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Physiologie

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kumulativ

kumulativ (cumulative), lat. cumulare „häufen“; sich anhäufend, steigernd; z.B. gebräuchlich in der Physiologie (z.B. Anhäufung von Laktat) oder in der Trainingsdokumentation (Summierung von Trainingsdaten).

Kurzzeitgedächtnis

Kurzzeitgedächtnis (STM) (short-term memory), das aktivierte Gedächtnis, das einige Informationsinhalte für kurze Zeit festhält wie z. B. die Ziffern einer Handynummer. Die Speicherdauer beträgt angeblich 20 Sekunden, alles darüber wird bereits dem Langzeitgedächtnis zugeordnet. Das Aufnahmevermögen ist begrenzt und liegt bei 7 Informationseinheiten. Bei der begrenzten Kapazität filtert das Kurzzeitgedächtnis Wichtiges von Unwichtigem, was nicht…

Laktat

Laktat (lactate), lat. lactis „Milch“; fälschlich als Milchsäure bezeichnetes Dissoziationsprodukt (Dissoziation = Aufspaltung einer chemischen Verbindung) derselben im Blut. Im Ergebnis der Glykolyse entsteht als Endprodukt des anaeroben Stoffwechsels Laktat: ADP + Glukose (Glykogen) → ATP + Laktat Laktat kann bei Belastung über die Glukoneogenese wieder zu Glykogen resynthetisiert werden, die Glykolyse wird quasi rückwärts…

Laktat-Leistungskurve

Laktat-Leistungskurve (LLK) (lactate performance curve), Kurvenverlauf, der sich aus dem exponentiellen Anstieg des Laktats bei zunehmender Belastung (hier Schwimmgeschwindigkeit) im Stufentest ergibt. Zur besseren Beurteilung der LLK hilft die von Pansold & Zinner vorgenommene Typisierung: Exkurs: Während man sich in der Sportmedizin durch die zahlreichen Versuche der Schwellenbestimmungen recht einseitig orientiert hat, wurde die LLK…

Laktat-Puffer

 „Laktat-Puffer“ (lactate puffer), Kohlenhydrat- und natriumhaltiges Sportgetränk zur Verzögerung der Muskelübersäuerung bei intensiver körperlicher Belastung (→Azidose) und als Ergänzung zum Carboloading. Es wird als „sinnvolle Wettkampfhilfe“ angeboten. Wie bei allen Nahrungsergänzungsmitteln ist Vorsicht angezeigt, zumal Veränderungen des Urin-pH aufgrund der Bicarbonat-Supplementation zu erwarten sind. Wird ein Athlet für eine Doping-Kontrolle aufgefordert, kann es mehrere Stunden…

Laktat-Senkentest

Laktat –Senkentest (baseline lactate) →Senkentest

Laktat-Shuttle-Theorie

Laktat-Shuttle-Theorie (lactate shuttle theory), →Laktattransport

Laktat-Steady-State, maximales (maxLass)

Laktat-Steady-State, maximales (maxLass), (lactat steady-state, maximal), Fließgleichgewicht; „Die höchste Belastungsintensität, bei der Laktatbildung und Laktatelimination über einen Belastungszeitraum von wenigstens 25 min gerade noch im Gleichgewicht stehen (oder das Laktat im Blut nur gering ansteigt: 1 mmol//l in den letzten 20 min der Belastung)“ (De Marees 1992, S. 419). Das maxLass liegt im Mittel bei…

Laktatabbau

Laktatabbau (lactate breakdown), Entfernung der Milchsäure (→Laktat) nach anaeroben Belastungen (→Glykolyse, →Azidose) aus dem Blut und Verstoffwechslung in Leber (50%), nicht belasteter Muskulatur (30%) und Herz, Niere (je 10%). Die Geschwindigkeit des Laktatabbaus liegt bei 0,3 - 0,5 mmol/l pro Minute. Die Halbwertszeit von Laktatwerten um 10 mmol/l liegt bei 15 Minuten, wobei die Höhe…

Laktatakkumulation

Laktatakkumulation (lactate accumulation), Anhäufung von Laktat, wenn sich bei körperlicher →Belastung Laktatbildung und Laktatelimination nicht mehr die Waage (→Laktat steady state, maximales) halten. Bei falscher Belastungsgestaltung im Stufentest (zu intensive Stufen, zu geringe Pausen) entstehen Laktatwerte, die das Ergebnis im Hinblick auf die wirklichen Verhältnisse in Training und Wettkampf verfälschen und zu falschen Folgerungen für…

