Öffnet in einem neuen Tab

Motorik

284 Einträge

Gleichgewicht

Gleichgewicht (balance, equilibrum), in der Physik und Technik wie auch in der Politik gebrauchter Begriff, der den Zustand eines Körpers oder eines Systems beschreibt, in dem keine äußerlich wahrnehmbaren Veränderungen ablaufen. Die drei Arten des mechanischen Gleichgewichts lassen sich für Körper, auf die nur die Gravitation wirkt, durch die Lage von Schwerpunkt und Angriffspunkt des…

Gleichgewichtsfähigkeit

Gleichgewichtsfähigkeit (balancing capacity), Komponente der koordinativen Fähigkeiten (Hirtz, 1997), die den gesamten Körper im Gleichgewicht hält. Das betrifft einmal das Gleichgewicht in relativer Ruhehaltung (statisches Gleichgewicht), zum anderen die Wiederherstellung des Gleichgewichts nach Lageveränderungen (dynamisches Gleichgewicht). Sie wird über das vestibulare System im Innenohr, dem Kleinhirn in Verbindung mit der Sehbahn und weiteren Reflexen gesteuert.…

GMP

GMP →Motorikprogramm, generalisiertes (generalised motor programme)

Grobfehler

Grobfehler (gross fault), als "grober Fehler" (blunder) in der Messtechnik ein Messwertder versehentlich oder durch äüßere Einflüsse deutlich von der üblichen Streuung abweicht. In der Statistik Fº-Schätzungen, die um eine oder mehrere Oktaven vom Nominalwert abweichen (Oktavfehler). →Messfehler Im Schwimmen ist ein Grobfehler eine starke Abweichung von der richtigen Schwimmtechnik (→Zieltechnik), überwiegend im Grundlagentraining bei…

Grobkoordination

Grobkoordination (gross coordination), erste Phase des motorischen Lernens (Aneignungsphase), „die bereits alle wesentlichen Merkmale (Grundzüge) der angestrebten Bewegungshandlung aufweist, wobei jedoch noch Mängel und Unvollkommenheiten auftreten. (Schnabel & Thieß, 1993, S. 355). Das Erlernen der Grobkoordination der Schwimmarten sowie von Start und Wende setzt das Beherrschen der Grundfertigkeiten (Kernelemente) voraus. Der Lernende kann die Elemente…

Grobmotorik

Grobmotorik (gross-motor behaviour), Bereich der Motorik, großräumige, die Gesamtmotorik des Körpers betreffende Bewegungsabläufe, die auf Reaktionsschnelligkeit und allgemeinem Reaktionsvermögen (→Reaktion), sowie allgemeiner Körper- und Gliederstärke und Bewegungskoordination basieren. So übt das Kind beim Hüpfen und Springen, Werfen und Fangen seine Grobmotorik. Als wichtiger Bestandteil der kindlichen Entwicklung bildet sie die Grundlage für die weiterführende feinmotorische…

Grundfertigkeiten

Grundfertigkeiten (basic skills), allgemein die in einer Kultur von Familie, Kindergarten und Schule vermittelten Ferigkeiten wie Sprechen und Verstehen der Muttersprache, Lesen, Schreiben, Beherrschen der Grundrechenarten bis zur Kenntnis der Währung, der Verkehrsregeln und anderes (nach WIKIPEDIA). Im Schwimmen motorische Fertigkeiten, die am Ende der ersten Etappe der Grundausbildung (Anfängerunterricht) beherrscht werden sollten: Tauchen, Springen,…

Guidance

Guidance (engl.), „Anleitung, Führung, Beratung“, in der Sozialpsychologie Oberbegriff für vielseitige, differenzierte Fürsorge- und Sozialarbeit, die vor allem als  Beratung und Therapie speziell institutionalisiert sind (Roche Lexikon,2004, S- 384). Es handelt sich um Verfahren bei der Vermittlung von Handlungen, wonach durch mechanische, visuelle oder akustische Hilfsmittel die Bewegungsausführung so gelenkt wird, dass sie nicht vom…

Habituation

Habituation (habituation), lat. habituari „mit etwas behaftet sein“, allmähliches Verschwinden einer durch einen Reiz ausgelösten Reaktion, das Nachlassen instinktiver Antwortreaktionen (Clauß, 1976, S. 220) und somit erlernte Verhaltensunterdrückung. Ein gutes Beispiel ist der Brillenträger, der seine auf der Nase sitzende Brille sucht. Gegensatz: →Potenzierung, →Sensibilisierung Habituation ist eine Grundlage des einfachen Lernens sportlicher Bewegungen (→Lernen,…

Halteposition

Halteposition (static position), „statisches Moment der Bewegungshandlung, bei dem motorische Gleichgewichtszustände gegenüber äußeren und inneren Kräften eingenommen werden“ (Polster in Schnabel & Thieß, 1993), Sportartspezifisch unterschiedliche Nutzung, von der Halteposition bei der Starthaltung im Schwimmen bis zum Bewertungskriterium im Geräteturnen/Wasserspringen oder bei motorischen Präzisionsleistungen (Halten des Gewehrs im Schießsport). →Gleichgewicht

