Psychologie
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Abbild, internes
Abbild, internes (image, internal), „subjektive Widerspiegelung von Gegenständen, Erscheinungen und Beziehungen der objektiven Realität, von Zustandsbesonderheiten des eigenen Organismus sowie von Beziehungen des Menschen zu den vorhandenen gesellschaftlichen Anforderungen.
Abbildsystem, operatives
Abbildsystem, operatives (OAS) (imaging system, operational), „relativ beständiges, tätigkeitsbegleitendes inneres Modell (Gedächtnispräsentation), das inhaltlich und strukturell aufgabenbezogen determiniert ist und alle Abbilder über den Tätigkeitsprozess, seine Bedingungen und Auswirkungen umfasst. OAS bilden sich im Prozess der wiederholten Handlungsausführungen heraus, wobei eine inhaltliche und strukturelle Umorganisation und Modifikation über Rückkopplungsbeziehungen möglich ist. Der Aufbau des…
Aberglaube
Aberglaube (superstition), Glaube an Kräfte, Zusammenhänge, Mächte wider wissenschaftliche Grundlage. Besonders in als bedrohlich empfundenen Wettkampfsituationen (→Stress, psychischer) greift der Sportler oft zu irrationalen Hilfen, glaubt an magische Kräfte (z.B. an die Badehose, mit der man gewinnt), erhebt einfache Handlungen, die er bei einem erfolgreichen Rennen durchführte, zum Ritual (Bekleidung, Wasseraufnehmen vor dem Start usw.)…
Ablösung
Ablösung (pych.) (dissolution of a connection), Auflösung einer seelischen Bindung, einer seelischen Abhängigkeitsbeziehung z.B. von Kindern während der Pubertät von ihren Eltern, die sich durch kritische Distanz äußert. Dabei tritt ein soziales Paradoxon auf, indem das Kind politisch als mündig angesehen wird, aber sozial weiterhin abhängig ist (Davatz, 2016). Das betrifft besonders Schwimmer im Übergang…
Achtsamkeit
Achtsamkeit (attentiveness), augenblicklich Geschehenes bewusst wahrnehmen ohne es gleich zu bewerten. Achtsamkeit braucht einen “gereinigten Kopf”, frei von Gedanken über Gestern und Morgen, sondern mehr Körperwahrnehmung. Achtsamkeit hat ihre Quellen in der buddhistischen Meditation und wird heute mit zunehmender Tendenz in der Psychotherapie genutzt, um Symptome von Stress, Angst und Depression zu verringern (https://www.researchgate.net/profile/Darko-Jekauc-2/publication/286194277_Achtsamkeit_im_Leistungssport/links/5666bf4308ae15e74634db53/Achtsamkeit-im-Leistungssport.pdf- Zugriff…
Adaptation, soziale
Adaptation, soziale (adaptation, social), lat. ‚adaptare‘, anpassen, verändern; Prozess der Integration von Individuen oder Gruppen in die Gesellschaft (→Sozialisation). Im Sport die Eingliederung in die Trainingsgruppe, die →Nationalmannschaft, aber auch in eine →Schwimmabteilung, in den →Verein, →Sportinternat usw. Diese spezifischen Umweltbedingungen beeinflussen die Persönlichkeitsentwicklung sportlicher →Talente. So konnte z.B. bei Internatssportlern eine höhere Selbstregulierungsfertigkeit nachgewiesen…
Adaptationszeit
Adaptationszeit (adaptation time), lat. ‚adaptare‘, anpassen, verändern; Zeit für die Anpassung an eine neue Situation, z.B. Anpassung der Pupillen beim Wechsel vom Hellen ins Dunkle (Hell-Dunkel-Adaptation). In der →Wettkampfanalyse des Schwimmens das Zeitintervall bei der →Wende vom Kopfdurchgang bei 2,5m bis zum Beginn der →Drehbewegung.
