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Motorik

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Aktualgenese

Aktualgenese (actual genesis), lat. actualis „tätig“, „wirksam“ und -genese ; in der Psychologie der „Prozess vom ersten, diffusen Eindruck bis zum voll ausgegliedertem Erlebnis“ (DORSCH 2004). Als motorische Aktualgenese der Zeitbereich innerhalb dessen zielgerichtete Bewegungen ablaufen und der als  „motorisches Lernen“ relativ unabhängig von der Ontogenese (als Summe von Aktualgenesen) ist. Dieser Vorgang läuft so…

Altersbesonderheiten

Altersbesonderheiten (age peculiarities), alterstypische physische und psychische Eigenschaften und Prozesse in der Ontogenese, die weitgehend durch genetisch bedingte Reifungsvorgänge bestimmt sind, wobei aber besonders im Sport auch die Trainingsbelastung und ein entsprechendes Umfeld (→Förderung) bedeutsam sind. Zwar erweist sich eine strikte Zuordnung auf eng begrenzte Lebensräume wegen der unterschiedlichen biologischen Entwicklung (→Alter, biologisches) als kritisch,…

Amortisationsphase

Amortisationsphase (amortication phase), franz. amortir, ‚tilgen‘; Unter Amortisation versteht man allgemein, dass die Ausgaben wieder eingebracht werden („es kommt ‚raus, was man ‚reingesteckt hat“). In der Bewegungslehre eine Teilphase bei allen Beuge-Streck-Bewegungen mit sofortiger Bewegungsumkehr („Schwungübertragung“ bei Meinel & Schnabel, 2007, S. 107) die Phase der Beugung des Sprungbeines (→exzentrisch) bis zum Absprung/Abstoß (→konzentrisch). Typische…

Analysator

Analysator (analyser), griech. analysis „Auflösung“; für die Wahrnehmungsprozesse zuständige Funktionseinheit zur Aufnahme, Weiterleitung und Verarbeitung eines Sinnesreizes. Der Analysator besteht aus Rezeptor (zur Aufnahme von Informationen), afferenter Nervenbahn bis hin zu spezifischen Arealen in der Hirnrinde. Für die motorische Koordination sind fünf Analysatoren bedeutsam: kinästhetischer, taktiler, statico-dynamischer oder vestibularer, optischer und akustischer Analysator. Diese wirken…

Aneignung

Aneignung (acquisition), allgemein Eigentumserwerb einer herrenlosen Sache (Wikipedia). In der Psychologie der Erwerb von Erkenntnissen, Erfahrungen, Verhaltensmustern in der Auseinandersetzung mit der Umwelt (→Lernen). Sportler eignen sich im Training Inhalte an, die vordergründig an den Körper und seine Bewegung gebunden sind. Dabei sind biologische Anpassungsprozesse als auch motorische sowie kognitiv-intellektuelle und letztlich sozial orientierte Lernprozesse…

Animal Walks

Animal Walks ("Tierspaziergänge", übertragen Einnehmen von Tier-Positionen), ein von Tierbewegungen aus der Natur inspiriertes Trainingskonzept zur Förderung von Koordination, Beweglichkeit und zum Aufbau von Rumpf- und Stützkraft, das besoders durch seinen spielerischen Charakter jüngere Sportler anspricht. Als "Animal Flow" auch mit Elementen aus Break-Dance und Yoga versehen. Da vorrangig mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet wird,…

Anpassungsfähigkeit, motorische

Anpassungsfähigkeit, motorische (adaptability, motor), → Umstellungsfähigkeit, motorische  

Ansteuerung, neuromuskuläre

Ansteuerung, neuromuskuläre (recruiting, neuro-muscular), Aktivierung der Muskelfasern (→Aktionspotential) durch nervale Impulse im Rahmen von Bewegungsprogrammen, deren Erregungsfrequenz über die Beteiligung schnell oder langsam kontrahierender Anteile entscheidet. →Einheit, motorische, →Elektromyografie, Mit dem „Neuromuskulären Differenzierungstraining“ sollen alle möglichen Teilbewegungsoptionen erspürt werden, um sie schließlich kinästhetisch hochdifferenziert wahrnehmen und ansteuern zu können. Auf dieser Grundlage können die Sportler die Teilkörperpositionen auf…

Anteversion

Anteversion (anteversion), lat. ante „vor“ + vertere „wenden, drehen“; Vorschwingen eines Beines oder Armes in der Sagittalebene. Gegenteil: →Retroversion Beispiel: Stand, Arme aus der Tiefhalte in die Vorhalte (waagerechte Armhaltung) heben. Die Hauptarbeit von 58% leistet hierbei der Deltamuskel (m. deltoideus), während sechs weitere Muskeln die restlichen 42% übernehmen.   Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Anteversion am…

Antizipation

Antizipation (anticipation), lat. anticipare „vorwegnehmen“; „Auf Erfahrung und aktuelle Wahrnehmung gegründete gedankliche bzw. vorstellungsmäßige Vorwegnahme zukünftigen Geschehens“ (Schnabel & Thieß, 1993, S.67). Unser Handeln verläuft nicht vorwiegend reaktiv, sondern voraussehend. Nicht der Weg bestimmt das Ziel, sondern das Ziel den Weg. Der Wasserspringer „erlebt“ seinen Sprung im Kopf bevor er springt. Also wird nicht nur…

