Motorik
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Eigenreflex
Eigenreflex (proprioreceptive reflex), Reflex, der im gleichen Organ ausgelöst (→Rezeptor) und beantwortet (→Effektor) wird. Typisches Beispiel ist der Kniesehnenreflex. Der Eigenreflex kommt in der gesamten Skelettmuskulatur vor und bewirkt bei einer Zerrung bestimmter Muskelgruppen einen sofortigen ausgleichenden Entspannungszustand (→Tonisierung). Beispiele: Bicepssehnenreflex, Patellarsehnenreflex, Achillessehnenreflex, Masseterreflex (Kaumuskelreflex) . Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Eigenreflex (Zugriff am 6.02.2019)
Einheit, motorische
Einheit, motorische (motor unit), Gesamtheit aller von einer motorischen Nervenfaser innervierten Muskelfasern, wobei das von einer motorischen Nervenzelle des Rückenmarks kommende Axon an der motorischen Endplatte Aktivitätspotentiale synaptisch auf die Muskelfaser überträgt. Über die motorische Einheit können Muskelkraft und Kontraktionsgeschwindigkeit reguliert werden. Bei fein abgestimmten Bewegungen (Feinmotorik) umfasst eine motorische Einheit meist nur wenige Muskelfasern…
Elektroenzephalogramm (EEG)
Elektroenzephalogramm (EEG) (electroencephalogram), griech. encephalon „Gehirn“; grafische Darstellung der durch Potentialschwankungen der Nervenzellen des Gehirns hervorgerufenen elektrischen Aktivitäten („Hirnströme“). Damit hat man Zugang zu den bioelektrischen Vorgängen, die kognitiven Prozessen oder emotionalen Zuständen zugrunde liegen, welche fundamentale Prozesse im Sport darstellen (Doppelmayr & Amesberger, 2012). Inzwischen hat man erkannt, dass hirnphysiologische Verarbeitungsprozesse ebenso sportliche Leistungen…
Endphase
Endphase (fina phase), Schlussphase einer Aktion. In der Phasenstruktur sportlicher Bewegungen der letzte Teil zwischen Haupt- und vorbereitender Phase. Die Endphase endet bei einer Reihe azyklischer Bewegungen in einem statischen Zustand (z.B. Abgang des Turners vom Gerät, Verhindern des Übertretens beim Weitsprung) oder sie ist ein Durchgangsstadium als unspezifische Vorbereitung folgender Bewegungen (Sportspiel). Bei vielen…
Endplatte, motorische
Endplatte, motorische (end-plate, motor), Endorgan in der Erregungsübertragung Nerv-Muskel, wobei durch Überträgerstoffe (→Acetylcholin) der Reiz auf die muskuläre Membran nach dem Alles-oder-Nichts-Gesetz weitergeleitet wird. →Einheit, motorische Video: https://www.youtube.com/watch?v=78qCVBgs3rI (Zugriff 18.02.2019) Mehr zum Thema: http://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/DO01150010_OL_3971.pdf (Zugriff 18.02.2019)
Engramm
Engramm (engram), (von griechisch en, „hinein“, und gramma, „Inschrift“), „durch physiologische Reize verursachte, dauerhafte strukturelle Veränderungen im Gehirn, also vereinfacht gesagt Gedächtnisspuren“. Die Summe aller Engramme ergibt das Gedächtnis. (http://lexikon.stangl.eu/autor/© Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik), →Bewegungsmuster Intensive neuronale Aktivitäten hinterlassen im Zentralnervensystem (ZNS) Abdrücke, die sogenannten dynamischen Engramme. „Für das Erlernen sporttechnischer Bewegungsfertigkeiten ist…
Entwicklung, motorische
Entwicklung, motorische (motor development) →Ontogenese, motorische
Entwicklungsphasen
Entwicklungsphasen (development phases), Lebensabschnitt in der Entwicklung des Menschen (→Ontogenese) nach charakteristischen körperlichen, psychischen und motorischen Kriterien. Die teilweise Widersprüchlichkeit bei der Einstufung nach Entwicklungsetappen ergibt sich aus der Vielfalt der möglichen Entwicklungskriterien bis zu Vorbehalten gegenüber bisherigen Phasentheorien, die zu wenig die „soziokulturelle Interaktionen von Individuen“ (Winter in Schnabel & Thieß, 1993, S.260) berücksichtigen.…
Erfahrungslernen
Erfahrungslernen (learning by doing), Erkenntnismethode, Art des Lernens durch Verarbeiten und bewusstes Reflektieren von Erfahrungen („Aus Erfahrung klug werden“ oder „Lernen aus erster Hand“). Kinder formen ihren Geist in der Auseinandersetzung mit ihrem sozialen und kulturellen Umfeld machen. →Lernen, reflexives, →Lernen, differentielles In Canada wurde die Trainerausbildunge nach dem erfahrungsbasierten Lernen (Experiential Learning Cycle) von…
