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Physiologie

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Muskelarbeitsweise

Muskelarbeitsweise (muscle work way), durch Widerstände (→Last) und Bewegungsaufgabe bestimmter Einsatz der verschiedenen Kontraktionsformen des Muskels, die zumeist gemischt auftreten. Mehr zum Thema: Video: https://www.youtube.com/watch?v=zlOKfog2ebs Zugriff 28.10.2020  

Muskelbiopsie

 Muskelbiopsie (muscle biopsy), Entnahme von Muskelgewebe aus der Skelettmuskulatur (m. quadriceps femoris, m. deltoideus oder m. gastrocnemius) mit einer Hohlnadel zur histologischen, biochemischen oder elektronenmikroskopischen Untersuchung, vornehmlich zur Beurteilung von Muskelfaserstruktur, Muskelfaserfläche, Kapillarisierung und Enzymaktivitäten. Wegen des schmerzhaften blutigen Eingriffs bleibt die Muskelbiopsie mehr der Forschung vorbehalten, obwohl sie durch die mögliche Fasertypisierung die Auswahl…

Muskelfaser

Muskelfaser (muscle fiber), kontraktiler Grundbaustein der Skelettmuskulatur, dessen kleinste Einheiten (→Myofibrillen) die typische Querstreifung hervorrufen. In den Fibrillen sind die beiden Eiweißmoleküle Myosin und Aktin gelagert, die durch chemische Bindung den eigentlichen Kontraktionsvorgang (→Muskelkontraktion) auslösen. Nach der Anzahl der Myofibrillen und Mitochondrien werden drei Muskelfasertypen unterschieden (s. Tab.). Die Verteilung der Muskelfasern ist für Männer…

Muskelglykogen

Muskelglykogen (muscle glycogen), der im Skelettmuskel (und nicht im Blut oder der Leber) gespeicherte Anteil an Glykogen von etwa 1,5g pro 100g Feuchtmuskel. Durch Superkompensation ist eine Erhöhung auf 4 g / 100 g möglich. Glykogen ist nicht gleichmäßig in den Skelettmuskelfasern verteilt, sondern eher in verschiedenen Pools lokalisiert. Diese Verteilung variiert je nach Trainingsintensität, Faserphänotyp, Trainingszustand und Immobilisierung…

Muskelglykogenlaoading

Muskelglykogenloading (muscle glycogen loading) →Kohlehydrataufladung

Muskelgruppe

Muskelgruppe (muscle group), Verband von funktionell gleich arbeitenden Muskeln, z.B. Adduktorengruppe. Von den etwa 600 Skelettmuskeln sind für die allgemeine athletische Ausbildung (Kräftigung und Dehnung) folgende Muskelgruppen bedeutsam: Rumpf mit Rücken-, Brust- und Bauchmuskulatur, Rotatorenmanschette, Armmuskulatur, Bein- und Gesäßmuskulatur, Wadenmuskulatur. Bei sportlichen Bewegungen, so auch im Schwimmen, ist eine kontinuierliche Energieübertragung von einer Muskelgruppe zur…

Muskelinnervation

Muskelinnervation (nerve supply of muscle), lat. nervus “Nerv”; nervöse Ansteuerung des Muskels. Dabei ist zu berücksichtigen, dass jeder größere Muskel immer von Motoneuronen mehrerer Rückenmarkssegmente (plurisegmental) versorgt wird.  →Einheit, motorische, →Innervation, →Bewegungskoordination Beispiel: Start und Wende im Schwimmen sind Bewegungsabläufe in Form eines Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus (DVZ). Für einen schnell ablaufenden DVZ ist ein linksgerichtetes Innervationsmuster (Ausprägung…

Muskelkontraktion

Muskelkontraktion (muscle contraction), lat. contractio „Zusammenziehung“; Spannungserhöhung im Muskel, die zumeist (ausgenommen isometrische Kontraktion) zu einer Verkürzung des Muskels führt. Im quergestreiften Muskel gewährt die gegenseitige Verschiebung der Aktin- und →Myosinfilamente die Kontraktion (→Muskelfaser). Hinzu kommt neuerdings Titin als "drittes kontraktiles" Filament (Herzog 2018). Es werden folgende Formen der Muskelkontraktion unterschieden: isometrisch (erhöhte Spannung ohne…

Muskelkrampf

Muskelkrampf (muscular spasm; in der Arbeits- und Sportmedizin "exercise-associated muscle cramps" - EAMC), Funktionsstörung des Muskels als unwillkürliche, schmerzhafte Kontraktion. Im Sport zumeist in folge von Überlastung verbunden mit Unregelmäßigkeiten des Substratstoffwechsels ("Stoffwechseltheorie"), der Flüssigkeitsbalance ("Dehydratationstheorie"),  des Serumelektrolytspiegels ("Elektrolyttheorie") oder durch extreme heiße oder kalte Umweltbedingungen ("Umwelttheorie") (Schwellnus et al. 1997). Die Ursachen werden kontrovers…

Muskelleistung

Muskelleistung (muscle performance), physiologisch der Betrag an Energie, der durch Muskelarbeit pro Zeitintervall verbraucht bzw. freigesetzt wird, biomechanisch reduziert auf das Produkt aus Muskelkraft (F) und Muskelkontraktionsgeschwindigkeit (v), gemessen in Watt bzw. Nm/t. Hill (1938) verband erstmals die mechanische Leistung eines Muskels und die dazu notwendige Energiezufuhr pro Zeiteinheit mit dem Bewegungsablauf, welcher mit der…

