Ausdauertraining
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Anorexia athletica
anorexia athletica (Anorexie= medizinischer Fachbegriff für Appetitlosigkeit). Störung des Essverhaltens bei Sportlern, gekennzeichnet durch bewusste Verringerung des Körpergewichts bis zum Untergewicht (Magersucht, Essstörung). Dabei gibt es speziell im Skilanglauf oder in der Leichtathletik einen ganz klaren Trend, die Läuferinnen und Läufer werden immer dünner. Nicht aktive Masse wird als Ballast gesehen. Der Trugschluss, je leichter…
Aquajogging
Aquajogging (Laufen im Wasser, Deep water running), Laufen im tiefen oder hüfttiefen Wasser mit Auftriebshilfe (wet vest) als Rehabilitationsmaßnahme, die ein Laufen ohne Körpergewicht und Bodenkontakt ermöglicht. Entwickelt von amerikanischen Leichtathleten (water running) nach Sprunggelenks-, Achillessehnen- und Kniegelenksverletzungen. In der Folge immer mehr sinnvolle Ergänzung zur Belastungssteigerung bei verminderter Verletzungsgefahr und erhöhter Variabilität des Ausdauertrainings (Lakämper,…
Ausdauer, aerobe
Ausdauer, aerobe (endurance, aerobic) auch Dauerleistungsvermögen, im DSV hat sich dafür aerobe Grundlagenausdauer (GAI) durchgesetzt. = Ausdauer auf aerober Stoffwechselbasis, d.h. oxidativer Verbrennung von Glykogen und Fettsäuren unter Sauerstoffbeteiligung zu Wasser und Kohlendioxid, die über Schweiß, Urin und Atmung ausgeschieden werden. Bei aerobem Ausdauertraining besteht zwischen Sauerstoffaufnahme und Sauerstoffverbrauch ein Gleichgewicht (→steady state). Mit zunehmender…
Ausdauertraining bei Masters
Ausdauertraining bei Masters (endurance training of masters), Training zur Ausbildung von Ausdauer bei älteren Schwimmern, das vorrangig unter aeroben Bedingungen stattfinden sollte. Die erforderliche Intensität sollte mittels Stufentest (z.B. Pansold-Test) ermittelt werden, da die vielen „Pulsregeln“ auf die meisten Masters altersbedingt nicht zutreffen und für ein Training an Land entwickelt wurden. Die richtige Intensität ist…
Belastungsintensität
Belastungsintensität (load intensity), Belastungskomponente, die Stärke des Trainingsreizes als „äußere Belastung“ (→Schwimmgeschwindigkeit, →Last im Krafttraining) oder den Anstrengungsgrad (→Beanspruchungsgrad, →Belastungsgrad) bei der Bewegungsausführung als „innere Belastung“ (physiologische →Beanspruchung) wiedergibt. Die äußere Belastungsintensität wird im Schwimmen in Prozent der Bestleistung beschrieben: z.B. ein Schwimmer hat eine Bestzeit über 100m F in 0:52,00 min und soll 10 x…
Belastungspuls
Belastungspuls (load pulse), unmittelbar nach einer sportlichen Belastung gemessene Herzfrequenz. Wenn keine Pulsuhr zur Verfügung steht, werden Zeige- und Ringfinger auf die Halsschlagader gelegt und 15 Sekunden der Puls gemessen und mit vier multipliziert. Besonders bei sehr intensiven Belastungen (Herzfrequenz über 200 Schläge/min) ist die sofortige Messung erforderlich, da die Herzfrequenz bei Hochtrainierten sehr schnell…
Fitnesstraining
Fitnesstraining (fitness training), Training zur Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähigkeit, in Einheit von konditionellen und koordinativen Fähigkeiten. In der Sportpraxis zumeist allgemeines Kraft- oder/und Ausdauertraining (→Athletik). Da ein großer Teil unserer Schwimmer das allgemeine Krafttraining in Fitnesscentern durchführt und dort die englische Bezeichnung der meisten Übungsformen üblich ist, werden diese in einer Tabelle aufgeführt (s. Fitnessübungen).…
Herzfrequenz
Herz(schlag)frequenz (heart rate), Anzahl der Herzschläge pro Minute, angegeben in min−1 oder als bpm (beats per minute). Obwohl Herzfrequenz und Puls in der Trainingspraxis synonym gebraucht werden, sind sie nicht identisch. Die Herzschlagfrequenz hängt ab von Alter, Belastung und allgemeinen physischen Leistungsvermögen (Fitness). Sie nimmt im Altersgang ab (von 120 des Neugeborenen bis zu 70…
Herzfrequenzformel
Herzfrequenzformel (heart rate formula), mathematische Aussage zur Bestimmung der optimalen Herzfrequenz im Ausdauertraining, wobei vom bestimmenden Einfluss des Lebensalters auf die Herzfrequenz ausgegangen wird. Die zahlreichen Modelle (→Ausdauertraining der Masters) zeugen von der Unsicherheit in der exakten Bestimmung der anzustrebenden Herzfrequenz im Training, die auf die individuellen Unterschiede zwischen Trainierten und Untrainierten, Männern und Frauen…
Höhenkaskade
„Höhenkaskade“/Höhenkette (altitude training cascade), Begriff aus der Praxis des Höhentrainings, wonach bei wiederholter Durchführung von Trainingslehrgängen unter Höhenbedingungen im Sinne der Belastungssteigerung die Höhe zunimmt, z.B. Lehrgang in Davos (1560m NN), Lehrgang Belmeken (2000m NN), Lehrgang Toluca (2700 NN). Ebenso sollte im langfristigen Aufbau vorgegangen werden, niedrigere Höhe mit Einstieg in das Höhentraining im Anschlusstraining…
