Psychologie
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Antrieb
Antrieb (drive, motivation), mehrdeutiger Begriff: der auf einen Körper übertragene Impuls in der Technik oder durch Muskelkraft (→Antriebskonzeptionen im Schwimmen), Impuls als Funktion emotionaler Prozesse. Hierbei werden primäre, angeborene Antriebe (Hunger, Durst, Sexualtrieb) von sekundären Antrieben unterschieden, die anerzogen sind. Die Stärke des Antriebs wechselt im Laufe eines Lebens, antriebsstarke Jahre (mittleres Lebensalter) werden im…
Antriebsregulation
Antriebsregulation (drive, regulation), (Psychologie), „Funktionseinheit der Handlungsregulation, die bestimmt, ob und mit welcher Intensität gehandelt wird…Die Antriebsregulation ist vor allem durch Beharrlichkeit, Intensität und Konsequenz, mit der ein Ziel verfolgt wird, gekennzeichnet“ (Mathesius in Schnabel & Thieß, 1993, S. 68). Psychische Komponenten der Antriebsregulation sind: →Motive und Motivation für das Sporttreiben, volitive Voraussetzungen (→Wille), →Risikobereitschaft,…
Apathie
Apathie (apathy; disinterest), griech. apatheia „Unempfindlichkeit“; Teilnahmslosigkeit, Gleichgültigkeit, Desinteresse, als pathologische Erscheinungsform bis zur Demenz. Im Sport hingegen zumeist in milderer Ausprägung z.B. als Vorstartzustand, indem dem Schwimmer der Wettkampfverlauf egal ist. Das Wettkampfgeschehen wird emotionslos (nicht) registriert. Oft ist dieses Verhalten auch die Reaktion auf eine schwere Niederlage. In der Regel sollte man dem…
Apperzeption
Apperzeption (apperception), lat. percipere = sich aneignen, auffassen“; von Leibnitz eingeführter Begriff für einen seelischen Vorgang, wonach nicht die Gesamtheit der Wahrnehmungen, sondern nur derjenige Teil auf die Stufe des Bewusstseins erhoben wird, auf den sich die Aufmerksamkeit richtet, übertragen das bewusste und klare Erfassen von Wahrnehmungen und Denkinhalten. Gegenteil →Perzeption Exkurs: "Es kommt vor,…
Assimilation
Assimilation (assimilation), lat. Assimilatio „Ähnlichmachung“; in der Sozialpsychologie die Angleichung von Gruppen, damit besonders wichtig bei der Migration der zahlreichen Flüchtlinge. In der Lernpsychologie nach der Theorie von Piagets ein Prozess, mit dessen Hilfe neue Umwelterfahrungen in bereits bestehende kognitive Strukturen eingeordnet werden (Wörterbuch Psychologie, 2004). Assimilation und Akkomodation sind zwei Seiten einer Medaille, der…
Assoziation
Assoziation (association), lat. associare „vereinigen, verbinden, verknüpfen, vernetzen“; Vereinigung, Zusammenlegung. In der Psychologie die Verknüpfung von Gefühlen, Gedanken, Bildern und Begriffen, die nicht notwendigerweise einen inneren Bedeutungszusammenhang haben. Assoziation ist eine grundlegende Bedingung des Lernens. Grundlage ist die Vorgehensweise des Arbeitsspeichers im Gehirns, der von bildhaft-sinnlichen Eindrücken ein „update“ speichert und mit bereits früher Gelerntem…
Attribution
Attribution, Attribuierung, (attribution), lat. attributio „Schuldanweisung“; Ursachenzuschreibung bei der Erklärung von Ereignissen oder Handlungen, das Fragen nach dem Warum? Warum bin ich so schlecht geschwommen? Warum hat mich mein Trainer in der Staffel aufgestellt? Dabei sind bei der Bewältigung von Erfolgs oder Misserfolgserleben selbstwertdienliche oder selbstwertschützende Attributionsmuster typisch. Diesen attributionalen Verzerrungen unterliegen Sportler, Trainer wie…
Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeit (attention), Fähigkeit aus der Reizflut der Umwelt nach Bedarf zu selektieren und damit ein „Zustand gesteigerter Bewusstheit und Konzentration“ (Psych. Wörterbuch 2004). Der Sportler agiert wiederholt in Situationen, wo er seine ganze Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand (Absprunglinie, Startsignal, Beckenwand zur Wende usw.) richten muss. Dabei werden unbeteiligte neurophysiologische Regelkreise regelrecht abgeschaltet („Tunnelblick“). Denn sich…
