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Trainingslehre

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Algorithmus

Algorithmus (algorithm), lat. algorithmus  für „geregelte Prozeduren“; zunächst Berechnungsverfahren für ein mathematisches Problem, dann als zentraler Begriff von der Informatik übernommen beherrschen Algorithmen immer mehr unser Leben. Vereinfacht sind es Handlungsvorschriften in den verschiedensten Bereichen, in denen die einzelnen Schritte festgelegt sind und deren Reihenfolge zwingend erforderlich ist, um eine Aufgabe zu lösen (was jeder…

Basisleistung

Basisleistung (basic achievement) →Leistungsvoraussetzung

Meisterlehren

„Meisterlehren“ (master theories), Übertragung des Grundmodells handwerklichen Ausbildungsverhältnisses zwischen Meister (Experte) und Lehrling auf andere Bereiche der Ausbildung (z.B. Kunst und Musik, "Meisterschüler"). Im Sport Trainingskonzeptionen erfolgreicher Trainer, die maßgeblich die Trainingslehre beeinflussten. Nach wie vor sind die Erfahrungsberichte unserer erfolgreichsten Trainer elementarer Bestandteil der Trainerausbildung. Sie zwingen aber auch den Trainer selbst, die wesentlichen…

Prinzip

Prinzip (principle), lat. principium = Anfang, Ursprung; Grundsatz, Grundregel, auf die sich menschliches Denken und Handeln stützt. So sind z.B. die Unantastbarkeit der Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit Grundprinzipien unserer Verfassung. Im klassischen Sinne ist das (axiomatische) Prinzip eine Gesetzmäßigkeit, die anderen Gesetzmäßigkeiten übergeordnet ist. Da diese Gesetzmäßigkeit für gewöhnlich nicht ohne weiteres definierbar ist, wird das…

Proteinsynthese

Protein(bio)synthese (protein synthesis), früher Eiweißsynthese, Translation; Verknüpfung von Aminosäuren zu spezifischen Ketten (Peptidketten), die auf der Grundlage von Erbinformationen (→Desoxyribonukleinsäure) gebildet werden. Grundsätzlich besteht ein Gleichgewicht (→Homöostase) zwischen Proteinabbau (→Katabolismus) und Proteinaufbau (→Anabolismus). Einfach gesagt: Durch die Proteinbiosynthese werden nach einem durch genetische Informationen festgelegtem Plan neue Proteine in Zellen gebildet (WIKIPEDIA). →Protein, →Proteinumsatz, →Proteinsyntheserate…

Responder

Responder (responder), aus dem Englischen „der Antwortende“; in der Medizin übertragen auf Personen, die auf bestimmte Verfahren (z.B. Operationstechnik) oder auf Medikamente reagieren, im Sport entsprechend auch auf Trainingsreize. Im Leistungssport, besonders im Nachwuchsbereich, wird vorrangig in Gruppen nach einheitlichen Plänen trainiert. Trotzdem reagieren die Sportler unterschiedlich. Das liegt an der Heterogenität im Ansprechen auf…

Reversibilität

Reversibilität (reversibility), lat. reversus ‚umgekehrt‘; Umkehrbarkeit von Prozessen, in der Physik eine umkehrbare thermodynamische Zustandsänderung. Eine reversible Krankheit ist heilbar, nicht heilbar ist dementsprechend "irresversibel". In der Psychologie das Umschalten von Gedankengängen, die Dinge aus einer Perspektive zu sehen oder auch aus dem entgegengesetzten Blickwinkel zu betrachten. Beispiel:  Ein Kind, das beispielsweise die Frage, „hast…

Sportwissenschaft

Sportwissenschaft (sports science), Integrations- und Querschnittswissenschaft, die ihre Einheit dem gemeinsamen Gegenstand  „Sport“ verdankt, wobei die einzelnen Disziplinen (→Sportmedizin, →Sportpsychologie, →Sportpädagogik, →Sportsoziologie, →Biomechanik des Sports, →Sportmarketing, →Sportethik, →Trainingswissenschaft usw.) eher zur Verselbstständigung neigen. Der wirkliche Gegenstand der Sportwissenschaft und ihre Methoden, Verfahren sind ebenso wenig geklärt, wie ihr Verhältnis zum Sport (Grupe, 2001). Mit einer…

Superkompensation

Superkompensation (super-compensation), lat. super „über“, compensare „ausgleichen“, „ersetzen“; von Jakowlew 1977 aus dem →Glykogen-Stoffwechsel abgeleitete Modellvorstellung, die maßgeblich die →Trainingswissenschaft prägte. Danach wird durch hohe →Belastungen die →Homöostase durchbrochen. Die beanspruchten Funktionssysteme benötigen dann eine gewisse Zeit der →Wiederherstellung, wobei einige danach über das Ausgangsniveau hinaus schwingen, was als „überschießende Adaptationsreaktion“ (→Adaptation) oder Superkompensation bezeichnet…

Theorie

Theorie (theory), systematisch geordnete Menge von Aussagen oder Sätzen über einen Bereich der objektiven Realität oder des Bewusstseins, deren wichtigste Bestandteile formulierte Gesetzesaussagen (Gesetz) sind. Jede Theorie ist Produkt der Tätigkeit der Menschen und sollte sprachlich formulierbar und von anderen verstanden werden können. Sportliches Training fußt zumeist noch auf allgemeinen, aus der Sportpraxis abgeleiteten Handlungsorientierungen…

