R
193 Einträge
Rennstruktur
Rennstruktur (race structured), Struktur eines Wettkampfverlaufes (→Wettkampf) auf der Grundlage von Wettkampfanalysen. Der individuelle und interindividuelle Vergleich der Rennstruktur gibt wichtige Hinweise für die Wettkampfgestaltung (→Taktik) und ist damit eine wesentliche Basis der Trainingsplanung. →Rennstrukturmodell Im Schwimmen fußt die Analyse der Rennstruktur auf den Daten der Wettkampfanalyse mit den Phasen: Start, Zwischenzeit (Split), Wende, Anschlag…
Rennstrukturmodell
Rennstrukturmodell (race structured model), auf der Grundlage von Wettkampfanalysen erarbeitetes Modell der Wettkampfgestaltung. Nach den Zielzeiten der Sportler wird der Rennverlauf modelliert und davon die Leistungsstruktur bestimmt. Rennstruktur -Verfahren wurden unabhängig voneinander durch den OSP - Hamburg (Rudolph, 1997) und von australischen Sportwissenschaftlern entwickelt (Da Silva 2002). Die Aktualisierung des Programms leidet unter der Tatsache,…
Repetition-Maximum (RM)
(One) Repetition Maximum, (1RM) (repetition maximum), das Gewicht (Widerstand/Last), das man in einer vorgegebenen Übung maximal einmal bewegen kann. Das 1RM ist ein Maß für die Stärke eines Athleten. 1RM dient als Maß für die erforderliche Last (in Prozent vom 1RM), mit der trainiert wird, um ein vorgegebenes Ziel (etwa Steigerung der Maximalkraft oder der…
Repräsentation
Repräsentation (representation), lat. repraesentatio „Darstellung“; mehrdeutiger Begriff vom politischen Grundelement bis zum zentralen Begriff der Gedächtnisforschung (kognitiven Psychologie). Dort „Sammelbezeichnung für alle Arten von Abbildungen, die in höheren tierischen Organismen und beim Menschen verwirklicht werden. Repräsentiert, in einem anderen Menschen abgebildet sein, können sowohl externe Objekte und Vorgänge als auch erlebnishafte Gegebenheiten“ (Häcker & Stapf,…
Reproduktion
Reproduktion (reproduction), lat. reproducere „wieder hervorbringen“; vielseitig gebrauchter Begriff, in der Biologie für Fortpflanzung (Reproduktion der Frau), in der Psychologie für das Wiederhervorbringen früherer Gedächtnisinhalte (→Gedächtnis), in der Wirtschaft die Wiederherstellung der Arbeitskraft. Unter sozialer Reproduktion wird die Wiederherstellung bzw. Aufrechterhaltung sozialer Strukturen und Systeme verstanden, die oft zu sozialer Ungleichheit führen. So ist die…
Reservevolumen, ex- und inspiratorisches
Reservevolumen, ex- und inspiratorisches →Lungenvolumen
Residualluft, Residualvolumen
Residualluft, Residualvolumen, Restluft (residual air), lat. residual „zurückbleibend“; Luftvolumen, das nach maximaler Ausatmung in der Lunge verbleibt und beim gesunden Erwachsenen bei 35% des gesamten Fassungsvermögens der Lunge (etwa 1,3 Liter) liegt. Diese Werte sind genetisch bestimmt und somit unabhängig von sportlichem Training. Die Residualluft wächst mit zunehmendem Alter. →Atmung, →Lungenvolumen, →Lungenfunktionsprüfung Die Restluft erfüllt…
Resignation
Resignation (resignation), lat. resignare „senken, kapitulieren, widerrufen“; verfestigte Hoffnungslosigkeit und dadurch passive Hinnahme angeblich unabwendbarer Ereignisse. Einfach gesagt: Aufgabe angesichts angenommener Ausweglosigkeit. Resignation äußert sich in Trauer bis zur Depression, Abkapslung, Passivität, Gleichgültigkeit bis Sarkasmus, Anfälligkeit für Krankheiten bis zu Suizidgedanken. →Selbstvertrauen, →Pessimismus Resignation ist ein schlechter Nährboden für den Leistungssport. Nach dem amerikanischen Sozialpsychologen…
Resilienz
Resilienz (resilience), lat. resilire „zurückspringen ‚abprallen“; in Natur- wie Gesellschaftswissenschaften umfassend gebrauchter Begriff. Für uns naheliegend als psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber Lebenskrisen (Krankheit, Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung usw.). Kinder, die in einem problembeladenen Umfeld aufwachsen, verfügen später oft über Kompetenzen (Problemlösungsfähigkeit, soziale Kompetenzen, Selbstregulationsvermögen) und Willen sich „durchzubeißen“. Resilienz wird begünstigt durch positive Beziehungen zu Bezugspersonen, biologische Vitalität…
Resistenz