Aufmerksamkeitsregulation
Aufmerksamkeitsregulation (attention regulation) → Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), → Aufmerksamkeitsstörung
Aufmerksamkeitsstörung
Aufmerksamkeitsstörung (attention deficit), Verhaltensweise, die durch Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität gekennzeichnet ist. Aufmerksamkeitsgestörte Kinder haben Schwierigkeiten, Einzelheiten zu beachten und länger bei einer Sache zu verweilen. Sie sind leicht ablenkbar, sprunghaft, ungesteuert und redselig, fallen durch vorschnelles und unbedachtes Verhalten auf und neigen zu unbedachten Handlungen. Ihr Vorgehen ist oft unnütz und durch verkürzte Problemlösungen…
Außenseiter
Außenseiter (outsider), Person, die sich aus der Gemeinschaft ausschließt oder ausgeschlossen wird oder Teilnehmer an einem Wettbewerb ohne Erfolgschancen. Im Sport zumeist einzelne oder mehrere Sportler, die von einer Gruppe (Trainingsgruppe, Mannschaft) ausgegrenzt werden. Die Ursachen können mannigfaltig sein, aggressiv - antisozial („Streithammel“, unkollegial, Schlägertyp, Streber) oder introvertiert-schüchtern (scheut Belastung, leistungsschwach usw.). Oft ist die…
Autosuggestion
Autosuggestion (autosuggestion), griech.-lat. „Selbstbeeinflussung“; Form des psychologischen Trainings, durch Einreden (suggerieren) den eigenen Willen oder eine Vorstellung zu beeinflussen. Der Erfolg hängt von der häufigen Wiederholung, bildlichen Vorstellung und verbalen Bekräftigung (→Verstärkung) ab. Negative Formulierungen sollten dabei gemieden werden, z.B. statt „Ich rege mich nicht auf!“, besser: „Ich bleibe ganz ruhig!“ In letzter Zeit belegten…
Aversion
Aversion (aversion), lat. von aversio „Ekel“; Abneigung, Widerwille gegenüber Personen oder Sachen. →Antipathie
Barriere, psychische
Barriere, psychische (psychological barrier), „Mauer im Kopf“, gehemmte Persönlichkeit bis zur nicht sichtbaren „seelischen Behinderung“, die deshalb verstärkt auf Unverständnis im Umfeld sorgt (Arbeitsverhältnis, Vermietung von Wohnung usw.) Im Sport reduzieren psychische Barrieren das Handeln auf Grenzbereiche bis zur totalen Unterdrückung (Baumann, 2006, S.271). Sie äußern sich als psychisches Trauma. Es werden zwei Arten von…
Beanspruchung
Beanspruchung (demand), „subjektive Auswirkung einer von außen einwirkenden Belastung“ (Wörterbuch Psychologie, 2004), auf das Training übertragen „die Inanspruchnahme individueller Leistungsvoraussetzungen bei Bewältigung einer Trainingsbelastung“ (Schnabel et al. 2008, S.224). Training zielt darauf ab, die Funktionssysteme des Organismus kurzzeitig aus dem Gleichgewicht (→Homöostase) zu bringen und zu einer Anpassung auf höherem Niveau zu führen. Inwieweit das…
Bedürfnis
Bedürfnis (need), (Psychologie) Streben, einen Mangel zu beseitigen oder Bedarf zu befriedigen (Bedürfnisbefriedigung), angeboren als primäres (physiologisches) Bedürfnis (z.B. Nahrungsaufnahme) oder erworben als sekundäres Bedürfnis (z.B. Anerkennung). Die Befriedigung sekundärer Bedürfnisse setzt oft die Befriedigung primärer Bedürfnisse voraus („Erst kommt das Fressen, dann die Moral“). Es wird auch nach weiteren Lebensgebieten klassifiziert: soziale, künstlerische, religiöse…
Bedürfnishierarchie nach MASLOW
Bedürfnishierarchie nach MASLOW (Maslow’s hierarchy of needs), Modell des amerikanischen Psychologen Abraham Maslow, das die Bedürfnisse in einer Pyramide von fünf Ebenen darstellt. Eine höhere Ebene kann der Mensch nur dann erreichen, wenn die Bedürfnisse der darunterliegenden Ebenen erfüllt sind. →Motiv, →Motivation