Antriebsexperiment

Antriebsexperiment (drive experiment), bezogen auf die Schwimmausbildung Aktionen und Demonstrationen, die dem Anfänger helfen, die Bewegungssituation Wasser zu erleben und zu verstehen. Beispiele: - zur Erfahrung des statischen Auftriebs: Der Anfänger erfährt, dass er in der Hockschwebeposition nach der Einatmung langsamer sinkt als nach der Ausatmung Es ist schwierig ein Schwimmbrett zum Beckenboden zu transportieren…

Antriebskonzept, differenziertes

Antriebskonzept, differenziertes (Drive conception, differentiated), Konzept des Antriebs im Schwimmen, das mehrere Antriebskonzepte in die Betrachtung einschließt. Zum Beispiel kann der Delfinbeinschlag gut mit dem Vortexkonzept, Druckanteile beim Armzug mit dem Gegen-Schwimmrichtung-Konzept, die Antriebswirkung von Armen und Beinen aber auch mit der luvseitigen Ablenkung von einer Wassermasse erklärt werden (→klassisches Antriebskonzept). Kurzum: „Differenziert bedeutet demnach,…

Antriebskonzept, klassisches

Antriebskonzept, klassisches (drive conception, classical), antriebswirksame Querbewegungen der Hände auf der Grundlage des hydrodynamischen Auftriebs (→BERNOULLI- Prinzip), gut am Beispiel des Propellervortriebes zu erklären (→Lift, hydrodynamischer). Die Begründung bezieht sich vor allem auf Teilbewegungen und setzt stationäre Strömung voraus. Typisch hierfür ist das „Tellern“ im Synchronschwimmen. Das klassische Antriebskonzept kann für das Schwimmen insgesamt nur…

Antriebskonzept, konventionelles

Antriebskonzept, konventionelles (drive conception, conventional), Antrieb im Schwimmen durch einen gegen die Schwimmrichtung erfolgten Abdruck von einer trägen Wassermasse (actio = reactio), später modifiziert indem die Hand in einem kurvigen Muster verlief mit der Begründung, immer wieder ruhende Wassermassen zum Abdruck (→Widerlager) vorzufinden. Das konventionelle Antriebskonzept lässt sich gut am Beispiel des Raddampfers/Ruderers erklären. Es…

Antriebskonzept, vortexorientiertes

Antriebskonzept, vortexorientiertes (drive by means of vortex), Antrieb der durch die Schwimmbewegungen in Rotation versetzten Wassermassen. Jüngste Beweise deuten darauf hin, dass der Antrieb besonders im Delfinkick in Verbindung mit der Bildung und dem Verwerfen von Wirbeln erzeugt wird (u.a. Andersen & Sanders 2018, Tsunokawa et al. 2015, Pacholak et al 2014, Hochstein & Blickan…

Arrangement

Arrangement (arrangement), vieldeutig, von der Anlage eines Musikstücks, der Aufstellung von Gegenständen bis zur Vereinbarung. Die Anordnung der Muskelfasern ist z.B. im Englischen "arrangement of fibres". Übertragen auf den Sport eine Bewegungsanordnung (arrangement of the movement),  im weitesten Sinne  die Trainingsplanung. Unter didaktischem Aspekt eine anspruchsvolle Aufgabe des Trainers als „gezielte Anordnung bzw. Gestaltung von…

Assoziation

Assoziation (association), lat. associare „vereinigen, verbinden, verknüpfen, vernetzen“; Vereinigung, Zusammenlegung. In der Psychologie die Verknüpfung von Gefühlen, Gedanken, Bildern und Begriffen, die nicht notwendigerweise einen inneren Bedeutungszusammenhang haben. Assoziation ist eine grundlegende Bedingung des Lernens. Grundlage ist die Vorgehensweise des Arbeitsspeichers im Gehirns, der von bildhaft-sinnlichen Eindrücken ein „update“ speichert und mit bereits früher Gelerntem…

Asymmetrie, funktionelle

Asymmetrie, funktionelle (asymmetry, functional), griech. symmetría „Ebenmaß“, a-symmetria „kein Ebenmaß“;  unterschiedliche Funktionalität der beiden Gehirnhälften trotz anscheinend gleicher anatomischer Struktur (Lateralisation des Gehirns). In der linken Hälfte des Gehirns entwickeln sich die sprachlichen, arithmetischen und begrifflichen Funktionen, in der rechten das räumliche Vorstellungsvermögen und das Musikverständnis. Die unterschiedlichen Funktionen der beiden Hälften sind in den…

Ataxie

Ataxie (ataxia), griech.  ataxia „Unordnung‚ Unregelmäßigkeit“, Bewegungsstörung, die häufig auf Erkrankung des Kleinhirns zurückzuführen ist. Entsprechend der betroffenen Bewegung unterscheidet man Stand, -Gang, -Zeige- und Rumpf-Ataxie. Diagnose: Finger-Nase-Versuch, bei dem der Zeigefinger mit weit ausholender Bewegung bei geschlossenen Augen zur Nasenspitze geführt wird. Ursachen: Störungen im peropheren Nervensystem, im Rückenmark oder im motorischen System des…

Audiomotorik

Audiomotorik (audiomotor system), lat. audio „ich höre“ + motor „Beweger“; auf Klangvorstellungen beruhende Motorik. Audiomotorik beschreibt innerhalb der Resonanzlehre das Verhältnis und die Synchronisation von Hören und Bewegen. Die Muskulatur selbst wird musikalisch, d.h. sie reagiert direkt und in jeder gewünschten Dosierung auf gehörte Klänge. Die Möglichkeiten der Audiomotorik im Sinne der Fortschreibung der sportwissenschaftlichen…