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Absprung
Absprung (dive on, takeoff), Sprungvorgang in Sportarten, im Schwimmen die Startphase nach der →Auftaktbewegung mit dem Ziel, eine hohe →Absprunggeschwindigkeit zu erreichen. Der Absprung beginnt mit dem Lösen der Hände und endet mit dem Lösen der Füße vom Startblock bzw. beim Rückenstart von der Beckenwand. Dazu werden die Arme nach vorn (Rückenstart nach hinten) geführt,…
Absprunggeschwindigkeit
Absprunggeschwindigkeit (takeoff velocity), Geschwindigkeit des →Körperschwerpunktes beim →Start im Moment des Lösens der Füße vom Startblock/Beckenwand, die mit 4-5 m/s wesentlich höher als die Schwimmgeschwindigkeit ist. Sie besteht aus einer horizontalen und einer vertikalen Komponente. Da die horizontale Komponente die Schwimmrichtung repräsentiert, ist sie ein höchst relevanter Parameter, der in zahlreichen Untersuchungen zur Starteffektivität ermittelt…
Absprungwinkel
Absprungwinkel (jump-off angle), Winkel beim →Startsprung zwischen der horizontalen Verlängerung der Startblockvorderkante und der Verbindungslinie zwischen dem KSP und der Startblockvorderkante im Moment des Lösens der Füße vom Block (s.Abb.). Er sollte nach Erkenntnissen aus der KLD des DSV im Bereich von 20-25 Grad liegen. Andere Autoren empfehlen -5 bis 10 Grad (Holthe et al.…
Aktionsschnelligkeit
Aktionsschnelligkeit (action velocity), Teilfähigkeit der komplexen Schnelligkeit, im Sinne einer schnellen Ausführung einer azyklischen Bewegung (→Bewegungsschnelligkeit). Die Aktionsschnelligkeit ist „dominant energetisch-konditionell determiniert“ (Harre, in Schnabel et al.2008, S. 173). Exkurs: Wie unterschiedlich der Begriff in der Praxis noch gehandhabt wird, davon zeugt der 20m-Lauf als Testverfahren im Schulsport, ergänzt durch Pendellauf, 30 Meter -Lauf und…
Anfangsgeschwindigkeit
Anfangsgeschwindigkeit (v0) (initial velocity), Geschwindigkeit zu Beginn einer Bewegung, z.B. eines Geschosses bei Verlassen der Mündung, oder beim Loslassen im Hammerwurf. Schwimmgeschwindigkeit im Übergang vom Startsprung zur Schwimmlage, die beim Start das 2-3fache der Schwimmgeschwindigkeit „auf der Strecke“ (reine Schwimmgeschwindigkeit) beträgt. Sie wird in der Wettkampfanalyse berechnet als mittlere Geschwindigkeit aus der Differenz zwischen der…
Armkreisstart
Armkreisstart (circular backswing start), Variante des Hochstarts, wonach die Arme in der Ausgangsstellung nach vorn gehalten und mit dem Startimpuls zunächst kreisförmig zurückgeführt werden. Dadurch kann die Auftaktbewegung vorverlagert werden, was besonders beim Staffelwechsel genutzt wird (s. Abb.).
Armschwungstart
Armschwungstart (armswing start), ältere Startform, die von Anfängern und teilweise beim Staffelwechsel (→Armkreisstart) benutzt wird. Kennzeichen ist, dass die Arme in der Ausgangsstellung nach hinten gehalten und nach einer kurzen Auftaktbewegung halbkreisförmig nach vorn geschwungen werden. Durch den Schrittstart kann der Staffelwechsel explosiver und schneller ausgeführt werden als mit dem traditionellen Armschwungstart (Kibele & Fischer…
Ausgangsstellung
Ausgangsstellung (starting position), Position vor Beginn einer Übung (Sport) oder eines Angriffs (Militär). Im Schwimmwettkampf die Position, die der Sportler nach der Aufforderung des Starters auf dem Startblock einnimmt, den er mit der ersten Bewegung als Reaktion auf das Startsignal verlässt. Dabei ist eine sichere, ruhige Körperposition anzustreben mit Gewichtsverlagerung auf den Vorderfuß (→Greifstart) bzw.…
azyklisch
azyklisch (acyclical), im Sport auf nicht kreisförmige, sich nicht wiederholende Bewegungsform bezogen, wie z.B. im Schwimmen der Start oder die Wende. →Bewegung, azyklische
Bewegung, zyklische
Bewegung, zyklische (cyclic movement), sich wiederholender Bewegungsablauf gleichartiger Bewegungen, wobei die jeweiligen Endphase und Vorbereitungsphase direkt ineinander übergehen.Ein Drittel der Wettkampfdisziplinen im Hochleistungssport liegen zyklische Antriebsbewegungen zugrunde (Witt 2008). Bei der Kraul- Armbewegung als alternierend zyklische Bewegung fällt zum Beispiel die Hauptphase des rechten Armes mit der Zwischenphase des linken Armes zusammen und umgekehrt. Die…
Blockzeit
