Biologie
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Determination
Determination (determination), lat. determinare „abgrenzen“, bestimmen“; Bedingt- oder Festgelegtsein, in der Biologie das Festgelegtsein eines Teils des Keims für die Ausbildung eines bestimmten Organs, in der Psychologie das Bedingtsein aller psychischen Phänomene durch äußere oder innere Gegebenheiten. Im Streit um die Determination menschlicher Entwicklungsverläufe schlägt das Pendel mal mehr zu „genetisch determiniert“ (Prädisposition) und dann…
essentiell
essentiell/essenziell (essential), lat. essentialis „wesentlich, unentbehrlich“; Merkmal, das das Wesen einer Sache bestimmt. In der Medizin: pathologisch nicht organisch bedingt, biologisch: lebensnotwendig (z.B. essentielle Aminosäuren, die zugeführt werden müssen, weil sie der Körper nicht selbst produzieren kann).
Gen
Gen (gen), Erbeinheit, Erbanlage „die letzte, unteilbare, zur Selbstverdopplung befähigte Einheit der Erbinformation“ (MEYERS LEXIKON) deren Gesamteinheit einer Zelle Genom genannt wird. Mit zunehmenden wissenschaftlichen Erkenntnissen wurde die Definition angepasst. Nach dem letzten Stand ist ein Gen eine Einheit aus genomischer DNA-Sequenz, die einen zusammenhängenden Satz von potenziell überlappenden funktionellen Produkten codiert (Gerstein et al.…
Genanalyse
Genanalyse (gen analysis), auch DNA-Analyse, Gentest: molekularbiologisches Verfahren zur Bestimmung der DNA (→Desoxyribonukleinsäure) zu kriminalistischen Zwecken, Verwandtschaftsgutachten, Veranlagung zu bestimmten Krankheiten usw. Trotz der immensen Fortschritte der letzten Jahrzehnte liegt der Weg in eine klinische Routine-Gendiagnostik nach Expertenurteil in weiter Ferne. Dazu der Humangenetiker Karsten Held: „Je größer die Auflösung, desto größer wird der Albtraum…
Genetik
Genetik (genetics), griech. geneá „Abstammung“; Vererbungslehre, die sich mit den Gesetzmäßigkeiten und materiellen Grundlagen der Ausbildung von erblichen Merkmalen und der Weitergabe von Genen an die nächste Generation befasst (Wikipedia). →Gendoping, →Genanalyse, →DNA, →Talent, →Vererbung, →Muskelfaserstruktur, →Genomforschung Erbanlagen und deren Weitervererbung sind von großem Interesse für die Talentauswahl im Sport. Etwa 50% der sportlichen Leistungen…
Genom
Genom (genome), Erbgut als „die gesamte genetische Information einer Keimzelle“ (ROCHE-Lexikon 1987), →Erbanlage, →Genetik, →Genomforschung, →Genomanalyse, →Gendoping
Genomanalyse
Genomanalyse (genome analysis), Verfahren zur Ermittlung der Erbanlagen, →Genanalyse, →Genomforschung →Genom, →Genetik
Genomforschung
Genomforschung/Genomik (genomics), seit etwa vierzig Jahren betriebene Forschung zu den genetischen Grundlagen des komplexen Phänotypus körperlicher Leistungsfähigkeit, zunächst im Rahmen von Zwillingsstudien, heute durch Genomanalysen. Dazu zählen das Renin-Angiotensin-System, ACTN3, das EPO/HIF-System, sowie die Gene aus dem Bereich der muskulären Wachstumsteuerung (z.B. →Myostatin). →Genetik, →Genanalyse, →Gendoping „Eine Relevanz der aktuellen Forschungsergebnisse aus der Genomforschung in…
Genotyp
Genotyp (genotype), Gesamtheit der Erbanlagen des Menschen. →Vererbung, →Genetik, →Gendoping,→Genomforschung Sportliche Leistungen sind immer das Ergebnis der Einheit von Genotyp und Phänotyp, wobei sich je nach wissenschaftlichem Erkenntnisstand die Auswirkungen auf eine Talentsuche ändern. Dabei wechseln euphorische Phasen oft mit Ernüchterung (s. Genetik). Je nach der „Halb-voll zu halb-leer-Betrachtungsweise“ ist die Leistungsfähigkeit zwar im hohen…
Grundregel, biogenetische
Grundregel, biogenetische (Recapitulation theory), auch Rekapitulationstheorie, von Haeckel 1866 aufgestellte Theorie, wonach die Entwicklung des Einzellebewesens (→Ontogenese) die seiner Stammesentwicklung (→Phylogenese) rekapituliert. Wissenschaftlich ist diese Theorie nicht anerkannt, wird aber von modernen Disziplinen immer wieder aufgegriffen, wie von der Evolutionspsychologie oder der Molekulargenetik (Wikipedia). →Entwicklungsgemäßheit Mehr zum Thema: http://www.evolutionslehrbuch.info/index2.php?artikel=teil-5/kapitel-11-02.html - Zugriff 14.06.2019
Heterostase
