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Placebo

Placebo (placebo), lat. placere „ich werde gefallen“; „Scheinmedikament“, das ohne Wirkstoff nur durch Suggestion die Leistung steigert. Placebo werden bei Arzneimittelversuchen („Doppelblindversuche“) eingesetzt, um die subjektiv-psychische von der objektiv-pharmakologischen Wirkung eines Medikaments zu unterscheiden. Beispiel: Eine Art "Ischämie-Training" scheint das Herzgewebe resistenter gegen ischämisch bedingte Schädigungen zu machen. Deshalb wurde die Wirkung Ischämischer Präkonditionierung (IPC)…

Planmaterialien

Planmaterialien (planning documents), Gesamtheit der für den Trainingsprozess erforderlichen Pläne. Borde (in Schnabel & Thiess 1993) erweitert die Planmaterialien auch auf Analysematerial wie Trainingsdokumentation, Leistungs- und Wettkampfanalysen. →Planung, →Rahmentrainingsplan, →Individueller Trainingsplan, →Grundkonzeption, trainingsmethodische, →Trainingssteuerung, →Mehrjahresplan, →Gruppentrainingsplan Nach der Atttributenliste des DOSB werden zur Bewertung der Fachverbände auch Planmaterialien (Rahmentrainingskonzeptionen) herangezogen, wobei besonders auf „Meilensteine“ (Normwerte)…

Plantarflexion

Plantarflexion (plantar flexion), lat. planta „Fußsohle“; Beugung des Fußes in Richtung Fußsohle. Eine gute Plantarflexion ist in einigen Sportarten unerlässlich, so für Haltungsnoten wie im Wasserspringen oder für einen effektiven Vortrieb, besonders in den Schlagschwimmarten. So erreichen z.B. gute Delfinschwimmer einen Beugewinkel von 90° (→Delfinbewegung), die zu 90% der dreiköpfige Wadenmuskel ermöglicht. 90% des Antriebs…

Planung

Planung (planning), gedankliche Abfolge von Mittel und Methoden, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Training wird in der Trainingswissenschaft eindeutig als planmäßige Entwicklung sportlicher Leistung verstanden. Konkret wird die Phase von der Genehmigung des Planes bis zum Beginn seiner Realisierung als Planung bezeichnet. Diese Phase wird leider oft besser beherrscht als die Umsetzung. Grundlage der…

Plastikindex

Plastikindex (PI) (plastic index), In der Anthropometrie ein Index aus der Addition von Schulterbreite, Unterarm- und Handumfang zur Lokalisierung des Körperbautyps auf der Ebene der hyper- bis hypoplastischen Wuchstendenz nach Conrad (1963). Der PI ist im Kindes- und Jugendalter starken wachstumsbedingten Schwankungen unterworfen (Fröhner & Wagner 2002). Nach eigenen Untersuchungen im Schwimmen differieren beide Geschlechter…

Plastizität, neuronale

Plastizität, neuronale (plasticity, neural), Unter Plastizität versteht man allgemein Verformbarkeit; in der Biologie/Soziologie die Fähigkeit der Lebewesen, sich der Umwelt anzupassen. Dadurch ist der Mensch über seine genetische Bestimmtheit (→Genotyp) hinaus weitgehend bildsam und erziehbar. Neuronale Plastizität beschreibt den Umbau neuronaler Strukturen von der Nervenzelle bis zu Hirnarealen (Quelle s.u.). Neuronale Plastizität ist besonders bei…

Platz

Platz (rank; position), hier im Sinne von Rang, Stellung, Position. Im Leistungsvergleich eingenommener Rang nach einem Wettkampf oder in einer Bestenliste. Besonders die Platzierung in der Bestenliste ist eine gute Grundlage für Leistungsanalysen, die Planung von Leistungszielen und Nominierungen. So gibt der 12. Platz der bereinigten Weltbestenliste (nur zwei Vertreter pro Nation in Wertung) etwa…

Plyometrie

Plyometrie (plyometrics), griech. pleiôn „mehr“ uns metreô „messen“; Form des Schnellkrafttrainings, die auf dem Dehnungsreflex der Muskeln und der Kontrolle über diesen sowie des Muskelspindelapparates beruht. Das Belastungsmaximum tritt während der Verlängerung der Muskulatur bei exzentrischer Ausführung auf (= negative Arbeit). Eine Megaanalyse zeigt, dass plyometrisches Sprungtraining die Wiederholungssprintfähigkeit (RSA) und die durchschnittliche Leistung, aber…

Pointrace

Pointrace/ Point race (engl.), eigentlich „Punkterennen“; übertragen auf die Trainingsmethodik im Schwimmen ein Verfahren um den Sportler zu langen Zykluswegen anzuhalten ohne an Schwimmgeschwindigkeit zu verlieren, indem Sekunden und Zyklenzahl addiert werden (z.B. 30 sec + 25 Zyklen über 50m = 55 Punkte). Ziel ist immer, niedrigere Punktzahlen zu erreichen. →Frequenz-Vortriebs-Verhalten

