Schwimmen
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Total Immersion
Total Immersion (engl. für „vollständiges Eintauchen“), Lehrmethode des Schwimmens, wonach die Schwimmbewegungen in die einzelnen Bestandteile aufgelöst, als Basisteile geübt und erst danach zusammengeführt werden. Unter dem Motto „Schwimmen wie ein Fisch“ verbreitete sich das Verfahren nach dem Lehrbuch von Laughlin (2004) weltweit. (www.ti-europe.com) Exkurs: Und hier setzen die Autoren mit folgenden Empfehlungen an: 1.…
Training, spezifisches
Training, spezifisches (training, specific), Training in der und für die Spezialsportart (genauer: sportartspezifisches Training), für den Schwimmer im Nachwuchsbereich das Schwimmtraining (alle Schwimmarten, da noch nicht spezialisiert), mit zunehmender Spezialisierung ab Anschlusstraining das Training in der Hauptschwimmart. Eine Erweiterung des Begriffs erfolgt durch die Einbeziehung der spezifisch beanspruchten Funktionssysteme, vor allem der Muskulatur. Unter diesem…
Translationsgefühl
Translationsgefühl (translation feeling), lat. translatio „Übertragung, Übersetzung“; unter Translation versteht man in der Biomechanik eine geradlinige Bewegung in genau einer Richtung, bei der alle Punkte des bewegten Körpers parallel um gleichlange Strecken verschoben werden. Davon abgeleitet bezeichnet Tranlationsgefühl das taktile Empfinden des erzeugten Vorschubs beim Schwimmen. Das differenzierte Wassergefühl, d. h. Antriebsgefühl (= taktile Empfindung z. B.…
Trockenübungen
Trockenübungen (on-land exercises), aus dem Amerikanischen übernommener Ausdruck für Üben schwimmtechnischer Elemente an Land, z.B. vor dem Wassertraining mit dem Ziel „korrekte Sinneswahrnehmung zu erzeugen und das Verfahren der Selbstkontrolle zu erwerben“ (Haljand, 1966). Es sollte dabei einer der Schwimmlage adäquate Haltung eingenommen werden (zumindest Oberkörper vorbeugen, besser Schwimmbank). Günstig ist das Üben mit Partner…
Trommelfell
Trommelfell (eardrum), Membran im inneren Gehörgang. Beim Tauchen wird das Trommelfell durch Druckanstieg nach innen gedrückt. Um einem Reißen des Trommelfells mit der Folge des Orientierungsverlustes unter Wasser entgegenzuwirken, muss ein Druckausgleich durchgeführt werden Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Trommelfell
Typisierung
Typisierung (typification), Einteilung in Typen, vielfältig verwendet, z.B. von der Klassifikation (Technik) bis zum Denkschema (Sozialwissenschaften). Im Schwimmen die Zuordnung von Schwimmern nach bestimmten anthropometrischen, physiologischen oder psychologischen Merkmalen zu sportlichen Disziplinen. So konnte eine Beziehung zwischen Körperbaumerkmalen und bestimmten Schwimmdisziplinen nachgewiesen werden (u.a. Timakova 1985, Fröhner 2002, Rudolph 2004). Platonova & Bultova (1993) teilen…
Übergang
Übergang (transition), allgemein das Überwinden oder eines Hindernisses. Im Schwimmen der Bereich bei Start und Wende nach der Unterwasserphase (Kopfdurchgang 5 m nach der Beckenwand) bis zum Schwimmen, der mit einem Tauchzug (→Brustschwimmen) oder Gleiten mit Delfinbewegungen (→Schlagschwimmarten) unter Wasser bestritten wird. Der Bereich ist durch die Wettkampfbestimmungen auf 15m begrenzt. Anfänger gehen oft aus dem…
Übergangsphase
Übergangsphase (transitional phase), auch überleitende Phase, Phase der Schwimmbewegung, die in den Schlagschwimmarten durch das Herausnehmen der Arme aus dem Wasser und im Brustschwimmen durch die Vorbereitung auf das Nach – vorn - Strecken der Arme bzw. das Anziehen der Beine charakterisiert ist. Typisch für die Übergangsphase sind der entgegen der Schwimmrichtung verlaufende Bewegungsansatz und…
Überlastungsschaden
Überlastungsschaden (overuse injury), durch langzeitige Überbelastung ausgelöste Schädigung des Stütz- und Bewegungssystems. Eine Untersuchung amerikanischer Topschwimmer ergab zu 66,3% Schulterbeschwerden (→Schwimmerschulter), 30% Kniebeschwerden (→Schwimmerknie) und 20% Rückenbeschwerden (Hall, 1980). Bei deutschen Kaderschwimmern waren es Anteile von 31,1% (Schulter), 32,4% (Knie) und 15,6% (Rücken), die vor allem auf die sich nach langjährigem Training ergebenden muskulären Dysbalancen…
