Psychoregulation
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Hypnose
Hypnose (hypnosis), griech. hypnos "Schlaf"; „durch Suggestion herbeigeführte, weitgehend auf den sozialen Kontakt mit der Person des Hypnotiseurs verengte Bewusstseinsänderung, die in physiologischer Hinsicht mehr einem partiellen Wachsein als einem Schlafzustand gleicht“ (Meyers Lexikon 1999). Das durch Varieté – Hypnotiseure in Misskredit gebrachte Verfahren wird erfolgreich durch qualifizierte Psychotherapeuten allgemein zur Behandlung von Ess-Störungen, Angstzuständen,…
Intervention
Intervention (intervention), lat. intervenire „dazwischentreten, sich einschalten“; in vielen Bereichen gebrauchter Begriff, in der Medizin eine Aktion, Ausbruch oder Fortschreiten einer Erkrankung verhüten; im Völkerrecht die Einmischung eines Staates in die Angelegenheiten eines anderen Staates, iIn der Pädagogik versteht man darunter das Eingreifen durch eine Fachkraft in eine Handlung, um ein unerwünschtes Ergebnis zu verhindern…
Konzentrationstraining
Konzentrationstraining (concentration training), Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit durch Üben. Wenn auch das Konzentrationsvermögen durch äußere Umstände (→Schlaf, →Ernährung, psychische Gesundheit) stark beeinflusst wird, so spielt die innere Stimmungslage, die Einstellung zur Trainingsaufgabe unter der jeweiligen Anforderungssituation eine wesentliche Rolle. Durch Konzentrationstraining soll der Sportler lernen, sich „hier und jetzt“ völlig hinzugeben und äußere Störeinflüsse auszuschalten. Dazu…
Konzentrative Entspannung
Konzentrative Entspannung (concentrated relaxation), →Psychoregulatives Verfahren der Entspannung der Muskeln durch vorherige Anspannung, wobei der Sportler (zunächst unter Anleitung) befähigt werden soll, selbständig neuromuskuläre Spannungszustände zu fühlen und zu beeinflussen. Einfach gesagt: durch das Hineindenken und Erspüren (Konzentrieren) einzelner Körperteile wird versucht, ein angenehmes Gefühl der Muskelentspannung, Wärme und Schwere hervorzurufen. Das bedarf Zeit (mindestens…
Körperwahrnehmung
Körperwahrnehmung (body perception), bewusstes Erleben körperlich-seelisch-geistiger Zusammenhänge („Körpersinn“), das uns über Masseverteilung, Schwerpunkt und Balance, die Wirkung bestimmter Kräfte informiert. Grundlage ist das Vermögen, den eigenen Körper (vorwiegend visuell) abzumessen, besser „erleben“ zu können (→Körperschema). Der Körpersinn ist kein eigenes Organ, sondern stützt sich auf die fünf klassischen Sinne Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Tasten…
Progressive Relaxation
Progressive Relaxation (progressive relaxation) (progressive Muskelentspannung, PMR) psychoregulatives Verfahren, bei dem „über einen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung von Muskelgruppen angestrebt wird, den Spannungszustand der Skelettmuskulatur besser wahrzunehmen und zu beeinflussen mit dem Ziel, zu einer optimalen Spannung zu gelangen“ (Seiler in Röthig & Prohl, 2003, S.432). Zavitaev et al (2021) erweitern die Wirkung auf…
Psychoregulation
Psychoregulation (mental-regulation), Verfahren zur Behebung von psycho-physischen Störungen mit entspannendem Charakter: Senkung des Spannungsgrades der Muskulatur (Muskeltonus),Erweiterung der peripheren Blutgefäße (Kapillarisierung),Senkung der Atemfrequenz und Anheben der Atemtiefe,Veränderung der Hirnstromaktivität als Zeichen zentraler Beruhigung,Senkung des Grundumsatzes bis zu einem Drittel. Im Leistungssport kann der Druck, mit Stressoren wie karrierebedrohenden Verletzungen, Leistungserwartungen und unfreiwilligem Karriereende umzugehen, das…
