Anpassung
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Erinnerungsreiz
Erinnerungsreiz (effect of reminiscence), Aus der Neurophysiologie ist bekannt, "wenn innerhalb einer Stunde nach dem Abspeichern einer Erinnerung ein zweiter Reiz gesetzt wird, der in assoziativer Verbindung zu der Erinnerung steht, wird diese gestärkt. Ist der zweite Reiz jedoch unabhängig, kann er die Eiweißmoleküle der ersten Erinnerung „kapern“ und für sich selbst nutzen. Damit ist…
Evolution
Evolution (evolution), lat. evolvere „entwickeln“; allgemein eine langsame, kontinuierlich fortschreitende Entwicklung als Gegensatz zur Revolution, phylogenetisch die stammesgeschichtliche Entwicklung der Lebewesen durch Anpassung, Differenzierung, Spezialisierung und Reduktion, →Talent. Exkurs: Viele Themen und Aufgaben bei der Sichtung und Führung talentierter Sportler erschließen sich dem Trainer aus einem tieferen Verstehen evolutionärer Prozesse. Der Kinderarzt Herbert Renz-Polster betrachtet…
Kreuzadaptation
Kreuzadaptation (cross adaptation), mittelbare Adaptation neben der direkten Adaptation, bekannt als positive K. (Anpassungsgewinn wie z.B. Abhärtung gegenüber Temperaturschwankungen) oder negative K. (Anpassungsverlust, wie z.B. Infektanfälligkeit durch höhere Belastung). Unter psychologischem Aspekt die konstante Reizung in einer Geschmacksqualität zu einer Änderung des Wahrnehmungseindrucks in einer anderen Qualität (https://lehrbuch-psychologie.springer.com/lexikon/424 - Zugriff 04.02.2020). Sportliches Training führt nicht…
Leistungsreserve
Leistungsreserve (reserve in capacity), in der Technik (Regelleistung bei Stromversorgung, Aufladung bei Verbrennungsmotoren) die Reserve an Leistungskraft. Im Sport uneinheitlich gebraucht, einmal einfach für Möglichkeiten weiterer Leistungssteigerungen (“Leistungsreserve Maximalkraft“) zum anderen im Sinne der Anpassungsreserve oder auch als „körperliche, psychische und soziale Ressourcen, die lediglich in außergewöhnlichen Beanspruchungssituationen in Anspruch genommen werden“ (Kleinert, 2005). Leistungsreserven…
Proteinsyntheserate
Proteinsyntheserate (protein synthesis rate), Die Zellmasse reguliert sich über den Zyklus von Proteinabbau und Proteinsynthese (→Proteinumsatz). Bei Sicherung entsprechender Regeneration (→Prinzip der Einheit von Belastung und Erholung) besteht dabei ein Gleichgewicht. Die Proteinsyntheserate gibt an, wie viel Aminosäuren im Muskel eingelagert werden. Durch Überbelastung wird die Proteinsyntheserate in der Muskulatur gehemmt. Folgt keine Erholung, bleibt…
Proteinumsatz
Proteinumsatz (protein turnover), Synthese wie Abbau von Proteinen; Die Anpassung an sportliche Belastungen (→Adaptation) erfolgt auf zellulärer Ebene (Zelle), dabei reguliert sich die Zellmasse über den Abbau (→Katabolismus) und Aufbau (→Anabolismus) von Proteinen, die sich zumeist die Waage halten (Fließgleichgewicht). Die normale Proteinumsatzrate beträgt bei einem normalgewichtigen (70 kg) Menschen etwa 4g/kg täglich. Folglich müssen…
Puffer/-systeme
Puffer/Puffersysteme (puffer systems), Chemische Stoffe (Bicarbonat, Hämoglobin, Plasma-Eiweiße, Phosphate), die die Wasserstoffionenkonzentration der Körperflüssigkeiten (pH-Wert) konstant halten und damit auch eine Schlüsselrolle bei der Laktateliminierung einnehmen. →Pufferkapazität Sportliche Aktivitäten mit einer überwiegend anaeroben Energiegewinnung wie Kurzzeit- und Intervallbelastungen bringen die verschiedenen Puffersysteme an ihre Grenzen. Dadurch kann der Blut-pH bis ca. 6.8 absinken, der intrazelluläre pH…
Readaptation
Readaptation (readaption), aus dem Französischen „Genesung“, auch „Rehabilitation“; Wiederanpassung, Wiedereingliederung, Wiedereingewöhnung. Ziel der Sport-Readaptation ist die Rückkehr eines verletzten Sportlers in den Trainings- und Wettkampfprozess. Damit ist sie ist das Bindeglied zwischen der biologischen Heilung der Verletzung und dem optimalen Zustand des Sportlers. Entscheidend hierbei ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Sportler/Trainer mit Sportmediziner/Physiotherapeut, Sportwissenschaftler, Ernährungswissenschaftler…
Reiz
Reiz (stimulus), Signal oder Information aus der Umwelt (äußerer Reiz) oder aus dem Körper (innerer Reiz), die vom Organismus durch die Sinnesorgane wahrgenommen werden und eine Reaktion im Verhalten oder Erleben auslösen. Unterschieden werden adäquate Reize (Übereinstimmung von Reiz und Sinnesorgan, z.B. Berührung und Rezeptoren der Haut), inadäquate Reize (nicht auf Sinnesorgan ausgerichtet, deshalb Irritationen…
