Schnellkraft
19 Einträge
Abstoßgeschwindigkeit
Abstoßgeschwindigkeit (kick-speed, push-off velocity), Geschwindigkeit eines Sportlers bzw. Sportgeräts, die als alleiniges Ergebnis der Abstoßbewegung des Sportlers durch einen Kraftstoß ohne Berücksichtigung bereits vorhandener Geschwindigkeiten (Anlaufen, Anfahren u. a.) erzielt wird (Sport A-Z). Im Schwimmen verstehen wir darunter die Geschwindigkeit des KSP, die am Ende des Abstoßes erreicht wird, wenn die Füße die Wand verlassen.…
Bodenraktionskraft
Bodenreaktionskraft (ground reaction force), während der Stützphase zwischen Gliedmasse und Boden wirkende Kraft, die mit Hilfe einer Kraftmessplatte "dreidimensionale Waage") gemessen wird. Sie steht in enger Verbindung mit dem dritten Newton’schen Axiom (Gegenwirkungsgesetz = actio-reactio).→Sprungkraft Während eine Vielzahl an Studien zur Bodenreaktionskraft in den verschiedensten Sportarten vorliegen, setzt das Medium Wasser immer noch Grenzen. Somit…
Muskelleistungsmethode
Muskelleistungsmethode (muscle performance method), auch: Methode der maximalen Kraftleistung, Methode des Schnellkrafttrainings zur Verbesserung der Muskelleistung, charakterisiert durch konzentrische Arbeitsweise bei 55-60% der maximalen Last und explosiv-schnellen Bewegungen, geringer Wiederholungszahl (4-8) und langen Serienpausen von 3-5 min (Grosser et al. 2004). Der Begriff wurde in den folgenden trainingswissenschaftlichen Standardwerken nicht übernommen.
Plyometrie
Plyometrie (plyometrics), griech. pleiôn „mehr“ uns metreô „messen“; Form des Schnellkrafttrainings, die auf dem Dehnungsreflex der Muskeln und der Kontrolle über diesen sowie des Muskelspindelapparates beruht. Das Belastungsmaximum tritt während der Verlängerung der Muskulatur bei exzentrischer Ausführung auf (= negative Arbeit). Eine Megaanalyse zeigt, dass plyometrisches Sprungtraining die Wiederholungssprintfähigkeit (RSA) und die durchschnittliche Leistung, aber…
Präaktivierung, neuromuskuläre
Präaktivierung, neuromuskuläre (neuromuscular pre-activation), mehrere maximale willkürliche Kontraktionen (maximal voluntary contractions, MVCs) der spezifischen Muskulatur vor Belastungen im Wettkampf/Test. Dadurchi werden die aktivierten neuromotorischen Einheiten mit tetanischen Reizfrequenzen erregt. Dies erhöht vorübergehend die Effizienz der Reizübertragung und -fortleitung in synaptischen Verbindungen und Muskelzellen (posttetanische Potenzierung/PTP). Die PTP beschleunigt die Emission von Calciumionen (Ca2+) aus dem…
Schnellkraft
Schnellkraft (SK) (power; speed strength), neuromuskuläre Fähigkeit, in kürzester Zeit einen hohen Kraftstoß zu realisieren. Die Schnellkraft wird durch die Maximalkraft und durch die Anzahl der schnell kontrahierenden Muskelfasern begrenzt. Der Schwimmer benötigt Schnellkraft vor allem beim Absprung/Abstoß (Start/Wende) und beim Sprint. Besonders in den Übergängen muss so schnell wie möglich eine hohe Endgeschwindigkeit erreicht…
Schnellkraftfaktor
Schnellkraftfaktor (SKF) (speed strengh factor), Verhältnis der "Schnellkraft" (definiert als maximale Kraft bei einmaligem Zug bei geringster Widerstandsstufe an der Biobank) zur dynamischen Maximalkraft (Maximale Kraft bei einmaligem Zug bei höchster Widerstandsstufe): SKF = W„9“. : W“0“ [%] . Sprinter erreichen hierbei > 45%, Sprinterinnen > 35%. Der SKF wird als Indiz für einen hohen…
Schnellkraftindex
Schnellkraftindex (SKI) (speed strengh index), Quotient aus Kraftmaximum (Fmax) und der Zeit (tmax), die zum Erreichen des Kraftmaximums benötigt wird: SKI = Fmax : tmax →Explosivkraft
Schnellkrafttraining
Schnellkrafttraining (training of power), Training zur Verbesserung der Schnellkraft, d.h. „explosive Krafteinsätze gegen Widerstände im Bereich wettkampfspezifischer Schnelligkeitsanforderungen“ (Harre in Schnabel et al. 2008, S.329). Wenn auch die Maximalkraft eine entscheidende Basis zur Entwicklung der Schnellkraft ist, so ist zu beachten, dass ein zeitaufwendiges Maximalkrafttraining auch die langsamen Muskelfasern entwickelt und deshalb im Sinne der…
