest (Land-Versatility-Test), Test des DSV zur Überprüfung von Leistungsvoraussetzungen im Nachwuchsbereich, im Einzelnen zur - körperlichen Eignung (Körperhöhe, Körpergewicht und BROCA-Index), (Achtung! Eignung ist nicht gleich Talent) Schwimmleistung (je nach AK 25-100m-Strecken in allen Lagen und 400-800m Kraul), Beinbewegung (25m) sowie Delfinkicks (15m) und Gleittest (7,5m), Technik (visuell durch Trainer), Grundschnelligkeit (15m) zu allgemeinen Kraftfähigkeiten…
Längenwachstum
Längenwachstum (growth in length), Wachstum in vertikaler Richtung. In der Ontogenese des Menschen charakterisiert durch Wachstumsphasen, die zeitlich zum Breitenwachstum versetzt verlaufen: die erste Phase liegt zumeist im frühen Schulkindalter (→erster Gestaltwandel), die zweite während der Pubertät. In diesen Phasen wachsen vor allem die Wirbelsäule und die Epiphysenfugen der Extremitäten, angeregt durch das Wachstumshormon Somatropin.…
Leistung
Leistung (performance), physikalisch power (Physik) Quotient aus Arbeit und Zeit (P = W : t), z.B. wird an der Zugbank in o,8 Sekunden eine Arbeit von 350 Nm bewältigt, dann entspricht das einer Leistung von 437,5 Nm/sec. „Grad einer körperlichen oder geistigen Beanspruchung sowie deren Ergebnis“ (MEYERS LEXIKON). Im Leistungssport nimmt die Darstellung der Leistung…
Leistungsauffälligkeit
Leistungsauffälligkeit (achievement remarkableness), durch überdurchschnittliche Leistungen unter Gleichaltrigen Aufmerksamkeit erlangen. Leistungsauffälligkeit taugt als Talentkriterium nur unzureichend, da die Leistung im Kindesalter nicht 1 zu 1 (linear) auf das Erwachsenenalter übertragen werden kann. Analysen der Leistungsentwicklung im Schwimmen (Rudolph, 2009) zeigen, dass viele der besten 12 und 13-Jährigen nicht in den A/B-Kader (→Leistungskader) des Dachverbandes gelangen.…
leptomorph
leptosom, leptomorph (leptosome), griech. morphe "Gestalt", lepto "dünn, schmächtig"); schmalwüchsig (asthenisch), leptomorphe Wuchstendenz nach Conrad (1963), dessen Modell sich gut auf die Belange im Sport übertragen lässt (→Konstitutionstyp). Sportlerpopulationen zeichnen sich durchschnittlich durch einen metromorph – leptomorphen Körperbau („sporttypischer Körperbau“, Fröhner & Wagner, 2002) aus. Sheldon unterteilt die Körperbautypen nach der Entwicklung des dreiteiligen Keimblattgewebes…
Mental Strength performance Indicator (MSPI)
Mental Strength performance Indicator (MSPI) (Indikator der mentalen Leistung), Test der sportpsychologischen Eignungsdiagnostik zur Erfassung der mentalen Stärke mit 110 Items (Fragepunkte) , die acht Dimensionen (Eigenmotivation, Lernbegeisterung, Selbstvertrauen, Ehrgeiz, Zielsetzung, emotionale Kontrolle, Wettkampfkonzentration und Wettkampfstärke) zugeordnet und sportartspezifisch formuliert sind. Der Test zeigt „Ansatzpunkte für ursachenorientierte Maßnahmen und Kompensationsmöglichkeiten und ermöglicht ein individuell abgestimmtes…
Metrikindex
Metrikindex (MI) (metrics index), Index nach Strömgren (1937) aus Körperhöhe, transversalen und sagittalen Brustkorbdurchmesser zur Beschreibung der leptomorph-pyknomorphen Wuchstendenz nach Conrad (1963). Der Metrikindex eignet sich gut zum Nachweis der unterschiedlichen Ausprägung der Körpermaße bei differenten Körperbautypen (Fröhner & Wagner 2002) und ist sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern altersbezogen anwendbar (Kromeyer & Danker…
Morphologie
Morphologie (morphology), griech. morphé „Gestalt, Form“; Lehre von Form und Gestalt der Lebewesen, mit zunehmenden technischen Möglichkeiten der Erfassung molekularer Strukturen (z.B. typische Morphologie des Coronavirus). Unter morphologischer Betrachtung von Bewegungen verstehen wir die äußerlich sichtbaren Teile von Bewegungen (im Gegensatz zu Kräften →Biomechanik). In der Medizin beschreibt der Begriff nicht nur die äußere Gestalt…
Muskelbiopsie
Muskelbiopsie (muscle biopsy), Entnahme von Muskelgewebe aus der Skelettmuskulatur (m. quadriceps femoris, m. deltoideus oder m. gastrocnemius) mit einer Hohlnadel zur histologischen, biochemischen oder elektronenmikroskopischen Untersuchung, vornehmlich zur Beurteilung von Muskelfaserstruktur, Muskelfaserfläche, Kapillarisierung und Enzymaktivitäten. Wegen des schmerzhaften blutigen Eingriffs bleibt die Muskelbiopsie mehr der Forschung vorbehalten, obwohl sie durch die mögliche Fasertypisierung die Auswahl…
Muskelfasertypen
Muskelfasertypen (type of muscle fibre), je nach Kontraktions- und Stoffwechselverhalten der Muskelfasern werden langsam kontrahierende (slow-twitch = STF) und schnell kontrahierende (fast-twich = FTF) Fasern mit mehreren noch nicht endgültig geklärten Subtypen unterschieden (s. Tabelle). Da die Muskelfasern weitgehend genetisch bestimmt sind, ist der Einfluss des Trainings im Sinne einer Faserumwandlung beschränkt, zumindest noch nicht…
Phänotyp
Phänotyp (phenotype), griech. phaíno „ich erscheine“ und týpos „Gestalt“; Erscheinungsbild des Menschen (eines Organismus), das sowohl durch Erbanlagen (→Genotyp) als auch durch die Umwelt (z.B. durch →Training) geprägt ist. Talentauswahl hat die Einheit von Erbe (Genotyp) und Umwelt (Phänotyp) zu beachten. Dabei liegt die Schwierigkeit in der Bestimmung des Anteils am Talent darin, dass unser…
pyknomorph
pyknisch, pyknomorph (pyknic), griech. pyknós „dicht, fest“; untersetzt, dickleibig, Pol der Primärvariante der Wuchstendenz des Körpers nach CONRAD, ähnlich dem endomorphen Körperbautyp nach SHELDON oder dem Pykniker nach KRETSCHMER. Gegenpol: →leptomorph. →Konstitutionstyp →Metrikindex Die stämmigen, korpulenten und relativ kurzgliedrigen pyknomorphen Jungen sind sowohl im Wachstum als auch in der sexuellen Reifung zumeist Frühentwickler (Wagner et…