Pädagogik
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ADHS
ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) (attention-deficit hyperactivity disorder - ADHD, deutsch ADHS), auch „Zappelphilipp-Syndrom“. Eine schon im Kindesalter beginnende psychische Störung, die sich primär durch leichte Ablenkbarkeit und geringes Durchhaltevermögen sowie ein leicht aufbrausendes Wesen mit der Neigung zum unüberlegten Handeln, häufig auch in Kombination mit Hyperaktivität, auszeichnet (ohne Hyperaktivität ADS). Etwa 3-10 % aller Kinder zeigen Symptome im…
Adoleszenz
Adoleszenz (adolescence), lat. adolescere „heranwachsen“; Lebensabschnitt zwischen →Pubertätsbeginn und Erwachsenenalter (Jugendalter): ♂ 14./15. – 18./19., ♀ 13./14.-17./18. Lebensjahr, auch als zweite puberale Phase bezeichnet. Da die zweite puberale Phase am Ende durch eine Abnahme wesentlicher Wachstums- und Entwicklungsparameter gekennzeichnet ist, beginnen für den Trainer im Anschlusstraining die „Mühen der Ebene“. Der fehlende Wachstumsschub und die…
Affekthandlung
Affekthandlung (emotional act), lat. affectus „Zustand, vor allem: Leidenschaft, Gemütserregung, Begierde“; durch psychische Belastung verursachte unkontrollierte Verhaltensweise („Kurzschlusshandlung“), die das Ergebnis von Handlungen in Frage stellen kann. Sie wird durch Ermüdung, Minderwertigkeitsgefühle, psychische Übersättigung, Angst, Erwartungsdruck oder Enttäuschung gefördert. Physiologisch betrachtet erregt der Sympathikus vom Hypothalamus ausgehend die Nebennieren und bewirkt eine verstärkte Ausschüttung der…
Affektkontrolle
Affektkontrolle (affective control), lat. affectus „Zustand, vor allem: Leidenschaft, Gemütserregung, Begierde“; Fähigkeit, sich eine unmittelbare Belohnung zu versagen, um später eine größere Belohnung zu erhalten als Basis erfolgreichen Handelns. →Affekt Exkurs: Der amerikanische Psychologe Mischel hat bei einem Test Kindern im Vorschulalter einen Marshmallow (Schaumzucker) angeboten. Dabei konnten sie wählen: sofort essen oder warten bis…
Akzeptanz
Akzeptanz (acceptance), lat. accipere „gutheißen, annehmen, billigen“; Bereitschaft jemanden oder etwas an- oder hinzunehmen, mit breit gefächerter Bedeutung: Akzeptanz des Trainers (Person), der Trainingsgruppe (Gruppe), des Trainingsplanes (Angebot), des Leistungsziels (Zielsetzung) bis zur Makroebene (Politik einer Partei, Regierung) usw. Auf den Punkt gebracht, Akzeptanz bedeutet anzunehmen, was ist. Der Gegensatz ist Ablehnung (Aversion). Die Psychotherapeuten…
Alkohol
Alkohol (alcohol), Kohlenwasserstoffe, deren H-Atome durch Hydroxylgruppen (-OH) ersetzt sind. Wegen seiner anregenden und stimmungssteigernden Wirkung unterschätzen etwa 70% der Deutschen das Zellgift Ethanol. Alkohol zählt als Suchtmittel und darf zu Wettkämpfen bei einigen Sportarten wie z.B. Bogenschießen, Gymnastik, Motorsport, Skilauf usw. nicht eingenommen werden. Alkohol steht zwar nicht auf der Dopingliste („legale Droge“), aber…
Altersnorm, soziale
Altersnorm, soziale (age standard, social), Erwartung der Gesellschaft an Angehörige bestimmten Alters bis zu verbindlichen (gesetzlich fixierten) Regeln des Zusammenlebens und Verhaltens von Altersgruppen (z.B. Schulpflicht). Der Sport ist selbst zur jugendspezifischen Altersnorm geworden (Agenda DSB, 2003). An Leistungssportler werden durch die hohen Ziele in der Einheit von Schule/Beruf und Sport bereits frühzeitig hohe verhaltens-…
Altruismus
Altruismus (altruism), lat. alter „der Andere“; Rücksichtnahme auf andere im Gegensatz zum Egoismus (wenn es ehrlich gemeint ist), die sich in Selbstlosigkeit, Uneigenützigkeit und Hilfsbereitschaft zeigt. Altruistisches Verhalten ist in der Sozialpsychologie an die Bedingungen geknüpft, für den Hilfeempfänger eine Wohltat zu sein, die absichtlich, freiwillig und ohne „Belohnung“ erfolgt (DORSCH 2004). Altruismus zu leben…
Ambivalenz
Ambivalenz (ambivalence), lat. ambo „beide“ und valere „gelten“; Doppelwertigkeit von Sachen und Menschen; in der Psychologie das Nebeneinanderstehen gegensätzlicher Gefühle (→Emotionen), z.B. gleichzeitige Zu- und Abneigung gegenüber einer Person („Hassliebe“). Obwohl ambivalentes Verhalten häufiger bei Neurotikern (→Neurose) auftritt, sind gegensätzliche Gefühle normal. Man muss sie nur aushalten. Als Adjektiv steht ambivalent für Mehrdeutigkeit, Vielfältigkeit oder…
Anerkennung
