Physiologie
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Basalganglien
Basalganglien/Basalkerne (basal ganglia), Nervenzellen unterhalb der Hirnrinde, deren Hauptaufgabe die Regulation der Motorik ist („Zentrale der Bewegungsprogramme“). Indem sie willentliche Bewegungen erleichtern und störende andere Bewegungen hemmen, spielen sie auch bei der Koordination sportlicher Bewegungen eine wesentliche Rolle. Beispiel für eine Willkürbewegung: Der linke Stirnlappen möchte, dass über eine Latte gesprungen wird und entwirft dazu…
Basenabweichung
Basenabweichung/-überschuss (base excess), verstärkte Basenkonzentration im Blut bei pH 7,38 und einem CO2- Partialdruck von 30mm Hg. Die Basenabweichung wird anhand der Blutgasanalyse bestimmt. Sie eignet sich zur Beurteilung von nicht-atmungsbedingten Störungen im Säure-Basen-Haushaltes, wobei erhöhte Werte auf eine metabolische Alkalose, niedrigere Werte auf eine metabolische Azidose zurückzuführen sind. Wegen dieser Anzeige wurde in den…
Bauchatmung
Bauchatmung (abdominal breathing), Zwerchfellatmung, die die Lungenatmung zu etwa 70% unterstützt. Viele Menschen haben durch Stress und falsche Gewohnheiten die Bauchatmung verlernt. Das tägliche gekrümmte Sitzen drückt die Bauchdecke ein und verleitet so zu einer flachen, oberflächlichen Atmung. Die Folge: Bei einem Atemzug gelangt weniger Luft in die Lunge und damit weniger Sauerstoff. Viele haben…
Baustoffwechsel
Baustoffwechsel (substance metabolism), Stoffwechsel, der dem Aufbau (→Anabolismus) und Erhalt von Körpersubstanzen dient. Dazu transportiert das Blut die „Baustoffe“ (→Proteine, →Aminosäuren) zu den „Baustellen“ (→Zellen). Der Baustoffwechsel spielt eine besondere Rolle beim wachsenden Kind oder Jugendlichen. So ist der Grundumsatz bei Kindern um 20-30% höher als bei Erwachsenen. In diesen Phasen ist bei hohen Belastungen…
Beatmung
Beatmung (artificial ventilation; resuscitation), Bei Atemstillstand mit oder ohne Hilfsmittel auszuführende Erste Hilfeleistung zur Gewährleistung der Versorgung lebenswichtiger Organe eines Verunfallten mit Sauerstoff; → Atemspende (Text von Harald Rehn)
Bedürfnishierarchie nach MASLOW
Bedürfnishierarchie nach MASLOW (Maslow’s hierarchy of needs), Modell des amerikanischen Psychologen Abraham Maslow, das die Bedürfnisse in einer Pyramide von fünf Ebenen darstellt. Eine höhere Ebene kann der Mensch nur dann erreichen, wenn die Bedürfnisse der darunterliegenden Ebenen erfüllt sind. →Motiv, →Motivation
Belastbarkeit
Belastbarkeit (load tolerance), Fähigkeit des Organismus, Belastungen ohne gesundheitliche Störungen zu ertragen, oder in Bezug auf den Sport die Trainings- und Wettkampfbelastungen positiv zu verarbeiten. Belastbarkeit ist eine komplexe Zustandsgröße des Organismus, die durch genetische Veranlagung, Umwelteinflüsse und innere Bedingungen gekennzeichnet ist. Kategorien sind die allgemein - organismische Belastbarkeit, die mechanische Belastbarkeit, die psycho-soziale Belastbarkeit…
Belastungs-Beanspruchungs-Interaktion
Belastungs-Beanspruchungs-Interaktion (load stress interaction), Modell der Trainingssteuerung, das die Wechselbeziehung zwischen vorgegebener Belastung und der ausgelösten Beanspruchung des Sportlers durch Nichtlinearität und einen systemdynamischen Zusammenhang charakterisiert (Hottenrott & Neumann, 2010, S. 251). Was ist damit gemeint? Wir definieren im Schwimmen die Belastung mittels Belastungszonen und deren Belastungskomponenten wie Umfang, Intensität usw. ohne damit alle auf…
Belastungspuls
Belastungspuls (load pulse), unmittelbar nach einer sportlichen Belastung gemessene Herzfrequenz. Wenn keine Pulsuhr zur Verfügung steht, werden Zeige- und Ringfinger auf die Halsschlagader gelegt und 15 Sekunden der Puls gemessen und mit vier multipliziert. Besonders bei sehr intensiven Belastungen (Herzfrequenz über 200 Schläge/min) ist die sofortige Messung erforderlich, da die Herzfrequenz bei Hochtrainierten sehr schnell…
