Physiologie
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Carnitin
Carnitin/L-Carnitin (carnitine), vor allem in der quergestreiften Muskulatur vorkommender vitaminähnlicher Wirkstoff, der beim Fettstoffwechsel eine wichtige Rolle spielt. Carnitin soll angeblich das Muskelwachstum fördern und die Muskulatur besser mit Sauerstoff versorgen sowie durch den Muskelaufbau zu einer Fettminderung im Körper beitragen. L-Carnitin, der viel gepriesene „fat burner“ (Fettverbrenner), beschleunigt weder den Fettabbau, noch die Gewichtsabnahme.…
Chemorezeption
Chemorezeption (chemoreceptors), (Physiologie). Die Umwandlung chemischer Signale über entsprechende Rezeptoren (Chemorezeptoren) in Aktionspotentiale und die Weiterleitung an das ZNS (z.B. Geschmacksreiz). Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Chemorezeption
Chlor
Chlor (Cl) (chlorine), griech. chlōrós „hellgrün, frisch“; chemisches Element aus der Gruppe der Halogene. →Chlorid Chlor wird als alternativloses Desinfektionsmittel zur Wasserentkeimung in Schwimmbädern genutzt. Die Belastung der Luft mit Chlor-Reaktionprodukten liegt in deutschen Bädern weit unterhalb der gültigen Grenzwerte (Landesgesundheitsamt Stuttgart 1995). Deshalb werden die gesundheitlichen Risiken durch das Schwimmen in Bädern gegenüber den…
Chronobiologie
Chronobiologie (chronobiology), Wissenschaft von den Schwankungen der Körperfunktionen im Tagesrhythmus (zirkadianer Rhythmus), wie Blutdruck, Puls, Körpertemperatur, Hormon- und Elektrolytspiegel. →Biorhythmus So wie im normalen Alltag bestimmte Chronotypen (Frühaufsteher = "Lerche", Spätaufsteher = "Eule") zu erkennen sind, so gibt es klare Anzeichen dafür, dass Sportler Sportarten auswählten, die ihrem Chronotyp entsprechen bzw. dass ihre Leistung tageszeitlich…
Chronotyp
Chronotyp (chronotype), griech. Χρόνος „Zeit“; von der „inneren Uhr“ (biologischer Rhythmus) bestimmte Kategorie von Menschen, deren Hormonspiegel, Körpertemperatur, Schlaf- und Wachphasen, Leistungsvermögen zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedlich ausgeprägt sind. Dabei werden Frühaufsteher („Lerche“), Normaltyp und Spätaufsteher („Eule“) unterschieden. Da im Hochleistungssport der Wettkampf-Zeitplan die gesamten Abläufe bestimmt, hat sich der Sportler dem zu fügen und langfristig…
Chunk-Bildung
Chunk-Bildung (chunking), (chunk = engl. Bündel): das Bündeln von akustischen oder visuellen Informationen zu Bedeutungseinheiten bei der Speicherung im →Gedächtnis. Beispiel: Beim Schwimmen werden verschiedenen Teilkomponenten miteinander verbunden: Arm-und Beinbewegung, Atmung usw. Während sich der Anfänger noch auf einzelne Elemente konzentrieren muss, z.B. Kniewinkel, Fußeinsatz …werden diese Teilkomponenten zu größeren Einheiten verknüpft, z.B. Beinbewegung. Diese…
Citratzyklus
Citratzyklus (citric acid cycle;tricarboxylic acid cycle), auch Zitronensäurezyklus; „Drehscheibe des Stoffwechsels", eine in den Mitochondrien ablaufende kreisförmige Kette von biochemischen Reaktionen, die durch ein Endprodukt des Fettsäureabbaus (Acetyl-Coenzym) gespeist wird. Beim ersten Schritt entsteht Citrat, das dem Zyklus den Namen gegeben hat. In Verbindung mit der Atmungskette bildet der Citratzyklus eine gemeinsame Endstrecke des Zellstoffwechsels,…
Clenbuterol
Clenbuterol (clenbuterol) Substanz aus der Gruppe der Beta-2-Agonisten, die in der Medizin zur bronchienerweiternden Therapie bei Atemwegserkrankungen (→Asthma) eingesetzt werden. →Bronchien Wegen Missbrauch im Sport und seiner gefährlichen Nebenwirkungen wurde Clenbuterol 1993 auf die Dopingliste gesetzt. Die NADA verweist auf Clenbuterol-belastete Nahrungsmittel in China und Mexiko. Ursache ist der missbräuchliche Einsatz von Clenbuterol als Wachstumsbeschleuniger…
