Biomechanik
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Abdruck
Abdruck (push-off), Abdrücken eines härteren Gegenstandes von einem weicheren, Abdruck einer Druckform oder eines Bildes (Printmedium); im Wasser eine dynamische Einflussgröße des Vortriebes im Schwimmen, hier als Einheit von Zug und Druck der Armbewegung. →Bewegungsstärke, →Abdruckflächen, →Abdruckweg Da im Wasser der für Kraftwirkungen feste Stütz fehlt, muss der Schwimmer die hydrodynamischen Gesetzmäßigkeiten nutzen, um einen…
Abdruckflächen
Abdruckflächen (push-off surfaces), Widerstandsflächen, die beim Schwimmen Vortrieb erzeugen und die Extremitäten, hier vornehmlich Hände und Füße betreffen. Größere Abdruckflächen durch Hilfsmittel (→Handbrett, →Schwimmflossen) erhöhen die Abdruckkraft somit die Schwimmgeschwindigkeit. Sie können durch entsprechende Technik erweitert werden, so auf die Unterarme durch Ellenbogen – vorn -Haltung oder die Unterschenkel beim Brust-Unterschenkel-Schlag (→Brustschwimmen), Überstreckung der Füße…
Abdruckweg
Abdruckweg (push-off-way), Weg beim Armzug und Beinschlag, bei dem Vortrieb erzeugt wird („nicht abreißen lassen!“), z.B. indem die Hebellänge (→Hebelgesetz) der Arme durch Beugen und Strecken verlängert wird (→Ellenbogen-Vorhalte). Zudem bewegen sich die Hände nicht in einer Geraden nach hinten, sondern mit seitlichen Abweichungen, wodurch das für die einzelnen Schwimmarten typische Zugmuster entsteht. Dabei wächst…
Abschwimmgeschwindigkeit
Abschwimmgeschwindigkeit →Anfangsgeschwindigkeit, →Abstoßgeschwindigkeit
Absprung
Absprung (dive on, takeoff), Sprungvorgang in Sportarten, im Schwimmen die Startphase nach der →Auftaktbewegung mit dem Ziel, eine hohe →Absprunggeschwindigkeit zu erreichen. Der Absprung beginnt mit dem Lösen der Hände und endet mit dem Lösen der Füße vom Startblock bzw. beim Rückenstart von der Beckenwand. Dazu werden die Arme nach vorn (Rückenstart nach hinten) geführt,…
Absprunggeschwindigkeit
Absprunggeschwindigkeit (takeoff velocity), Geschwindigkeit des →Körperschwerpunktes beim →Start im Moment des Lösens der Füße vom Startblock/Beckenwand, die mit 4-5 m/s wesentlich höher als die Schwimmgeschwindigkeit ist. Sie besteht aus einer horizontalen und einer vertikalen Komponente. Da die horizontale Komponente die Schwimmrichtung repräsentiert, ist sie ein höchst relevanter Parameter, der in zahlreichen Untersuchungen zur Starteffektivität ermittelt…
Absprungwinkel
Absprungwinkel (jump-off angle), Winkel beim →Startsprung zwischen der horizontalen Verlängerung der Startblockvorderkante und der Verbindungslinie zwischen dem KSP und der Startblockvorderkante im Moment des Lösens der Füße vom Block (s.Abb.). Er sollte nach Erkenntnissen aus der KLD des DSV im Bereich von 20-25 Grad liegen. Andere Autoren empfehlen -5 bis 10 Grad (Holthe et al.…
Abstoß
Abstoß (push-off), im Schwimmen als Abstoß von der Beckenwand bei Wende, Rückenstart oder als „Abgang von unten“ zu Beginn von Trainingsserien oder Sprints. Der Abstoßwiderstand wird maßgeblich durch die Fläche bestimmt, mit der sich der Schwimmer vom Wasser abdrückt, aber auch von Dauer, Richtung und Länge der Abstoßbewegung. Die EMG -Muster verschiedener Abstoßsituationen im Wasser…
Abstoßgeschwindigkeit
Abstoßgeschwindigkeit (kick-speed, push-off velocity), Geschwindigkeit eines Sportlers bzw. Sportgeräts, die als alleiniges Ergebnis der Abstoßbewegung des Sportlers durch einen Kraftstoß ohne Berücksichtigung bereits vorhandener Geschwindigkeiten (Anlaufen, Anfahren u. a.) erzielt wird (Sport A-Z). Im Schwimmen verstehen wir darunter die Geschwindigkeit des KSP, die am Ende des Abstoßes erreicht wird, wenn die Füße die Wand verlassen.…
Abstoßhöhe
