Gesellschaft
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„Wettkampfwildwuchs“
„Wettkampfwildwuchs“ (competition uncontrolled growth), umgangssprachlich für die Tendenz der zunehmenden Vielfalt an Wettkämpfen, die besonders Topschwimmer durch Start- und Preisgelder zu einer Vielzahl von Starts verleiten, worunter oft der methodische Aufbau (Rückgang der Leistungsvoraussetzungen) erheblich leidet, zugleich für Topschwimmer bei entsprechender Strategie inzwischen eine gute Einnahmequelle sein kann. →Erfolg, →Trainingsplanung, →Professionalismus Exkurs: Als Trainer…
Armut
Armut (poverty), Mangel an materiellen, kulturellen und sozialen Mitteln, der zur Ausgrenzung vom gesellschaftlichen Mindeststandard führt. Armut wird statistisch über das Einkommen definiert. Nach den Maßstäben der EU liegt die Armutsgrenze bei 60% des mittleren Einkommens (relative Armut). Absolute Armut heißt, dass die Mittel zum physischen Überleben nicht ausreichen; das betrifft 1,2 Milliarden in der…
Autonomie
Autonomie (autonomy), griech. autonomía „Eigengesetzlichkeit, Selbstständigkeit“; Möglichkeit, das eigene Handeln selbst bestimmen zu können und weitgehend unabhängig zu sein. Autonomie kann sich auf Personen, aber auch auf Gruppen/Institutionen beziehen. Im Sport kann Autonomie verstanden werden als Ausdruck einer soziologischen und organisatorischen Selbstständigkeit (z.B. mit eigener „Gesetzgebung“ in Sachen Doping). →Selbstorganisation Exkurs: Obwohl die 69. Generalversammlung…
Bewegungsmangel
Bewegungsmangel (lack of exercise), chronisches Defizit an körperlicher Bewegung, keine Krankheit, aber Auslöser zahlreicher „Zivilisationskrankheiten“. Heute leidet bereits ein Drittel der Kinder im frühen Kindesalter unter Muskel- und Haltungsschwächen, Wahrnehmungs- und Koordinationsstörungen, Übergewicht oder emotional-sozialen Störungen. Ursachen sind: Verlust an Spiel- und Bewegungsräumen, Verplanung durch die Eltern im Zuge organisierter Events, verbringen der Freizeit vor…
Boykott
Boykott (boycott), „planmäßiges Fernhalten eines Gegners von geschäftlichen oder sozialen Beziehungen ohne Einsatz rechtlicher Mittel, mit dem Ziel, ein bestimmtes Verhalten zu erzwingen“ (MEYERS Lexikon 1996). →Konflikt Auch in der Geschichte des weltweiten internationalen Sportvergleichs ist Boykott als Ausdrucksform politischen Protests keine Seltenheit. Während noch 1980 und 1984 mit Berufung auf Bruch des „olympischen Friedens“…
Breitensport
Breitensport (sport for all), nicht einheitlich definiert und schwankt zwischen Massen-/Freizeitsport/Volkssport und Amateursport, in dem Sinne traditioneller Vereinssport, der im Gegensatz zum Leistungssport nicht nach Höchstleistungen strebt und im Gegensatz zum Freizeitsport wettkampfmäßig betrieben wird. Der Deutsche Schwimm-Verband hat (hatte bis 12/2018 ?) eine eigene Fachsparte „Breiten-Freizeit und Gesundheitssport“ (BFG), die zahlreiche Sportarten und Bewegungsformen…
Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH)
Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH), Arbeitsgemeinschaft, Zusammenschluss der Hilfsorganisationen in Deutschland, der sich über Grundlagen, Entwicklungen und Standards in der Ersten Hilfe verständigt. →http://www.bageh.de/ (Text von Harald Rehn)
Chancengleichheit
Chancengleichheit (equal opportunity), bildungs- und sozialpolitischer Anspruch, wonach jedem unabhängig von Herkunft oder Geschlecht die gleichen Bildungs-, Lebens- und Sozialchancen geboten werden. So heißt es im Grundgesetz: „Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf…
Demokratie
Demokratie (democracy), aus Lat. „Volksherrschaft“, im Grundgesetz der BRD verankerte Staatsform, im weiteren Sinne an die Idee der Volkssouveränität gebunden und das erfolgreichste Verfahren zur friedlichen Konfliktlösung, das den mündigen Bürger voraussetzt. Für Coubertin fußte der Olympismus auf den Grundlagen Demokratie und Internationalismus. In Deutschland spielt der Sport eine wichtige Rolle im Rahmen des von…
Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e.V. (DGfdB)
Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e.V. (DGfdB), Dachorganisation von Verbänden (Mitglied sind so z.B. der DSV und die DLRG), Unternehmen und Personen, die sich im weitesten Sinne dem Badewesen und seiner Standards widmen. →http://www.baederportal.com/startseite/ (Zugriff am 13.01.2019) (Text von Harald Rehn)
Deutsche Prüfungsordnung (DPO)
Deutsche Prüfungsordnung (DPO), Zwischen den Verbänden des BFS und der Kultusministerkonferenz der Länder abgestimmte Ordnung als deutschlandweit gültiger Standard für die einzelnen Schwimmabzeichen. Die Empfehlungen der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft und des Bundesverbandes zur Förderung der Schwimmausbildung für den Schwimmunterricht in der Schule unterstreichen…
Deutsches Rotes Kreuz e. V. (DRK)
Deutsches Rotes Kreuz e. V. (DRK), Hilfsorganisation, die mit ihrer Wasserwacht Mitglied im BFS ist und in der BAGEH mitarbeitet (Text von Harald Rehn). Webseite: https://www.drk.de/
Devianz
Devianz (deviance), frz. dévier „abweichen“; In der Soziologie und Psychologie (Pädagogik) das Abweichen von gesellschaftlichen Normen, das positiv wie negativ bewertet werden kann, wobei Beispiele für negative Abweichungen überwiegen und deshalb oft deviantes Verhalten synonym für gestörtes, krankhaftes bis kriminelles Verhalten gebraucht wird. Zu beachten ist, dass sich Normen und folglich auch die Wertung bestimmter…
Digitalisierung
Digitalisierung (digitizing), lat. digitus „Finger“; Wandel hin zu digitalen Prozessen mittels Informations- und Kommunikationstechnik (Wikipedia), der in seinen Ausmaßen der industriellen Revolution gleichzusetzen ist und das 21. Jahrhundert maßgeblich bestimmen wird. Insbesondere die künstliche Intelligenz wird zur dominierenden Technologieplattform. Dieser Prozess wird von Abstiegsängsten und sozialer Ungleichheit begleitet. Die Politik, zum sozialen Ausgleich verpflichtet, muss…
Diskriminierung
Diskriminierung (discrimination), lat. discriminare „trennen, absondern, abgrenzen, unterscheiden“; Herabsetzung durch Benachteiligung sozial: Benachteiligung von Menschen oder Gruppen aufgrund bestimmter Merkmale (Rasse, Geschlecht, Alter, Bildung, Lebensstandard usw.), basiert zumeist auf Vorurteilen, um die eigene Vorrangstellung zu halten (→Stigmatisierung). In der Technik die Abgrenzung von Messwerten und Einstellungen. In der Biologie die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Reizen unterscheiden…
Diversity Management
„Diversity Management" (engl. „vielfältige, abwechslungsreiche Führung“), Konzept aus der Unternehmensführung, das die Verschiedenheit der Mitarbeiter nicht nur toleriert, sondern zu Nutzen macht. Ziele des diversity Management sind: eine produktive Gesamtatmosphäre im Unternehmen, Diskriminierungen von Minderheiten zu verhindern und die Chancengleichheit zu verbessern (www.wikipedia.de). Exkurs (auf den Sport übertragen): „Der Grundgedanke von Diversity beruht auf Verschiedenheit…
Doping
Doping (doping), engl. to dope „Drogen verabreichen“; allgemein die unerlaubte Einnahme leistungssteigernder Mittel (Dopingmittel). Im Sport der ein- oder mehrmalige Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln, wie sie in Artikel 2 der WADA ausgewiesen sind. Verstöße sind nach der Definition der Welt Anti-Doping Agentur ab 1.1.2015: 2.1 Vorhandensein einer Verbotenen Substanz, ihrer Metaboliten oder Marker in der…
Effizienzanalyse
Effizienzanalyse (analysis of the efficiency), lat. efficientia „Wirksamkeit“; Analyse zur Wirksamkeit von Verfahren und Prozessen im Verhältnis zum dafür benötigten Aufwand. →Effektivitätskoeffizient In Anbetracht der zunehmenden Kosten, die der Leistungssport beansprucht, wird von Fall zu Fall (letztlich 2016) die Wirksamkeit des Systems überprüft. Das betrifft insbesondere die Fördermaßnahmen. Dabei ist der Maßstab eindeutig vorgegeben: „Die…
Ehrenamt
Ehrenamtlichkeit/ Ehrenamt (volunteering, honorary office), „freiwillige, unentgeltliche Erstellung von Leistungen für und in freiwilligen Vereinigungen“ (Heinemann, in Röthig & Prohl, 2003). Die Ehrenamtlichkeit ist Stütze wie Hindernis des deutschen Sports zugleich; Stütze, indem die Selbstverwaltung des Sports zu drei Viertel von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen wird und dadurch Personalkosten gespart werden (Ehrenamtlichkeit wurde ursprünglich zur Entlastung…