Beta-2-Agonisten
Beta-2-Agonisten (β2-agonists), aus der Tiermast bekannte Gruppe von Substanzen mit anaboler Wirkung (z.B. →Clenbuterol), die in der Humanmedizin zur Bekämpfung vom Atemwegserkrankungen eingesetzt werden. Sie stimulieren die Beta-2-Rezeptoren, erschlaffen dadurch die Bronchialmuskulatur und lindern so die Symptome eines Asthmaanfalls. Hinweis der NADA (Stand 15.03.2016): Die inhalative Anwendung der Substanzen Salbutamol, Salmeterol und Formoterol ist nicht…
Betriebsstoffwechsel
Betriebsstoffwechsel (energy metabolism), Stoffwechsel, der die zur Aufrechterhaltung des Lebens erforderliche Energie liefert. So ist die für sportliche Bewegungen aktivierte Muskulatur an Energieträger wie Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße gebunden. Der Betriebsstoffwechsel ist eng mit dem Baustoffwechsel verflochten. Besonders im Kindesalter ist bei extremen Beanspruchungen Vorsicht geboten, da die erhöhten Anforderungen an den Betriebsstoffwechsel zu Lasten…
Bewegungsempfinden
Bewegungsempfinden (motor sensation), „komplexe Disposition zur differenzierten, zweckmäßigen Aufnahme und Verarbeitung sensomotorischer Informationen bei der Realisierung eigener Bewegungshandlungen“ (Hirtz, in Schnabel & Thieß, 1993, S.153), auch kognitiver Aspekt des Bewegungsgefühls. Aus physiologischer Sicht Teil der Propriozeption, der das ZNS über den Bewegungszustand des muskuloskelettalen System informiert. Es wird durch Rezeptoren in Muskeln und Gelenken vermittelt…
Bewegungsentwurf
Bewegungsentwurf (motor plany), →Bewegungsprogramm (motorisches Programm, motorischer Plan)
Bewegungsstereotyp
Bewegungsstereotyp (movement stereotype) →Stereotyp, dynamisch-motorischer
Bewegungssteuerung
Bewegungssteuerung und –regelung (motor control and regulation), „Führung des Bewegungsablaufs auf der Grundlage eines Bewegungsentwurfs, der in übergeordnete Handlungsprogramme integriert ist“ (Schnabel & Thieß, 1993, S.166). Das komplizierte Mit- und Nacheinander von Teilbewegungen wird von Impulsen gesteuert, die nach einem Bewegungsentwurf vom Zentralnervensystem über die motorischen Nervenbahnen an die Muskeln übermittelt werden. Diese werden im…
Bicarbonat (Natron)
Bicarbonat (bicarbonate), Hydrogencarbonat, das als Puffersubstanz eine wichtige Rolle bei der Neutralisierung des Laktats spielt (→Alkalose). →Soda-loading Durch Zuführung von Bicarbonat („soda loading“) konnte ein positiver Effekt auf die Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden. (Rupp et al. 1983, Sutton et al. 1981, Wilkes et al. 1983). So zeigte sich, dass bei einer Dosis von 300-500 mg HCO3-/kg…
Bindegewebe
Bindegewebe (connective tissue), Grundgewebe des Körpers in verschiedenster Ausprägung und Funktion, spezielle und für die sportliche Belastung wichtige Formen sind Knochen, Sehnen und Bänder als passiver Bewegungsapparat, der in allen Ausbildungsetappen aufgrund seines unterschiedlichen Reifezustandes (→Reifung) zu beachten ist. Die Empfindlichkeit des Bindegewebes verhält sich proportional zur Wachstumsgeschwindigkeit (Berthold & Thierbach, 1981). Deshalb ist die…
Biochemie
Biochemie (biochemistry), (griech. bio-chēmeia „die Chemie des Lebens“); Wissenschaft von chemischen Vorgängen in lebenden Organismen, vereinfacht vom →Stoffwechsel. Schon ihre ehemalige Bezeichnung als „Physiologische Chemie“ verdeutlich die enge Beziehung zur Physiologie (Leistungsphysiologie →Sportphysiologie →Sportmedizin). Die Biochemie untersucht „Im Zuge dessen konzentrieren sich die Betrachtungen auf die Stoffgruppen der Nukleinsäuren, Proteine, Lipide und Kohlenhydrate sowie deren…