Physiologie
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Abdominalatmung
Abdominalatmung →Zwerchfellatmung, Form der Atmung durch Einsatz von Zwerchfell und Teilen der Bauchmuskulatur.
Acetylcholin
Acetylcholin (ACH) (acetylcholine), („Vaguswirkstoff“), erster exakt definierter →Neurotransmitter, der in den →Synapsen des Nervensystems wirkt (ZNS, parasympathische Nerven, →motorische Endplatte) und →Aktionspotentiale von Nerven- und Muskelfasern auslöst. Mehr zum Thema: http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/acetylcholin/69
Adaptationszeit
Adaptationszeit (adaptation time), lat. ‚adaptare‘, anpassen, verändern; Zeit für die Anpassung an eine neue Situation, z.B. Anpassung der Pupillen beim Wechsel vom Hellen ins Dunkle (Hell-Dunkel-Adaptation). In der →Wettkampfanalyse des Schwimmens das Zeitintervall bei der →Wende vom Kopfdurchgang bei 2,5m bis zum Beginn der →Drehbewegung.
Adenosindiphosphat
Adenosindiphosphat (ADP) (adenosinediphosphate), „chemische Substanz (Nucleotid), die durch hydrolytische Abspaltung eines Phosphorsäuremoleküls aus →Adenosintriphosphat (ATP) unter Einwirkung des Ferments Adenosintrasphosphase entsteht, wobei Energie frei wird. ADP bildet gemeinsam mit ATP die Schlüsselsubstanz für die chemische Energieübertragung“ (Röthig & Prohl, 2003, S.18). →Citratzyklus ATP + Enzym + Substrat → Enzym + Produkt + ADP Mehr…
Adrenalin
Adrenalin (adrenaline), lat. ad ‚an‘ und ren ‚Niere‘, auch als Medikament Epinephrin; Hormon des Nebennierenmarks, als „Stresshormon“ der Gruppe der Catecholamine zugehörig. Adrenalin aktiviert zahlreiche Körperfunktionen bei Belastungsbeginn („Starterhormon“, „Fluchthormon“), steigert den Energieumsatz, reguliert Wärmeproduktion, Glykogenabbau, Fettabbau usw. Damit hat es einen maßgeblichen Einfluss auf die Herz-Kreislauf-Funktion und die Energieversorgung der belasteten Muskulatur (Neumann in…
aerob
aerob (aerobic), griech. aer „Luft“; sauerstoffabhängig, biochemisch bezogen auf Energiestoffwechsel (→Energiebereitstellung), der maßgeblich an Sauerstoff gebunden ist. Beim aeroben Energieumsatz werden Kohlehydrate und Fette unter Mitwirkung von Sauerstoff verstoffwechselt. Im Schwimmen wird der Anteil aeroben Energieumsatzes mit zunehmender Streckenlänge größer und bei 1500m mit 90% angegeben (s. Tabelle). Dabei verbietet sich jeglicher Schematismus, da auch…
afferent
afferent (afferent), lat. affere „Hintragen“; „hinführend“, neurophysiologisch: Erregungen, die aus der Peripherie dem Zentralnervensystem zugeleitet werden („Inputs“). Gegenteil ist →efferent. →Afferenz
Afferenz
Afferenz (afference), lat. affere „Hintragen“; Informationsaufnahme durch die Sinnesorgane, konkret die Übertragung von Nervenerregungen durch Rezeptoren an das Zentralnervensystem. Afferenz ist in Einheit mit Efferenz die Grundlage der Bewegungssteuerung und -regelung umnd steht synonym für die gesamte Sensorik (Loosch 1999). Dabei wird der Organismus als selbstregulierendes System betrachtet, in dem die Bewegungstätigkeit die wesentlichste Form…
Afferenzsynthese
Afferenzsynthese (afferencsynthese), im "funktionellen System" von Anochin (1967) neben Aktionsakzeptor, Aktionsprogrammbildung und Rückmeldungsverarbeitung die Ebene bzw. das Glied, das den Handlungsentwurf in Abhängigkeit vom Handlungsspielraum und dem Funktionswert alternativer Ziele oder Wege bewerten hilft. Die Afferenzsynthese bringt alle Reize, die in einem bestimmten Zeitraum in das Nervensystem gelangt sind und physiologische und psychologische Reaktionen ausgelöst…
