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Physiologie

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Druckausgleich

Druckausgleich (ear clearing, pressure equalisation), In der Physik der Vorgang, bei dem in zwei oder mehreren Räumen der gleiche Druck hergestellt wird. Beim Tauchen entsteht im Mittelohr ein Unter- bzw. Überdruck, der über die Ohrtrompete (Eustachische Röhre) ausgeglichen wird. Durch Schlucken oder Pressen (hin- und herbewegen des Kiefers, Nasenlöcher zuhalten und schlucken) in die zugehaltene…

Durchfall

Durchfall (diarrhea), Diarrhö, weicher, oft wässriger Stuhl als Folge von Darminfektionen oder Erschöpfung, der mit hohem Flüssigkeitsverlust (→Dehydration) verbunden ist. Dieser beeinflusst die Leistungsfähigkeit und kann die Gefahr von Muskelkrämpfen erhöhen. Schwimmer werden häufig während des Trainings oder Wettkampfes von Magen-Darm-Problemen geplagt. Sind diese zwar zumeist harmlos, so können sich gelegentlich dahinter aber auch ernste…

Dyspnoe

Dyspnoe (dyspnea), griech. dys ‚schwierig' und pnoe ‚Atmung; Atemnot, zumeist Folge von zu intensiver Belastung (Belastungsdyspnoe), indem die Sauerstoffversorgung des Körpers nicht mehr ausreicht. Aber nicht zu verwechseln mit der üblichen Atemlosigkeit nach einer „harten Serie“. Atemnot in Ruhe oder bei geringer körperlicher Belastung ist immer abklärungsbedürftig. Wenn eine ungeklärte Dyspnoe, Angina Pektoris, Palpitation, Schwindel,…

Dystonie

Dystonie, muskuläre (dystonia), griech.dys- „schlecht“, „falsch“ und tonos „Spannung“; anhaltende oder zeitweise auftretende unwillkürliche Muskelanspannungen als Folge einer fehlerhaften Ansteuerung der Muskulatur durch die Gebiete des Gehirns, die normalerweise die Muskelaktivität abstimmen. Die genauen Ursachen von Dystonien sind noch unklar und zumeist genetisch veranlagt. Sekundäre Dystonien sind meistens auf ein Ereignis (z.B. an ein Schädel-Hirn-Trauma),…

Echokardiografie

Echokardiografie (echocardiography), Ultraschalldiagnostik des Herzens mit der die Vergrößerung aller vier Herzkammern gut nachgewiesen, die Wanddicke exakt vermessen und somit die Gesamtmuskelmassenzunahme berechnet werden kann.→Herzhypertrophie, →Herzvolumen, →Kardiologie Das Verfahren ist als nicht-invasive („unblutige“) und risikofreie Untersuchungsmethode besonders bei Sportlern mit hohen Trainingsumfängen interessant. Es ist aber relativ zeitaufwendig (15 min) und erfordert einen erfahrenen Arzt…

efferent

efferent (efferent), lat. effere „heraustragen“; Leitungsrichtung der Nervenfaser, herausführend, ableitend vom Nervensystem zum Zielorgan. Gegenteil ist →afferent, →Efferenz, →Efferenzkopie Beispiele aus dem Sport: Der Nachweis der erreichten anaeroben Schwelle (Peinado et al. 2014) ist ein Zeichen dafür, dass das Zentralnervensystem (ZNS) über eine Erhöhung der efferenten Aktivität über das periphere Nervensystem (PNS) reagiert. Startsprung – das…

Efferenz

Efferenz (efference), lat. effere „heraustragen“; Erregungen, die von den Nervenzellen abgeleitet werden. Sie ermöglichen die Regulation von Bewegungsausführungen auf der Grundlage von Efferenz- Kopien als Soll-Istwert-Vergleich (→Reafferenzprinzip). Man kann das Nervensystem mit einem Computer vergleichen, der Sensoren (→Sinnesorgane), Eingänge (→Afferenzen), Ausgänge (Efferenzen) und ein Netzwerk von teilweise selbstständigen Segmenten (Rückenmark) hat, die mit einem Großrechner…

Efferenzkopie

Efferenzkopie (efference copy) →Reafferenzprinzip

Eigenreflex

Eigenreflex (proprioreceptive reflex), Reflex, der im gleichen Organ ausgelöst (→Rezeptor) und beantwortet (→Effektor) wird. Typisches Beispiel ist der Kniesehnenreflex. Der Eigenreflex kommt in der gesamten Skelettmuskulatur vor und bewirkt bei einer Zerrung bestimmter Muskelgruppen einen sofortigen ausgleichenden Entspannungszustand (→Tonisierung). Beispiele: Bicepssehnenreflex, Patellarsehnenreflex, Achillessehnenreflex, Masseterreflex (Kaumuskelreflex) . Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Eigenreflex (Zugriff am 6.02.2019)

Einatmung

Einatmung (Inspiration) →Atmung

Einheit, motorische

Einheit, motorische (motor unit), Gesamtheit aller von einer motorischen Nervenfaser innervierten Muskelfasern, wobei das von einer motorischen Nervenzelle des Rückenmarks kommende Axon an der motorischen Endplatte Aktivitätspotentiale synaptisch auf die Muskelfaser überträgt. Über die motorische Einheit können Muskelkraft und Kontraktionsgeschwindigkeit reguliert werden. Bei fein abgestimmten Bewegungen (Feinmotorik) umfasst eine motorische Einheit meist nur wenige Muskelfasern…

