Physiologie
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Nachbelastung
Nachbelastung (afterload,; warm down), eigentlich finanztechnischer Begriff (Nachgebühr); in der Physiologie die Arbeit des Herzens die Wandspannung, die den enddiastolischen Aorten- bzw. Pulmonalisdruck (bzw. Widerstand) zu überwinden vermag. In der Trainingspraxis gebräuchlich als eine nach einer Belastung erfolgenden Entlastung ("nach der Belastung“), die passiv oder aktiv erfolgen kann, wie z.B. durch Ausschwimmen. Für die Trainingssteuerung…
Nachbrennwert
Nachbrennwert/-effekt (EPOC) (excess postexercise oxygen consumption), auch "Afterburn-Effekt". Darunter wird die Sauerstoffmehraufnahme nach Arbeitsende verstanden, in der Sportphysiologie die Mehraufnahme an Sauerstoff über den Ruhebedarf hinaus nach einer körperlichen Belastung. Damit werden Sauerstoffverbrauch in Ruhe, Trainingsdauer und Sauerstoffanforderung der Trainingseinheit (VO2) in Zusammenhang gebracht. Die verschiedentliche Bezeichnung als Sauerstoffschuld ist inkorrekt, da die nachgeatmete Sauerstoffmenge…
Nährstoffe
Nährstoffe (nutrients), lebensnotwendige Bestandteile der Nahrung wie Kohlehydrate, Fette, Eiweiß sowie Mineralien, Vitamine und Wasser. Die Nährstoffe ermöglichen die Umwandlung biochemischer Energie in Bewegungsenergie (Energieumsatz). Damit ist eine sportgerechte Ernährung eine wesentliche Grundlage zur Steigerung sportlicher Leistungen. Eine gesunde und ausgewogene Kost sollte zu 55-60% aus Kohlehydraten, zu 10-15% aus Eiweißen und zu 25-30% aus…
Nahrungsergänzungsmittel (NEM)
Nahrungsergänzungsmittel (NEM) (supplements), ernährungsphysiologisch bedeutende Stoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Amino- und Fettsäuren, die den Lebensmitteln und nicht den Arzneimitteln zugeordnet werden. Somit unterliegen sie nicht der Genehmigung durch ein Bundesamt und der Markt wird immer unübersichtlicher, zumal sie über das Internet (zumeist aus USA) bestellt werden können. NEM können zum Beispiel folgende Stoffe enthalten: Vitamine…
Nandrolon
Nandrolon (nandrolon), Synthetischer Wirkstoff aus der Gruppe der Anabolika, anabolen Steroide, dessen exakter Nachweis noch recht umstritten ist, da der Wert nach hohen Trainingsbelastungen ansteigt und Urinkonzentration (z.B. Flüssigkeitsentzug bei „Gewicht machen“), hormonbehandelte Nahrungsmittel sowie Eigenproduktion durch Muskelwachstumsreiz, selbst Höhentraining den Wert beeinflussen. Auf dem Markt sind vor allem oral anwendbare Substanzen als Vorhormone (→Prohormone)…
Nasenpflaster
Nasenpflaster (nose plaster), Heftpflaster, das über den Nasenrücken geklebt wird. Es soll angeblich die Durchgängigkeit der Nase und somit das eingeatmete Luftvolumen vergrößern. Untersuchungen zeigten bei normaler Atmung keinen Vorteil, bei forcierter Einatmung eine Erleichterung, weil ein Zusammenziehen der Nasenflügel durch den Unterdruck verhindert wurde. Insgesamt sind die Ergebnisse widersprüchlich. Die Streifen sind für die…
Natrium (Na)
Natrium (Na) (sodium), arab. Natrun; Mineralstoff, wichtiger Bestandteil des menschlichen Körpers, der zusammen mit Kalium und Chlor bedeutsam für die Erregungsbildung der Nervenzellen (→Erregungsübertragung) und Muskelfasern (→Aktionspotential) sowie für den Wasser-Salz-Haushalt ist. →Gleitfilamenttheorie Mit der Nahrung (Kochsalz, gesalzene Lebensmittel, Mineralwasser) wird zumeist mehr Natrium aufgenommen als der Körper benötigt, somit ist ein Natriummangel äußerst selten…
Nebennierenrinde
Nebennierenrinde (adrenal cortex), äußerer Anteil der Nebenniere mit wichtiger hormoneller Funktion (→Kortikosteroide). Durch Stress bedingter erhöhter Auswurf von Adrenalin erschöpft die Nebennierenrinde, die dadurch weniger Adrenalin und Kortisol produziert. Die Folgen sind Müdigkeit, Depression, Antriebs- und Konzentrationsschwäche. Kortisol als "Streshormon" beeinflusst die Leistungsfähigkeit. Besonders langanhaltende oder intensive Belastungen steigern die Kortisolbildung bis zur Verschiebung in…
Nebulin
Nebulin (nebulin), Strukturprotein im Sarkomer der Muskelfaser. Besonders in den letzten Jahrzehnten hat das Wissen über die Funktion von Nebulin sprunghaft zugenommen. Wir wissen jetzt, dass Nebulin an einer Reihe von kritischen Prozessen im Skelettmuskel beteiligt ist, so an der Regulierung der Länge, Struktur und mechanischen Eigenschaften der dünnen Filamente sowie der Aktin-Myosin-Querbrücken-Zyklen (→Gleitfilamenttheorie) während…
