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Anatomie

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Muskelkater

Muskelkater (stiff muscles), muskulärer Schmerzzustand nach zumeist ungewohnten Belastungen (bei exzentrischer Muskelarbeit) an Land oder neuromuskulärer Fehlsteuerung (→Dehydration, →Elektrolytstörungen, Durchblutungsstörungen usw.), dessen Gipfel etwa 24-48 Stunden nach der Belastung erreicht wird und als starker Muskelkater nach fünf bis sieben Tagen abklingt. In der Literatur auch als delayed onset muscle soreness (DOMS) (verzögert auftretender Muskelkater) beschrieben.…

Muskelkette

Muskelkette (muscle chain) s. Muskelschlinge

Muskelkontraktion

Muskelkontraktion (muscle contraction), lat. contractio „Zusammenziehung“; Spannungserhöhung im Muskel, die zumeist (ausgenommen isometrische Kontraktion) zu einer Verkürzung des Muskels führt. Im quergestreiften Muskel gewährt die gegenseitige Verschiebung der Aktin- und →Myosinfilamente die Kontraktion (→Muskelfaser). Hinzu kommt neuerdings Titin als "drittes kontraktiles" Filament (Herzog 2018). Es werden folgende Formen der Muskelkontraktion unterschieden: isometrisch (erhöhte Spannung ohne…

Muskelkorsett

Muskelkorsett (muscle corset), Gesamtheit der Rumpfmuskulatur mit ihrer stützenden, schützenden (inneren Organe) und Innendruck regulierenden Funktion (→Bauchpresse). Da der Rumpf ein wichtiges Übertragungsglied in der Gliederkette vieler sportlicher Bewegungen ist kommt den dort ansässigen (Bauch- und Rückenmuskulatur) und ansetzenden (Beckenmuskulatur und Schultergürtelmuskulatur) Muskelgruppen eine tragende Rolle zu. →Core, →Körperspannung Exkurs: Ein ausgewogenes Muskelkorsett ist im…

Muskelmasse, aktive

Muskelmasse, aktive (muscle mass, activ), Anteil der Skelettmuskulatur, der beim Mann etwa 42%, bei der Frau 36% des Körpergewichts ausmacht. Bei Kindern ist sie die aktive Muskelmasse bis zur Pubertät bei beiden Geschlechtern um 27% noch gleich. Zwischen 17-25 Jahren lässt sich Muskelmasse am schnellsten aufbauen. Sie ist der „Götze der Bodybuilder“ und kann durch…

Muskelquerschnitt

Muskelquerschnitt (muscle cross-sectional area - CSA), Schnitt im rechten Winkel zur Muskellängsachse als anatomischer Muskelquerschnitt, senkrecht zu den Faserbündeln als physiologischer Muskelquerschnitt, der maßgeblich die Kraft des Muskels bestimmt (u.a. Ikai & Fukunaga, 1968 bis Wirth et al. 2018). Als Mittelwert werden für Männer 7 ± 1 kp/cm2 und bei Frauen 6 ± 1 kp/cm2…

Muskelschlinge

Muskelschlinge (muscle loop), auch Muskelkette, koordinierter Einsatz mehrere Muskelgruppen. Sportliche Bewegungen resultieren immer aus der Arbeit mehrerer Muskeln. „Nicht ein einzelner →Muskel, mag er auch noch so kräftig entwickelt sein, sondern nur die innige funktionelle Verbindung der die Hauptarbeit synergistisch und antagonistisch leistenden, gut aufeinander abgestimmten Muskeln gewährleisten einen reibungslosen, ökonomischen und zugleich ästhetischen Bewegungsablauf“…

Muskelspindel

Muskelspindel (neuromuscular spindle), spezifische Muskelfaser, die als Propriozeptor der Skelettmuskulatur auf Längenveränderung (→Dehnung) und damit auch über den Spannungszustand (→Muskeltonus) informiert. →Sensomotorik, →Kinästhesie Muskelspindeln sind ein wesentlicher Teil des komplexen Steuer- und Regelsystems sportlicher Bewegungen. Sie erfüllen gleichzeitig mehrere Aufgaben und Funktionen zur Koordination von grob- und feinmotorischen Bewegungen, zur Herstellung und Aufrechterhaltung statischer Stellungen…

Muskelverkürzung

Muskelverkürzung (muscle shortening), hier ist nicht die Verkürzung bei isotonischer Muskelkontraktion gemeint, sondern eine bestimmte Veränderung der Grundspannung (Tonus) des Muskels bis zur schmerzhaften Dauerspannung, die durch eine reflektorische Dauererregung aufrechterhalten wird (→Muskelspindel). Im Extremfall führt sie zu schmerzhaften Fehlhaltungen und Bewegungseinschränkungen (Muskelkontraktur). Bei der Auswahl sportlicher Übungen sind die unterschiedlichen Muskelstrukturen zu beachten. So…

Muskulatur, ischiocrurale

Muskulatur, ischiocrurale (ischiocrural muscles), auch Muskulatur der Oberschenkelrückseite, bestehend aus zweiköpfigen Schenkelmuskel (m. biceps femoris), Halbsehnenmuskel (m. semitendinosus), Plattensehnenmuskel (m. semimembranosus) und Kniekehlenmuskel (m. popliteus), zusammengefasst als Hamstring. Ihre wesentlichen Funktionen sind die Hüftstreckung und die Kniebeugung. Sie spielen beim Gehen eine wichtige Rolle sowie bei typischen Streckbewegungen im Sport (Radfahren, Rudern, Sprünge usw.) und…