Anerkennung (acceptation), menschliches Grundbedürfnis (→Motiv), das bei seiner Befriedigung das innere Gleichgewicht herstellt. Vor allem Jugendliche entwickeln durch Anerkennung ihrer Leistung, ihres Verhaltens, ihrer Position soziale Identität. Das Bedürfnis nach Anerkennung darf aber nicht grenzenlos sein, da sich sonst das eigene Verhalten nur noch auf die Reaktion der Umwelt richtet („im Mittelpunkt stehen“). →Lob Gelingt…
Angst
Angst (anxiety), ein durch eine direkte oder eingebildete Bedrohung ausgelöster, zumeist leistungsmindernder und somit negativer Erregungszustand ("negative Erwartungsemotion"), wobei die willens- und verstandesmäßige Steuerung weitgehend aufgehoben ist. Stammesgeschichtlich verwurzelt veranlasst die Angst zur Flucht („Angst verleiht Flügel“) oder zum Vermeiden gefährlicher Situationen (Verletzung bis Tod). Sie kann aber auch als lustvoll erlebt werden (→Extremsport). Oft…
Anpassungsfähigkeit
Anpassungsfähigkeit (adaptability), Lebensmerkmal eines jeden Organismus, sich den Umweltbedingungen anzupassen. Superbeispiel unter den Tieren Chamäleon, unter den Menschen "Wendehals". →Anpassungsfähigkeit, motorische, →Anpassungsfähigkeit, psychische Die Verflechtungen und Wechselbeziehungen zwischen Funktionen und Strukturen im menschlichen Körper und seiner Anpassungsfähigkeit sind Voraussetzung für eine verbesserte Funktionsqualität und ein höheres Leistungsvermögen (Tittel 2003).Die Sportmedizin und Biomechanik sind dabei besonders…
Anpassungsfähigkeit, psychische
Anpassungsfähigkeit, psychische (adaptability, mental), das Vermögen, sich bestimmten Gegebenheiten und sozialen Bedingungen anzupassen. Psychische Anpassungsfähigkeit äußert sich in Toleranz, Einfühlungsvermögen und Kompromissbereitschaft, geringe psychische Anpassungsfähigkeit in Starrheit, Sturheit oder Uneinsichtigkeit. "In einer hochkomplexen Umwelt, die sich immer wieder verändert und immer neue Fähigkeiten verlangt, ist Anpassungsfähigkeit überlebenswichtig. Und das menschliche Gehirn ist nun einmal das…
Anregung
Anregung (suggestion), eine Person zu einer Handlung (Nachdenken, Tätigkeit) veranlassen. Anregung ist als Lernunterstützung auch bei guter Selbstmotivation als entscheidender Impuls angebracht. Dabei wird der Sportler angeregt, selbstständig Lösungen zu suchen. Der Trainer tritt mehr in den Hintergrund, hat aber ständig „das Ohr an der Gruppe“, stellt geschickt Fragen, regt zum Denken an und zeigt…
Anschlusstraining (AST)
Anschlusstraining (AST) (transituonal training, subelite swimmer), Etappe der sportlichen Ausbildung im langfristigen Leistungsaufbau zwischen Aufbautraining und Hochleistungstraining mit dem Ziel, die Sportler an das internationale Leistungsniveau heranzuführen. Durch den Abschluss der biologischen Reifung ist im AST die volle Belastbarkeit der Funktionssysteme des Organismus möglich. Auf dieser Basis ist der Trainingsumfang pro Woche durch die Einführung…
Apps
Apps (Abkürzung von application = Programm), Anwendersoftware für Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets. Inzwischen gibt es eine Million dieser kleinen Programme, die auch für die Arbeit des Trainers nützlich wie lästig bis schädlich sein können. So ist die ständige Erreichbarkeit beispielsweise über whats-app vorteilhaft bei der Organisation des Alltages, kann aber auch nerven, wenn Eltern…
Armut
Armut (poverty), Mangel an materiellen, kulturellen und sozialen Mitteln, der zur Ausgrenzung vom gesellschaftlichen Mindeststandard führt. Armut wird statistisch über das Einkommen definiert. Nach den Maßstäben der EU liegt die Armutsgrenze bei 60% des mittleren Einkommens (relative Armut). Absolute Armut heißt, dass die Mittel zum physischen Überleben nicht ausreichen; das betrifft 1,2 Milliarden in der…
Attribution
Attribution, Attribuierung, (attribution), lat. attributio „Schuldanweisung“; Ursachenzuschreibung bei der Erklärung von Ereignissen oder Handlungen, das Fragen nach dem Warum? Warum bin ich so schlecht geschwommen? Warum hat mich mein Trainer in der Staffel aufgestellt? Dabei sind bei der Bewältigung von Erfolgs oder Misserfolgserleben selbstwertdienliche oder selbstwertschützende Attributionsmuster typisch. Diesen attributionalen Verzerrungen unterliegen Sportler, Trainer wie…
Ausbildung
Ausbildung (vocational education), Wissensvermittlung in dafür vorgesehenen Organisationsformen (Schule, Kurs usw.) mit zertifiziertem Abschluss, aber auch allgemein als Maßnahmen zur Verbesserung bestimmter Fähigkeiten, z.B. Ausbildung, athletische Im Sport die Vermittlung von Fähigkeiten und Kenntnissen an Trainer im Rahmen des Qualifizierungssystems der DLRG oder des DOSB (→Rahmenrichtlinien für Qualifikation) unter Leitung der Sport- und Landesverbände, vornehmlich…