Heterostase (heterostasis), gestörtes Gleichgewicht biologischer Systeme (→Homöostase), wobei die Heterostase. das die Anpassung (→Adaptation) auslösende Moment im Training als biologische Ursache-Wirkungskette ist. →Superkompensation Nach dem Salutogenese-Modell von Antonovsky wird die Gesundheit nicht als stabiles Gleichgewicht (Homöostase) gesehen, sondern als ein dynamisch, anfälliger Prozess, der auch als Heterostase bezeichnet wird (http://www.mcgesund.de/gesundheit/salutogenese.html, Zugriff am 14.07.2019). Das Modell…
Homöostase
Homöostase (homoeostasis), (griech. homoiostásis „Gleichstand“), Zustand des Gleichgewichts offener dynamischer Systeme, aus der linearen Kybernetik von anderen Wissenschaftsdisziplinen übernommen. In der Biologie ist die Anpassung an die Lebensbedingungen einschließlich von Bewegungshandlungen immer auf Erhalten oder Wiederherstellung eines konstanten inneren Milieus gerichtet, die als homöostatische Regulation bezeichnet wird, wie z.B. die Regelung der Körpertemperatur, der Herzfrequenz,…
Isolation
Isolation/Isolierung (isolation), lat. insula „Insel“; vielfach gebrauchter Begriff in der Biologie (Unterbrechung des Genaustausches bei der Fortpflanzung), in der klinischen Medizin, in der Molekularbiologie und in der Sozialpsychologie. Unter sozialer Isolation versteht man die Absonderung von Menschen oder Mangel an Sozialkontakt mit Resignation oder Aggression als mögliche Begleiterscheinungen. Entscheidender Auslöser ist die Möglichkeit (exogene Faktoren…
Photosynthese
Photosynthese (photosythesis), (griech. φῶς phōs „Licht“ und σύνθεσις sýnthesis „Zusammensetzung“); biochemischer Vorgang in der Natur, bei dem mithilfe von Lichtenergie aus energieärmeren Stoffen energiereiche Biomoleküle erzeugt werden. Damit ist die Photosynthese der wichtigste bio-chemische Prozess überhaupt, ohne den weder pflanzliches noch tierisches Leben denkbar wäre Bei der Photosynthese wird zunächst mit Hilfe von den lichtabsorbierenden…
Phylogenese
Phylogenese (phylogenie), griech. phýlon ‚Stamm‘ und génesis ‚Ursprung‘; Stammesentwicklung, Entstehung der Lebewesen im Laufe ihrer erdgeschichtlichen Entwicklung. Häckel (1866) hat die Biogenetische Grundregel aufgestellt, wonach die Ontogenese die Phylogenese rekapituliert. Das logisch konstruierte und kohärente Verfahren zur Rekonstruktion der Stammesgeschichte (Phylogenie) und zur Darstellung dieser rekonstruierten Phylogenie in der fortlaufend niedergeschriebenen Klassifikation wird als phylogenetische…
Reduktion
Reduktion (reduction), lat. reductio zu reducere ‚zurückziehen‘ oder ‚zurückführen‘; allgemein die Verringerung des Ausmaßes einer Eigenschaft oder Zurückführung auf Einfacheres. Der Begriff wird in den verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen verwendet, von der Korrektur einer Messgröße, einer chemischen Reaktionsart, als Methode in der Informatik bis zur chemischen Reaktion bei der Weinherstellung (Wikipedia). Evolutionsbiologisch versteht man darunter die Rückbildung…
Reproduktion
Reproduktion (reproduction), lat. reproducere „wieder hervorbringen“; vielseitig gebrauchter Begriff, in der Biologie für Fortpflanzung (Reproduktion der Frau), in der Psychologie für das Wiederhervorbringen früherer Gedächtnisinhalte (→Gedächtnis), in der Wirtschaft die Wiederherstellung der Arbeitskraft. Unter sozialer Reproduktion wird die Wiederherstellung bzw. Aufrechterhaltung sozialer Strukturen und Systeme verstanden, die oft zu sozialer Ungleichheit führen. So ist die…
Transgender
Transgender (lat. trans "jenseitig" und engl. gender "soziales Geschlecht"), Bezeichnung für Menschen, deren Geschlechtsidentität oder Geschlechtsrolle von demjenigen Geschlecht abweicht, das ihnen zu Beginn ihres Lebens aufgrund augenscheinlicher körperlicher Geschlechtsmerkmale zugewiesen wurde. Der Begriff Transgender hat sich als Selbst- oder Fremdbeschreibung und Positionsbestimmung im gesellschaftlichen heteronormativen Raum etabliert (WIKIPEDIA). "Trans" ist für den Sport besonders interessant,…
Unterschiede, geschlechtsspezifische
Unterschiede, geschlechtsspezifische (gender differences; sex differences) → Geschlechtsdimorphismus