Schwimmen
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Vielseitigkeit, spezifische
Vielseitigkeit, spezielle (versatility, spezial), „Ausbildung der Sportler in der Vielfalt des konditionellen, koordinativen und technisch-taktische Repertoires einer Sportart oder mehreren Disziplinen einer Sportart mit dem Ziel, die dabei erworbenen Leistungsvoraussetzungen für die Entwicklung der Leistung in der Spezialsportart (-disziplin) zu nutzen“ (Schnabel et al. 2003). →Vielseitigkeit, →deliberate play Mehr zum Thema: Rudolph et al. (2020).…
Viererschlag
„Viererschlag“ (four kick stroke), Im Schwimmen die Zuordnung von vier Beinschlägen auf einen Bewegungszyklus, angewandt im Kraulschwimmen, seltener im Rückenschwimmen. Im Training der Schlagschwimmarten erweitert ein Wechsel der Anzahl an Beinschlägen die Bewegungserfahrung, verhindert motorische Stereotype und kann im Wettkampf aus taktischem Interesse genutzt werden (Sechserschlag = "Turbo" einschalten)
vLaktatmax
vLaktatmax (VLamax oder Lmax), maximale Laktatkonzentration im Blut in Millimol pro Liter pro Sekunde (mmol/l/s). Sie ist ein wesentlicher Parameter der Trainingssteuerung zur Bestimmung der glykolytischen, anaeroben Leistungsfähigkeit als auch im Rahmen von Stufentests der aeroben Leistungsfähigkeit. Entscheident ist hier der Bezug zur Geschwindigkeit. Diese kann hier auf unterschiedlicher energetischer Grundlage erreicht werden. Beispiel: So…
Volarflexion
Volarflexion (volar flexion), lat. vola „Hohlhand“; Senken der Hand und Flexion (Beugung) = Beugebewegung der Hand. Im Schwimmen typische Bewegung beim „Wasserfassen“ zu Beginn des Armzuges. →Palmarflexion, →vorbereitende Phase
Volumenmittelpunkt
Volumenmittelpunkt (VM) (centroid of a volume), Der „Mittelpunkt des vom Körper verdrängten Wasservolumens (Massenmittelpunkt der verdrängten Wassermasse). Die Drehachse, um die sich ein Körper im Wasser dreht, geht durch den Volumenmittelpunkt.“ (Reischle, 1988). Am Volumenmittelpunkt wirkt die Resultierende der am Körper angreifenden statischen Auftriebskräfte. Durch Teilkörperbewegungen (→Teilbewegung) und die Atmung kann das Verhältnis von VM…
Vorbereitungsphase
Vorbereitungsphase (preparatory phase), Teil der Phasenstruktur sportlicher Bewegungen, Hier Phase der Schwimmbewegung, in der die Arme in den Schlagschwimmarten über Wasser in Schwimmrichtung bewegt werden, um mit einer gewissen Vordehnung in die einleitende Phase überzugehen. Die relative horizontale Extremitätengeschwindigkeit ist kleiner als Null. →Phase, vorbereitende
Vorbild
Vorbild (idol; ideal; model), Person, die zur Nachahmung anregt, nach FREUD ein psychodynamischer Prozess, der Angleichung des eigenen Ich an das Vorbild, des Findens von eigenen Wertmaßstäben, Denk- und Verhaltensweisen (→Einstellungen, →Ideale). Das Vorbild wirkt besonders im Bereich des motorischen Lernens durch Antrieb, Attraktivität, Aktion und Akzeptanz (Kirchner & Pöhlmann, 2005). Bei der Erziehung junger…
Vorführen/-machen
Vorführen/Vormachen (show, demenstrate), Als Form der Arbeitsunterweisung in vier Stufen zum Erlernen (→Lernen) berufsmotorischer Tätigkeiten aus den USA übernommen („Vier-Stufen-Methode“): Vorbereiten und erklären (1. Stufe) Vormachen und erklären (2. Stufe) Nachmachen und erklären lassen (3. Stufe) Vertiefen durch fehlerfreies Üben Im Prozess des Erlernens sportlicher Bewegungen/Techniken ist die Bewegungsdemonstration durch den Trainer oder einen Sportler…
Vortex
Vortex (Wirbel, Turbulenz), lat. vortex „Wirbel“; allgemein eine Kreisströmung einer Flüssigkeit, eine um eine Achse rotierende Wassermenge mit hohem Impuls, der für einen Kraftstoß auf den Körper genutzt werden kann. So entwickeln sich beim Schwanzflossenantrieb der Fische gegeneinander versetzte Wirbel, die dem Fisch Schub verleihen (bei Reischle, 2015, S. 42/43) Bezogen auf den Schwimmer ist…
Vortex-Konzept
Vortex-Konzept (vortex concept) →Antriebskonzept, vortexorientiertes, →Vortex
Vortrieb
