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Referenzpunkt

Referenzpunkt (reference point; basing point), Bezugspunkt, mit dessen Hilfe Daten aus unterschiedlichen Koordinatensystemen auf ein gemeinsames System transformiert werden. Bei Maschinen oder Geräten dient der Referenzpunkt zur Eichung und Kontrolle des Messsystems. Das bedeutet, dass nach dem Einschalten der Maschine die Referenzpunkte aller Achsen angefahren und so die Achsen geeicht werden, um Messsystem und Steuerung…

Reflex

Reflex (reflex action), ungelernte und unwillkürliche Reaktion auf einen Reiz als sekretorischer oder motorischer Reflex. Reflexe laufen stereotyp zwischen Sinnesorgan, Zentralnervensystem und Erfolgsorgan ab (→Reflexbogen). Man unterscheidet Eigenreflex (z.B. Reaktion der Pupillen) und Fremdreflex (z.B. Berühren einer heißen Herdplatte). →bedingter und unbedingter Reflex, →Reflexhandlung Beispiel:  a. Auf spinaler Ebene wird vor allem dem Muskeldehnreflex ein…

Reflex, bedingter

Reflex, bedingter (conditioned reflex), an die Tätigkeit der Großhirnrinde gebundene, erworbene (durch Erfahrung), unbeständige (erlernbare) Reaktionen auf einen Reiz, die auch jederzeit wieder gelöscht werden können. Bedingte Reflexe zählen als elementare Lernform. Sie sind zurückzuführen auf PAWLOW, der bei seinen Forschungen über die Arbeitsweise der Verdauungsdrüsen entdeckte, dass seine Versuchstiere nicht erst beim Anblick oder…

Reflex, unbedingter

Reflex, unbedingter (unconditioned reflex), angeborene stabile und beständige Reaktion, die von Geburt an vorhanden ist oder im Laufe der Entwicklung ausreift. Durch unbedingte Reflexe werden schädliche Einwirkungen auf den Organismus verhütet oder beseitigt (z.B. Atmen, Niesen, Harnabsondern usw.). Es sind Verhaltensweisen, die für die Existenz des Organismus lebensnotwendig sind. Ihre Skala reicht über alle Reaktionen,…

Reflexbewegung

Reflexbewegung (reflex movement), unwillkürliche, durch einen Reiz ausgelöste Bewegung →Reflexhandlung, →Bewegungsreflex

Reflexbogen

Reflexbogen (reflex arc), lat. re - zurück, flexus – gebogen; Vorgang von der Reizaufnahme eines Organismus durch die Sinnesorgane bis zum Reflex (z.B. Muskelkontraktion). Der Reflexbogen besteht aus Rezeptor (Sinnesorgan mit afferenter Nervenbahn), Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark) und efferenter Nervenbahn mit Endorgan (Muskel, Drüsen, Gefäße). Mit dem Reflex verfügt der Skelettmuskel als unwillkürliche motorische Reaktion…

Reflexhandlung

Reflexhandlung (reflective action), „umgangssprachliche Benennung einer raschen zuverlässigen und programmstabilen Reaktion auf definierte Reize, die ohne bewusste Initiierung und notwendige Verlaufskontrolle automatisiert abläuft“ (Müller, in Schnabel & Thieß, 1993, S.658). Einfacher gesagt: schnelle und unbewusste Reaktion auf einen Reiz. Bei vielen taktischen Aktionen und auf den Gegner bezogene Reaktionen dominieren reflektorische Handlungen (Kampfsport, Spielsportarten). Mehr…

Reflexion

Reflexion (reflection), lat. reflexio „Zurückbeugen“; 1. In der Physik (Optik) das Zurückwerfen von Strahlen, Wellen. 2. Bildungssprachlich Nachdenken, Vertiefung in eigene Gedanken; in der Pädagogik als Teil der didaktischen Planung die Auswertung am Ende eines Vorhabens, in der Psychologie eine kritische Selbstbetrachtung, d.h. die Aufmerksamkeit ist auf das Ich zentriert. →Selbstkontrolle Über die Reflexion überprüft…

Reflexionsinstanz

Reflexionsinstanz (authority of reflexion), In Wissenschaftstheorie oder Management (→Coaching) die jeweils spezifische Sicht zu reflektieren, aus sich heraustreten können und eine Sache mit Abstand betrachten. Im modernen Hochleistungssport betreut und begleitet der Trainer nicht nur die Athleten, sondern ist immer auch Wissensexperte, der wissenschaftliches Wissen in praktisches Wissen transferiert. Das setzt seine Bereitschaft voraus, über…

Reflexionskompetenz

Reflexionskompetenz (reflection authority), Komponente der prozessbezogenen Kompetenzen, intellektuelle Fähigkeit, über geistige Probleme und kulturelle Fragen systematisch fundierte Überlegungen anstellen zu können, sich mit unterschiedlichen Perspektiven und Sichtweisen auseinanderzusetzen und auf dieser Grundlage eigene Ansichten zu überdenken/zu überprüfen. Einfach gesagt "das eigene Handeln zu hinterfragen". Inzwischen haben die Pädagogen den Begriff weitgehend vereinnahmt. Sie verstehen die…

