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Reizdichte

Reizdichte (stimulus density), neurophysiologisch das Zeitintervall zwischen elektrischen Impulsen (Erregung). Zum Beispiel kontrahiert ein auseichend starker Nervreiz (Impuls) über die motorische Endplatte den Muskel maximal (Alles-oder-Nichts-Regel). Danach braucht der Muskel für wenige Millisekunden eine Erholungszeit (Refraktärzeit), in der er nicht wieder erregt werden kann. Die Stärke der Gesamtkontraktion hängt davon ab wie viele motorische Einheiten…

Reizleitungssystem

Reizleitungssystem (conductive system) →Erregungsleitungssystem des Herzens (da nicht der Reiz, sondern die Erregung geleitet wird)

Reizschwelle

Reizschwelle (stimulus threshold), notwendige Stärke eines Reizes, um eine Reaktion (Erregung) auszulösen. Die Erkenntnisse gehen auf die Reizstufenregel von ROUX (1850-1924) zurück, wonach unterschwellige Reize wirkungslos bleiben, leicht überschwellige Reize das aktuelle Funktionsniveau erhalten, mittlere und starke Reize physiologische und anatomische Veränderungen auslösen und zu starke Reize die Funktion negativ beeinträchtigen (→Übertraining). Langsam kontrahierende Muskelfasern…

Reizstufenregel

Reizstufenregel (stimulus step rule); auch ROUX-Prinzip nach dem deutschen Arzt Wilhelm Roux, der erkannt, dass eine funktionellen Anpassung erst erfogt, wenn Reize müssen eine bestimmte Schwelle überschreiten. Er teilte diese Reize in vier Gruppen ein: unterschwellig (keine Anpassung und keine Leistungsverbesserung) schwach überschwellig (funktionserhaltend) stark überschwellig (Leistungssteigerung durch physiologische und anatomische Veränderungen) zu starke Reize…

Reizsummation

Reizsummation (stimulus summation), zeitliche oder räumliche Summierung mehrerer Einzelreize mit größerem Effekt. Die Fähigkeit zur Integration (Verrechnung) von Reizen, die eine der spezifischen Leistungen des Nervensystems darstellt, beginnt bereits im einzelnen Neuron. Von den Synapsen gelangen an die Nervenzelle erregende Signale (exzitatorische postsynaptische Potentiale = EPSP) oder hemmende Signale (inhibitorische postsynaptische Potentiale = IPSP). Diese…

Reizumfang

Reizumfang (stimulus volume), neurophysiologisch der Bereich zwischen Reizschwelle und Reizhöhe verbunden mit einer Empfindungsänderung. →Reizdichte In der Trainingsmethodik wird der Begriff uneinheitlich verwendet, von der Einwirkungsdauer eines einzelnen Reizes bis zur Anzahl der Reize unter Angabe der Dauer in einer Trainingseinheit. Wenn dann unter Reizumfang "die Summe der in einem Training gesetzten Reize" (Weineck, 2002, S.24)…

Rekord

Rekord (record), lat. recordari „sich erinnern, merken“; Höchstleistung in einer Sportart, deren Ergebnisse quantitativ erfassbar sind. Je nach Geltungsbereich werden Vereins-, Kreis-, Bezirks-, Landes, Deutsche-, Europa und Weltrekorde, aber auch Olympische Rekorde vergeben. Welt- und Europarekorde werden nach den Regeln von World Aquatics oder der LEN ausgesprochen. Hierbei muss eine Dopingkontrolle nachgewiesen werden. Deutsche Rekorde…

Rekreation

Rekreation (recreation), lat. recreatio „Erholung, Wiederherstellung“; Erholung, Erfrischung, Rückgewinnung verbrauchter Kräfte und Wiederherstellen der Leistungsfähigkeit (Brockhaus), besser: aktive Freizeit. Sehr weit gefasst, so för­de­rt "Rekreationstherapie kör­per­liche und see­li­sche Lei­stungs­fähig­keit, Selbst­wert­ge­fühl, Kontakt­fähig­keit, soziale Reintegrati­on usw. durch Maß­nahmen zur autono­men Ge­staltung der Freizeit, z. B. Sport und Bewegung, Wandern, Töp­fern, Sei­den­ma­len, Sau­na, kulturelle Ver­an­staltun­gen" (https://www.pschyrembel.de/Rekreationstherapie/S0222 - Zugriff…

Rekrutierung

Rekrutierung (recruitment), lat. recrescere dt. wieder nachwachsen; Einberufung von Soldaten (in Schweiz für Musterung), allgemein das Beschaffen von Personal für Zielgruppen (→Sportkader,→Talentförderung ) In der Physiologie versteht man darunter die Inanspruchnahme molekularer oder zellulärer Ressourcen für einen bestimmten Zweck, wie zum Beispiel die Rekrutierung von Signalproteinen in spezifische Zellkompartimente, um Signalprozesse zu ermöglichen (DocCheck Flexikon).…

Relativer Alterseffekt (RAE)