Abstoßhöhe (push-off hight). Abstand vom Setzen der Füße an die Wand bis zur Wasseroberfläche bei der →Wende, die in der Literatur unterschiedlich angegeben wird, zumeist 80-90 cm. Küchler (2015, S.60) dazu: „Der Praktiker kann sich am Wellenbild in der Umgebung des Schwimmers orientieren: keine Welle an der Wasseroberfläche sind ein Hinweis für eine ausreichende →Tauchtiefe…
Acetylcholin
Acetylcholin (ACH) (acetylcholine), („Vaguswirkstoff“), erster exakt definierter →Neurotransmitter, der in den →Synapsen des Nervensystems wirkt (ZNS, parasympathische Nerven, →motorische Endplatte) und →Aktionspotentiale von Nerven- und Muskelfasern auslöst. Mehr zum Thema: http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/acetylcholin/69
Achse
Achse (axis), Erbwort aus dem Griechischen ἄξων, áxōn; vielverwendet in Mathematik, Physik, Technik, Botanik bis zur Politik („Achse des Bösen“) In der Biomechanik fiktive Gerade, die rechtwinklig zur Bewegungsebene durch den Drehmittelpunkt für Drehbewegungen (→Rotation) verläuft (Wick, 2005, S.171), In den →Gelenken sind je nach Beschaffenheit Drehbewegungen um eine oder mehrere Achsen möglich (→Freiheitsgrade), →Körperachse.…
Anfangsgeschwindigkeit
Anfangsgeschwindigkeit (v0) (initial velocity), Geschwindigkeit zu Beginn einer Bewegung, z.B. eines Geschosses bei Verlassen der Mündung, oder beim Loslassen im Hammerwurf. Schwimmgeschwindigkeit im Übergang vom Startsprung zur Schwimmlage, die beim Start das 2-3fache der Schwimmgeschwindigkeit „auf der Strecke“ (reine Schwimmgeschwindigkeit) beträgt. Sie wird in der Wettkampfanalyse berechnet als mittlere Geschwindigkeit aus der Differenz zwischen der…
Anfangskraft
Anfangskraft (initial force), biomechanisches Prinzip, wonach der Kraftwert zu Beginn einer Bewegung erhöht wird, indem eine gegenläufige Bewegung vorgeschaltet wird, z.B. Ausholbewegung der Extremitäten bei Sprung und Wurf (Hochmuth, 1967). Dabei sollten der Bremsstoß der einleitenden Bewegung und der Beschleunigungsstoß der eigentlichen Bewegung optimal aufeinander abgestimmt sein. Da die Anfangskraft von der zur Verfügung stehenden…
Angehverhalten
Angehverhalten (tactics), Begriff aus der Trainingspraxis: Verhältnis der Schwimmgeschwindigkeit im ersten Teilabschnitt einer Wettkampfdistanz zur Schwimmgeschwindigkeit über die gesamte Strecke, zumeist mit taktischer Aufgabenstellung verbunden. Das Angehverhalten wirkt sich oft entscheidend auf das Wettkampfergebnis aus. Trotz Unterschieden im Angehverhalten zwischen „Ausdauer“ - und „Sprinttypen“, gibt es unter physiologisch-ökonomischen Aspekten ein optimales Maß, wobei die „Sprinter“…
Anstellwinkel
Anstellwinkel (angle of attitude), Beim Flugzeug der Winkel zwischen der Richtung der anströmenden Luft und der Sehne eines Tragflügels. Beim Skispringen gewährt der Anstellwinkel der Ski den erforderlichen aerodynamischen Auftrieb (optimal bei 35°). Auf das Schwimmen übertragen der Winkel, der durch die Körperlängsachse (→Körperachse) und die Schwimmrichtung (Lage des Schwimmers) oder zwischen Anströmrichtung und einzelner…
Anströmfläche
Anströmfläche (A) (area; surface), Fläche eines Körpers (Stirnfläche), gegen die ein Fluid (Wasser, Luft) anströmt. →Widerstandsbeiwert Übertragen auf den Schwimmer, die Fläche des Schwimmers, die dem anströmenden Wasser entgegensteht und folglich den Strömungswiderstand (Fw) maßgeblich beeinflusst, der sich proportional der Anströmfläche verhält. Mit dem schon im 18. Jahrhundert vom Namensgeber Bernoulli beschriebenen Bernoulli-Prinzip lässt sich…
Antriebskonzept, konventionelles
Antriebskonzept, konventionelles (drive conception, conventional), Antrieb im Schwimmen durch einen gegen die Schwimmrichtung erfolgten Abdruck von einer trägen Wassermasse (actio = reactio), später modifiziert indem die Hand in einem kurvigen Muster verlief mit der Begründung, immer wieder ruhende Wassermassen zum Abdruck (→Widerlager) vorzufinden. Das konventionelle Antriebskonzept lässt sich gut am Beispiel des Raddampfers/Ruderers erklären. Es…