Erregungsübertragung
Erregungsübertragung (impulse transmission), auch „Transmission“, Weiterleitung von Informationen zwischen Nervenzellen an der Synapse auf chemischem Weg durch Azetylcholin (→Transmitter), das an der Nervenendigung freigesetzt wird und zur Muskelfaser diffundiert (Kurzform, mehr s.u.). Dort führt es zu einer Depolarisierung der Muskelfasermembran. Bei Erreichen der Erregungsschwelle bewirkt ein Aktionspotential die Kontraktion der Muskelfaser. →Endplatte, motorische Mehr zum…
Extension
Extension (extension), lat. extendere „strecken, dehnen“; Streckbewegung im Gelenk, z.B. im Ellenbogengelenk, im Handgelenk (verkippen zum Handrücken), in der Hüfte (Zurückführen des Oberschenkels), Kniegelenk, Sprunggelenk (Anheben der Zehen), Gegenteil: →Flexion Beispiel Schwimmen: beim Armzug erfolgt der Übergang von der Zug- in die Druckphase durch eine Streckung des Armes im Ellenbogengelenk; bei der Delfinbewegung das aktive…
Exterozeption
Exterozeption (exteroception), lat. exter „außen befindlich“ und recipere „aufnehmen“; Wahrnehmung der Körperoberfläche (Außenwahrnehmung, Oberflächensensibilität). Zusammen mit der Propriozeption informatorische Ebene (Afferenz) des sensomotorischen Systems. Die Exterosensoren nehmen Informationen aus der Umwelt auf und leiten sie weiter (z.B. Wassertemperatur), während Propriorezeptoren die Lage des Körpers im Raum erfassen sowie Informationen über Muskelspannung und Stellung sowie Bewegung…
extrapyramidal
extrapyramidal (extrapyramidal), außerhalb des →Pyramidalsystems (Teil des motorischen Nervensystems) ablaufend. Schädigungen im Bereich des extrapyramidalen Systems führen zu Störung in der Durchführung von Bewegungen (extrapyramidale Syndrome, z.B. Dystonie). Mehr zum Thema: https://flexikon.doccheck.com/de/Extrapyramidal (Zugriff 28.03.2019)
Fähigkeit
Fähigkeit (ability), individuelle Grundeigenschaft des Menschen, die zwar veranlagt (vererbt) ist, sich aber nur in der Tätigkeit (Üben) entwickelt. Sie ist also Voraussetzung und zugleich Ergebnis menschlichen Handelns. Man unterscheidet allgemeine Fähigkeiten, die menschliche Tätigkeit grundsätzlich ermöglichen (geistige und motorische Grundfähigkeiten) und spezielle Fähigkeiten, wozu die sportlichen Fähigkeiten zählen (→Fähigkeit, konditionelle, →Fähigkeit, koordinative). Sie sind…
Fähigkeit, motorische
Fähigkeit, motorische (ability, motor), auch motorische Grundeigenschaft; Vorrangig vererbte Eigenschaft als Voraussetzung für motorische Fertigkeiten (s. Abb.). Sie werden untergliedert in konditionelle Fähigkeiten und koordinative Fähigkeiten. Die Beweglichkeit ist dabei nicht eindeutig konditionell oder koordinativ bestimmt. Zimmer (2009) definiert motorische Kompetenzen als Fähigkeiten eines Kindes, sich über Wahrnehmung und Bewegung erfolgreich mit der Umwelt auseinanderzusetzen.…
Fähigkeit, perzeptive
Fähigkeit, perzeptive (ability, perceptua), von lateinisch percipere: wahrnehmen; das Vermögen, nichtsprachliche Informationen (sensible Reize) aus der Umgebung wahrzunehmen und zu verarbeiten. Über diese Fähigkeit erlernt das Kleinkind Bewegungshandlungen. "Perzeptiv" wird besonders in der Ergotherapie (medizinische Behandlungsform für Menschen mit eingeschränkter Handlungsfähigkeit) in Kombination mit sensomotorisch (sensomotorisch-perzeptive Behandlung) gebraucht. Deren Ziel ist das Zusammenspiels zwischen Sensorik…
Fasslichkeit
Fasslichkeit (understandability; comprehensibility), didaktisches Prinzip aus dem Unterricht, wonach die Unterweisung durch korrekte Auswahl des Wortschatzes und verständliche Erläuterungen erfolgen soll, damit der Schüler den zu erlernenden Stoff besser „(er)fasst“. Dabei sind sind Vorkenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, das Umfeld sowie Lernschwierigkeiten des Schülers/Sportlers zu berücksichtigen. →Gespräch, →Kommunikation Die Trainingswissenschaft hat diese Forderung mit dem Prinzip…