Höhenschlaf (LHTL)
Höhenschlaf (LHTL) („live high, train low“), Begriff aus der Diskussion um die optimale Höhenanpassung, hier die Kombination von Höhenaufenthalt (auch simuliert) und Training unter N.N., um den komplizierten Anpassungsprozessen im Training zu entgehen und gegebenenfalls Gelder (Reisekosten usw.) zu sparen. Die ersten positiven Ansätze gehen auf Studien von Levine & Stray-Gunderson, (1997) und Bae, Hag…
Intervallmethode
Intervallmethode (IM) (interval method), Methode des Ausdauer- und Kraftausdauertrainings, bei der submaximale Belastungsphasen (→Teilstrecken, Wiederholungen je Serie) durch unvollständige Erholungsphasen (→ „lohnende Pausen“) unterbrochen werden, mit denen bewusst ein Rückgang physiologischer Parameter (→Puls, →Laktat usw.) auf Ruhewerte verhindert wird. Die Pausenlänge wird von der Belastungsdauer (Streckenlänge, Zugzeit...) und der Belastungsintensität bestimmt. Kriterium der Erholungspause ist…
Intervallmethode, extensive
Intervallmethode, extensive (interval method, extensive), Intervallmethode zum Training der aeroben Ausdauer und damit hoher Belastungsumfänge, die aber im Gegensatz zur Dauermethode durch kurze Pausen (→Intervall) unterbrochen sind. Ziel der extensiven Intervallmethode ist die Erweiterung der aeroben Kapazität und der Laktatelimination (→Laktateliminierungsrate). Damit ist die extensive Intervallmethode dem GAI -Training (Belastungszonen 1-3) zuzuordnen. Die teilweise emotional…
Intervallmethode, intensive
Intervallmethode, intensive (interval method, intensive), Intervallmethode zum Training im aerob-anaeroben Übergangsbereich bis zur anaeroben Ausdauer (→SA-Training) mit geringeren Belastungsumfängen (kleineren Serien und Teilstrecken) , aber höherer Belastungsintensität (→Schwimmgeschwindigkeit, →Widerstände/ Last an der Schwimmbank), zu deren Sicherung die Pausenlänge bis zu 1 min erweitert wird. Ziel der intensiven Intervallmethode ist: „Entwicklung und Erweiterung der anaerob -…
Intervalltraining
Intervalltraining (intermittent training; interval training), lat. intervallum "Zwischenraum, Abstand, Pause"; Trainingsbelastung nach der Intervallmethode, die auf zwei primären Mechanismen beruht: einer erhöhten maximalen Sauerstoffaufnahme und einer erhöhten Kapazität für den oxidativen Metabolismus in der Skelettmuskulatur aufgrund einer Zunahme der Mitochondrien (Gibala 2020). Im Intervalltraining des Schwimmers gibt es zahlreiche Variationsmöglichkeiten: a. nach der Teilstreckenlänge (Beispiel…
Jogging
Jogging (jog = „trotten“), gesundheitsbetontes Laufen nach dem Grundsatz „lang und langsam“ im Bereich der Belastungszonen 1-2. Für Übergewichtige (BMI >30) wegen der hohen Gelenkbelastung nicht empfohlen. Joggen ist für Schwimmer mehr als Kompensation zum Wassertraining oder intensiven Landeinheiten, weniger aus physiologischen Gründen zu empfehlen, da mit Schwimmen als Ganzkörperbewegung größere Effekte erreicht werden, es…
Kurzzeitintervallmethode
Kurzzeitintervallmethode (short-time interval method), Trainingsmethode im Bereich der Kurzzeitausdauer und der Schnelligkeit. Das entspricht einer Spanne von laktazidem Energiestoffwechsel (15-25m) über die anaerobe bis zur aeroben Glykolyse, wobei die Schwimmgeschwindigkeit (Belastungsintensität) und die Pause (Belastungsdichte) die maßgeblichen Steuergrößen sind. Bei intensiver Kurzzeitintervallmethode sichern größere Pausen (bis 3 min) eine hohe Qualität der Bewegungsausführung (z.B. Zugtechnik…
Laktat
Laktat (lactate), lat. lactis „Milch“; fälschlich als Milchsäure bezeichnetes Dissoziationsprodukt (Dissoziation = Aufspaltung einer chemischen Verbindung) derselben im Blut. Im Ergebnis der Glykolyse entsteht als Endprodukt des anaeroben Stoffwechsels Laktat: ADP + Glukose (Glykogen) → ATP + Laktat Laktat kann bei Belastung über die Glukoneogenese wieder zu Glykogen resynthetisiert werden, die Glykolyse wird quasi rückwärts…
Laktat-Leistungskurve
Laktat-Leistungskurve (LLK) (lactate performance curve), Kurvenverlauf, der sich aus dem exponentiellen Anstieg des Laktats bei zunehmender Belastung (hier Schwimmgeschwindigkeit) im Stufentest ergibt. Zur besseren Beurteilung der LLK hilft die von Pansold & Zinner vorgenommene Typisierung: Exkurs: Während man sich in der Sportmedizin durch die zahlreichen Versuche der Schwellenbestimmungen recht einseitig orientiert hat, wurde die LLK…
Laktatabbau
Laktatabbau (lactate breakdown), Entfernung der Milchsäure (→Laktat) nach anaeroben Belastungen (→Glykolyse, →Azidose) aus dem Blut und Verstoffwechslung in Leber (50%), nicht belasteter Muskulatur (30%) und Herz, Niere (je 10%). Die Geschwindigkeit des Laktatabbaus liegt bei 0,3 - 0,5 mmol/l pro Minute. Die Halbwertszeit von Laktatwerten um 10 mmol/l liegt bei 15 Minuten, wobei die Höhe…