Resistenz (resistance), lat. resistentia für „Widerstand“; Widerstandsfähigkeit des Organismus gegen schädigende Umwelteinflüsse und bestimmte Wirkstoffe (z.B. Antibiotikaresistenz), aber auch Widerstand, Protest von Personen oder Gruppen. Personen mit erhöhter körperlicher und psychischer Belastbarkeit verfügen über mehr Stressresistenz. Sie betrachten die Stresssituation als Herausforderung, die aktivierend und anregend wirkt. →Immunsystem, →Resilienz, →Stress Ein von Kaluza (2015) entwickeltes…
Resorption
Resorption (resorption), Aufnahme von Wasser und gelösten Stoffen durch lebende Zellen, z.B. im Blut, Lymphe. Dies kann passiv durch Osmose (Konzentrationsgefälle) und aktiv unter Aufwendung von Energie erfolgen. Beispiele aus dem Sport: Ein zusätzlicher Natriumzusatz von 0,5 –1,0 g/l begünstigt die Flüssigkeitsresorption und sollte insbesondere bei längeren Ausdauerbelastungen von über 4 h Dauer zur Vorbeugung…
Responder
Responder (responder), aus dem Englischen „der Antwortende“; in der Medizin übertragen auf Personen, die auf bestimmte Verfahren (z.B. Operationstechnik) oder auf Medikamente reagieren, im Sport entsprechend auch auf Trainingsreize. Im Leistungssport, besonders im Nachwuchsbereich, wird vorrangig in Gruppen nach einheitlichen Plänen trainiert. Trotzdem reagieren die Sportler unterschiedlich. Das liegt an der Heterogenität im Ansprechen auf…
Resynthese
Resynthese (resynthesis), Begriff aus der Signalanalyse und der Physiologie, dort die Energiegewinnung in der Muskelzelle (→ATP-Resynthese). Der Muskel erhält seine Energie durch die Spaltung von Adenosintriphosphat. Dieses muss fortwährend erneuert (resynthetisiert oder wiederaufgebaut) werden. Das erfolgt anaerob-alaktazid, anaerob-laktazid, über aerobe Glykolyse oder Fettverbrennung. „Die anaerobe ATP-Resynthese ist im Zytoplasma lokalisiert. Hingegen erfolgt die aerobe ATP-Resynthese…
Retardation
Retardation,-dierung (retardation), lat. retardare „verzögern“; in der Medizin die Verzögerung des körperlichen und/oder geistigen Wachstums, im Gegensatz zur Akzeleration. →relativer Alterseffekt Retardation wie Akzeleration beeinflussen die sportliche Leistungsfähigkeit. Retardierte Kinder sind bei der Leistungsauswahl oft benachteiligt, deshalb sollte das biologische Alter berücksichtigt werden. So korrelieren Ausdauer und Kraft hochgradig mit dem biologischen Alter, aber nicht…
Retention
Retention (retention), lat. retinere „zurückhalten“; vielfältig verwendeter Begriff, in der Medizin für Rückhaltung von Stoffen oder Flüssigkeiten bis zu Funktionsstörungen von Organen/Organteilen (retentio dentis = verhinderter Zahndurchbruch). In der Wirtschaft versteht man unter Retention Management alle Maßnahmen, die zu einer echten Zusammenarbeit zwischen einem Unternehmen und seinen Mitarbeitern beitragen. Psychologen meinen damit die Phase der…
Retest
Retest-Methode (retest-method), Wiederholung eines Tests bei gleichen Probanden zur Bestimmung seiner Zuverlässigkeit (→Testreliabilität), oft nur theoretisch möglich, da die mit dem Test einhergehenden Erinnerungs-, Lern- oder Übungseffekte das Ergebnis beeinflussen und eine „Scheinreliabilität“ vortäuschen können (Wikipedia). Der Retest spielt aber bei der Dopingkontrolle eine außerordentliche Rolle, da erst durch die B-Probe ein Vergehen erkannt wird. …
Retirement
Retirement (retirement), (engl.) Altersgrenze; Rentenalter, Ruhestand. In der Sportwissenschaft der „Rückzug aus dem aktiven Leistungssport, nachdem der Leistungshöhepunkt erreicht wurde“ (Gruppe & Mieth, 2001). Im Gegensatz dazu Dropout. Retirement wird von vielen Sportlern auch als das Ende eines Lebensabschnittes empfunden und ist als normales Sozialisationsereignis zu werten (Blinde & Greendorfer, 1985). Die Nachbetreuung (medizinisch, beruflich…
Retroversion
Retroversion (retroversion), lat. retro „zurück“ und vertere „wenden“; Rückschwingen eines Armes oder Beines (dorsal). Gegenteil: Anteversion Die Retroversion der Arme erlaubt sowohl beim Armeinsatz im Skilauf als auch in der Druckphase beim Kraul-/Delfinschwimmen den letzten Abdruck vor der Überleitungsphase (Recoveryphase). Beteiligt sind daran besonders der Deltamuskel (m. deltoideus), der Unterschulterblattmuskel (m. subscapularis) und der große…