Physiologie
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Kohlenhydrataufladung
Kohlenhydrataufladung (Carboloading), auch bekannt als „Spaghetti- oder Eierkuchenparty“. Ernährungstrick der Ausdauersportler, womit die natürliche Begrenzung der Kohlenhydratspeicher durchbrochen wird. Es wird den durch extrem intensives Ausdauertraining entleerten Speichern eine umfangreiche kohlenhydratreiche Speise angeboten, wonach im Sinne der Superkompensation die normale Speicherkapazität beträchtlich übertroffen wird. Neuere Untersuchungen (Nelson et al. 2001) zeigen, dass durch Zugabe von…
Kohlenhydrate
Kohlenhydrate (KH) (carbohydrates), „Zucker“ (Saccharide), die aus Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff bestehen. Sie liefern die Energie für den kalorisch hochwertigen Kohlenhydratstoffwechsel und können in polymerer Form (aus größeren Molekülen bestehend) als Glykogen gespeichert werden. Pflanzliche Kohlenhydrate werden als Stärke, tierische als Glykogen bezeichnet. Kohlenhydrate sind im Sportschwimmen der wichtigste Energielieferant („Muskelbenzin“). Etwa 60% (6-10g pro…
Kohlenhydratstoffwechsel
Kohlenhydratstoffwechsel (carbohydrate metabolism), Aufnahme, Resorption und energetische Verwertung der Kohlenhydrate zur Energieversorgung der Zelle, die eine wesentliche energetische Grundlage der Ausdauerleistungen im Schwimmen ist (→Glykolyse). Dabei wird Muskelglykogen im Citratzyklus zu ATP umgewandelt. Obwohl die Regulationsmechanismen des Fett- und Kohlenhydrathaushalts während des Trainings bei erwachsenen Athleten recht gut identifiziert sind, mangelt es an kindgerechten Daten…
Kompressionshose
Kompressionshose (compression garments), (lat. comprimere „zusammendrücken“); aus der Kompressionstherapie (Thrombosebehandlung) in die Ausdauersportarten übernommene Bekleidung, die die Muskelpumpe unterstützten soll. Damit wäre der Nutzen der modernen Schwimmanzüge nicht nur auf die Materialoberfläche beschränkt. Kompressionshosen setzen sich auch im Lauf immer mehr durch. Die Beweislage ist differenziert. Einmal haben Studien einen signifikant schnelleren Laktatabbau (Lovell et…
Kontraktilität
Kontraktilität (contractility), lat. contractio „Zusammenziehe, Verkürzung“; Fähigkeit biologischer Strukturen, sich zusammenziehen (kontrahieren) zu können. →Muskelkontraktion, →Muskelfaser Beispiel: Auf dem Fahrradergometer korreliert die Herzfrequenz signifikant mit dem elastischem Widerstand des arteriellen Systems (Kontaktilität) sowohl im Ruhezustand als auch bei Muskelarbeit (Orel & Tambovtseva, 2017: http://www.teoriya.ru/ru/node/6135, russ.) Das Kontraktionsverhalten ist von Person zu Person unterschiedlich und zudem…
Kontraktion
Kontraktion (contraction), lat. contrahere „zusammenziehen“; →Muskelkontraktion
Kontraktionsform
Kontraktionsform (contraction form), vom Verhältnis von Muskelansatz zu Muskelursprung bestimmte Form der Verkürzung der Muskelfasern. Bezogen auf die Muskellängenänderung werden drei Kontraktionsformen unterschieden: isometrisch: Muskelspannung, ohne die Muskellänge zu verändern (= statische Arbeitsweise) konzentrisch: Muskelspannung durch veränderte Muskellänge (= positiv dynamisch, überwindende Arbeitsweise) exzentrisch: Spannungsänderung mit Verlängerung/Dehnung des Muskels (negativ dynamisch) Bezogen auf die Spannungsänderung…
Kontraktionszeit
Kontraktionszeit (contraction time), Zeitspanne von der völligen Erschlaffung eines Muskels bis zu seiner maximalen Kontraktion.
Konvektion
Konvektion (convection), lat. convectum „mitgetragen“; allgemein Zirkulation in Gasen oder Flüssigkeiten durch Wärme, analog in der Physiologie Faktor der Wärmeregulation bis zum Transport der Atemgase im Blut, bewirkt durch einen Druckgradienten, der durch die Kontraktion des Herzens erzeugt wird. Die Wärmeabgabe ist stark von der Umgebungstemperatur abhängig. Bei Temperaturen ab 36° C ist die Konvektion…
konzentrisch
konzentrisch (concentric) lat. con „mit“ und centrum „Mittelpunkt“= mit einem Mittelpunkt; symmetrisch um die Mitte angeordnet, bei Muskelkontraktion Verkürzung der Muskelfasern.
