Physiologie
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Neurogenese
Neurogenese (neurogenesis), Neubildung von Nervenzellen. Bis zu Ende des letzten Jahrhunderts nahm man an, dass Nervenzellen bereits im Säuglingsalter aufhören sich zu teilen. Damit könne das Gehirn seine Leistung nur noch auf einem bestimmten Niveau halten, das im Alter noch abfällt. Inzwischen hat man in zahlreichen Untersuchungen nachweisen können, dass die Entwicklung des Gehirns ein…
Neurologie
Neurologie (neurology), Disziplin der Medizin, die sich mit Aufbau, Funktion und Erkrankung des Nervensystems befasst. Neurologische Krankheiten und Teilgebiete der Neurologie sind u.a.: vaskuläre Neurologie (Durchblutungsstörungen/Schlaganfall) neuroimmunologische Erkrankungen (Multiple Sklerose) Bakterielle oder virale Infektionen (Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute) Degenerative Erkrankungen (Parkinson, Demenz) Funktionsstörungen der hirnelektrischen Aktivität des Gehirns (Epilepsie) Neuralgien oder Nervenkompressionen (Bandscheibenvorfall)…
neuromuskulär
neuromuskulär (neuromuscular), das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln betreffend und damit eine entscheidende Voraussetzung sportlicher Bewegungen. →Elektromyostimulation Beispiele: Mit dem natürlichen Alterungsprozesses verändern sich auch die neuromuskulären Funktionen. Kennzeichnend sind nachlassende Innervierung ("Feuerrungsrate") der motorischen Einheit, Verringerung der Kontraktionsgeschwindigkeit und der spezifischen Spannung der Muskelfasern sowie der Stabilität der neuromuskulären Verbindung (Wu et al. 2020).…
Neuron
Neuron (neuron), griech.aneũron, deutsch "Flechse, ‚Sehne"; morphologische, funktionelle und genetische Einheit von Nervenzelle und Fortsatz (→Neurit). „Die meisten Neurone des Zentralnervensystems werden von Hunderten anderer Nervenzellen erreicht und geben über ihre Synapsen Information an mehrere andere Nervenzellen weiter. Die Signalverarbeitung erfolgt dabei in der Regel über bioelektrische Prozesse, die sich untergliedern in graduelle und Alles-oder-Nichts-Prozesse,…
Neurophysiologie
Neurophysiologie (neurophysiology), Bereich der Physiologie, genauer der Neurologie, der sich mit Aufbau und Funktion des Nervensystems befasst. Neurophysiologische Untersuchungsmethoden gewähren heutzutage tiefere Einblicke in die Arbeitsweise des Gehirns und dessen Anpassungsfähigkeit. Somit beeinflusst die Neurophysiologie zunehmend die Lernpsychologie und damit die Ableitung von Lerntheorien. →mentales Training Erst die Verknüpfung von sensorischen und motorischen Nervenzellen (Sensomotorik)…
Neurotransmitter
Neurotransmitter (neurotransmitter), griech. neuron „Sehne, Nerv“ und lat. transmittere „übertragen“; biochemische Substanz, die in der Synapse eines Neurons freigesetzt wird, um ein anderes Neuron oder eine Muskelfaser zu aktivieren. →Transmitter Studien, die den Einfluss körperlicher Belastung auf die Gehirnkonzentrationen von Noradrenalin, Serotonin und Dopamin untersucht haben, zeigen Veränderungen in Synthese und Abbau der Monoamine (organisch-chemische…
Nikotin
Nikotin (nicotine), aus der Tabakpflanze gewonnener Stoff, der in kleinen Mengen kurzfristig aktiviert, Reaktionszeit und Konzentration verbessert, in größeren Mengen Blutdruck und Cholesterinspiegel erhöht. Nikotin zählt neben Alkohol als Volksdroge Nr.1. Durch die stärkere Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin wirkt es anregend und führt zur Abhängigkeit. Es wird in Deutschland ausschließlich durch Rauchen zugeführt, das…
Noradrenalin
Noradrenalin (noradrenaline), Hormon aus der Gruppe der Katecholamine, dessen Synthese sowohl in den Vesikeln der Nervenendigungen von Neuronen, die Noradrenalin als Neurotransmitter freisetzen, als auch im Nebennierenmark erfolgt. Zusammen mit Adrenalin zählt es zu den Stresshormonen. Noradrenalin verengt die Blutgefäße und steigert damit den Blutdruck. Als Neurotransmitter steuert es über das Zentralnervensystem Aufmerksamkeit oder Wachsamkeit.…
Open-Loop -Bewegung
Open-Loop -Bewegung (open-loop movement), Begriff aus der Kybernetik: „geöffnete Schleife = offener Regelkreis“, ein Steuerungs- und Regelungsvorgang, bei dem eine starre Steuerung durch eine vorgegebene Befehlskette vorliegt, die unabhängig vom System-Output (Feedback) oder von Informationen aus der Umgebung agiert (http://flexikon.doccheck.com/de/Open-loop-Kontrolle- Zugriff 20.02.21). →closed loop Übertragen auf die Motorik handelt es sich um eine motorische Fertigkeit,…
Organismus
Organismus (organism), lebendiges System (Lebewesen) oder übertragen soziales Gebilde als funktionierende Einheit.