Reflexumkehr

Reflexumkehr (inversion of reflex; reflex reversal), „Umwandlung eines Reflexerfolges in einen gegensätzlichen Endeffekt (»antagonistischer«, »reziproker« Reflex; auch paradoxer Reflex); wahrscheinlich infolge paralleler Auslösung zentraler Erregung und Hemmung, abhängig von der Erregbarkeit zugehöriger Neuronensysteme und dem Dehnungszustand der betreffenden Muskeln“ (ROCHE-Lexikon). Reflexumkehr beschreibt verschiedene Vorgänge im Nervensystem, die sich durch die Fähigkeit auszeichnen, die Erregung im…

Regel

Regel (rule), lat. regula „Maßstab, Richtschnur“; Norm, Vorschrift, Richtlinie; umgangssprachlich auch für Menstruation. Eine Sammlung von Regeln heißt Regelwerk oder Reglement. Kinder benötigen im Interesse einer seelisch gesunden Entwicklung nicht nur Liebe, sondern Beständigkeit, Halt und Orientierung durch klare Grenzen und verbindliche Regeln. Regeln haben soziale Bedeutung, d.h. Bedeutung für das Verhalten in sozialen Situationen,…

Regelblutung

Regelblutung (menses), umgangssprachlich "Regel, Periode"; →Menstruation

Regelkreis

Regelkreis (control loop; feedback control system), geschlossenes Rückkoppelungssystem, das gegenüber äußeren oder inneren Einwirkungen relativ stabil bleibt. Eine Reihe biologischer Systeme funktioniert als Regelkreis, wie z.B. die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur, des Pulses, des Blutdruckes usw., aber auch motorische Lernprozesse lassen sich als Regelkreis simulieren. Verschiedene Prozesse im Leistungssport lassen sich gut mit Hilfe von Regelkreisen…

Regellernen

Regellernen (rule learning), Lerntheorie nach Gagne (1965), wonach Wissen (definiert als Ketten von Begriffen) vorhanden sein muss, um Regeln zu erlernen, d.h. die Zusammenhänge zu verstehen. Folgt man den Ergebnissen der Gehirnforschung, dann ist unser Gehirn nicht für das reine Faktenlernen, sondern für das Prinzipien- oder Regellernen optimiert (http://www.irwish.de/Site/Biblio/Spitzer/Lernen.htm - Zugriff 4.11.22). Beispiel: ein Kind…

Regelwerk

Regelwerk (codes; corporate governance statements), Summe aller Regeln eines Sachbereiches Die internationalen Sportverbände sind aufgefordert, umfassende, alle Aspekte der sportlichen Aktivitäten umfassende Regelwerke zu erstellen und sie mit nationalem und internationalem Recht zu synchronisieren. Das Unions- und Assoziierungsrecht haben dabei eine herausgehobene Bedeutung erlangt, da dieses sowohl im nationalen Rahmen, aber auch in vielen transnationalen…

Regelwerk (Rettungsschwimmen)

Regelwerk für Rettungsschwimmen (competition rule book), Legt die Wettkampfregeln bei rettungssportlichen Wettkämpfen fest, die Wettkampfregeln werden in nationale (Regelwerk DLRG), europäische (Regelwerk der ILSE) und internationale (der ILS) Regelwerke differenziert. https://www.dlrg.de/mitmachen/rettungssport/informationen/disziplinen/- Zugriff 9.11.22 (Text Harald Rehn)

Regeneration

Regeneration (regeneration, recovery), lat. regeneratio „Neuentstehung“; bildungssprachlich Erneuerung, Belebung, Wiederherstellung von verletztem Gewebe (Biologie) bis zur Rückgewinnung chemischer Stoffe (Technik). →Regenerationsmaßnahmen, →Regenerationstraining, Auf den Leistungssport bezogen kann Regeneration pragmatisch als Umkehrung der trainingsinduzierten Ermüdung verstanden werden (Faude & Meyer, 2012). Darunter fallen Maßnahmen zur Erholung nach hohen Trainingsbelastungen im psychologischen Bereich (psychoregulative Verfahren), durch Regenerationstraining, physiotherapeutische…

Regenerationsmaßnahmen

Regenerationsmaßnahmen (regeneration measures), Maßnahmen zur Wiederherstellung der psycho - physischen Leistungsfähigkeit durch Ernährung, Entspannung und physiotherapeutische Maßnahmen (Martin et al. 2001) oder nach pädagogischen, medizinisch-biologischen und psychologischen Aspekten geordnet (bei Weineck, 2002). Schlaf ist dabei die beste und wichtigste Maßnahme zur Regeneration. Ferner sollte das Tagesregime (→Duales System) und die Gestaltung der Mikrozyklen beachtet werden.…

Regenerationstraining

Regenerationstraining (regeneratory training) →Kompensationsbereich, →Regenerationsmaßnahmen