Reizschwelle
Reizschwelle (stimulus threshold), notwendige Stärke eines Reizes, um eine Reaktion (Erregung) auszulösen. Die Erkenntnisse gehen auf die Reizstufenregel von ROUX (1850-1924) zurück, wonach unterschwellige Reize wirkungslos bleiben, leicht überschwellige Reize das aktuelle Funktionsniveau erhalten, mittlere und starke Reize physiologische und anatomische Veränderungen auslösen und zu starke Reize die Funktion negativ beeinträchtigen (→Übertraining). Langsam kontrahierende Muskelfasern…
Reizstufenregel
Reizstufenregel (stimulus step rule); auch ROUX-Prinzip nach dem deutschen Arzt Wilhelm Roux, der erkannt, dass eine funktionellen Anpassung erst erfogt, wenn Reize müssen eine bestimmte Schwelle überschreiten. Er teilte diese Reize in vier Gruppen ein: unterschwellig (keine Anpassung und keine Leistungsverbesserung) schwach überschwellig (funktionserhaltend) stark überschwellig (Leistungssteigerung durch physiologische und anatomische Veränderungen) zu starke Reize…
Reizsummation
Reizsummation (stimulus summation), zeitliche oder räumliche Summierung mehrerer Einzelreize mit größerem Effekt. Die Fähigkeit zur Integration (Verrechnung) von Reizen, die eine der spezifischen Leistungen des Nervensystems darstellt, beginnt bereits im einzelnen Neuron. Von den Synapsen gelangen an die Nervenzelle erregende Signale (exzitatorische postsynaptische Potentiale = EPSP) oder hemmende Signale (inhibitorische postsynaptische Potentiale = IPSP). Diese…
Responder
Responder (responder), aus dem Englischen „der Antwortende“; in der Medizin übertragen auf Personen, die auf bestimmte Verfahren (z.B. Operationstechnik) oder auf Medikamente reagieren, im Sport entsprechend auch auf Trainingsreize. Im Leistungssport, besonders im Nachwuchsbereich, wird vorrangig in Gruppen nach einheitlichen Plänen trainiert. Trotzdem reagieren die Sportler unterschiedlich. Das liegt an der Heterogenität im Ansprechen auf…
Rückanpassung
Rückanpassung, hier: Anpassung an N.N.-Bedingungen nach Höhentraining oder Transatlantikflügen. →Akklimatisation (acclimatization), →Jetlag
Schlüsselreiz
Schlüsselreiz (key stimulus), eine instinktive Reaktion auslösender signalartiger Reiz im Sozialverhalten auch als Auslöser bezeichnet. Den Begriff „Schlüsselreiz“ verbindet man mit der Vorstellung, dass die auslösenden Reize einem Schlüssel gleichen, dessen Bart passgenau ein Schloss (Auslösemechanismus) öffnet und damit die nachfolgende Instinktbewegung des Individuums in Gang setzt. Beispiele: Wird ein Hühnerküken unter eine schalldichte Glasglocke…
Sportherz
Sportherz (athletic heart), durch Trainingsbelastung vergrößertes gesundes Herz, womit eine Ökonomisierung und Leistungserhöhung verbunden ist. Bei nur 15% der Sportler kann von einem durch Training hypertrophiertem Herz gesprochen werden, dabei sind Lebensalter, genetische und ethnische Einflüsse zu beachten. „Die Auswurffraktion kann aufgrund der erhöhten parasympathischen Aktivität in Ruhe grenzwertig niedrig sein, normalisiert sich aber unter…
Superkompensation
Superkompensation (super-compensation), lat. super „über“, compensare „ausgleichen“, „ersetzen“; von Jakowlew 1977 aus dem →Glykogen-Stoffwechsel abgeleitete Modellvorstellung, die maßgeblich die →Trainingswissenschaft prägte. Danach wird durch hohe →Belastungen die →Homöostase durchbrochen. Die beanspruchten Funktionssysteme benötigen dann eine gewisse Zeit der →Wiederherstellung, wobei einige danach über das Ausgangsniveau hinaus schwingen, was als „überschießende Adaptationsreaktion“ (→Adaptation) oder Superkompensation bezeichnet…
Toter Punkt
Toter Punkt (low point), Moment bei einer Tätigkeit, bei der ohne besondere Anstrengungen und Bemühungen die Leistung nicht gesteigert werden kann oder eine Entwicklung stagniert, z.B. in der Wirtschaft, der Forschung bis zum Müdigkeitsgipfel im Tagesverlauf (→Biorhythmus) Bei Ausdauerbelastungen tritt der „Tote Punkt“ zumeist bei Anfängern in den ersten Minuten starker körperlicher Belastung auf und…
Transformation
Transformation (transformation), lat. transformare „umformen“; allg. Umwandlung, Umformung. Im Training spielt die Transformation in der Adaptation an sportliche Belastungen eine Rolle, indem man davon ausgeht, dass nach hoher Trainingsbelastung durch Entlastung die Reizanpassung im Organismus optimaler erfolgen kann (→Superkompensation). Das betrifft zum Beispiel die durch das Grundlagenausdauertraining auf muskelzellulärer Ebene überwiegend oxidativ adaptierten schnellen…