Relativer Alterseffekt (RAE) (relative age effect), auch Geburtsdateneffekt. Phänomen, dass früher Geborene eines Jahrgangs körperlich reifer als die Jüngeren sind und so als talentierter wahrgenommen werden. Das trifft besonders dann zu, wenn eine Leistungsauswahl nach kalendarischem Alter oder Jahrgängen vorgenommen wird (Wettkampfsystem). Der im Leistungssport tätige Trainer ist stets auf der Suche nach Talenten und…

Relativkraft

Relativkraft (relative strength) →Kraft, relative

Relaxation

Relaxation (relaxation), lat. relaxatio „Entspannung, Erleichterung, Erlösung, Erholung“; in der Naturwissenschaft der Übergang eines Systems in seinen Grundzustand; in der Medizin die Entspannungsphase der Herzkammern und die Entspannung, die Erschlaffung von Muskeln und Sehnen nach aktiver oder passiver Anspannung. Bei der Muskelkontraktion gleiten die Aktin- und Myosin-Filamente (Gleitfilamenttheorie) ineinander, was zu einem gewissen Spannungszustand des…

Relaxation, längenkonstante

Relaxation, längenkonstante (relaxation, lengthen-constant), Abnahme der elastischen Spannung bindegewebiger Strukturen bei konstanter Dehnung, die auf der viskoelastischen (teils elastisches und teils viskoses Verhalten) Eigenschaft des Bindegewebes beruht. Gleichzeitig nimmt bei konstanter Spannung die effektive Länge dieser kollagenen Strukturen zu. Während auf einen kurzen Impuls die Faszien zurückfedern (Rebound Effekt), richten sich die molekularen Bestandteile (Kollagenfasern)…

Relaxation, postisometrische (PIR)

Relaxation, postisometrische (PIR) (relaxation, post-isometric), Physiotherapeutische Behandlungsmethode, Dehnungsverfahren nach dem CRS-Prinzip (contract-relax-stretch), das davon ausgeht, dass Muskeln nach einer Anspannung (nach isometrischer Kontraktion) kurzfristig weniger Grundspannung (Tonus) als zuvor aufweisen. So wird nach einer Anspannung des Muskels bis zu 10 Sekunden („anspannen!“) etwa 2-4 Sekunden entspannt („lockerlassen!“) und danach sanft bis zur Endposition gedehnt und…

Relaxation, progressive

Relaxation, progressive (relaxation,progressive)  →Muskelentspannung, progressive

Relaxationstechniken

Relaxationstechniken (relaxation techniques), Sammelbegriff für psychosomatische Verfahren zur Entspannung wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung, konzentrative Entspannung. →Psychoregulation, →Aktivationsregulation Im Sport werden psychoregulative Verfahren eingesetzt – kurzfristig zur besseren Konzentration unmittelbar vor dem Wettkampf, zur verbesserten Regeneration in Wettkampfpausen und nach dem Wettkampf, langfristig, um größere Gelassenheit gegenüber Trainings-/Wettkampfstress (→Stress) zu entwickeln und sich weitere Selbstregulationstechniken…

Reliabilität

Reliabilität (reliability), lat. reliabel „zuverlässig“; Zuverlässigkeit; neben Objektivität und Validität eines der drei wesentlichen Gütekriterien. Die Reliabilität besagt, dass die Wiederholung eines Tests (Re-Test) unter gleichen Bedingungen bei gleichen Probanden zu demselben Ergebnis gelangt. Die Messgenauigkeit wird durch den Realitätskoeffizienten bestimmt. →Testauthentizität Beispiel: In den Ausdauersportarten sind Laktatmessungen grundsätzlicher Bestandteil der Trainingssteuerung. Oft werden aber…

Rennen

Rennen (race), Wettkampf zwischen Mensch oder Tier (Pferde-, Hunderennen), umgangssprachlich auch für Bewerbungen (z.B. für ausgeschieden = „aus dem Rennen“). Im Leistungssport steht Rennen für Wettkampf, dem Ziel aller Bemühungen, bei dem die Geschwindigkeit der Sportler (mit und ohne Gerät) die Platzierung bestimmt. Ursprünglich stand „Rennen“ mehr für Sportarten, bei denen „Bewegungsmittel“ (Pferde, Boote, Fahrzeuge)…

Renngestaltung

Renngestaltung/Renneinteilung/Rennverlauf (race distribution), Verlauf eines Wettkampfes bezogen auf die Gestaltung von Geschwindigkeit, Bewegungsfrequenz und Zyklusweg in den Teilstrecken sowie im Start-, Wendenbereich und beim Anschlag. Die Daten werden heutzutage bei allen großen Wettkämpfen durch Wettkampfanalysen erfasst. →“Marschtabelle“, →Taktik Die optimale Rennstrategie ist im Schwimmen immer ein Mix aus aktuellem Trainingszustand und Taktik, die letztlich stark…

Renngewicht

Renngewicht (competition weight) →Wettkampfgewicht