Pokalwettkampf

Pokalwettkampf (cup competition), eine Form des Wettkampfes, bei dem als Siegprämie ein Pokal (Pokale) ausgeschrieben sind. Diesen erhält der Sieger auf Dauer oder auf Zeit (Wanderpokal) →Siegerehrung

POLIQUIN-Tabelle

POLIQUIN-Tabelle (POLIQUIN-table), Verhältnis zwischen Maximalkraft und Widerstandsreduzierung nach Anzahl der Wiederholungen, benannt nach dem bekannten kanadischen Autor in der Bodybuilder-Szene Charles POLIQUIN (1987). Poliquin, der einen Master in Sportphysiologie vorweisen konnte, machte beispielsweise die 10-Satz-Methode (German Volume Training) populär und betonte stets die athletischen Vorzüge von Hypertrophie. Beispiel für Poliquin Tabelle: Ein Sportler schafft bei…

Politik

Politik (politics), lat. politicus „politisch“; Verhalten von Individuen und/oder Gruppen, um bestimmte Ziele und Interessen durchzusetzen. Mit den Mitteln der Politik gestaltet vor allem der Staat das öffentliche Leben. Vom italienischen Philosophen Machiavelli sind die Worte überliefert "Politik ist die Summe der Mittel, die nötig sind, um zur Macht zu kommen und sich an der…

Politisierung

Politisierung (politicization), besonders totalitäre Regime kennzeichnende zwangsweise Integration gesellschaftlicher Bereiche, so auch des Sports. Demokratien sind aber von einer politischen Instrumentalisierung des Sports nicht frei, wie der Boykott der Olympische Spiele1980 zeigte. Die Politisierung des Sports wird noch dadurch verstärkt, „dass Sportler oder Sportmannschaften sich mit politischen Einheiten von der Gemeinde bis zur Nation identifizieren“…

Polymorphismus

Polymorphismus (polymorphism), griech. polymorphismos ‚Vielgestaltigkeit'; in der Genetik das Auftreten mehrerer Genvarianten innerhalb einer Population (Sequenzvariation) (Wikipedia). →Genanalyse Für verschiedene Sportarten sind unterschiedliche Qualitäten (Leistungsvoraussetzungen) erforderlich, z.B. Ausdauer oder Schnellkraft. In Übereinstimmung mit den entdeckten Auswirkungen von Genpolymorphismen werden Allele (Genvarianten) identifiziert, die mit der Entwicklung und Ausprägung solcher Leistungsvoraussetzungen in Verbindung gebracht werden. Impulse…

Population

Population (population), lat. populus „Volk“; In der Anthropologie eine durch ihre Entstehungsgeschichte miteinander verbundene Menschengruppe (Bevölkerung). In der Statistik die Grundgesamtheit, eine genau abgegrenzte Menge von Objekten, die Gegenstand sozialer empirischer Untersuchungen ist. Sie ist charakterisiert durch gemeinsame Merkmale wie Geschlecht, Alter, Sportart usw.  Mehr zum Thema (Statistik): http://www.mesosworld.ch/lerninhalte/Grund_Stichprob/de/html/unit_DefPopulation.html - Zugriff 17.11.21

Post-Activation Potentiation (PAP)

Postaktive Potenzierung (PAP) (Post-Activation Potentiation) ("Postaktivierungsverstärkung"), auch neuromuskuläre Präaktivierung; ein gut beschriebenes Phänomen mit einer kurzen Halbwertszeit (~28 s), das die Muskelkraftproduktion bei submaximaler Kalziumsättigung (d. h. submaximaler Muskelaktivierung) erhöht. Sie wurde weitgehend durch eine erhöhte Phosphorylierung der leichten Myosinkette in Typ-II-Muskelfasern erklärt, und ihre Auswirkungen wurden beim Menschen durch Messung der Muskelkraft nach einer Muskelkontraktion…

posterior

posterior (posterior), lat. posterior „hinterer“; an der Rückseite gelegen, z.B.  posterior cruciate ligament = hinteres Kreuzband, →dorsal Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Posterior - Zugriff 19.11.21

Postisometrische Relaxation

Postisometrische Relaxation (PIR oder CRS-Methode) (post-isometric relaxation), „Dehnung nach isometrischer Kontraktion“, effektive Form des Stretchings nach dem CRS-Prinzip (contract-relax-stretch). Hierbei wird der Muskel isometrisch maximal bis 10 (30) Sekunden angespannt, danach die Spannung gelöst, um innerhalb von 2-3 Sekunden bis zum leichten „Dehnschmerz“ 10-30 Sekunden zu dehnen. Es werden drei Wiederholungen empfohlen. Die Anwendung setzt…

Postulat

Postulat (postulate), glaubhafte, aber noch nicht bewiesene Annahme; forschungsleitende Forderung

postulieren

postulieren (to posit), fordern; feststellen