Eisen

Eisen (Fe) (iron; ferrum). chem. Element, das in gebundener Form für Gesundheit und Leistungsfähigkeit bedeutsam ist, so als Bestandteil des roten Blutfarbstoffs (→Hämoglobin) zum Sauerstofftransport. Im Sport umgangssprachlich für Training mit Gewichten. Durch starkes Schwitzen (→Schweiß) wird Eisen verloren, was verminderte Blutbildung (Eisenmangelanämie) und damit geringere Leistungsfähigkeit zur Folge hat. Ein hoher Bedarf ergibt sich,…

Eiweiße

Eiweiße (proteins), Proteine, Energieträger, die neben Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff noch zusätzliche Elemente wie Stickstoff aufweisen. Eiweiße tragen in Ruhe zu 2,5% zum Energiestoffwechsel bei, unter Belastung bis 10%. Sie sind entscheidend am Aufbau von Körperstrukturen beteiligt, z.B. der Muskulatur (→Anabolismus), ferner sind Enzyme, Hormone und Antikörper spezielle Eiweißmoleküle. Grundelement der Eiweiße sind die Aminosäuren,…

Elektroenzephalogramm (EEG)

Elektroenzephalogramm (EEG) (electroencephalogram), griech. encephalon „Gehirn“; grafische Darstellung der durch Potentialschwankungen der Nervenzellen des Gehirns hervorgerufenen elektrischen Aktivitäten („Hirnströme“). Damit hat man Zugang zu den bioelektrischen Vorgängen, die kognitiven Prozessen oder emotionalen Zuständen zugrunde liegen, welche fundamentale Prozesse im Sport darstellen (Doppelmayr & Amesberger, 2012). Inzwischen hat man erkannt, dass hirnphysiologische Verarbeitungsprozesse ebenso sportliche Leistungen…

Elektrokardiogramm

Elektrokardiogramm (EKG) (electrocardiogram), griech. kardia „Herz“; Herzstromkurve, d.h. Messung des zeitlichen Verlaufs der Aktionsströme des Herzens. Elektrokardiografie ist ein grundsätzliches Verfahren in der sportmedizinischen Funktionsdiagnostik (s. http://www.sportmedizin-hamburg.com/images/pdfs/LeitlinienDGSP.pdf).  Dabei treten im Belastungs-EKG Herzveränderungen deutlicher hervor als im Ruhe-EKG. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen können verhindern, dass Sportler mit Durchblutungs- oder Herzrhythmusstörungen im weiteren Training hoch belastet werden. Das Sportherz…

Elektrolyt

Elektrolyt (electrolyte), griech. elektron „Bernstein“ i. ü. S. „elektrisch“ und lytikós „auflösbar“; elektrisch leitfähiger Stoff, der in den Flüssigkeiten des Organismus in Anionen und Kationen dissoziiert (zerfällt). Im Sport sind zur Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit die Elektrolyte Natriumchlorid (Kochsalz), Kalium, Magnesium und Kalzium von Bedeutung. Elektrolytmangel führt häufig zu Muskelkrämpfen. Bei Hitze müssen bereits während der Belastung Elektrolyte…

Elektromyografie

Elektromyografie (EMG) (electromyography), griech. myos „Muskel“; Aufzeichnung der Aktionsströme des Muskels bei willkürlichen Bewegungen oder elektrischer Reizung (→Elektromyostimulation). Mit der EMG sind Aussagen über den zeitlichen Einsatz der an einer Bewegung beteiligten Muskeln und damit zur intermuskulären Koordination möglich. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erwies sich auch die drahtlose EMG (KINE EMG-Geräte, Mini Wave Infinity Waterproof) als…

Elektromyostimulation

Elektrosmyostimulation (EMS) (electro-myo-stimulation), griech. myos „Muskel“; „Reizung der Muskulatur durch elektrische Ströme bestimmter Frequenz, Stärke und Dauer, wodurch atrophierte und geschwächte Muskelgruppen schneller zur normalen Leistungsfähigkeit gebracht werden als durch Willkürkontraktion allein“ (Neumann, in: Schnabel & Thieß, 1993, S.249). s. Elektromyostimulation EMS wird hauptsächlich in der Sportmedizin eingesetzt, um Schmerzen zu lindern und Schwellungen nach…

Emergenz

Emergenz (emergence), lat. emergere „Auftauchen“, „Emporsteigen“; Erreichen einer neuen (höheren) Qualität durch die Verbindung qualitativ unterschiedlicher Komponenten, wie z.B. die Verbindung von Sauerstoff und Wasserstoff zu Wasser. Dazu der Volksmund: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“. "Emergenz ist eine Herausforderung an das klassische Wissenschaftsverständnis, da sie die prinzipiellen Grenzen thematisiert, die der…

endexspiratorisch

endexspiratorisch (endexspiratory), lat. exspirare „ausatmen“; die Ausatmungsluft am Ende der Ausatmung betreffend und damit weitgehend identisch mit der Alveolarluft. →Alveole