Vortrieb (propulsion), in der Physik eine Kraft der Antriebstechnik, im Bergbau Abbau von Rohstoffen (Streckenvortrieb) (Wikipedia) Im Schwimmen ist Vortrieb die entscheidende horizontale Kraft in Schwimmrichtung entgegengesetzt zum Wasserwiderstand, auch Antriebskraft (→Antrieb), die dadurch zustande kommt, dass Wasser mit möglichst großer Geschwindigkeit und in möglichst großer Menge entgegen der Bewegungsrichtung bewegt wird. Maß für den…
Vortriebswirkungsgrad
Vortriebswirkungsgrad (ep) (propulsion efficiency), auch „Schub“. Aus der Flugzeugtechnik übernommene Formel, die das Verhältnis von Vortriebsleistung zur Strahlleistung und damit die Güte eines Triebwerks beschreibt. Auf das Schwimmen bezogen handelt es sich um das Verhältnis von der Leistung zur Überwindung des Wasserwiderstandes (Pd) zur gesamten mechanischen Leistungsabgabe (P0), die als Summe von Wasserwiderstand (Pd) und…
Wadenmuskel, dreiköpfiger
Wadenmuskel, dreiköpfiger (m. triceps surae), aus zwei Muskeln (Zwillingswadenmuskel – m. gastrocnemius und Schollenmuskel – m. soleus) bestehender Muskel an der Rückseite des Unterschenkels, der die Bewegung im Knie- und Fußgelenk beeinflusst. Dieser Muskel ermöglicht besonders die für die Beinbewegung im Schwimmen wichtige Plantarflexion des Fußes und den „letzten Abdruck“ bei Start und Wende. Seine…
Wahrnehmungstäuschung
Wahrnehmungstäuschung (perceptive deceipt) oder Sinnestäuschung, fehlerhafte oder verzerrte Wahrnehmung, letztlich Betrug der „Partner Auge und Gedächtnis“. Aber es können alle Sinne betroffen sein. Und Wahrnehmungstäuschungen lassen sich nicht verhindern und sind unabhängig von Eigenschaften wie Leichtgläubigkeit oder Intelligenz. Wahrnehmungstäuschungen können im Schwimmen von bedrohlich (Wassertiefe unterschätzt) bis leistungslimitierend (im Wettkampf) sein, z.B. bei falscher Einschätzung…
Wasser
Wasser (water), farblose Flüssigkeit mit mittlerer Dichte (Dichtezahl 1 bei 4°C) und Fortbewegungsmedium des Schwimmers. Wasser ist zugleich essentieller Nährstoff, dessen Mangel (→Dehydration) die sportliche Leistungsfähigkeit negativ beeinflusst. Wasser muss für Schwimmwettkämpfe und Training speziell aufbereitet (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Badewasseraufbereitung) und temperiert sein. Bei Wassertemperaturen < 18° C dürfen Kinder und Jugendliche nicht starten. Nach dem tödlichen…
Wasserbasketball
Wasserbasketball (water basketball), nach vereinfachten Regeln geführtes Spiel im Wasser mit Ball und Basketballkorb. Da es sich um ein Spiel aus dem Freizeitsport handelt, sind die Regeln entsprechend variabel. Die Spielzeit beträgt ab 2 x 5 Minuten. Das Spielfeld sollte etwa 16m x 10m groß sein, die Körbe sich etwa 1m über dem Wasser auf…
Wasserdruck
Wasserdruck (water pressure), Druck, den das Wasser auf alle Körper ausübt (→hydrostatischer Druck innerhalb des Wassers). Die Druckkraft (F) ist abhängig von der Größe der Fläche, auf die der Wasserdruck wirkt, und von der Höhe der Wassersäule. Mit zunehmender Wassertiefe nimmt der Wasserdruck zu; beim Schwimmen beträgt er etwa 5kp. Deshalb sollte der Abdruck der…
Wasserfassen
Wasserfassen (water-gripping), allgemein die Aufnahme von Wasser. Beim Schwimmen die einleitende Phase des Armzuges, mit der der Stütz aufgebaut wird (auch Stützphase) und indem durch Anstellen von Hand und Unterarm die Ellenbogenvornhalte eingeleitet wird (Phaseneinteilung der Schwimmbewegung)
Wassergefühl
Wassergefühl (water feeling), auch Wasserbewegungsgefühl (Staub et al. 2021), komplexe koordinative Fähigkeit als Folge von Veranlagung und Erfahrung im Umgang mit dem Wasser, wobei Vortrieb (→Widerlager finden) und geringe Widerstandsbildung die wesentlichen Kenngrößen sind. Wassergefühl wird über taktiles, visuelles, vestibulares und vor allem kinästhetisches Sinnessystem erschlossen. Es ist der „Modus des Sich-selbst-Erlebens in Veränderungen im…
Wassergewöhnung
Wassergewöhnung (water, habituation to the), Vertraut werden mit dem Medium Wasser als Voraussetzung des Anfängerunterrichts im Schwimmen. Der Grad der Wassergewöhnung wird bestimmt durch die Atmung, die entspannte Gleitfähigkeit in Brust- und Rückenlage, unbekümmertes Springen im Wasser und dem Grad der Vorbereitung der Schwimmtechniken (Graumann, 2002). Nach Auffassung der Schweizer Kollegen ist das Tauchen die…