Sprint
Sprint (sprint), im allgemeinen Sprachgebrauch „ein kurzes und mit höchstmöglicher Geschwindigkeit bestrittenes Rennen“, das im Schwimmen bis auf die 100m ausgedehnt wird (MEYERS Lexikon 1996) und damit im Widerspruch zur trainingswissenschaftlichen Erklärung steht, wonach Sprint auf die Schnelligkeitsfähigkeiten beschränkt bleibt, aber die Schnelligkeitsausdauer einschließt. Obwohl es sich hierbei um "überschaubare" Distanzen handelt, verläuft die Geschwindigkeit…
Sprung
Sprung (jump), Bewegungshandlung mit den Phasen Absprung, Flug und Landung gerichtet in die Höhe (Hochsprung, Vertikalsprung) oder Weite (Stand- oder Schluss-Weitsprung). Im Schwimmen ist der Startsprung besonders bei kurzen Distanzen ein wesentliches Element jedes Wettkampfes. Neben dem technischen Ablauf ist die Sprungkraft, die indirekt mit der Sprunghöhe ermittelt wird, eine wesentliche Voraussetzung eines guten (hohen,…
Sprunghöhe
Sprunghöhe (jumping height), senkrechter Abstand des Körperschwerpunktes zum Boden bei einem Vertikalsprung. Die Sprunghöhe wird im Rahmen der KLD des DSV beim Squat Jump und Counter-Movement-Jump mit Kontaktmatten gemessen. Wenn keine Kontaktmatten vorhanden sind, kann der Jump-and-reach-Test angewendet werden. Die Ergebnisse korrelieren stark mit dem „Sprintvermögen“ (Schnellkraft) und erlauben Rückschlüsse auf die Muskelfaserstruktur.
Sprungkraft
Sprungkraft (jump strength), wichtige Kategorie der Schnellkraft oder auch als „Schnelligkeit bei nichtreaktiven oder reaktiven Bewegungen“ bezeichnet. Die Sprungkraft hängt dabei von der Voraktivierung des Muskels (Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus), vom Muskelfasertyp, seiner Ausgangslänge und der Dehnungsgeschwindigkeit ab (Voss et al. 2007). Auch plyometrisches Aufwärmtrainings mit unterschiedlichen Widerständen verbesserte die Sprungleistung im Sinne einer Potenzierung der Aktivierung (Harmanci…
Startkraft
Startkraft (starting strength), Komponente der Schnellkraft, die einen hohen Kraftanstieg zu Beginn der Muskelkontraktion (bis 30 ms) bewirkt (Verchosanskij, 1971). Damit wird sie leistungsbestimmend, wenn in kürzester Zeit eine hohe Geschwindigkeit erreicht werden soll, wie z.B. beim Startsprung. Sie setzt einen hohen Anteil an schnellkontrahierenden Muskelfasern und die Fähigkeit viele Fasern zu rekrutieren voraus (→Rekrutierung).
Vibrationstraining
Vibrationstraining (vibration training), auch Beschleunigungstraining, stochastisches Resonanztraining, Biomechanische Stimulation oder auch Whole Body Vibration (WBV) im Englischen. Darunter wird die Übertragung von mechanischen Vibrationen eines Gerätes (z.B. Plattform) auf den Körper (→Muskulatur) verstanden. Der Muskel reagiert unbewusst, wobei besonders dem Dehnungsreflex (ähnlich Kniesehnenreflex) eine muskelstärkende Wirkung zugesprochen wird. Der Nutzen im Leistungssport ist bei Fachleuten…
Vordehnung
Vordehnung (prestretching), Muskelarbeit entgegen der folgenden Bewegungsrichtung, wobei die Elastizitätskräfte des elastischen Materials in →Sehnen und →Myosin-Aktin-Querbrücken genutzt werden. Die durch Abbremsen einer Ausholbewegung in den elastischen Elementen des →Muskels gespeicherte →Energie wird für die Erzeugung eines →Impulses genutzt. Der Mechanismus der Vordehnung wird bei →Sprüngen mit Armeinsatz genutzt, aber auch als Vorspannung beim →Greifstart.…
Willenskraft, situative
Willenskraft, situative/Willensstoßkraft (will power, situation-caused), Mut, Konzentration oder Entschlusskraft zur Überwindung aktueller Widerstände. Mit dem Begriff verbindet Weinert (1987), die „Punktualität eines Ziels, die gleichzeitige Bündelung der Energien auf dieses Ziel hin und die Plötzlichkeit, Ruckartigkeit und Kurzzeitigkeit der Anstrengung…Die Metapher von der Willensstoßkraft fokussiert also auf das Ereignis des Ent-Schlusses (!) und seiner entschlossenen…