Nervenbahn
Nervenbahn (nerve tract), Bündel von Nervenfasern, Teil des Reflexbogens, der Reize von der Peripherie zum Zentralnervensystem (→afferent) oder Impulse vom Zentralnervensystem zur Peripherie (→efferent) leitet. Die Länge der Nervenfasern beträgt beim Erwachsenen etwa 5,8 km. →Nervensystem Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Nervenbahn- Zugriff 04.01.21
Nervenfaser
Nervenfaser (nerve fibre), Fortsatz einer Nervenzelle, der Impulse leitet, Axon. Nervenfasern werden unterschieden nach Richtung der Erregungsleitung (afferent oder efferent), nach der Stärke der Markscheiden (Myelinscheiden) und davon abhängig der Nervenleitgeschwindigkeit sowie nach ihrer Wirkung (sensibel, motorisch, vegetativ). Nervenfasern verbinden verschiedene Regionen des Gehirns miteinander, einmal innerhalb einer Gehirnhälfte (intra-kortikale Verbindungen), zum anderen zwischen den…
Nervenleitgeschwindigkeit
Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) (nerve conduction velocity), Geschwindigkeit elektrischer Impulse entlang einer Nervenfaser. Die Sportarten mit hoher Nervenleitgeschwindigkeit zeichnen sich durch hohe Schnelligkeitsanforderungen bzw. ausgeprägte reaktive Bewegungsanteile aus. Unbeantwortet bleibt die Frage, ob diese Verteilung durch das Training oder durch Auswahlprozesse zustande gekommen ist. Es existieren relativ enge morphologische Beziehungen zwischen Nerv und Muskel. Schnell kontrahierende FT…
Nervensystem
Nervensystem (nervous system), einheitliches Netzwerk von Zentralnervensystem (ZNS) und peripheren Nerven. Das Nervensystem nimmt über Rezeptoren Reize auf, führt diese über afferente Nervenbahnen zum ZNS, wo sie verarbeitet werden. Über efferente Nervenbahnen sendet das ZNS Impulse zur Peripherie. Hierbei unterscheidet man zwischen vegetativem und dem somatischen Nervensystem. Das vegetative Nervensystem ist nicht dem Willen unterworfen…
Nervensystem, autonomes
Nervensystem, autonomes (autonomic nervous system) →Nervensystem, vegetatives
Nervensystem, somatisches
Nervensystem, somatisches (nervous system, somatic), dem Willen des Menschen unterworfener Teil des Nervensystems.
Nervensystem, vegetatives
Nervensystem, vegetatives; Vegetativum (autonomic nervous system), auch autonomes Nervensystem; Teil des zentralen und peripheren Nervensystems, der die unbewussten und weitgehend unwillkürlichen Lebensvorgänge fast aller inneren Organe sichert. So steigert der Sympathikus die Herzfrequenz, der Parasympathikus senkt sie. Somit hält das vegetative Nervensystem wichtige Lebensvorgänge im Gleichgewicht (→Homöostase), was besonders im Leistungssport von Bedeutung ist, da…
Nervosität
Nervosität (nervousness), zeitlich begrenzte erhöhte Reizbarkeit „im Vorfeld belastend erlebter Anforderungen“ (Müller, in Schnabel & Thieß, 1993, S.599). Nervosität wächst im Sport vor Wettkämpfen oder kritischen Belastungen im Training (→Lampenfieber, →Startfieber). Es äußert sich in Störungen geistiger Abläufe, motorischer Unruhe, Harndrang, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, verändertem Puls, Verschiebungen im Hormonspiegel, Verunsicherung, Gereiztheit. Mit realistischen Zielsetzungen, dem Vertrauen…
Netz, neuronales
Netz, neuronales (neural network), vom Neutronennetz des menschlichen Gehirns abgeleitetes Modell, um dessen Funktionsweise besser zu verstehen (→Neurophysiologie). Zugleich dient es als künstliches neuronales Netz zur Lösung konkreter Anwendungsprobleme in der Statistik, Wirtschaftswissenschaft und Technik. Neuronale Netze zeichnen sich durch ihre Lernfähigkeit aus. Sie können eine Aufgabe anhand von Trainingsbeispielen erlernen, ohne dazu programmiert werden…
Neuroathletik(training)
Neuroathletiktraining (neuro athletic training), auch neurozentriertes Training. Weiterentwicklung des klassischen Athletiktrainings, indem Gehirn und Nervensystem als zentrale Elemente der Bewegungssteuerung ins Training miteinbezogen werden (Lienhard, 2015). "Während Athletiktraining vorrangig outputzentriert ist (Verbesserung von konditionellen Fähigkeiten), bietet Neuroathletik stattdessen eine neurozentrierte Herangehensweise, d.h. die Verbesserung der eingehenden Signale und deren Verarbeitung / Integration stehen zunächst im…