Taktik
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Endspurt
Endspurt (finish, final sprint), besondere Aktivität in einer Endphase (einer Ausbildung, einer Wettkampfserie), im ursprünglichen Sinne aber Tempobeschleunigung zu Ende eines Rennens. Steigerung der Schwimmgeschwindigkeit in der Schlussphase eines Wettkampfes, deren Dauer und Länge von taktischen Erwägungen und dem aktuellen Leistungsvermögen bestimmt wird. Grundlage sind ein hohes Niveau der wettkampfspezifischen Ausdauer (Stehvermögen) und psychisches Mobilisationsvermögen.…
Fähigkeit, taktische
Fähigkeit, taktische (ability, tactical), das Vermögen zweckmäßig während einer sportlichen Handlung zu entscheiden und entsprechende Strategien zu entwickeln. Grundlage sind neben Erfahrung solche psychischen Eigenschaften wie Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit, Beobachtungsfähigkeit, Vermögen zur Antizipation, Besonnenheit, Entschlusskraft. →Taktik Taktische Fähigkeiten sind auch im Sportschwimmen vielfältig gefordert. Das beginnt bei dem Wettkampfeinsatz (z.B. Mannschaftsaufstellung bei DMaM), bei Staffeleinsätzen bis…
Gegner
Gegner (opponent), „jemand, der einem anderem im Kampf gegenübersteht oder etwas ablehnt“ (WIKIPEDIA). Der Kampf kann auch im übertragenen Sinne gemeint sein, beispielsweise das Wortgefecht in der Politik (Opposition) oder der Wettkampf im Sport. Die Spanne der Gegnerschaft ist sehr weit und geht von lästig, unangenehm (Widersacher, Gegenspieler, Konkurrent usw.) bis bedrohend (Todfeind). Im Leistungssport…
Gegneranalyse
Gegneranalyse (analysis of opponent), Ermittlung des aktuellen Leistungsvermögens und bevorzugter Rennstrategien von Konkurrenten (→Gegner) zur taktischen Gestaltung von Wettkämpfen. Eine wesentliche Grundlage hierzu sind Wettkampfanalysen und Videoaufzeichnungen. Die Analyse sportlicher Gegner ist vor allem Aufgabe von Trainingswissenschaftlern, die im Auftrag des Dachverbandes/Vereins als Beobachter bei den Hauptwettkämpfen fungieren, wobei auch zunehmend durch die Nutzung von…
Gleichmaß
Gleichmaß (regularity, even pace), ausgewogenes Verhältnis in Geschwindigkeit, Kraftverlauf, Rhythmus (Ausgeglichenheit) einer Bewegung. Auf das Schwimmen übertragen gleiche Schwimmgeschwindigkeit und/oder Frequenz über die gesamte Wettkampfstrecke oder eine Trainingsserie. Wenn das auch physiologisch-ökonomisch die erstrebenswerteste Variante ist, so ist ein vollkommenes Gleichmaß im Wettkampf wegen der hohen Anfangsgeschwindigkeit durch den Start, die Unterbrechung durch Wenden, dem…
Heimstärke
Heimstärke (home-strength), psychologischer Vorteil bei Wettkämpfen durch bessere Kenntnis des Umfeldes, Unterstützung von Anhängern, günstigere Betreuungsmöglichkeiten und traditioneller Verbundenheit mit dem Verein (Ort/Land…). Der Heimvorteil ist im Fußball statistisch belegt. Nach einer Analyse der FIFA gewannen Heimmannschaften 50 Prozent der Spiele, Auswärtsteams nur 25% (inkl. Unentschieden). Bei zu großem Erwartungsdruck kann aber auch der Start…
Kompetenz, strategische
Kompetenz, strategische (competency, strategic), Bestandteil der Handlungskompetenz: „Denken in Netzwerken, das Wissen um die Bedeutung der strategischen Positionierung sportlicher Angebote, die Weiterentwicklung von Sportorganisationen und die Reflexion, wie diese den internen und externen Rahmenbedingungen angepasst werden können.“ (RRL DSB, 2005). Kurzum "Die Kunst, den richtigen Weg zu finden". →Reflexionskompetenz Eine besondere Rolle im Rahmen der…
Marschtabelle
„Marschtabelle“ (march table), auf der Wettkampfstrategie fußender Verlauf von anzustrebenden Zeiten (Zwischenzeiten) und Frequenzen, auf dessen Grundlage Trainer und Sportler mittels intern vereinbarter Zeichen (Finger, Handtuch usw.) kommunizieren. Für die Erstellung eines Zeitplanes sind Trainingsergebnisse und Wettkampfanalysen eine wichtige Grundlage. →Rennstrukturmodell Auf spezifischen Webseiten können Marschtabellen (Pace-Rechner, Tempo-Tabelle, Tempo-Rechner, Zwischenzeitenrechner...) für verschiedene Wettkampf-Distanzen berechnet und…