ADHS
ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) (attention-deficit hyperactivity disorder - ADHD, deutsch ADHS), auch „Zappelphilipp-Syndrom“. Eine schon im Kindesalter beginnende psychische Störung, die sich primär durch leichte Ablenkbarkeit und geringes Durchhaltevermögen sowie ein leicht aufbrausendes Wesen mit der Neigung zum unüberlegten Handeln, häufig auch in Kombination mit Hyperaktivität, auszeichnet (ohne Hyperaktivität ADS). Etwa 3-10 % aller Kinder zeigen Symptome im…
Adoleszenz
Adoleszenz (adolescence), lat. adolescere „heranwachsen“; Lebensabschnitt zwischen →Pubertätsbeginn und Erwachsenenalter (Jugendalter): ♂ 14./15. – 18./19., ♀ 13./14.-17./18. Lebensjahr, auch als zweite puberale Phase bezeichnet. Da die zweite puberale Phase am Ende durch eine Abnahme wesentlicher Wachstums- und Entwicklungsparameter gekennzeichnet ist, beginnen für den Trainer im Anschlusstraining die „Mühen der Ebene“. Der fehlende Wachstumsschub und die…
Adrenalin-Kick
Adrenalin-Kick (adrenaline-kick), lat. ad ‚an‘ und ren ‚Niere‘,engl. kick „Stoß, Schuss“; Rauschzustand durch übermäßigem Ausstoß an Adrenalin. Ursprünglich war die erhöhte Freisetzung des Stresshormons lebenswichtig, um schnell fliehen oder kämpfen zu können. Heute ist der Adrenalin-Kick „Geburtshelfer“ vieler Extremsportarten. Auch hier macht die Dosis das Gift. Übertreibung (Extremsport als Suchtmittel), unter Umständen noch medikamentös unterstützt…
Adynamie
Adynamie (adynamia), griech., adynamia "Kraftlosigkeit", allgemeine Erschöpfung, Müdigkeit bis zur krankhaften Muskelschwäche, die sowohl seelisch als auch physisch verursacht sein können. Gegenteil von "dynamisch". Durch eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, viel Bewegung, Verzicht auf Rauchen und wenig negativen Stress kann die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Adynamie verringert, aber nicht ausgeschlossen werden. Mehr zum…
Affekt
Affekt (affect), lat. affectus „Zustand, vor allem: Leidenschaft, Gemütserregung, Begierde“; extremer Erregungszustand, in dem das Handeln außer Kontrolle gerät (Baumann, 1993, S.220), meist kurzzeitiges starkes Gefühl wie Jubel, Zorn, Wut, Schreck, Entsetzen, Kummer, Trauer in Verbindung mit körperlichen Begleiterscheinungen wie Rötung oder Blässe, Schweiß und Tränen. Die Diskrepanz zwischen dem Ergebnis der Selbstwahrnehmung und den…
Affekthandlung
Affekthandlung (emotional act), lat. affectus „Zustand, vor allem: Leidenschaft, Gemütserregung, Begierde“; durch psychische Belastung verursachte unkontrollierte Verhaltensweise („Kurzschlusshandlung“), die das Ergebnis von Handlungen in Frage stellen kann. Sie wird durch Ermüdung, Minderwertigkeitsgefühle, psychische Übersättigung, Angst, Erwartungsdruck oder Enttäuschung gefördert. Physiologisch betrachtet erregt der Sympathikus vom Hypothalamus ausgehend die Nebennieren und bewirkt eine verstärkte Ausschüttung der…
Affektkontrolle
Affektkontrolle (affective control), lat. affectus „Zustand, vor allem: Leidenschaft, Gemütserregung, Begierde“; Fähigkeit, sich eine unmittelbare Belohnung zu versagen, um später eine größere Belohnung zu erhalten als Basis erfolgreichen Handelns. →Affekt Exkurs: Der amerikanische Psychologe Mischel hat bei einem Test Kindern im Vorschulalter einen Marshmallow (Schaumzucker) angeboten. Dabei konnten sie wählen: sofort essen oder warten bis…
Afferenzsynthese
Afferenzsynthese (afferencsynthese), im "funktionellen System" von Anochin (1967) neben Aktionsakzeptor, Aktionsprogrammbildung und Rückmeldungsverarbeitung die Ebene bzw. das Glied, das den Handlungsentwurf in Abhängigkeit vom Handlungsspielraum und dem Funktionswert alternativer Ziele oder Wege bewerten hilft. Die Afferenzsynthese bringt alle Reize, die in einem bestimmten Zeitraum in das Nervensystem gelangt sind und physiologische und psychologische Reaktionen ausgelöst…
Affirmation
Affirmation (affiermation), lat. affirmatiō „Versicherung, Beteuerung“; Zustimmung, Bejahung; in der Autosuggestion das Ersetzen negativer Bilder, Vorstellungen, Gedanken durch positive. Auf den Sport übertragen „ein bekräftigender Satz, der autosuggestiv das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten steigern soll“. Damit wird noch nicht das aktuelle Handeln verändert, aber die „innere Situation des Augenblicks“ (aus „Ich habe Angst!“ wird…
Aggression
Aggression/Aggresivität (aggression), lat aggressio „heranschreiten; sich nähern; angreifen“; Verhalten, das darauf ausgerichtet, andere Personen oder Sachen zu schädigen. Aggression kann sich physisch durch Schlagen, Töten, körperliches Bedrohen, verbal durch Beleidigen, Spotten oder nonverbal durch Gesten, Mimik, verdeckt in der Phantasie, indirekt durch Sachbeschädigung, Nachrede, Mobbing, Schikane und emotional durch Stress, Ärger, Wut, Hass äußern (www.wikipedia.de).…
Aggressivität
Aggressivität (aggressiveness), lat aggressio „heranschreiten; sich nähern; angreifen“; länger andauernde Bereitschaft zu aggressivem Verhalten. →Aggression
Akkommodation
Akkommodation (accommodation), lat. accommodare „anpassen“, „adaptieren“, „anlegen“, „festmachen“; Anpassung. In der Lernpsychologie spricht man von kognitiver Akkommodation und meint damit: Anpassung im Denken und Handeln an die Bedingungen der Umwelt. →Assimilation Beispiel: Ein Kleinkind hat am Smartphone begriffen, wie man Bilder mit Fingerbewegungen vergrößern kann. Es macht die gleichen Bewegungen an der Glaswand…
Aktivation
Aktivation (activation), übernommen aus dem Englischen für „Aktivierung“; in der Psychologie die Erregung von neuralen und psychischen Prozessen durch innere und äußere Reize, die Aktionen vorausgeht und begleitet (Dorsch, 1976, S. 17), auch Grad der Aufgeregtheit und Wachheit. Ein optimales Erregungsniveau (höchste Leistungsfähigkeit) wird im mittleren Bereich zwischen den extremen Polen der niedriger Aktivation (z.…