Physiologie
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Parasympathikus
Parasympathikus (parasympathetic nervous system), griech. para – gegen, sympathikos – mitleidend; Teil des vegetativen Nervensystems, als Gegenspieler des Sympathikus für Erholungsvorgänge zuständig. So beschleunigt der Sympathikus die Herztätigkeit, der Parasympathikus verlangsamt sie. Die Übertragung erfolgt durch AcetylcholinModerate Ausdauer und intensives Atmen stärken nicht nur Herz, Kreislauf, Gefäße und Muskeln, sondern auch den Parasympathikus. →Herzfrequenzvariabilität Exkurs:…
Partialdruck
Partialdruck (partial pressure), Druckanteil eines einzelnen Gases am Gesamtdruck in einem Gasgemisch. Er ist das Produkt des prozentualen Anteils des Gases am Gesamtvolumen und dem aktuellen atmosphärischen Druck. Bei normalen atmosphärischen Druckverhältnissen von 760 mmHg wäre der Sauerstoffpartialdruck 21 (%) x 760 = 160 mmHg. Die Teildrücke der einzelnen Gase wirken sich auf den Organismus…
Peptidhormon
Peptidhormone und –analoge (peptide hormone and -analogue), physiologische Wirkstoffe, die aus Aminosäuren aufgebaut sind und sich deshalb eindeutig in Ihrer Struktur von den Steroidhormonen unterscheiden. Sie gehören zur Gruppe der Proteine, die auch als Eiweißmoleküle bezeichnet werden. Sie wurden erstmals 1989 auf die Dopingliste gesetzt, wobei Choriongonadotropin (CG), Adrenocorticotropes Hormon (ACTH), Erythropoietin (EPO) und Wachstumshormon…
pH-Wert
pH-Wert (ph-value), Säure-Basen-Gleichgewicht und wichtiges Regulationsziel des Organismus. Maß für den Säuregrad bzw. Alkaligehalt einer Lösung, das im Blut in sehr engen Grenzen (7,38 -7,42) als neutral, darüber alkalisch und darunter sauer definiert wird. Im neutralen Bereich haben die meisten Gewebe und Zellen ihr Funktionsoptimum. Englische Sportwissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass eine Supplementierung mit…
phasisch
phasisch (phasic), in regelmäßigen Abständen (Phasen) wiederkehrend; auf die Muskulatur bezogen unterscheidet man tonische (Halte-) und phasische (Bewegungs-) Muskulatur. Die phasische Muskulatur ist schlechter durchblutet, ermüdet schneller und neigt nicht zur Verkürzung. Wird sie nicht regelmäßig gekräftigt, verkümmert (atrophiert) sie schnell (Gehrke 1999). Mehr zum Thema: https://www.shtv.de/wp-content/uploads/2015/09/Tonische-und-phasische-Muskulatur.pdf (Zugriff 23.09.21)
Phosphagen-Speicher
Phosphagen-Speicher (phosphagen depot), Energiespeicher bestehend aus Adenosintriphosphat (ATP) als kleinerer und Kreatinphosphat (KP) als größerer, jederzeit verfügbarer Speicher für energiereiche Phosphatverbindungen im Muskel. Ihre Energiemenge reicht etwa für 20 maximale Muskelkontraktionen aus und muss dann resynthetisiert werden (Graf & Höher, 2009, S.183). Das phosphagene System ist in den Typ II Muskelfasern stärker ausgeprägt als in…
Phosphor
Phosphor/Phosphat (phosphorus), Mineralstoff, der in einer Menge von etwa 700g im Körper des Erwachsenen enthalten ist. Als Bestandteil des Adenosintriphosphats (ATP) ist Phosphat wichtiger Energielieferant. Es sichert gesunde Knochen sowie Zähne und das Gleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt (→Puffersystem). Phosphat wird ausreichend mit der Nahrung zugeführt, besonders mit proteinreichen Lebensmitteln (Fleisch, Fisch), so dass ein Mangel (Rachitis,…
Photosynthese
Photosynthese (photosythesis), (griech. φῶς phōs „Licht“ und σύνθεσις sýnthesis „Zusammensetzung“); biochemischer Vorgang in der Natur, bei dem mithilfe von Lichtenergie aus energieärmeren Stoffen energiereiche Biomoleküle erzeugt werden. Damit ist die Photosynthese der wichtigste bio-chemische Prozess überhaupt, ohne den weder pflanzliches noch tierisches Leben denkbar wäre Bei der Photosynthese wird zunächst mit Hilfe von den lichtabsorbierenden…
Physical working capacity
Physical working capacity (PWC) (engl.), Parameter zur Bewertung der Arbeitskapazität (working capacity) in Watt auf dem Fahrradergometer, normiert auf eine bestimmte Herzfrequenz, z.B. 130/150/170 Schlägen/min. Damit kann die submaximale Leistungsfähigkeit beurteilt werden ohne eine Ausbelastung zu fordern oder zu erreichen, eine besonders unter klinischem Aspekt bevorzugte Methode. Üblich ist die Angabe der PWC pro Kilogramm…
Physiologie
Physiologie (physiologie), griech. physiologica „Naturkunde“; als Teilgebiet der Biologie die Wissenschaft von den Lebensvorgängen, als Leistungsphysiologie eine wichtige Grundlage der Trainingswissenschaft. Umgangssprachlich steht physiologisch für normal, gesund, im Gegensatz zu pathologisch. →Sportphysiologie Beispiel: Der Blutdruck ist eine Funktion des Herzzeitvolumens und des peripheren Gefäßwiderstands. Personen, die einem chronischen Ausdauertraining ausgesetzt sind, erreichen einen höheren Belastungs-systolischen…