Haltung

Haltung des Körpers und des Geistes sind oft "zwei verschiedene Schuhe". Beispiel: Der Leistungssport gibt dem Trainer öfters Anlass „aus der Haut zu fahren“ (Versagen von Aktiven, Kampfrichterurteil, Organisationsmängel). Besonders in seiner Vorbildrolle gegenüber den Sportlern kommt es darauf an, das innere Gleichgewicht zu wahren. Wird der Trainer von den Sportlern als „Fels in der…

Haltungsgefühl

Haltungsgefühl (postural sensation), Fähigkeit, Informationen über die Stellung von Körpergliedern wahrzunehmen und regulierend an die Muskulatur weiterzugeben. Dabei sollte ein optimales Gleichgewicht zwischen Skelett und muskulären Kräften (einschließlich Schwerkraft) der bestimmende Faktor sein Durch die sportlichen Techniken und Belastungsreize unterliegt der Stütz- und →Bewegungsapparat des Sportlers Einflüssen, die dieses Gleichgewicht immer wieder beeinträchtigen. Ein typisches…

Hamstrings

Hamstrings (engl. für ischiocrural muscles) = ischiocrurale Muskulatur, auch Hüftgelenksextensoren , Muskelgruppe auf der Rückseite des Oberschenkels (biceps femoris, semitendinosis, semimembranosis), die das Bein im Knie beugt und mit dem Großen Gesäßmuskel (m. glutaeus) die Hüfte streckt.  Sie gewährleisten die Haltung des Rumpfes durch die Kontrolle des Standes des Beckens im Bezug auf die Beine.…

Händigkeit

Händigkeit (handedness), zumeist angeborene Überlegenheit einer Hand bei Kraft- und Geschicklichkeitsanforderungen, die in bestimmten Sportarten wie Tennis, Fechten oder Boxen von taktischer Bedeutung ist. Im übertragenen Sinne kann man auch von „Füßigkeit“ sprechen, z.B. im Fußball. Wir wissen aber nicht genug darüber, was genau einen Händigkeitsphänotyp ausmacht. Die Forschung über die Ursprünge manueller Asymmetrien und…

haptisch

haptisch (haptic), griech. haptόs „fühlbar“,  haptikόs „zum Berühren geeignet“; den Tastsinn betreffend, aktiv greifbar (dementgegen passive Wahrnehmung mechanischer Reize = taktile Wahrnehmung) mit folgenden Wahrnehmungsaspekten: haptische →Sensitivität (Bestandteil der Oberflächensensibilität, Wahrnehmung mechanischer Reize in Form von Druck, Vibration und Gewebsdehnung) Propriozeption (Tiefensensibilität, Fähigkeit die Stellung der Gliedmaßen und die Lage des eigenen Körpers im Raum…

Hauptfehler

Hauptfehler (major fault), das Qualitätsmanagement in der Wirtschaft unterscheidet kritische Fehler, Hauptfehler und Nebenfehler. Der Hauptfehler wird dabei zwar als nicht kritisch gesehen, kann aber zum Ausfall führen. Beim Erlernen sportlicher Bewegungen stellt der Hauptfehler das wesentliche Hindernis dar, da er die Grundstruktur der Bewegung beeinflusst. Er kann verursacht werden durch eine falsche Vorstellung von…

Hemiparese

Hemiparese (hemiparesis) →Parese

Hennemansches Prinzip

Hennemansches Prinzip (Henneman principle), Prinzip nach dem amerikanischen Neurophysiologen Elwood Henneman, das den Vorgang im Körper beschreibt, bei dem Informationen vom Neuron im Hirn zu den jeweiligen Muskelfaserenden der Skelettmuskulatur gelangen. Es legt die Reihenfolge der Rekrutierung fest. Bei geringen Belastungen werden zunächst die kleinen motorischen Einheiten (Aα2-Motoneurone) aktiviert, diese besitzen eine niedrige Reizschwelle. Reicht…

Hirnrinde

Hirnrinde (cortex), hier: Großhirnrinde (cortex cerebri) als „Zentralcomputer“ des Menschen für die komplexen motorischen Fertigkeiten, die Steuerung unbewusst durchgeführter Bewegungen, die Verarbeitung wichtiger Informationen von den Sinnesorganen für das Feld der Assoziationen (→Denken, →Lernen, →Erinnerung, →Sprache und →Persönlichkeit). →Cortex, →Gehirn, →Prinzip der funktionalen Asymmetrie Inzwischen wird angenommen, dass Erinnerungen nicht im Hippocampus, sondern in der…

Hypokinese

Hypokinese (hypokinesia),griech. υποκίνηση, ipokínisi, „das Weniger-Bewegen“, von υπο-, ipo-, „weniger“, „unter“ und κίνηση, kínisi, „die Bewegung“; neurologisch bedingte Bewegungsarmut, d.h. zielgerichtete Bewegungen sind meist als Folge einer extrapyramidalen Störung stark verlangsamt (z.B. Parkinson); in der Kardiologie feststellbare krankhafte Reduzierung einer Herzwandbeweglichkeit; in der Kinderheilkunde Wortsinn für einen sich zu selten bewegenden Fötus (Wikipedia). Die neurologisch…