Koordination, intramuskuläre
Koordination, intramuskuläre (coordiantion, intramuscular), Zusammenwirken von motorischen Einheiten eines Muskels. Sie wird bestimmt durch die Fähigkeit, alle motorischen Einheiten einzubeziehen (→Rekrutierung), diese möglichst schnell mit höchster Entladungsfrequenz (→Frequenzierung) und gleichzeitig (Synchronisation) einzusetzen. So kann ein Sportler bis zu 90-95% der motorischen Einheiten eines Muskels aktivieren, gegenüber 70% des Untrainierten. Es kommt aber nicht nur darauf…
Körpertemperatur
Körpertemperatur (body temperature), Temperatur des Körperinneren (Körperkerntemperatur), der die Messung mit dem Fieberthermometer im Mastdarm am nächsten kommt. Das Mittel liegt zwischen 36,3° und 37,4°C und schwankt im Tagesrhythmus mit einem Minimum um 6 Uhr und einem Maximum um 18 Uhr. Bei Temperaturen um 35°C spricht man von Untertemperatur, 33°C Unterkühlung, 20°C und weniger überlebt…
Kortikosteroide
Kortikosteroide (corticosteroides), Hormone der Nebennierenrinde, die in zwei Hauptgruppen unterteilt werden, die Glukokortikoide (verantwortlich für Stoffwechsel, Stressreaktion) und Mineralocortikoide (Regelung Wasser-Salz-Haushalt). Glukokortikoide werden als entzündungshemmendes Medikament bei Schädigungen am aktiven Bewegungsapparat genutzt. Ihr Einsatz ist aber fraglich, da sie bei längerer Anwendung das Immunsystem erheblich schwächen. Die Kortikosteroide stehen auf der Dopingliste, sind zwar als…
Kortisol
Kortisol/Cortisol (Hydrokortison) (cortisol), lebensnotwendiges Hormon der Nebennierenrinde, das katabol wirkt, Entzündungen hemmt, Glukoneogenese und Fettstoffwechsel fördert. Kortisol steigt bei Stress an und ist somit ein Indikator hoher (auch psychischer) Belastungen („Stresshormon“). Ein dauerhaft hoher Stresspegel führt in die „katabole Falle“. Es werden die Eiweißvorräte der Muskeln und in der Folge das Immunsystem angegriffen. Unter Stress…
Krafttraining, desmodromisches
Krafttraining, desmodromisches (strength training, desmodromic), griech. desmos „Band, Fessel“ und dromos „Weg“, sinngemäß also „kontrollierte Bewegung“; Variante des dynamischen Krafttrainings mit stetem Wechsel von konzentrischer und exzentrischer Muskelkontraktion, wobei die Bewegungsausführung apparativ vorgegeben und damit an Spezialgeräte gebunden ist. Empfohlen wird desmodromisches Krafttraining vor allem in der Rehabilitation zum Wiederaufbau atrophierter Muskeln. Für den Schwimmer…
Kreatin
Kreatin (creatine),griech.kreas „Fleisch“; Aminosäure, die der Körper selbst herstellt. Kreatin wird bei der Phosphorilierung im Muskel mit Phosphor zu Kreatinphosphat aufgebaut. Die Menge an verfügbarem Kreatinphosphat limitiert die Arbeitszeit des Muskels bei maximalen Belastungen. Durch künstliche Zufuhr (mit 2-20g/Tag sehr unterschiedliche Angaben) kann das muskuläre Gesamtkreatin bis zu 20% erhöht werden, wodurch die Widerstandsfähigkeit gegenüber…
Kreatinkinase (CK)
Kreatinkinase (CK) (creatinkinase), Enzym, das in der Muskulatur vorkommt und die Resynthese von Kreatin und ATP in Kreatinphosphat katalysiert. Kreatinkinase. ist zugleich von Bedeutung in der Belastungsdiagnostik, da ungewohnte muskuläre Beanspruchungen bis zu Muskelverletzungen und längere Belastungen die CK-Aktivität erhöhen. Ein deutlicher Anstieg um individuelle Ruhewerte über 20 mmol/l (360 mg/dl) kann auf eine beginnende…
Kreatinphosphat
Kreatinphosphat (creatin phosphate) energiereiches Phosphat, das durch das Enzym Kreatinkinase die Resynthese von ATP aus ADP gewährleistet: ADP + Kreatinphosphat → ATP + Kreatin. Der ATP-/Kreatinphosphatspeicher steht sofort für eine kurzzeitige maximale muskuläre Maximalbelastung bis 20 Sekunden zur Verfügung. →Kreatin Durch die schnelle Verwertbarkeit ist Kreatinphosphat eine wesentliche energetische Grundlage des Schnelligkeitstrainings im Schwimmen (→Belastungszone…
Kreuzadaptation
Kreuzadaptation (cross adaptation), mittelbare Adaptation neben der direkten Adaptation, bekannt als positive K. (Anpassungsgewinn wie z.B. Abhärtung gegenüber Temperaturschwankungen) oder negative K. (Anpassungsverlust, wie z.B. Infektanfälligkeit durch höhere Belastung). Unter psychologischem Aspekt die konstante Reizung in einer Geschmacksqualität zu einer Änderung des Wahrnehmungseindrucks in einer anderen Qualität (https://lehrbuch-psychologie.springer.com/lexikon/424 - Zugriff 04.02.2020). Sportliches Training führt nicht…