Östrogene
Östrogene/Estrogene (estrogens), lat. oestrus „Stachel“, „Leidenschaft“; Follikelhormone, zur Gruppe der Steroidhormone gehörend, die bei der Frau die sekundären Geschlechtsmerkmale ausprägen und die Uterusschleimhaut wieder aufbauen (→Follikelphase). Östrogen kann einen signifikanten Einfluss auf die Stabilität der Muskelmembran und möglicherweise auf die Verminderung von trainingsinduzierten Muskelschäden haben (Tidus 2003). Leistungssportliche Belastungen können den normalen Zyklusablauf stören. Besonders…
Ovulation
Ovulation (ovulation), lat. ovolum Verkleinerungsform für „Ei“; Ausstoßen der reifen Eizellen (Follikelsprung) im Menstruationszyklus etwa 14 Tage vor Menstruationsbeginn. In der Phase der Ovulation erreicht die Östrogenkonzentration im Blut einen Höhepunkt. Die Beziehung zwischen Bewegung und Ovulation ist multifaktoriell und komplex. Deashalb gibt es bis heute keine klaren Empfehlungen für Bewegungsregime (Hakimi & Cameron, 2017).…
Own-Zone
Own-Zone (engl.), „eigene Zone“. von Pulsuhr-Hersteller Polar eingeführter Begriff für den individuell optimalen Herzfrequenzbereich, dem der variable zeitliche Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden Herzschlägen in Millisekunden zugrunde liegt. Bei den meisten Erwachsenen entspricht die Own-Zone einer Intensität von ca. 65-85 % der maximalen Herzfrequenz. Bei gesunden Menschen befindet sich die Herzfrequenz-Variabilität im Ruhezustand auf dem…
Oxidation
Oxidation (oxidation), (Oxygenium = Sauerstoff); intrazelluläre Reaktion von chemischen Elementen oder Verbindungen unter Verbrauch von Sauerstoff, wobei Energie freigesetzt wird. Im weiteren Sinne die Elektronenabgabe von Elementen, Ionen oder Verbindungen. Biologische Oxidation spielt sich als aerober Stoffwechsel in den Mitochondrien ab, dort im Citratzyklus und in der Atmungskette. Die biologische Oxidation liefert pro Mol…
Oxidation, aerobe
Oxidation, aerobe (aerobic oxidation), Oxidation unter Verbrauch von Sauerstoff.
Oxidation, anaerobe
Oxidation, anaerobe (anaerobic oxidation), →Oxidation ohne Sauerstoff. →Laktat , →ATP-Resynthese, →Azidose
Oxymetrie
Oxymetrie (oxymetry), zusammengesetzt aus Oxygenium (Sauerstoff) und metor/meta (abmessen); unblutiges Verfahren zur Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes durch einen Clip (Pulsoxymeter), der zumeist auf einen Finger gesteckt wird und durch einen Fotosensor die unterschiedliche Farbstärke des Hämoglobins registriert. Die Pulsoxymetrie hat sich inzwischen als einfache und effektive Methode bewährt, um den Puls und den Sauerstoffgehalt…
Ozon
Ozon (ozone), Trisauerstoff (O3) griech. ozein „riechen“; als farbloses, in hohen Konzentrationen stechend riechendes, stark oxidierend wirkendes und gesundheitsschädliches Gas, hier besonders Reizung der Atemwege. Bei einer medizinisch-toxikologischen Beurteilung dieses dreiatomigen Sauerstoffmoleküls muss generell zwischen dem UV-präventiven Ozon in der Stratosphäre und der Ozonbelastung in den bodennahen Luftschichten unterschieden werden. Von entscheidender Bedeutung für das Ausmaß…
Parameterspezifikation, direkte
Parameterspezifikation, direkte (DPS) (direct parameter specification), aus der Wahrnehmungspsychologie: auf Reizverarbeitungsprozessen beruhende Handlungen, die ohne bewusstes Erleben oder gewahr werden der Reizseite ablaufen. So laufen im Sport Reaktionshandlungen unter hohem Zeitdruck oft intuitiv ab (Neumann, O. 1989). Indem in bestimmten Situationen nicht bewusst wahrgenommene Informationen unsere Handlungen beeinflussen, wird unser bewußtes phänomenales Erleben von unserem…