Selbstbefehle
Selbstbefehle/Selbstinstruktion (self-commands), Variante des "verbalen Trainings": kurze, individuell wirksame „Denkinhalte“, die instruieren („konzentriere dich“), argumentieren („ich habe gut trainiert, also schwimme ich gut“), suggerieren („du schaffst das“) oder bekräftigen („heute rutscht es“). Bereits 1873 beschrieb der englische Physiologe Carpenter, dass die Wahrnehmung oder die Vorstellung einer Bewegung die Tendenz zu ihrer Ausführung hervorruft, d. h.…
Selbstgesprächregulation
Selbstgesprächregulation (regularization by self discussion), Regulation sportlicher Handlungen durch Selbstgespräche mit denen man oft unbewusst (subvokales Sprechen) dieses Handeln steuert und kommentiert, da alles was wir tun, zuerst durch unseren Kopf muss. Je härter die eigene Belastung erlebt wird, umso intensiver wird das Selbstgespräch. Bevor man aufgibt zu schwimmen, hat „der Kopf“ schon aufgegeben. Eberspächer…
Stimulans
Stimulans/Stimulanzien (stimulant), lat. stimulare „anregen“; auch Psychotonika, Psychoanaleptika oder umgangssprachlich Aufputschmittel (Upper). Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation Substanzen, die die Aktivität der Nerven erhöhen, beschleunigen oder verbessern. →Amphetamine, →Koffein, →Nikotin, →Ephedrin Beispiel: Nikotin findet etwa nach sieben Sekunden den Weg ins Gehirn und aktiviert über die Dopamin-Rezeptoren das Belohnungssystem im Gehirn. Beim Raucher gewöhnt sich das…
Training, autogenes
Training, autogenes (AT) (training, autogenic), ein aus der Hypnose entwickeltes Verfahren, das über bildhafte Vorstellungen (Autosuggestion) zur psychischen Entspannung („Entspannungstraining“) führt und so Schmerzen und Schlafstörungen lindern kann. Die auf sechs Übungen (Schwere-, Wärme-, Herz-, Atem-, Leib-, Kopfübungen) basierende Methode wird im Sport zur Regeneration und zur psychologischen Leistungsvorbereitung angewandt. Eine direkte Leistungssteigerung konnte nicht…
Training, ideomotorisches
Training, ideomotorisches (IT) (training, ideomotor), „eine Form des mentalen Trainings, bei der man sich intensiv vorstellt, wie man selbst die Bewegung ausführt, indem man sich in den Bewegungsablauf hineinversetzt (Binnenperspektive)“ (Hackfort in Röthig & Prohl,2003, S.264). IT fußt auf dem CARPENTER-Effekt, wonach der Mensch in der Lage ist, wahrgenommene oder vorgestellte Bewegungen unwillkürlich nachzuvollziehen. Das…
Training, psychologisches
Training, psychologisches (psychological training), Sammelbegriff für „die systematische Optimierung der anforderungsspezifischen Handlungskompetenz einer Person oder Gruppe mithilfe psychologischer Methoden“ (Seiler in Rötig & Prohl, 2003, S. 435), oft auch synonym mit mentalem Training verwandt. Es fehlt bislang ein einheitliches und präzises, international akzeptiertes Begriffsverständnis von "Psychologischem Training" ebenso wie eine schlüssige Klassifikation psychologischer Trainingsverfahren (Nitsch…
Verfahren, psychoregulative
Verfahren, psychoregulative (mental regulation) →Psychoregulation
Vorstellung
Vorstellung (image), Bilder in unserem Bewusstsein, die in der Vergangenheit Wahrgenommenes (→Wahrnehmung) widerspiegeln oder mit der Fantasie zu neuen Vorstellungsinhalten kombiniert werden und bewusst oder unbewusst unser Handeln beeinflussen. Vorstellungen helfen uns, Gedanken und Wissen zu ordnen und damit das Handeln der Situation besser anzupassen. Im Sport macht man sich das zunutze, indem Bewegungsabläufe in…
Vorstellungsregulation
Vorstellungsregulation (image regulation; image formation) →Training, mentales, →Bewegungsvorstellung, →ideomotorisches Training