Laktatbildung

Laktatbildung (lactat build-up), Ergebnis anaeroben Energiestoffwechsels (→Glykolyse), d.h. wenn der Energieumsatz größer ist als durch oxydativen Abbau (→aerob) bereitgestellt werden kann. Das betrifft aber nur größere Mengen an Laktat, denn Laktat – wenn auch in kleineren Mengen – wird immer gebildet (Heck, 1990, S. 39). Eine maßgebliche Rolle spielt hierbei die Muskelfaserstruktur und damit die…

Laktateliminierung

Laktateliminierung (lactate elimination) →Laktatabbau, →Laktateliminierungsrate

Laktateliminierungsrate

Laktateliminierungsrate (lactate elimination rate), Abbau von Laktat pro Zeiteinheit. Nach höherer Laktatkonzentration (> 5 mmol/l) liegt die Rate aus dem Blut bei 0,5 mmol/l/min. Sie ist abhängig von der Höhe des aeroben Umsatzes und der Laktatkonzentration; je höher beide sind, desto größer ist die Eliminationsrate (Heck, 1990, S.40. Diese kann durch aktive Bewegung mit niedriger…

Laktatschwelle

Laktatschwelle (lactate threshold) →Schwelle

Laktattoleranz

Laktattoleranz (lactate tolerance), Vermögen, trotz Laktatakkumulation weiter arbeiten zu können als wichtige Grundlage anaeroben Leistungsvermögens. Eine wichtige physiologische Grundlage dazu ist die Pufferkapazität. Durch intensives Ausdauertraining kann die Laktatschwelle und damit die Laktattoleranz erhöht werden. Beispiel: Ausgehend von physiologischen Reaktionen des trainierenden Körpers und dem Energiestoffwechsel bei Belastung entwickelte Maglischo (2003) in "Swimming fastest", dem…

Laktattransport

Laktattransport (lactate transporte), gemeinsamer Transport von Laktat (CH3-CHOH-COOH) und Proton (H+) durch die Muskelfasermembran. Dieser erfolgt durch ein Kotransportprotein in zwei gentechnologisch erkannten Isoformen (Moleküle mit identischer Zusammensetzung als „monocarboxylat-transporter“): MCT1 und MCT4. Die „Übersäuerung“ wird dabei durch die Protonen und nicht durch das Laktat verursacht. Das MCT1 findet sich vornehmlich in oxidativ ausgelegten Fasern…

laktazid

laktazid (lactacid), unter Bildung von Laktat ablaufender Stoffwechsel. →Energiebereitstellung, laktazide

Längen-Spannungs-Kurve

Längen-Spannungs-Kurve (Stress–strain curve), in der Technik Ergebnis der Überprüfung von Materiafestigkeit in Zugversuchen. Danach steigt der Langenzuwachs proportional mit der Last (HOOKesche Gesetz). Anders arbeitet der Muskel. Weber stellte schon 1846 fest, dass ein bestimmter Zuwachs der Belastung den Muskel umso weniger verlängert, je stärker er schon gedehnt ist. Die Längen-Spannungs-Kurve ist die grafische Darstellung…

Langzeitgedächtnis

Langzeitgedächtnis (LTM) (long-term memory), Wissensspeicher des Menschen mit praktisch unbegrenzter Speicherkapazität über längere Zeit, der auch Bewegungsprogramme einschließt. Fertigkeiten, die automatisch, ohne Nachdenken eingesetzt werden können, werden in einem bestimmten Teil des LTM abgelegt, dem prozeduralen Gedächtnis. Solche "angelernten Fähigkeiten" (Fertigkeiten), wie Radfahren und Schwimmen, gehen selbst nach längerer Pause nicht verloren. Lerninhalte hingegen werden…

Latenzzeit

Latenzzeit (latent period), lat.latere ‚verborgen sein‘; Verzögerungszeit, in der Medizin Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome der Erkrankung), in der Physiologie Teil der Reaktionszeit, die vom Setzen eines Reizes (z.B. Startschuss) bis zu Beginn der willkürlichen Reaktion (→Absprung) geht. Die Latenzzeitphase ist dabei der Zeitraum zwischen der Übertragung des Reizes durch die…