Überlernen
Überlernen (overlearning; overpractice), Fortführen des Übens, nachdem das Lernziel bereits erreicht wurde (Bergius, 1971). Überlernen ist ein grundlegendes methodisches Vorgehen bei der Vervollkommnung sportlicher Techniken (→Stabilisierung der Feinkoordination). Damit soll ein Stoff oder eine Technik besonders gefestigt werden, wobei der Übungseffekt mit zunehmender Übungsdauer geringer wird (→Deckeneffekt, →Anpassungsreserve). Nach Schnabel (2008, S. 278) würde die…
Unterkühlung
Unterkühlung (hypothermia), Hypothermie; Absinken der Körpertemperatur durch äußeren Wärmeverlust, der nicht durch körpereigene Wärmeproduktion ausgeglichen werden kann. Dabei sind drei Phasen zu verzeichnen: Kreislaufzentralisation als Abwehrversuch bei 37 – 34°C (Muskelzittern, Zentralisation der Durchblutung), Erschöpfung ab <34°C (Bewusstseinstrübung) und Lähmung ab <27°C bis zum Stillstand von Atmung und Kreislauf. Da Wasser durch seine gute Leitfähigkeit…
Unterwasser-Rugby
Unterwasser-Rugby (unterwater-rugby), dem Rugby ähnliches, schnelles und technisch anspruchsvolles Spiel mit dem Ziel, einen (mit Salzwasser gefüllten) Ball in einen auf dem Beckengrund befindlichen Korb unterzubringen. Geschätzt wird dieser Sport in Deutschland von 80 Vereinen betrieben (Lohaus, 2023). Unterwasser-Rugby wird nicht nur von Kraft und Kondition der Spieler entschieden, sondern vor allem von deren Spielverständnis…
Unterwasserfenster
Unterwasserfenster (underwater window), in Schwimmbecken oder Strömungskanälen eingebaute Fenster zur Beobachtung der Unterwasserphasen der Schwimmtechnik, optimal gekoppelt mit Aufnahmetechnik (→Messplatz), die sofort über Wasser (Leinwand oder Monitor in der Schwimmhalle) wiedergegeben werden kann.
Unterwasserphase
Unterwasserphase (underwater phase), Im Sportschwimmen der Teil von Start und Wende zwischen Sprung/Abstoß und Übergang in die Schwimmbewegung, der unter Wasser stattfindet und durch das Regelwerk begrenzt ist. Die Unterwasserbedingungen führen zu einem größeren Anstieg von Blutlaktat und Kalium gegenüber Schwimmen an der Oberfläche, während sich Herzfrequenz und arterielle Sauerstoffsättigung nicht signifikant unterschieden. 25 m…
Ventilationsstörung
Ventilationsstörung (ventilation disorder), gesteigerte oder reduzierte Lungenventilation (→Atmung) durch erhöhte Widerstände in den Bronchien (obstruktive Ventilationsstörung etwa 90%) oder behinderte Ausdehnung von Lunge und Brustkorb (restriktive Ventilationsstörung) mit Beeinträchtigung der Ausdauerleistungsfähigkeit. Bei Schwimmern ist vor allem eine dritte große obstruktive (Gefäße verschließende) Lungenerkrankung bekannt, das Asthma bronchiale. Hier kommt es durch Allergene oder andere Reize…
Vertikalgeschwindigkeit
Vertikalgeschwindigkeit (vertical velocity), wichtige wie komplizierte Größe in der Meteorologie und Luftfahrt. In der Biomechanik die Geschwindigkeit eines Körpers senkrecht vom Boden nach oben. Beispiel: Beim Absprung (ob Weitsprung oder Startsprung) ist die Absprunggeschwindigkeit immer die Resultierende aus Vertikal- und Horizontalgeschwindigkeit. Schwimmer, die über geringere Sprungkraft verfügen, sollten leicht abwärtsgerichtet (geringe Vertikalgeschwindigkeit) abspringen (Küchler, 1994;…
Verwringung
Verwringung (writhe), als Knotentheorie Teilgebiet der Mathematik. In der Biomechanik die schraubenförmige Verdrehung von Schulter- und Beckenachse gegeneinander zur Vordehnung diagonal verlaufender Muskelschlingen zwischen rechtem Arm und linkem Bein und umgekehrt. Als aktive Form des Rumpfeinsatzes werden durch die Verwringung große Muskelgruppen optimal auf schnellkräftige Kontraktionen vorbereitet, wie z.B. bei Wurf- und Schlagbewegungen. →Rumpfbeugung, →Rotation,…