Muskelpumpe

  Muskelpumpe (muscular pump), Rückfluss des venösen Blutes zum Herzen durch die Pumpwirkung der Muskelkontraktion ("Venenpumpe"), man spricht auch vom „peripheren Herzen“. Besonders Sport (Laufen, Schwimmen usw.) unterstützt die Wadenmuskelpumpe und sorgt für eine gute Durchblutung der Beine. →Kompressionshose Mehr zum Thema: (Video) https://www.youtube.com/watch?v=2aeFAeFD__E - Zugriff 20.11.20

Muskelspannung

Muskelspannung (muscle tension, →Muskeltonus.

Muskeltonus

Muskeltonus (muscle tone), griech. tonos „Spannung“; Spannungszustand des Muskels, der zentralnervös über die Muskelspindeln gesteuert wird. Die Skelettmuskulatur ist lediglich im Schlaf entspannt (Schlaffheit 〈Atonie〉 während der REM-Phase), für die aufrechte Körperhaltung ist bereits ein Ruhetonus erforderlich. Der Muskeltonus unterliegt Muskeldehnungen, seelischen Erregungen (Verspanntheit) oder Temperaturschwankungen („steif vor Kälte“). Niedriger Muskeltonus wird auch als Muskelhypotonie,…

Muskeltraining, inspiratorisches

Muskeltraining, inspiratorisches (Inspiratory muscle strength training-IMST) →Atemtraining

Muskelverhärtung

Muskelverhärtung (Muskelhartspann, Myogelose) (muscular induration), anhaltende Verspannung der Muskulatur (reflektorischer Dauertetanus) durch Überbelastung, Fehlhaltung oder seltener durch Nerveneinklemmung und Arthrose. Maßnahmen: Massage, durch Wärme lokale Durchblutung anregen, bei schwerer Muskelverhärtung entzündungshemmende Mittel anwenden, aber vor allem sollten die zur Verhärtung führenden Ursachen beseitigt/vermieden werden. Nach exzentrischem Krafttraining kommt es zu einer Muskelschädigung, die von einer…

Muskelverkürzung

Muskelverkürzung (muscle shortening), hier ist nicht die Verkürzung bei isotonischer Muskelkontraktion gemeint, sondern eine bestimmte Veränderung der Grundspannung (Tonus) des Muskels bis zur schmerzhaften Dauerspannung, die durch eine reflektorische Dauererregung aufrechterhalten wird (→Muskelspindel). Im Extremfall führt sie zu schmerzhaften Fehlhaltungen und Bewegungseinschränkungen (Muskelkontraktur). Bei der Auswahl sportlicher Übungen sind die unterschiedlichen Muskelstrukturen zu beachten. So…

Myofibrillen

Myofibrillen (myofibrils), Teil der quergestreiften Muskelfaser, deren Untereinheiten Aktin- und Myosinfilamente die typische Querstreifung der Skelettmuskulatur ausmachen und im Verbund (Sarkomer) die kleinste kontraktile Einheit des Muskels sind. Die maximale Kraft eines Muskels ist von der Anzahl seiner Myofibrillen im physiologischen Querschnitt abhängig. →Muskelspindel Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Myofibrille - Zugriff 29.11.20 Steinacker, Wang, Lormes, Reißnecker…

Myoglobin

Myoglobin (Mb) (myoglobin), lat. globus ‚Kugel‘; ein dem Hämoglobin ähnlicher Eiweißkörper im Muskel (ST-Fasern/Muskelfaserstruktur), der die Sauerstoffaufnahme aus dem Blut beschleunigt und als Sauerstoffspeicher hilft, die Energiegewinnung über den anaeroben Weg (→anaerobe Energiestoffwechsel) zu begrenzen. Durch Ausdauertraining wird der Myoglobingehalt erhöht. Myoglobin ist als biochemische Kennziffer nach Herzinfarkt oder für eine trainingsbedingte Muskelschädigung (→Muskelkater) nachgewiesen (u.a.…

Myosin

Myosin (myosin), griech. myos, Genitiv zu mys „Muskel“; Eiweißkörper des Myosinfilaments (→Filament), dessen Enden (Myosinköpfchen) nach Anbindung eines ATP-Moleküls an die Aktinfilamente andocken und so die Muskelkontraktion ("Motor der Muskelfasern") ermöglichen. Die Isoformen (Proteine mit gleicher Funktion, jedoch unterschiedlichem Aufbau) der Myosinschwerketten (MHC) bestimmen wesentlich die kontraktilen Eigenschaften der Muskelfaser und charakterisieren den Muskel. Das…

Nachatmung

Nachatmung (post-dive breathing), Verfahren in der Leistungsdiagnostik zur Bestimmung dar Atemgaswerte (→Spirometrie) im Schwimmbecken durch näherungsweise Bestimmung von Funktionswerten (Extrapolation) aus der unmittelbaren Nachbelastungsphase. Diese Methode hat den Vorteil, dass das Schwimmen durch die Apparate nicht beeinflusst wird und damit auch die physiologischen Bedingungen bei Wettkampfgeschwindigkeiten ermittelt werden können. Nach Höltke et al. (2003) erwiesen…