Blockzeit (block time), Zeit beim Start im Schwimmen zwischen dem (elektronischen) Startsignal und dem Lösen der Füße vom (elektronischen) Startblock, die ein Ausdruck der Reaktionsschnelligkeit/fähigkeit des Schwimmers ist. Sehr gute Blockzeiten liegen unter 0,7 (Rücken 0,6) Sekunden und fallen mit zunehmender Streckenlänge etwas ab. Signifikante Unterschiede in der Blockzeit zwischen Greif – und Schrittstart lassen…
Bückstart
Bückstart (kind of bending; pikes at waist), Variante des Startsprunges vom Block, bei der die Beine in der Flugphase gebückt werden. Beim Eintauchen der Hände hat der Schwimmer eine in der Hüfte gebückte Körperhaltung, der Hüftwinkel beträgt ca.135°. Die Bückhaltung ist „eine aus einem geringeren Schwungbeineinsatz resultierende Notwendigkeit“, die gleichzeitig ein optimaleres Eintauchen (Richtungsumkehr) vorbereitet…
Einzelimpuls
Einzelimpuls (single impulse), In der Biomechanik die „Bewegungsgröße einer Teilbewegung, zumeist im Rahmen eines komplexen Bewegungsvollzuges“ (Moser in: Schnabel & Thieß, 1993, S.241). →Prinzip der zeitlichen Koordination von Einzelimpulsen Beispiel: Der Startsprung setzt sich als geschlossener Bewegungsablauf aus zahlreichen Einzelimpulsen wie Armeinsatz, Beinstreckung usw. zusammen, die in ihrer Summe den Gesamtimpuls ausmachen. →Impuls, →Impulserhaltungssatz
Elektromyografie
Elektromyografie (EMG) (electromyography), griech. myos „Muskel“; Aufzeichnung der Aktionsströme des Muskels bei willkürlichen Bewegungen oder elektrischer Reizung (→Elektromyostimulation). Mit der EMG sind Aussagen über den zeitlichen Einsatz der an einer Bewegung beteiligten Muskeln und damit zur intermuskulären Koordination möglich. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erwies sich auch die drahtlose EMG (KINE EMG-Geräte, Mini Wave Infinity Waterproof) als…
Fehlstart
Fehlstart (false start), Im Wettkampf starten vor dem Startsignal. „Der Schiedsrichter und der Starter sind berechtigt zu entscheiden, ob der Start einwandfrei ist. Erkennen sie auf Fehlstart, wird bei der Ein-Start-Regel jeder Schwimmer, der vor dem Startsignal startet, nach Beendigung des Wettkampfes disqualifiziert. Sie müssen nach der Zwei-Start-Regel beim ersten Fehlstart die Schwimmer zurückrufen. Das…
Flugzeit
Flugzeit (flight time), Zeit, die effektiv ein Flugkörper in der Luft ist (fliegt). Im Schwimmen die Zeit zwischen Absprung (Verlassen des Startblocks oder Beckenrandes) und Eintauchen beim Startsprung (messtechnisch mit dem theoretischen Eintauchzeitpunkt des KSP), die bei 0,4-0,5 Sekunden liegt, wobei Absprungkraft, Absprungwinkel und somit Absprunggeschwindigkeit und Flugbahn individuell und zwischen den Disziplinen differieren. So…
Frühstart
Frühstart (false start), allgemein der Beginn einer Wettkampfhandlung vor dem Startsignal. Im Schwimmen die ehemalige Bezeichnung für einen Fehlstart (Lösen der Füße vom Startblock) des ablösenden Schwimmers einer Staffel, bevor der ankommende Schwimmer angeschlagen hat. Der Frühstart führt zur Disqualifikation der Staffel, es sei denn, der den Frühstart verursachende Schwimmer kehrt zurück und schlägt noch…
Greifstart
Greifstart (grabstart), erstmals 1967 von amerikanischen Schwimmern angewandte Variante des Startsprunges vom Startblock, bei der beide Hände zwischen den Füßen an die Startblockhalterung (a) oder Startblockkante (b) greifen. Wenn auch heute zwischen Greif- und Schrittstart unterschieden wird, so ist von der Bedeutung des Wortes her auch der Schrittstart ein Greifstart, da die Hände beim Auftakt…
Hockstart
Hockstart (squat start), Startvariante im Schwimmen, bei der unmittelbar nach Verlassen des Startblocks die Beine angehockt werden. Wenn sich der Körper abwärts bewegt, werden die Beine gestreckt. Durch den so verursachten Rotationsimpuls (→Rotation) wird steiler eingetaucht, was besonders für längere Tauchphasen von Interesse ist. International hat sich aber mehr der Bückstart durchgesetzt. →Start Mehr…
Kickstart
Kickstart (kickstart von "kick" treten, abstoßen), Variante des Schrittstarts, die eine schräge Platte des neuen FINA-Startblocks nutzt. Von dieser drückt sich der Schwimmer mit dem hinteren Fuß ab. Eine Studie zeigt, dass der Kickstart dem Trackstart in allen Bereichen überlegen ist. Das betrifft sowohl die mittlere horizontale Abdruckskraft als auch die mittlere Horizontalgeschwindigkeit beim Abdruck…