Theorie-Praxis-Verhältnis

Theorie-Praxis-Verhältnis (theory-practice relationship), das Verhältnis von Ideen und ihrer Verwirklichung. Die Theorie für den Trainer ist integriert in die Sportwissenschaft. Sie wird durch deren Studium und/oder durch die Ausbildung im DOSB vermittelt (→Trainerausbildung). Die Praxis ist an das Training und die Organisationsformen des Sports (Verein, Verband) gebunden. Dabei bewegen sich  „Lernen und Entwicklung in einen…

Trainer-Berater-System

„Trainer-Berater-System“ (coach advisor system), vom Institut für angewandte Trainingslehre (IAT) Leipzig entwickelte Konzeption, um an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis den Trainer wirksam zu beraten. Sie geht auf den Zusammenschluss von Cheftrainer, Heimtrainer, Sportarzt, Psychologe und Trainingswissenschaftler in einem Steueraktiv zurück (Reiß & Meinelt, 1985). Die Konzeption basiert auf drei Grundrichtungen: Erschließung des trainingswissenschaftlichen…

Training

Training (training), „systematische und zielgerichtete Herausbildung und Verbesserung von Handlungskompetenz und Verhaltensweisen durch den Einsatz geeigneter Methoden“ (Schnabel, 2003) In diesem Sinne wird Training in vielen Tätigkeitsfeldern angewandt. Der Begriff sportliches Training war zunächst stark an den Hochleistungssport gebunden (Harre, 1971). Heute wird ein „offener“ Trainingsbegriff postuliert. So kann man trainieren, um im Sport, aber…

Training, sportliches

Training, sportliches (training, athletic), Training zur sportlichen Leistungssteigerung oder Leistungsminderung (→Abtraining) mit folgenden Merkmalen (Schnabel et al. 2003): Zielgerichtetheit, Planmäßigkeit und Systematik, Realisierung durch Körperübungen, Einheit von Bildung und Erziehung, Einheit von individueller und kollektiver Ausbildung, Einheit von Training und Wettkampf, Einheit von Belastung und Erholung und wissenschaftliche Fundierung. →Trainingsprinzipien

Trainingslehre

 Trainingslehre (training methodology*), handlungsorientierter Teil der Trainingswissenschaft, der sich mit der Technologie und Didaktik des Trainierens beschäftigt (Schnabel & Thieß, 1993). Sie speist sich aus Quellen sowohl der Trainingspraxis (Erfahrungswissen) als auch aus wissenschaftlichen Studien und beschreibt allgemein gültige sportartübergreifende Trainingsprinzipien, Trainingsmethoden (→Methode) und Trainingsinhalte. Wir folgen auch nicht den Bemühungen einiger Trainingswissenschaftler, sich definitorisch…

Trainingsprinzip

Trainingsprinzip (training principle), „allgemeine Handlungsanweisung für die Trainings- und Wettkampftätigkeit“ (Schnabel & Thieß, 1993, S. 883/884), wie z.B. das Prinzip der zunehmenden Belastungssteigerung oder das Prinzip der zyklischen Gestaltung des Trainings. Ein allseitig anerkanntes System der Trainingsprinzipien steht allerdings noch aus. Harre hatte 1979 den Reigen mit 7 „Grundsätzen des sportlichen Trainings“ begonnen, bei Martin…

Trainingsprozess

Trainingsprozess (training process), zeitliche Reihenfolge der komplexen Trainingsmaßnahmen zur Entwicklung der sportlichen Leistung.oder einfach Training.

Trainingswirkung

Trainingswirkung (training effect), Veränderung der Leistungsvoraussetzungen durch Trainingsreize. Dabei beschreibt das bislang häufig verwendete Modell der Superkompensation die komplexe Trainingswirkung unzureichend. Stark (1984) stellte deshalb den Begriff der Informationsorganisation dem Reiz-Anpassungs-Gesetz gegenüber. Somit liegen zwei Grundmechanismen der Wirksamkeit des Trainings zugrunde, einmal die informationellen Prozesse und Kopplungen (Informationsorganisation) zum anderen die morphologisch-funktionellen Anpassungen (Superkompensation). Die…

Trainingswissenschaft

Trainingswissenschaft (science of training), Disziplin der Sportwissenschaft, die sich mit den allgemeinen Zusammenhängen in Training und Wettkampf im Sport beschäftigt. Sie hat vorrangig den Charakter einer angewandten Wissenschaft und stützt sich auf Erkenntnisse der Medizin, Biomechanik, Pädagogik,  Psychologie und Soziologie. Ihre handlungsorientierte Komponente ist die Trainingslehre. Ihr Bezugspunkt ist die "Bewährung in der Praxis" (Joch,…

Trainingswissenschaft, angewandte

Trainingswissenschaft, angewandte (applied training science), Verständnis der Trainingswissenschaft als „anwendungsorientierte Humanwissenschaft, die technologisches Wissen generiert, dabei jedoch ebenfalls zur Gewinnung des dafür erforderlichen Hintergrundwissens durch Grundlagenforschung beizutragen hat“ (Schnabel et al.2008, S.21). Eine Wissenschaft muss weiterentwickelt (forschen), vermittelt (lehren) und für die Praxis nutzbar (anwenden) gemacht werden. Diese drei Aspekte stehen nicht im Wiederspruch zueinander,…