Computersimulation
Computersimulation (computer simulation), Durchführung einer (simulierten) Bewegungshandlung mit Hilfe eines Computerprogramms, wobei durch Änderungen einzelner Parameter des Modells Erkenntnisse gewonnen werden können Die Naturwissenschaften nutzen die Computersimulation zur Veranschaulichung des Verhaltens einfacher Systeme bis zur Analyse und Darstellbarkeit komplexer dynamischer Systeme. Biologische Systeme, angefangen von einfachen Organismen bis hin zum menschlichen Körper, sind hochkomplexe Systeme.…
Crossing-Effekt
Crossing-Effekt (crossing effect), Übertragung eines einseitigen Trainings einer Muskelgruppe auf die entsprechende Muskelgruppe der Gegenseite, die aus einer unbewussten Mitinnervation (→Innervation) erklärt wird (Harre in Schnabel & Thieß,1993, S198), auch kontralateraler Mitübungseffekt. Kraftzuwächse auf „der anderen Seite“ erklären sich aber weniger über Muskelhypertrophie, sondern über koordinative Lerneffekte (→intermuskuläre Koordination) Mehr zum Thema: https://www.trainingsworld.com/training/koordinationstraining/seitigkeit-kontralaterale-transfer-seitentypologien-spitzensport-2632340 (Zugriff am…
Dauerleistungsgrenze
Dauerleistungsgrenze (endurance threshold), Begriff aus der Arbeitswissenschaft, bezogen auf die maximale Intensität, die über längere Zeit ohne zunehmende Ermüdung gehalten werden kann (→steady state), damit gleichzusetzen mit aerober Schwelle (Laktat 2 mmol/l). Die Dauerleistungsgrenze kann durch Ausdauertraining verschoben werden. Sie liegt bei 20-30Jährigen bei einer Herzfrequenz von 100-120 Schlägen/min (Frauen etwas weniger) und nimmt mit…
Deadaptation
Deadaptation (deadaptation), auch Detraining, lat. de „von-weg“+ adaptare, „anpassen, verändern“; Rückbildung von Anpassungen durch fehlende Belastungssteigerung verbunden mit Abfall der konditionellen Leistungsfähigkeit. →Entlastungssyndrom Dabei verläuft die Rückbildung (Deadaptation) schneller als die Anpassung (→Adaptation) und in den einzelnen Organen und Funktionssystemen unterschiedlich. Besonders schnell bilden sich die biologischen Grundlagen der Ausdauer (maximale Sauerstoffaufnahme, aerobe und anaerobe…
Deckeneffekt
Deckeneffekt (ceiling effect), Messfehler, der auf der Überschreitung des Messbereichs beruht.
Degeneration
Degeneration (degeneration), lat. degenerare „entarten“; in der Medizin die Abweichung von der Norm, Verschlechterung des strukturellen oder funktionellen Zustandes von Organen und Geweben als Folge des Alterns oder von Krankheit bzw. Inaktivität. So sind bereits um das 40. Lebensjahr bei etwa der Hälfte der Bevölkerung degenerative Gelenkveränderungen erkennbar (Niethardt & Pfeil, 1992). →Überlastung Ziel des Gesundheitssports…
Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus (DVZ)
Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus (DVZ) (Stretch-shortening exercise), Arbeitsweise des neuromuskulären Systems durch Kombination von exzentrischer und konzentrischer Kontraktion. So folgt z.B. beim Niedersprung auf eine kurze exzentrische Phase der Muskulatur (entgegen der Arbeitsrichtung) eine konzentrische Phase. Durch die Voraktivierung wird eine stärkere Muskelspannung und höhere Kraftleistung erreicht. Der DVZ wird dabei maßgeblich von der Elastizität der Sehnen…
Dehnungsreflex
Dehnungsreflex (myotatic reflex; stretch reflex), Reaktion auf einen Dehnungsreiz, die von den Muskelspindeln ausgelöst wird und den Muskel vor Überdehnungen und Rissen schützt. Die Muskelspindeln bestehen aus spezialisierten Skelettmuskelfasern und sind von einer Nervenfaser umgeben. Diese reagieren auf die Längenveränderungen der Muskelfasern mit einem Aktionspotential und lösen die Kontraktion des Muskels eigenständig aus (monosynaptischer Dehnungsreflex).…