Akklimatisation
Akklimatisation (acclimatization), Anpassung des Organismus an veränderte Umgebungsfaktoren wie Höhe (→Höhentraining), unterschiedliche Temperaturen (→Hitze, →Kälte) oder Zeitzonen (→Jet-Lag). Bei Fernreisen kann von einer Akklimatisation nach ein bis zwei Wochen ausgegangen werden. Probleme der Akklimatisation sind durch die zunehmende Wettkampftätigkeit ab Anschlusstraining in der Jahresplanung (Reisezeiten) zu berücksichtigen. Neben Säuglingen und Kleinkindern sowie Schwangeren zählen Ältere…
Aktin
Aktin (actin), griech. aktis „Strahl“; Strukturprotein, das zusammen mit Myosin Aktinfilamente bildet, die nach der Gleitfilamenttheorie die Muskelkontraktion bewirken ("Ursprung der Bewegung"). Dabei wird die Größe der Kraft des kontrahierenden Muskels durch die Menge der Aktinfilamente (bis zu 3.000 pro Myofibrille) bestimmt, die an den Myosinköpfen haften. →Myofibrillen, →Muskelfaser Unmittelbar nach intensiver körperlicher Anstrengung werden…
Aktionspotential
Aktionspotential (action potential), kurzzeitige Änderung des Membranpotentials („Depolarisation“) von Nervenzellen oder Muskelfasern durch einen elektrischen Reiz nach der Ionentheorie der Erregung. Vereinfacht sind Aktionspotentiale Nervensignale, die Informationen über ein Axon (Fortsatz des Neurons) weiterleiten. Das Aktionspotential ist elementar für jegliche Reizübertragung und damit für das Leben überhaupt. Es läuft in fünf Phasen ab: Ruhepotential, Überschreitung…
alaktazid
alaktazid (alactacid), Energiestoffwechsel ohne Laktatbildung, charakteristisch für kurze maximale Kontraktion der Muskulatur, wobei die energiereichen Phosphatspeicher die höchste Energieflussrate bilden, aber nach 7-10 Sekunden bereits ausgeschöpft sind. Durch das Enzym Kreatinkinase wird Kreatinphosphat in Kreatin gespalten und dabei erfolgt die ATP – Resynthese. Das sind zugleich die energetischen Grundlagen des Schnelligkeitstrainings, wobei in der Trainingspraxis…
Aldosteron
Aldosteron (aldosterone), Steroidhormon der Nebennierenrinde, das durch gesteigerte Rückresorption von Natrium und Wasser in der Niere den Wasser- und Elekrolythaushalt beeinflusst („Dursthormon“). Durch die Wiederaufnahme von Natrium-Ionen in den Nieren steigt der Natrium-Spiegel im Blut an. Zugleich sinkt durch die Ausscheidung von Kalium-Ionen der Kalium-Spiegel im Blut. Gleichzeitig wird Wasser zurückgehalten. Über diese Effekte reguliert…
Alkalireserve
Alkalireserve (alkali reserve) syn. Standardbicarbonat: Basische Bindungskapazität des Blutes, die dem Organismus als Puffersubstanzen dient, indem sie einen Überschuss an Säuren (→Azidose) verhindert und so die normale Blutreaktion (pH = 7,31–7,45) aufrechterhält. Exkurs: Da die meisten Wettkämpfe im Schwimmen auf anaerober glykolytischer Energiegewinnung (im Mittel 14 mmol/l Laktat) beruhen, ist eine hohe Alkalireserve leistungsfördernd. Studien…
Alkalose
Alkalose (alkalosis), durch Alkalivermehrung hervorgerufene Gleichgewichtsstörung im Säure-Basen-Haushalt (pH>7,45), die zu Muskelkrämpfen führen kann. Ursachen können gesteigerte Atmung (respiratorische Alkalose) oder Verlust von H+-Ionen durch Erbrechen (metabolische Alkalose/Basenüberschuss) sein. Gegensatz: →Azidose, s. weiter: →Alkalireserve, →Puffersysteme, →Tetanus Aus der Forschung: Eine Studie bei Radzeitfahrern ergab, dass die Präexerzidose-Azidose (Einnahme von 0,15 g / kg Körpergewicht Ammoniumchlorid/NH4Cl…