Pille
„Pille“ (pill,) Medikament in Form einer Tablette oder Kapsel (Kugel) zur oralen Einnahme. Umgangssprachlich ein Mittel zur Verhütung einer Schwangerschaft ("Antibabypille"). → Kontrazeptiva. Die Betonung liegt auf Medikament, das bekanntlich nicht von Nebenwirkungen frei ist. So steigt das Risiko für Thrombosen und – wie eine neuere Studie aus Dänemark zeigt – auch zu Depressionen, wobei…
Plyometrie
Plyometrie (plyometrics), griech. pleiôn „mehr“ uns metreô „messen“; Form des Schnellkrafttrainings, die auf dem Dehnungsreflex der Muskeln und der Kontrolle über diesen sowie des Muskelspindelapparates beruht. Das Belastungsmaximum tritt während der Verlängerung der Muskulatur bei exzentrischer Ausführung auf (= negative Arbeit). Eine Megaanalyse zeigt, dass plyometrisches Sprungtraining die Wiederholungssprintfähigkeit (RSA) und die durchschnittliche Leistung, aber…
Post-Activation Potentiation (PAP)
Postaktive Potenzierung (PAP) (Post-Activation Potentiation) ("Postaktivierungsverstärkung"), auch neuromuskuläre Präaktivierung; ein gut beschriebenes Phänomen mit einer kurzen Halbwertszeit (~28 s), das die Muskelkraftproduktion bei submaximaler Kalziumsättigung (d. h. submaximaler Muskelaktivierung) erhöht. Sie wurde weitgehend durch eine erhöhte Phosphorylierung der leichten Myosinkette in Typ-II-Muskelfasern erklärt, und ihre Auswirkungen wurden beim Menschen durch Messung der Muskelkraft nach einer Muskelkontraktion…
Potenzierung
Potenzierung (potentiation), lat. potentia ‚Macht, Kraft, Vermögen, Fähigkeit‘, übertragen „erhöhen, vergrößern“; in der Physiologie eine verstärkte Funktion, so können im Krafttraining tetanische (krampfartige) Reize den synaptischen Übertragungsprozess stärken („posttetanische Potenzierung“). Auf das Training übertragen würde die beanspruchte Muskulatur durch maximale Bewegungswiderstände, isometrischer Kontraktion oder durch Elektromyostimulation „vorgereizt“, z.B. wenn vor Hockstrecksprüngen 3-4 maximale Kniebeugen durchgeführt…
Präaktivierung, neuromuskuläre
Präaktivierung, neuromuskuläre (neuromuscular pre-activation), mehrere maximale willkürliche Kontraktionen (maximal voluntary contractions, MVCs) der spezifischen Muskulatur vor Belastungen im Wettkampf/Test. Dadurchi werden die aktivierten neuromotorischen Einheiten mit tetanischen Reizfrequenzen erregt. Dies erhöht vorübergehend die Effizienz der Reizübertragung und -fortleitung in synaptischen Verbindungen und Muskelzellen (posttetanische Potenzierung/PTP). Die PTP beschleunigt die Emission von Calciumionen (Ca2+) aus dem…
Pressatmung
Pressatmung/-druck (compressed breathing), durch willkürlich behinderte Ausatmung erfolgte Steigerung des Druckes im Brustraum und damit auch im intrathorakalen (im Brustkorb befindlichen) Kreislauf. Die Pressatmung tritt auch unwillkürlich bei sportlichen Aktivitäten mit erhöhten Kraftanforderungen auf (z.B. Gewichtheben). Auch beim Schwimmen wird oft die Ausatmung verzögert und die Luft gepresst. Da durch die Erhöhung des Druckes im…
Prinzip des wirksamen Belastungsreizes
Prinzip des wirksamen Belastungsreizes →Reizschwelle, Reizstufenregel Das Prinzip des trainingswirksamen Belastungsreizes geht davon aus, dass der Reiz eine bestimmte Intensitätsschwelle (Reizschwelle) überschreiten muss, um trainingswirksam zu sein und Anpassungserscheinungen auszulösen. Sportwissenschaftlich ausgedrückt: "Der induzierte Belastungsreiz wird mit der individuellen Beanspruchung in Relation gesetzt, um abschätzen zu können, welche extern induzierte Reizart ("Dosis") zu welcher individuellen…
Progesteron
Progesteron (progesterone), Steroid- und weibliches Sexualhormon, das im „Mutterkuchen“ (Plazenta) gebildet wird und eine Rolle bei der „Einnistung der Eizelle“ in den Uterus und der Entwicklung des Embryos spielt, deshalb auch als „Schwangerschaftshormon“ bezeichnet. Die Progesteronbildung setzt in der Lutealphase ein und erreicht besonders in der zweiten Zyklushälfte hohe Blutkonzentrationen. Diese hormonellen Veränderungen wirken sich…
Prohormone
Prohormone (prohormone), „leichte Steroide“ Hormonvorläufer, die selbst noch keine oder kaum hormonelle Wirkung zeigen, sondern im Stoffwechsel erst zu einem Hormon umgewandelt werden müssen (Wikipedia). Aber sie unterliegen aufgrund Ihrer Hormonstruktur in Deutschland dem Arzneimittelgesetz. Zu den Prohormonen zählen: Androstendion, Androstendiol, DHEA, Stano/Stanozol, Superdrol/S-Drol, Epistande, Tren/Trenevol, M1T/ -1-Testosteron und Nandrolon. Sie sind allesamt lt. Reglement…