Muskulatur, leistungsbestimmende

Muskulatur, leistungsbestimmende (musculature, achievement-determining), bewegungsrelevante Muskulatur für sportliche Bewegungen, (z.B. "radfahrspezifische Muskulatur") die über elektromyografische Untersuchungen ermittelt werden kann.  Das Wissen über diese Muskelgruppen (→Muskelschlingen) spielt eine große Rolle bei der Übungsauswahl für das Athletiktraining. Diese beschränkt sich nicht nur auf das spezifische Krafttraining, sondern auf das effektive Zusammenspiel der Muskelgruppen (→Muskelschlingen), das einen optimalen…

Myofibrillen

Myofibrillen (myofibrils), Teil der quergestreiften Muskelfaser, deren Untereinheiten Aktin- und Myosinfilamente die typische Querstreifung der Skelettmuskulatur ausmachen und im Verbund (Sarkomer) die kleinste kontraktile Einheit des Muskels sind. Die maximale Kraft eines Muskels ist von der Anzahl seiner Myofibrillen im physiologischen Querschnitt abhängig. →Muskelspindel Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Myofibrille - Zugriff 29.11.20 Steinacker, Wang, Lormes, Reißnecker…

Myoglobin

Myoglobin (Mb) (myoglobin), lat. globus ‚Kugel‘; ein dem Hämoglobin ähnlicher Eiweißkörper im Muskel (ST-Fasern/Muskelfaserstruktur), der die Sauerstoffaufnahme aus dem Blut beschleunigt und als Sauerstoffspeicher hilft, die Energiegewinnung über den anaeroben Weg (→anaerobe Energiestoffwechsel) zu begrenzen. Durch Ausdauertraining wird der Myoglobingehalt erhöht. Myoglobin ist als biochemische Kennziffer nach Herzinfarkt oder für eine trainingsbedingte Muskelschädigung (→Muskelkater) nachgewiesen (u.a.…

Myosin

Myosin (myosin), griech. myos, Genitiv zu mys „Muskel“; Eiweißkörper des Myosinfilaments (→Filament), dessen Enden (Myosinköpfchen) nach Anbindung eines ATP-Moleküls an die Aktinfilamente andocken und so die Muskelkontraktion ("Motor der Muskelfasern") ermöglichen. Die Isoformen (Proteine mit gleicher Funktion, jedoch unterschiedlichem Aufbau) der Myosinschwerketten (MHC) bestimmen wesentlich die kontraktilen Eigenschaften der Muskelfaser und charakterisieren den Muskel. Das…

Myostatin

Myostatin (myostatin), Kunstwort aus „Muskel“ und „Stehen, Stillstand“; Eiweiß (→Protein), das als negativer Regulator des Muskelwachstums erstmals 1997 beschrieben wurde. Muskelschwund führt zu verstärkter Bildung von Myostatin. Dessen Deaktivierung erhöht folglich die Muskelmasse. Aus internationalen Publikationen ist bekannt, dass ab dem 40. Lebensjahr das Protein Myostatin ansteigt und damit ein Muskelschwund (Sakopenie) von 1 %/Jahr…

Nebulin

Nebulin (nebulin), Strukturprotein im Sarkomer der Muskelfaser.  Besonders in den letzten Jahrzehnten hat das Wissen über die Funktion von Nebulin sprunghaft zugenommen. Wir wissen jetzt, dass Nebulin an einer Reihe von kritischen Prozessen im Skelettmuskel beteiligt ist, so an der Regulierung der Länge, Struktur und mechanischen Eigenschaften der dünnen Filamente sowie der Aktin-Myosin-Querbrücken-Zyklen (→Gleitfilamenttheorie) während…

Nerv

Nerv (nerve), lat. nervus „Faden, sehne“; Bündel von Nervenfasern zur Reizübertragung als Bestandteil des peripheren Nervensystem. →Nervenbahn, →Nervenleitgeschwindigkeit Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Nerv- Zugriff 4.01.21

Nervenbahn

Nervenbahn (nerve tract), Bündel von Nervenfasern, Teil des Reflexbogens, der Reize von der Peripherie zum Zentralnervensystem (→afferent) oder Impulse vom Zentralnervensystem zur Peripherie (→efferent) leitet. Die Länge der Nervenfasern beträgt beim Erwachsenen etwa 5,8 km.  →Nervensystem  Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Nervenbahn- Zugriff 04.01.21

Nervenfaser

Nervenfaser (nerve fibre), Fortsatz einer Nervenzelle, der Impulse leitet, Axon. Nervenfasern werden unterschieden nach Richtung der Erregungsleitung (afferent oder efferent), nach der Stärke der Markscheiden (Myelinscheiden) und davon abhängig der Nervenleitgeschwindigkeit sowie nach ihrer Wirkung (sensibel, motorisch, vegetativ). Nervenfasern verbinden verschiedene Regionen des Gehirns miteinander, einmal innerhalb einer Gehirnhälfte (intra-kortikale Verbindungen), zum anderen zwischen den…

Nervensystem

Nervensystem (nervous system), einheitliches Netzwerk von Zentralnervensystem (ZNS) und peripheren Nerven. Das Nervensystem nimmt über Rezeptoren Reize auf, führt diese über afferente Nervenbahnen zum ZNS, wo sie verarbeitet werden. Über  efferente Nervenbahnen sendet das ZNS Impulse zur Peripherie. Hierbei unterscheidet man zwischen vegetativem und dem somatischen Nervensystem. Das vegetative Nervensystem ist nicht dem Willen unterworfen…