Negativsplit
Negativsplit (negative Spli), Rennstrategie, bei der die zweite Hälfte eines Rennens schneller absolviert wird als die erste Hälfte, wobei die Geschwindigkeit der ersten Hälfte bewusst etwas langsamer erfolgt, um die schnellere zweite Hälfte zu gestalten. So wurden mehr als die Hälfte der offiziellen Marathon-Weltrekorde mit Negativ-Splits gelaufen. Im Schwimmen wird diese Taktik häufig bei Strecken…
Peaking
Peaking (engl.) in Fotografie Schärfe einstellen (focus peaking), auf das Training übertragen, Strategie um zur Bestleistung zu gelangen (Goldsmith 2006). Peaking stützt sich zwar auf sportwissenschaftliche, vor allem physiologische Erkenntnisse, ist aber alles andere als ein geradliniger "Lehrbuch"- Prozess. Erfolgreiche Trainer berücksichtigen sowohl den psychologischen als auch den physischen Zustand des Sportlers und beziehen ihn…
Querschnittsvergleich
Querschnittsvergleich/-untersuchung (cross section comparison), auch Querschnittsstudie, Querschnittdesign. In den Gesellschaftswissenschaften (Psychologie, Soziologie, Pädagogik) der Vergleich von Daten innerhalb einer Population (Statusdiagnostik) zur Überprüfung von Hypothesen oder Zusammenhängen von zwei oder mehreren Merkmalen (bivariate und multivariate Analyse). Gegenüber der Längsschnittuntersuchung kann die Querschnittsuntersuchung nur eingeschränkt Kausalhypothesen überprüfen, da Entwicklungen ausgeschlossen sind. Zudem halten sie oft strengen…
Reflexhandlung
Reflexhandlung (reflective action), „umgangssprachliche Benennung einer raschen zuverlässigen und programmstabilen Reaktion auf definierte Reize, die ohne bewusste Initiierung und notwendige Verlaufskontrolle automatisiert abläuft“ (Müller, in Schnabel & Thieß, 1993, S.658). Einfacher gesagt: schnelle und unbewusste Reaktion auf einen Reiz. Bei vielen taktischen Aktionen und auf den Gegner bezogene Reaktionen dominieren reflektorische Handlungen (Kampfsport, Spielsportarten). Mehr…
Renngestaltung
Renngestaltung/Renneinteilung/Rennverlauf (race distribution), Verlauf eines Wettkampfes bezogen auf die Gestaltung von Geschwindigkeit, Bewegungsfrequenz und Zyklusweg in den Teilstrecken sowie im Start-, Wendenbereich und beim Anschlag. Die Daten werden heutzutage bei allen großen Wettkämpfen durch Wettkampfanalysen erfasst. →“Marschtabelle“, →Taktik Die optimale Rennstrategie ist im Schwimmen immer ein Mix aus aktuellem Trainingszustand und Taktik, die letztlich stark…
Risiko
Risiko (risk), lat. resecum „Felsklippe“; Situation mit unüberschaubaren, möglichen negativen Folgen („gefühlte Gefahr“), man wagt etwas, weil man nicht alle Umstände kennt. Umgekehrt: Je mehr Umstände man kennt, umso weniger Risiko. →Risikobereitschaft Das trifft auch auf den Sport zu, der zur Gesunderhaltung beitragen kann. Überfordert man aber sich und seinen Körper kann er ins Gegenteil…
Scheinhandlung
Scheinhandlung (feinting action), auch Finte, taktische Handlung, um den Gegner zu täuschen und eigene Absichten zu verschleiern, die im Sportspiel von großer-, im Schwimmwettkämpfen von geringer Bedeutung ist. →Taktik
Situationstraining
Situationstraining (situational training), allgemein Üben unter situationsgerechten Bedingungen (z.B. für die Polizei Schießübungen unter Gegnereinwirkung), damit essentieller Bestandteil der Aus- und Fortbildung für Ordnungs- und Einsatzkräfte. →Situationsdruck Im Leistungssport oft an Stelle wettkampfspezifischer Belastung, besonders unter psychologisch-taktischen Aspekten, gebraucht („wettkampfnah“). Das Situationstraining sollte in folgenden Stufen erfolgen: Der Sportler verfügt über Bewegungserfahrung und über Sachkenntnis,…
Spurt
Spurt (to put on a spurt; final spurt), plötzliche Tempobeschleunigung im Schwimmen während eines →Rennens (Zwischenspurt/Spurteinlage) oder zum Schluss (→ Endspurt/Finish).